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Personalwechsel : Burkhard Balz wird Bundesbank-Vorstand

Versteht etwas vom Bankgeschäft: Burkhard Balz Bild: dpa

Die Wahl ist kein Zufall: Der gelernte Bankkaufmann und Jurist ist im Europaparlament einer von ganz wenigen, die vom Bankgeschäft praktisch etwas verstehen.

          Auch wenn Martin Schulz das Gegenteil zu beweisen scheint, das Europäische Parlament dient gelegentlich doch als gutes Sprungbrett für deutsche Karrieren. Mindestens gilt das für die Deutsche Bundesbank. In deren Vorstand soll nun – kurz nach dem langjährigen CSU-Europaabgeordneten Joachim Wuermeling – Burkhard Balz einziehen.

          Werner Mussler

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Der niedersächsische CDU-Politiker ist derzeit Koordinator seiner EVP-Fraktion im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Parlaments, also der wirtschaftspolitische Sprecher seiner Fraktion. Der Finanzausschuss des vorschlagsberechtigten Bundesrats hat den Personalvorschlag an diesem Donnerstag gebilligt, Balz war der einzige Kandidat. Die endgültige Wahl durch das Bundestagsplenum am 23. März gilt als sicher.

          Erst danach wird sich entscheiden, wann Balz sein neues Amt antritt und welche Aufgaben er übernimmt. Letzteres hängt auch noch davon ab, wer als Nachfolger von Carl-Ludwig Thiele die zweite frei werdende Stelle besetzen wird. Balz hätte jedenfalls die Qualifikation, das Portfolio seines direkten Vorgängers Andreas Dombret zu übernehmen. Dieser kümmert sich um die Bankenaufsicht und sitzt als Bundesbankvertreter im „Supervisory Board“ der Europäischen Zentralbank.

          Sein Einfluss ist schon jetzt groß

          Die Länderfinanzminister, zu denen Balz am Mittwochabend zum informellen Vorstellungsgespräch geladen war, seien von der fachlichen Kompetenz des Kandidaten überzeugt worden, heißt es in Ministerkreisen. Die Personalie Balz taugt nur begrenzt als Beleg für Kritik, in der Bundesbank spiele das Parteibuch eine größere Rolle als die fachliche Qualifikation. Auf seiner Internetseite nennt Balz die Politik immer noch – neben Literatur und Tennis – als sein Hobby. Bis zu seiner ersten Wahl ins Europaparlament 2009 war der wuchtige Knapp-zwei-Meter-Mann hauptberuflich viele Jahre lang bei der Commerzbank beschäftigt, zuletzt als Abteilungsleiter in Hannover.

          Der gelernte Bankkaufmann und Jurist ist insofern im Europaparlament einer von ganz wenigen, die vom Bankgeschäft praktisch etwas verstehen. Es war deshalb kein Zufall, dass die CDU/CSU-Gruppe Balz gleich 2009 in den einflussreichen Wirtschaftsausschuss entsandte. Genauso wenig war es Zufall, dass Balz 2014 dort Fraktionssprecher wurde. Sein Einfluss war schon deshalb groß, weil seit seinem Eintritt ins Parlament eine Vielzahl neuer Finanzmarktgesetze erlassen wurde. In einigen Fällen war und ist er ganz direkt an der Gesetzgebung beteiligt; derzeit ist er Berichterstatter für die Neuordnung der Finanzmarktaufsicht in der EU.

          Sein Einfluss ist aber auch indirekt groß. Dass etwa der Kommissionsvorschlag für eine vergemeinschaftete Einlagensicherung im Parlament unverändert stockt, ist nicht zuletzt dem diskreten Wirken des Niedersachsen hinter den parlamentarischen Kulissen zu verdanken. Diskretion liegt Balz – anders als manche seiner Kollegen ist er sicher kein Lautsprecher. Für den Bundesbank-Posten sollte ihn das eher qualifizieren.

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