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Börse Fusionswelle schwappt über Wall Street

16.12.2004 ·  Vor dem Hintergrund gestiegener Börsenkurse dominierten in den vergangenen Wochen Fusionen in zweistelliger Milliardenhöhe das Geschehen.

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An den amerikanischen Aktienmärkten häuft sich die Zahl und das Volumen großer Unternehmenszusammenschlüsse. Vor dem Hintergrund gestiegener Börsenkurse dominierten in den vergangenen Wochen Fusionen in zweistelliger Milliardenhöhe das Geschehen. Erst am Mittwoch gaben die beiden Mobilfunkanbieter Sprint und Nextel ihren geplanten Zusammenschluß im Wert von 35 Milliarden Dollar bekannt.

An der Wall Street wird bereits damit gerechnet, daß sich dieser Trend fortsetzen könnte. „Es gibt Spekulationen, daß 2005 ein großartiges Jahr für Fusionen und Übernahmen werden wird, weil Unternehmen versuchen zu wachsen und die Gewinnmargen schrumpfen“, sagte John Forelli, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Independence Investment.

Weltweit Fusionen im Wert von 80 Milliarden Dollar

Den Auftakt machte die Warenhauskette Kmart im November mit der angekündigten Übernahme des Konkurrenten Sears für 11 Milliarden Dollar. In der vergangenen Woche machte das Übernahmeinteresse des Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson am Medizingerätehersteller Guidant für 24 Milliarden Dollar Schlagzeilen. Dazu kamen die bereits damals bekanntgewordenen Gespräche zwischen Sprint und Nextel, der Nummer drei und vier des amerikanischen Mobilfunkmarktes. Möglicherweise zeichnet sich dort auch ein Übernahmegefecht ab. Der Telekommunikationskonzern Verizon soll eine Übernahme von Sprint prüfen.

Anfang dieser Woche gab dann der Softwarekonzern Peoplesoft den Übernahmeofferten des größeren Konkurrenten Oracle nach. Der Kaufpreis: 10,3 Milliarden Dollar in bar. Am Dienstag folgte die nächste Meldung über eine angestrebte Fusion in der Softwarebranche. So will das auf Sicherheitssoftware spezialisierte Unternehmen Symantec offenbar den Konkurrenten Veritas für 13 Milliarden Dollar übernehmen.

Bis zum Anfang der Woche sind nach Angaben des Informationsdienstes Thomson Financial im Dezember weltweit bereits Fusionen im Wert von 80 Milliarden Dollar bekanntgegeben worden. Im gesamten Dezember des Vorjahres waren es 97 Milliarden Dollar gewesen. Insgesamt ist das Volumen der Fusionen in diesem Jahr kräftig gestiegen (siehe Grafik).

Strategische Überlegungen spielen einen Rolle

Getrieben scheint diese Fusionswelle von einem größeren Vertrauen der Unternehmensvorstände in die konjunkturelle Entwicklung. So begründete Oracle-Vorstandschef Larry Ellison den Zeitpunkt der Übernahme von Peoplesoft mit einer Erholung der Konjunktur und zunehmenden Investitionen von Firmenkunden. Die gestiegenen Aktienkurse geben Unternehmen neben Zuversicht auch eine höhere Akquisitionswährung für Übernahmen per Aktientausch. Zudem haben viele Konzerne Barmittel angehäuft, die sie als Kaufwährung nutzen.

Auch strategische Überlegungen spielen einen Rolle. So ist gerade in der Technologie- und Telekommunikationsbranche nach Ansicht von Fachleuten seit langem eine Konsolidierung überfällig. Die Börse reagierte auf die Fusionsmeldungen insgesamt positiv. Insbesondere die Kurse von Investmentbanken, die Unternehmen bei diesen Transaktionen beraten, profitierten von den Ankündigungen.

Quelle: nks. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.12.2004, Nr. 294 / Seite 21
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