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Börsengang Erfolgreiches Debüt von VM Ware

14.08.2007 ·  Der Markt für Börsengänge an der Wall Street zeigt sich trotz der starken Kursschwankungen an den amerikanischen Aktienmärkten robust. VM Ware ist der größte Börsengang eines Technologieunternehmens seit Google. Der Kurs stieg zu Handelsbeginn um 80 Prozent.

Von Norbert Kuls, New York
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Der Markt für Börsengänge an der Wall Street zeigt sich trotz der starken Kursschwankungen an den amerikanischen Aktienmärkten robust. Zwar haben vereinzelt Unternehmen ihren geplanten Börsengang (IPO) mit Hinweis auf die unsichere Marktlage abgesagt oder den Ausgabepreis reduziert. Es gibt aber auch Beispiele für eine weiterhin hohe Nachfrage von Investoren.

Das jüngste Beispiel für widerstandsfähige Börsengänge ist der Softwarehersteller VM Ware, dessen Aktien am Dienstag zum ersten Mal an der New Yorker Börse gehandelt wurden. Die Emissionsbanken hatten den Ausgabepreis am Montag nach Börsenschluss mit 29 Dollar je Aktie am oberen Ende der vorher angekündigten Spanne festgesetzt. Zur Eröffnung des Handels stieg der Aktienkurs dann um knapp 80 Prozent auf 52 Dollar.

Börsenwert von knapp 20 Milliarden Dollar

VM Ware nahm mit dem Börsengang 957 Millionen Dollar Eigenkapital auf. Damit handelte es sich um den größten Börsengang eines Technologieunternehmens seit dem des Internetunternehmens Google vor drei Jahren. Das Börsendebüt von VM Ware galt an der Wall Street als Indikator für die allgemeine Verfassung des Marktes. VM Ware kommt jetzt auf einen Börsenwert von knapp 20 Milliarden Dollar. Der Datenspeicherkonzern EMC, der VM Ware vor drei Jahren gekauft hatte, hält weiterhin 87 Prozent der Aktien des Unternehmens.

VM Ware hatte die zunächst avisierte Spanne für den Ausgabekurs bereits im Vorfeld des Börsendebüts um 16 Prozent angehoben, nachdem Präsentationen des Unternehmens vor Fondsmanagern in den vergangenen zwei Wochen auf reges Interesse gestoßen waren. VM Ware bietet sogenannte Virtualisierungs-Software an, mit der Unternehmen ihre Computernetzwerke effizienter verwalten können. Die Software verringert unter anderem die Zahl der benötigten Netzwerkrechner.

Kurse von Technologiewerten stabil

„Das wird wahrscheinlich eines der besten, wenn nicht das beste IPO des Jahres“, prognostizierte Ben Holmes, der Herausgeber des auf Börsengänge spezialisierten Informationsdienstes Morningnotes.com. Analysten des Wertpapierhauses Sanford C. Bernstein beziffern den Marktanteil von VM Ware im Bereich der Virtualisierungs-Software auf 85 Prozent. Der Halbleiterkonzern Intel und der Netzwerkausrüster Cisco Systems haben kürzlich Minderheitsbeteiligungen an VM Ware erworben.

Die Kurse von Technologiewerten haben sich während der jüngsten Turbulenzen an den Börsen allgemein stabil gehalten. Informationstechnologie gehört mit einem Kursplus von 9 Prozent seit Anfang des Jahres zu den besten Segmenten im breitgefassten Aktienindex S&P 500. Das Börsenbarometer liegt nach Verlusten in diesem Quartal derzeit noch mit 2 Prozent im Plus. Der größte Belastungsfaktor für den Gesamtmarkt waren Finanzwerte, die durch die Verwerfungen im Hypotheken- und im Anleihemarkt unter Druck geraten waren. Auch der Aktienkurs des Finanzinvestors Blackstone ist seit dessen erfolgreichem Börsengang Ende Juni daher stark unter den Ausgabepreis gerutscht.

Kursgewinn am ersten Handelstag rund 9 Prozent

Insgesamt sind in diesem Jahr nach Angaben der Analysegesellschaft Renaissance Capital 149 Unternehmen an amerikanische Börsen gegangen. Das sind 45 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres. Das Gesamtergebnis wurde von den bis vor kurzem noch festen Aktienmärkten geprägt. Der S&P hatte vor den Rückschlägen der vergangenen Wochen neue Rekordhöhen erklommen. Das Gesamtvolumen der Erstemissionen, das sich in diesem Jahr auf 36 Milliarden Dollar beläuft, muss nur noch um 20 Prozent wachsen, um an das Gesamtergebnis des Vorjahres heranzukommen.

Der durchschnittliche Kursgewinn von Börsenneulingen am ersten Handelstag belief sich vor dem Debüt von VM Ware in diesem Jahr auf 9 Prozent. Das liegt etwas unter den Kursgewinnen von jeweils 11 Prozent in den drei Jahren davor. Die durchschnittlichen Kursgewinne im Handel nach dem IPO belaufen sich in diesem Jahr allerdings nur auf 5 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es noch 26 Prozent gewesen, berichtet Renaissance Capital.

Quelle: F.A.Z., 15.08.2007, Nr. 188 / Seite 19
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Jahrgang 1965, Finanzmarktkorrespondent in New York.

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