Auch der amerikanische Aktienmarkt kann im schwierigen Börsenjahr 2011 nicht richtig überzeugen. Gemessen am Stand von Ende 2010 notieren auch die wichtigsten Leitindizes mit ein paar Prozentpunkten im Minus.
Nach einem Desaster im September, einem sehr festen Oktober und einem schwach verlaufenen November, der viele Assetklassen in Mitleidenschaft gezogen hat (siehe Grafiken), können die Anleger für die kommenden Wochen an der Wall Street aber immerhin mit einer wieder etwas freundlicheren Entwicklung rechnen. Zumindest wenn es nach der Börsen-Historie geht.
Denn wie Sam Stovall, Chef-Stratege beim amerikanischen Finanzdienstleister Standard & Poor´s nachgerechnet hat, brachte der Dezember im Monatsvergleich die besten Ergebnisse (siehe Grafiken). Und zwar gilt das sowohl für die Zeiträume seit 1945, 1970 und 1990. Gemessen seit 1929 liegt zwar der Juli vorne, aber auch hier muss sich der Dezember bei einem durchschnittlichen Anstieg von 1,49 Prozent nur um einen Basispunkt geschlagen geben.
Herausragende Bilanz bei Performance und Häufigkeit von Kursgewinnen
Seit dem zweiten Weltkrieg kommt der marktbreite S&P 500 Index im Schnitt auf ein Monatsplus von 1,8 Prozent. Das ist immerhin mehr als deutlich das Doppelte von dem Anstieg von 0,67 Prozent auf den alle Monate zusammengefasst zurückblicken können.
Aber nicht nur das: Sehr überzeugend fällt auch der prozentuale Wert für die Häufigkeit aus, mit der die Kurse gestiegen sind. So sind die Kurse im Dezember im Schnitt in 77 Prozent der Falle seit 1945 gestiegen, während das allen 12 Monaten zusammengerechnet nur in 59 Prozent der Fälle gelungen ist.
Und ebenfalls ermutigend: Wenn die Notierungen im November gefallen sind, stiegen die Kurse danach im Dezember in 77 Prozent der Fälle und zwar im Schnitt um 1,7 Prozent. Selbst in den Jahren, in denen der S&P 500 Index im November um mehr als 5 Prozent nachgab, könnten anschließend Kursanstiege von 0,5 bis 1,0 Prozent eingefahren werden. Gelungen ist das dabei mit einer Häufigkeit von 73 Prozent. Beispielsweise kam es 2008 zu einer Kurserholung von 0,8 Prozent, nachdem der Index im Vormonat um 7,5 Prozent abgerutscht war.
Schwierige Zeiten lassen etwas an Verlässlichkeit historischer Kurs-Erfahrungsmuster zweifeln
Seit 1929 fällt die Bilanz des S&P 500 Index wie folgt aus: In den insgesamt 82 Dezember-Monaten steigen die Kurse 60 Mal und 22 Mal kam es z fallenden Notierungen. In den negativen Monaten stand dabei in 10 Fällen ein Minus von weniger als 2 Prozent zu Buche, in acht Fällen von minus 2 bis 5 Prozent, in drei Fällen von 5,0 bis 7,5 Prozent und einmal (1931) brachen die Kurse sogar um 14,5 Prozent ein.
Insgesamt fällt die Bilanz aber wie erwähnt positiv aus. Trotzdem sind historische Zahlenspielereien wie diese natürlich keine Garantie dafür, dass die Kurse auch in diesem Jahr im Dezember werden zulegen können. „Zumal die Anleger derzeit solchen historischen Trends mit einer großen Skepsis begegnen dürften, da wir derzeit in nie erlebten Zeiten leben“, wie Stovall zu bedenken gibt. Historisch betrachtet stünden die Chancen für einen freundlichen Jahresausklang zwar gut, aber auch ein dreckiges Jahr wie 1931 könne nicht gänzlich ausgeschlossen werde, so der S&P Investmentstratege.
Prognose stimmt
Thomas Weiss (ThWeiss)
- 01.12.2011, 11:38 Uhr
