20.12.2005 · Zum Ärger der deutschen Fondsbranche läßt die Bundeswertpapierverwaltung regelmäßig den Ertrag von Bundesschatzbriefen mit dem von Euro-Rentenfonds vergleichen. Das Ergebnis schmerzt die Investmentgesellschaften.
Zum Ärger der deutschen Fondsbranche läßt die Bundeswertpapierverwaltung regelmäßig den Ertrag von Bundesschatzbriefen mit dem von Euro-Rentenfonds vergleichen. Das Ergebnis schmerzt die Investmentgesellschaften, übertrifft die Rendite der Bundesschätzchen nach Rechnung der öffentlichen Einrichtung bereits zum elften Mal in Folge die der Investmentfonds, die vorrangig in Staatsanleihen des Euro-Raums investieren.
Dabei geht der Informationsdienst für Bundeswertpapiere in Düsseldorf bei diesem Test stets nach dem gleichen Muster vor: Ein Sparer legt Monat für Monat 50 Euro an, einmal im aktuellen Bundesschatzbrief Typ B und einmal in Euro-Rentenfonds. Anders als beim Typ A werden beim Typ B die Zinsen nicht jährlich gezahlt, sondern angesammelt und am Laufzeitende samt Zinseszinsen bei Rückzahlung des Kapitals überwiesen. Auch beträgt die Laufzeit beim Typ B sieben Jahre statt sechs beim Typ A. Die Nominalzinsen steigen von Jahr zu Jahr. Derzeit erhält der Sparer anfangs nominal zwei Prozent und nach sechs Jahren Laufzeit für Typ A oder nach sieben Jahren für Typ B jeweils 4,25 Prozent. Damit verzinst sich Typ A zur Zeit mit durchschnittlich 3,04 Prozent und Typ B mit durchschnittlich 3,25 Prozent. Ein Jahr nach dem Kauf kann der Sparer den Schatzbrief jederzeit zurückgeben und muß das Laufzeitende nicht abwarten.
Vorsprung von 719 Euro
Der erste Test verlief so: Ein Sparer beginnt Anfang 1981 anzulegen. Nach 20 Jahren wurden aus den 12.000 Euro, die der Sparer insgesamt angelegt hat, bei Schatzbriefen 25 038 Euro und bei Euro-Rentenfonds im Durchschnitt 23.811 Euro. Der Vorteil ging mit einem Plus von 1.227 Euro klar an die Schatzbriefe. Auch alle weiteren Testläufe gingen mit einem Vorsprung für die Schatzbriefe aus, wobei der Vorsprung zwischen 197 Euro und 1396 Euro schwankte. Der letzte, aktuelle Vergleich endete zum Stichtag 31. März 2005. Im Durchschnitt aller elf Vergleiche erzielte der Bundesschatzbrief für einen Zeitraum von 20 Jahren einen Vorsprung von 719 Euro. Bei einem Zehnjahresvergleich beträgt der Vorteil der Schatzbriefe im Durchschnitt aller elf Vergleiche 138 Euro: Der durchschnittliche Endbetrag beläuft sich bei den Bundespapieren auf 7.944 Euro und bei Euro-Rentenfonds auf durchschnittlich 7806 Euro.
Für Hans Ulrich Lellek, Präsident der Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg, ist das gute Abschneiden der Schatzbriefe nicht selbstverständlich. Er verweist darauf, daß „stetig sinkende Zinsen in der Vergangenheit die Kurse der Rentenfonds tendenziell erhöht haben“. Dabei profitieren die Bundesschätzchen davon, daß die Sparer sie kostenlos bei der Bundeswertpapierverwaltung kaufen und auch dort verwahren können, während beim Kauf von Rentenfonds in der Regel ein Ausgabeaufschlag fällig wird. Diese liegen, je nach Anbieter, im Durchschnitt bei zwei Prozent. Hinzu kommen, wieder je nach Anbieter, Verwaltungsgebühren von meist 0,5 Prozent. Mögliche Depotgebühren der Banken sind nicht berücksichtigt, was den Vergleich allerdings erst recht noch zugunsten der Bundesschatzbriefe beeinflussen würde. Denn diese Wertpapiere können bei der Bundesschuldenverwaltung kostenfrei verwahrt werden. Bei Rentenfonds hingegen fallen stets die Depotgebühren der kontoführenden Bank an.
Nicht voll vergleichbar
Allerdings sind die beiden Anlagen nicht voll vergleichbar: Mit Bundesschatzbriefen geht der Anleger in bezug auf die Rückzahlung und die Zahlungsströme kein Risiko ein. Die Zinszahlungen stehen von vornherein fest, und der Anleger kann sich darauf verlassen, daß die Bundesregierung ihre Schulden zurückzahlen wird. Allerdings entgehen dem Schatzbriefkäufer unter Umständen mögliche Kursgewinne an den Anleihemärkten. Mit Rentenfonds hingegen geht der Anleger ein Kursrisiko ein, das sich freilich auch zu seinen Gunsten auswirken kann, heißt es beim BVI, dem Verband der Fondsbranche.
Auch sollten Anleger, die sich für einen Schatzbrief vom Typ B entscheiden, den Sparerfreibetrag beachten: Unter Umständen schöpft der Investor ihn jahrelang nicht aus, kann aber im Jahr der Rückzahlung wegen der aufgelaufenen Zinsen über den Freibetrag kommen. Typ A mit jährlicher Zinsausschüttung ist für solche Fälle möglicherweise steuerfreundlicher.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |