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„Mein Auftrag: Rufmord“ : Schmutz-Kampagne gegen Maschmeyer?

Carsten Maschmeyer Bild: dpa

Die Vorwürfe haben es in sich: Ein Branchenkenner behauptet, er sei jahrelang dafür bezahlt worden, den Finanzvertrieb des Unternehmers Carsten Maschmeyer mit allen Mitteln in den Dreck zu ziehen. Nun wehrt sich der angebliche Geldgeber.

          Hat der große deutsche Finanzvertrieb Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG) in Frankfurt einen Mann für eine Rufmord-Kampagne gegen seinen früheren Konkurrenten, den Allgemeinen Wirtschaftsdienst (AWD) des Unternehmers Carsten Maschmeyer bezahlt? Ein Buch mit dem Titel „Mein Auftrag: Rufmord“ vom Herbig Verlag, das in den nächsten Tagen in den Handel kommen soll und aus dem einige Medien vorab berichten, legt das nahe.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Autor des Buches ist ein 46 Jahre alter ehemaliger AWD-Mitarbeiter namens Stefan Schabirosky, der behauptet, nach seinem Ausscheiden bei AWD im Streit über Jahre hinweg eine Diffamierungs-Kampagne gegen das Unternehmen geführt zu haben. Dafür sei ihm vom Konkurrenten DVAG im Erfolgsfall eine hohe Prämie („Jackpot“) versprochen worden – die er aber nie bekommen habe.

          Der Fall hat auch eine gewisse politische Brisanz, weil die DVAG in ihren Reihen ehemalige CDU-Politiker wie den früheren Kanzleramtsminister Friedrich Bohl (CDU) sammelte, während Maschmeyer zum Kreis um den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zählt.

          Ein Beratungsvertrag als Controller

          Unter anderem behauptet Schabirosky, Journalisten etwa der „Süddeutschen Zeitung“ und anderer Medien instrumentalisiert zu haben, um dem AWD zu schaden. Als Journalisten etwa nicht bereit gewesen seien, über seinen Vorwurf zu berichten, der AWD veröffentliche falsche Mitarbeiterzahlen, um den Börsenkurs zu manipulieren, habe er anonym Anzeige bei der Aufsicht Bafin erstattet – um den Journalisten, die nicht wussten, dass er dahintersteckte, einen Anlass zur Berichterstattung zu bieten.

          Die DVAG tritt den Vorwürfen nach eigenen Angaben „entschieden“ entgegen. Ein Sprecher wollte sich am Montag auf Anfrage noch nicht dazu äußern, ob man rechtliche Schritte gegen Buch und Autor plane. Das Unternehmen bestätigte allerdings, Schabirosky habe ihm nach seinem Ausscheiden beim AWD Informationen über den Konkurrenten angeboten. Es habe sich jedoch nur um allgemein zugängliche Informationen gehandelt, die jeder Handelsvertreter kannte.

          Da Schabirosky jedoch über umfassende Branchenkenntnisse verfügte, habe die DVAG mit ihm einen Beratungsvertrag als Controller abgeschlossen. Im Anschluss habe dieser selbständig für die DVAG den Markt beobachtet. Seine Berichte seien aber „zunehmend ungelesen abgelegt“ worden: „Nachdem keine verwertbaren Arbeitsergebnisse geliefert wurden und die Erkenntnis reifte, dass Schabirosky überwiegend und auf Kosten der DVAG einen persönlichen Rachefeldzug gegen den AWD führte, trennte sich die DVAG Ende 2008 von Schabirosky.“

          Dieser habe eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass mögliche Missachtungen von Gesetzen auf sein eigenes „Tun und Handeln ohne Wissen, ohne Weisung der DVAG geschehen“ seien. Das Landgericht Frankfurt habe seine Ansprüche auf das „Jackpot“ genannte Honorar zurückgewiesen, das Oberlandesgericht habe dies bestätigt.

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