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Börsen-Historie Geschichte spricht für weitere Kursgewinne an Wall Street

 ·  Die Wall Street hat einen starken Jahresauftakt hingelegt. Und wenn es nach der Historie geht, dann geht es weiter aufwärts. Zumindest folgten in der Vergangenheit auf ein sehr gutes erstes Quartal in der Regel Anschlussgewinne.

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Die Wall Street kann für das erste Quartal mit einer Bilanz aufwarten, die sich wahrlich sehen lassen kann. Beispielsweise legte der marktbreite S&P 500 Index in den ersten drei Monaten um 12 Prozent zu. Das entspricht dem besten Jahresstart seit 1998 und dem besten Vierteljahr seit dem dritten Quartal 2009.

Auch der Dow Jones Industrial Average rückte um respektable 8,1 Prozent und der technologielastige Nasdaq Index kam sogar um 18,7 Prozent voran. Letztgenannter Index hat somit die beste Performance zum Jahresstart seit 21 Jahren eingefahren.

Wer denkt, nach so starken Kursgewinnen (schon im vierten Quartal 2011 war der S&P 500 Index um 11,1 Prozent gestiegen) sei der Markt reif für eine Korrektur, der sollte nicht automatisch auf ein derartiges Szenario wetten. Denn der starke Jahresauftakt spricht eher für zunächst weitere Kursgewinne. Zumindest wenn sich die Geschichte wiederholt. Denn wie Chef-Aktien-Stratege Sam Stovall vom amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor´s ermittelt hat, reichte es in den acht Fällen seit 1945, in denen der S&P 500 von Januar bis März um mehr als 10 Prozent zugelegt hat, anschließend im zweiten Quartal zu einem weiteren Plus von im Schnitt 3,3 Prozent: Wobei die Kurse in 75 Prozent der Fälle gestiegen sind.

April an der Börse alles andere als ein launischer Monat

Ähnlich ermutigend fällt auch die Bilanz aus, wenn man die zehn Fälle seit 1945 betrachtet, in denen der S&P 500 Index im vierten und im ersten Quartal jeweils um mehr als 5 Prozent gestiegen ist. Denn bei dieser Konstellation schloss sich daran im ersten Quartal ein durchschnittliches Plus von 4,0 Prozent an und es stellte sich in 60 Prozent der Fälle Kursgewinne ein. Und auch bei dem einzigen Mal, in dem wie jetzt geschehen die Kurse in den beiden Quartalen um mehr als 10 Prozent gestiegen waren, kletterte der S&P 500 Index anschließend um 5,0 Prozent.

Auch für den April stehen die Chancen nicht schlecht. In den erwähnten 10 Fällen, in denen der Index um mehr als 5 Prozent gestiegen war in den beiden Vorquartalen, legten die Kurse im Schnitt um 2,6 Prozent zu im April. Wobei die Notierungen in 80 Prozent der Fälle gestiegen sind. Hinzu kommt: In den Jahren mit einer starken Performance im vierten und ersten Quartal, wurden in 8 von 10 Fällen bereits im Januar die Jahrestiefs markiert. Und im Gesamtjahr wurde ein Anstieg von durchschnittlich 22 Prozent verbucht, wobei es nur einmal, und zwar im Vorjahr, nicht zu Kursgewinnen auf Jahressicht gereicht hat.

Mit Blick auf den April, der wegen dem typischerweise wechselhaften Wetter als launisch gilt, ist ergänzend noch anzumerken, dass dieser Monat börsentechnisch zumeist gut gelaunte Börsianer hinterlässt. Wie Stovall errechnet hat, ist der S&P 500 seit 1945 jedenfalls im Schnitt um 1,57 Prozent gestiegen. Diese Bilanz macht den April nach dem Dezember (plus 1,8 Prozent) zum zweitbesten Monat überhaupt. Und gestiegen sind die Kurse im April seit dem zweiten Weltkrieg in fast 70 Prozent der Fälle (siehe Grafiken).

Kein S&P 500 Sektor weist seit 1989 einen Verlust für das zweite Quartal aus

Wie es dieses Mal im April laufen wird, hängt unabhängig von jahreszeitlichen Einflüssen sehr stark von den Unternehmensergebnissen ab. Und in dieser Hinsicht liegt die Messlatte so niedrig wie seit längerem nicht mehr. Die Analysten von Capital IQ rechnen für die im S&P 500 Index vertretenen Unternehmen im ersten Quartal mit einem nur leichten Anstieg der operativen Gewinne von durchschnittlich 0,7 Prozent. Zum Vergleich: Vom ersten bis zum vierten Quartal 2011 lauteten die Prognosen 19,7 Prozent, 19,2 Prozent, 17,6 Prozent und 8,4 Prozent. Mit ähnlich hohen Zuwachsraten wir in diesem Jahr erst wieder für das vierte Quartal gerechnet (siehe Grafiken).

Abschließend zu diesem „Datensalat“ noch ein weiteres interessantes Ergebnis, das Stovall bei seinen Recherchen ermittelt hat. Und zwar hat sich beim Rückblick bis in das Jahr 1989 herausgestellt, dass unter den S&P 500-Sektoren kein einziger im zweiten und vierten Quartal seitdem im Schnitt ein Minus verbucht hat. Die Bullen unter den Börsianern hätten sicherlich nichts dagegen, wenn sich das auch in diesem Jahr wiederholen würde (siehe Grafiken).

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