02.08.2004 · Die UBS nennt ein Kursziel von 29 Euro. Die Hypovereinsbank sieht ein Aufwärtspotential bis 34 Euro. Die Postbank selbst hält sich mit Angaben über die Höhe der Dividende noch zurück.
Der Streit um die Bewertung der Aktie der Deutschen Postbank geht in die nächste Runde. Nach Ablauf der Stillhalteperiode haben Analysten der Emissionsbanken am Montag deutlich abweichende Einschätzungen für das Kurspotential des Papiers veröffentlicht.
So nennt die Hypo-Vereinsbank (HVB) für die Postbank-Aktie ein Kursziel von 34 Euro. Demgegenüber hält Philipp Zieschang von der schweizerischen Großbank UBS die Aktie mit 29 Euro für angemessen bewertet. Das läßt den Emissionskurs, der nach großem öffentlichen Hickhack auf 28,50 Euro festgesetzt wurde, im nachhinein als ziemlich hoch erscheinen.
Enttäuschung auch bei Börsenneulingen
Dabei war der Emissionspreis seinerzeit schon deutlich heruntergesetzt. Ursprünglich hatte der Mutterkonzern Deutsche Post mindestens 31,50 Euro für eine Postbank-Aktie haben wollen. Als die Investoren ausblieben, wurde der Emissionskurs kurzfristig auf 28,50 Euro ermäßigt. Zur Freude der Zeichner kletterte die Aktie bis Ende Juni auf 30 Euro, bröckelte anschließend wieder ab und pendelt seit Mitte Juli zwischen 28 und 29 Euro.
Auch die beiden Börsenneulinge Mifa und Epigenomics waren für die Aktionäre bisher eine Enttäuschung. Demgegenüber hat die Aktie von Wincor Nixdorf dem zuletzt wenig freundlichen Umfeld an den Kapitalmärkten getrotzt und seit dem Börsengang fast 18 Prozent an Wert gewonnen.
Unterschiedliche Prognosen
UBS-Analyst Zischang begründet seine Einschätzung vor allem damit, daß das Zinsumfeld für die Postbank ungünstig bleiben dürfte. Hintergrund ist, daß die Postbank über einen Einlageüberhang von 43 Milliarden Euro verfügt. Dieser große Überhang an vergleichsweise niedrig verzinsten Einlagen gilt im Prinzip als großer Vorzug. Doch erwartet Zieschang, daß die kurzfristigen Euro-Zinsen weiter fallen werden - und damit auch der Netto-Zinsüberschuß der Postbank. Dies werde alles andere überlagern und sei auf Dauer auch nicht durch Handelsgewinne zu kompensieren.
Demgegenüber geht HVB-Analyst Andreas Weese davon aus, daß das Zinsniveau in nächster Zeit leicht steigen dürfte. Das werde dem Gewinn der Postbank zugute kommen. Für das zweite Quartal, über das die Postbank am kommenden Montag berichtet, erwartet er einen Nettogewinn von 95 Millionen Euro, nach 92 Millionen Euro im ersten Quartal. Dazu werde teils das gegenüber dem ersten Quartal leicht erhöhte Zinsniveau beitragen, teils die im Mai gestartete Kooperation mit der Dresdner Bank im Zahlungsverkehr. Sie dürfte den Provisionsüberschuß um 14 Millionen Euro anheben - wegen der Investitionen aber auch die Kosten um 13 Millionen Euro.
Aktienkauf empfohlen
Weese erwartet, daß sich die Postbank-Aktie in nächster Zeit überdurchschnittlich entwickeln wird und 34 Euro erreichen könnte. Ähnlich sieht dies Metehan Sen von der Investmentbank Sal. Oppenheim, die ebenfalls dem Emissionskonsortium angehörte.
Er empfiehlt die Aktien zum Kauf und nennt ein Kursziel von 32 Euro. Er erwarte für die Aktie eine Dividendenrendite von 5 Prozent im Jahre 2005, sagte Sen. Damit sei sie nach unten gut abgesichert. Die Postbank hüllt sich bezüglich ihrer Pläne für die Höhe der Dividende bislang offiziell noch in Schweigen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |