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Börsen korrigieren deutlich Kursverluste von New York bis Tokio

18.05.2006 ·  Kräftige Kurseinbußen haben abermals die Aktienmärkte erschüttert: Neue Zinssorgen in Amerika setzten den Dax unter Druck, der unter die Marke von 5.700 Zählern sackte. An der Wall Street setzte sich die Talfahrt fort, auch an den asiatischen Börsen gab es massive Kursverluste.

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Mit massiven Aktienverkäufen haben die Anleger in Europa und Amerika am Mittwoch auf die neu angeheizten Spekulationen über steigende Zinsen reagiert. Am Donnerstag setzt sich der Reigen der Kursverluste in Asien fort. Der Nikkei verliert im frühen Handel 1,63 Prozent auf 16.042 Zähler, der Kospi in Südkorea gibt rund drei Prozent nach und die Börse in Hongkong verliert 2,5 Prozent.

Der Dax brach am Mittwoch bei hohen Umsätzen um 3,4 Prozent oder 199 Punkte auf 5.652,7 Zähler ein und beendete den Handel damit auf dem tiefsten Stand seit Februar des laufenden Jahres. MDax und TecDax verloren ebenfalls stark. Der Index der mittelgroßen Werte gab 2,33 Prozent auf 8.318,10 Punkte ab, der Technologie-Index verlor 2,74 Prozent auf 684,47 Punkte.

Auch die Wall Street hat am Mittwoch angesichts hoher Inflationsraten in Amerika und neuer Zinsängste starke Einbußen verbucht. Es gab an den amerikanischen Börsen bei riesigen Umsätzen Kursverluste auf breiter Front. Damit hat sich die Talfahrt der vergangenen Tage beschleunigt fortgesetzt.

Nur ein Gewinner im Dax

Der Dow-Jones-Index sackte um 1,88 Prozent auf 11.205,61 Punkte ab. Der S&P-500-Index verlor 1,68 Prozent und ging mit 1.270,32 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq Composite fiel um 1,50 Prozent auf 2.195,80 Punkte. Der Rentenmarkt tendierte ebenfalls schwach. Der Euro fiel auf 1,2740 Dollar gegenüber 1,2854 Dollar am Vortag. Steigende amerikanische Zinsen boten dem Greenback eine Stütze.

Mit dem Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate konnte nur ein einziger der 30 Daxwerte Kursgewinne verbuchen. Börsianer führten die Kursabschläge auf die überraschend deutlich gestiegenen Verbraucherpreise im April in den Vereinigten Staaten zurück. „Angesichts der zunehmenden Inflation erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, daß die amerikanische Notenbank die Zinsen weiter anheben dürfte und damit vorerst noch kein Ende der Zinserhöhungsphase in Sicht ist“, sagte NordLB-Händler Karsten Jürges. „Der Aktienmarkt ist derzeit angeschlagen. Jede negative Nachricht wird zu Verkäufen genutzt“, ergänzte er.

Negative Nachrichten werden für Verkäufe genutzt

Die amerikanische Notenbank (Fed) hat in der vorigen Woche nach einer zweijährigen Zinserhöhungsphase weitere Zinsschritte vom Inflationsrisiko abhängig gemacht. Ein anderer Händler sprach von einer überfälligen Konsolidierung, nachdem der Aktienmarkt in den vergangenen Monaten stetig gestiegen war. Er hält ein weiteres Abrutschen der Kurse für möglich. „Bei 5.500 Punkten sollte der Dax seinen Boden spätestens gefunden haben“, sagte er. Auch die amerikanischen Börsen lagen zum Handelsschluß in Europa im Minus. Der Standardwerteindex Dow Jones verlor 1,4 Prozent, der technologielastige Nasdaq-Index fiel um 1,3 Prozent.

Auf der Verliererseite im Dax standen erneut die Autowerte, die unter dem hohen Eurokurs litten. BMW notierten mit einem Dividendenabschlag 4,8 Prozent im Minus, Daimler-Chrysler verloren 4,2 Prozent und VW gaben 3,1 Prozent nach. Verkauft wurden auch Bankenwerte, allen voran die Papiere der Commerzbank, die fünf Prozent an Wert einbüßten. Händler führten die Kursabschläge bei den Finanztiteln auf die jüngste Schwäche der Aktienmärkte zurück.

Nur Hypo Real Estate im Plus

Einziger Gewinner im Dax waren mit einem Plus von 0,9 Prozent die Papiere der Hypo Real Estate. Händler verwiesen auf eine Kaufempfehlung von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Die Aktien der Lufthansa drehten mit dem Gesamtmarkt ins Minus und beendeten den Handel mit einem Abschlag von 1,2 Prozent.

Bei den Nebenwerten im MDax ragten die Aktien von Premiere mit einem Plus von 2,3 Prozent heraus. Händler begründeten die Nachfrage mit der Spekulation, der Bezahlfernsehsender könnte in der nächsten Saison doch noch Spiele der Fußball-Bundesliga übertragen. Premiere-Chef Georg Kofler sieht dafür noch Chancen. „Nach wie vor ist der Vorstand von Premiere sehr zuversichtlich, bei der Fußball-Bundesliga im Spiel zu bleiben“, sagte Kofler auf der Hauptversammlung. Unterstützt wurde der Kursanstieg auch von der Nachricht, die Fondsgesellschaft Fidelity halte nun über fünf Prozent an dem Unternehmen. „Es muß etwas positives dahinterstecken, wenn Fidelity so einen Schritt macht“, sagte ein Händler. Mit Aktienkäufen honorierten die Anleger den Umsatz- und Ergebnisanstieg des Küchenausstatters Rational im ersten Quartal. Die im Kleinwerteindex SDax notierten Papiere legten 1,9 Prozent zu.

Eine weitere Erhöhung des Leitzinses in Amerika im Juni ist nach Ansicht von Analysten nach dem am Mittwoch bekannt gegebenen, unerwarteten Anstieg der Inflation wahrscheinlicher geworden. Vor allem der teure Ölpreis trug zum Inflationswachstum bei.

Das amerikanische Arbeitsministerium hat mitgeteilt, daß die Preise im April im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Prozent zugelegt haben. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 0,5 Prozent gerechnet, nachdem im März die Preise um 0,4 Prozent gestiegen waren. Auch die so genannten Kernrate, bei der die volatilen Energiekosten und andere schwankungsanfällige Bereiche unberücksichtigt bleiben, legte auf Grund steigender Wohnungsmieten mit 0,3 Prozent kräftiger zu als erwartet.

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SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
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