22.10.2007 · Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA will möglichst viele Privatanleger als Aktionäre gewinnen. Der größte Börsengang im zweiten Halbjahr lockt mit hoher Dividende und starkem Wachstum. Von Hanno Mußler.
Von Hanno MußlerDer größte Börsenneuling des zweiten Halbjahres, der Hamburger Hafenbetreiber HHLA, will viele Privatanleger als Aktionäre gewinnen. „Wir wollen eine breite Streuung unserer Aktien und würden uns freuen, wenn mehr als 10 Prozent bei Privatanlegern landen“, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Peters zum Auftakt der Werbetour des M-Dax-Kandidaten am Montag. Zeichnungsaufträge von Privatanlegern nimmt unter anderem die Hamburger Sparkasse entgegen.
Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wird teilprivatisiert. Die Stadt Hamburg trennt sich nach langem Ringen mit den 4200 Mitarbeitern von 30 Prozent des Grundkapitals und will dafür 900 Millionen bis 1,1 Milliarden Euro an der Börse erlösen und in den Hafen stecken. „Die Hansestadt hat sich verpflichtet, insgesamt 2,9 Milliarden Euro bis 2015 in den Hafen zu investieren. Diese Zusage zählt für uns beinahe so viel, als ob wir über das Geld selbst verfügen könnten“, sagte Peters. So soll von 2009 an auch die Elbe vertieft werden, damit auch die größten Schiffe den Hafen weiterhin erreichen.
Verschuldung wird nur „moderat“ steigen
Das Unternehmen HHLA selbst erhält über den Börsengang eine Kapitalerhöhung von 100 Millionen Euro. Dieses Geld soll helfen, die Umschlagkapazität der Containerterminals auf 12 Millionen Standardcontainer im Jahr zu verdoppeln. Dafür sind Investitionen von 1,2 Milliarden Euro über fünf Jahre vorgesehen. Die Verschuldung wird nach Aussage des Finanzvorstandes Roland Lappin nur „moderat“ auf 600 bis 850 Millionen Euro steigen. Denn ein Großteil der Investitionen könne HHLA dank seiner Ertragskraft aus dem jährlichen Mittelüberfluss (Cashflow) finanzieren. Die Ebitda-Marge, also der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, soll dauerhaft bei rund 30 Prozent liegen. Lappin stellte eine jährliche Dividende von 50 bis 70 Prozent des Nettogewinns in Aussicht.
Analysten der konsortialführenden Bank Citigroup kommen für HHLA auf einen Unternehmenswert (ohne Schulden) von 3,2 bis 3,6 Milliarden Euro. Sie nehmen an, dass das Ebitda zwischen 2007 und 2012 jährlich um 15 Prozent, der Nettogewinn um 12 Prozent und der Umsatz um 12 Prozent steigt. Das größte Risiko für HHLA sehen sie darin, dass Reedereien wie zuletzt P&O nach der Übernahme durch Maersk vom Markt verschwinden und HHLA Kunden an andere Häfen wie Rotterdam oder Bremerhaven verliert.
Ersten Handelstag spätestens am 16. November
Der Börsengang wird im Decoupled-Verfahren durchgeführt. Darin nimmt sich HHLA die Freiheit, die Preisspanne für die insgesamt bis zu 22,54 Millionen angebotenen Aktien des Teilkonzerns Hafenlogistik (die Immobilien Speicherstadt und Fischmarkt wurden in einen zweiten Teilkonzern ausgegliedert und bleiben zu 100 Prozent im Besitz der Hansestadt) frühestens am Donnerstag bekanntzugeben. Auch zeitlich bleibt HHLA in einem Zwei-Wochen-Korridor flexibel.
Dies hat nach Aussage von Martin Hörstel vom zweiten Konsortialführer JP Morgan den Vorteil, dass mit der Aktienplazierung einem turbulenten Börsentag ausgewichen werden kann. Hörstel hat für seinen früheren Arbeitgeber Deutsche Bank dieses Verfahren nach dem Vorbild von Kapitalerhöhungen erstmals beim Börsengang des Solarunternehmens Conergy im März 2005 angewandt. Trotz aller Unsicherheiten soll HHLA aber eher früher als später, spätestens aber am 16. November den ersten Handelstag an den Börsen Frankfurt und Hamburg erleben.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |