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Brexit und die Folgen : Warum so viele Brexit-Banken nach Warschau gehen

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Logo von Goldman Sachs in der Rezeption der Niederlassung in Sydney Bild: Reuters

Goldman Sachs will bis Ende 2018 weitere Aktivitäten von London nach Warschau verlagern und Hunderte Mitarbeiter dort neu anstellen. Dafür gibt es gute Gründe.

          Das amerikanische Investmenthaus Goldman Sachs plant für das Jahr 2018, Hunderte Mitarbeiter in Polen neu anzustellen und damit weitere Aktivitäten von England nach Warschau zu verlagern. Das sagte Brent Watson, Chef der Bank in Polen für Technologien und operationelle Angelegenheiten, im Gespräch mit der Financial Times. Die Zahl der Mitarbeiter könnte so laut Watson bis Ende des kommenden Jahres von den derzeit 525 auf 750 bis 800 Stellen steigen. Sofern der Pool von Talenten stimme, sei er zuversichtlich, dass die Bank das Ziel einer Erhöhung der Mitarbeiterzahl um etwa 50 Prozent erreichen werde.

          Ein relativ hohes Bildungsniveau unter den polnischen Hochschulabsolventen, vergleichsweise niedrige Gehälter und geringe Mieten für Büroflächen sind für die internationalen Banken seit einigen Jahren schon ein Grund, um immer mehr Mitarbeiterstellen in Polen zu schaffen. Das betrifft neben Goldman Sachs auch JP Morgan, die Citi Group sowie aus der Schweiz die UBS und Credit Suisse.

          Polen als Backoffice

          Ähnlich wie in den anderen Banken sind allerdings bei Goldman Sachs in Polen mehr als 85 Prozent der Mitarbeiter mit technischen und operationellen Verwaltungsaufgaben betraut. Die anderen sind in den Bereichen Finanzen, Risikomanagement und Personal tätig.

          Wirklich ernst genommen wird Warschau als Finanzstandort unter Bankern bisher nicht. Polen fungiere vor allem als ausgelagertes Backoffice der großen Finanzzentren, heißt es immer wieder. Die Beratung und Betreuung der Kundenbeziehungen und die Abwicklung von Handelsgeschäften erfolgt weiter in den klassischen Finanzzentren.

          Mit dem Brexit-Votum hat sich der Trend einer Stellenverlagerung nach Osteuropa, der in den Krisenjahren mit dem vergrößerten Spardruck der Finanzhäuser aufgekommen ist, noch einmal verstärkt. Goldman Sachs hat vor rund zwei Jahren begonnen, einzelne Abteilungen der Verwaltung von England nach Warschau zu verlagern.

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          50.000 Mitarbeiter internationaler Banken in Polen

          Insgesamt sollen in Polen etwa 200.000 Mitarbeiter in ausgelagerten Abteilungen von internationalen Konzernen arbeiten - 50.000 davon sind bei Banken unter Vertrag. Schätzungen zufolge könnten in Folge des Brexit zwischen 35.000 und 45.000 Arbeitsplätze im Finanzbereich nach Polen wandern.

          Nach dem Brexit brauchen in London ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem EU-Land, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten vertreiben zu dürfen. Aus diesem Grund baut Goldman Sachs Insidern zufolge auch die Niederlassung in Mailand deutlich aus.

          Die Citi Group beschäftigt heute schon 5.000 Mitarbeiter in Warschau. In Krakau hat die UBS rund 3.000 Mitarbeiter unter Vertrag. Die Credit Suisse zählt in Breslau ungefähr 4.000 Beschäftigte.

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