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Trumps Finanzpolitik : „Amerikanische Bankaktien sind billig“

Trumps lockere Finanzpolitik könnte den Börsenkursen frischen Wind verleihen. Bild: dpa

Auf die anfängliche Euphorie der Märkte um Donald Trumps Wahlsieg folgt nun Ernüchterung. Doch einige Experten glauben weiterhin an den amerikanischen Präsidenten und dessen lockere Finanzpolitik.

          An den internationalen Finanzmärkten hat sich in den vergangenen Monaten Ernüchterung über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump ausgebreitet. Doch William C. Cook von der amerikanischen Fondsgesellschaft The Boston Company zweifelt nicht. „Die neue Administration steht für eine Politik, die gut für das Wirtschaftswachstum und die Wirtschaft ist“, sagte Cook auf einer Veranstaltung der amerikanischen Großbank BNY Mellon in Frankfurt. Dass sich Trump mit den im Wahlkampf angekündigten wirtschafts- und finanzpolitischen Projekten nicht übereilt, stört Cook nicht: „Dramatische Änderungen brauchen nun einmal Zeit.“ Die Vereinigten Staaten hätten rund zehn Jahre lang in einer Art säkularer Stagnation gelebt, aber dies sei nun vorbei. Wichtig ist für Cook als Anlagestrategen die Überzeugung, dass die Börse die Bedeutung der Politik Trumps noch nicht erkannt hat.

          Gerald Braunberger

          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Traditionell sind die Anlagestrategen von The Boston Company von einem anderen Amerikaner stark beeindruckt. „Warren Buffett ist unser Held“, versichert Cook. Buffetts Idee, Aktien von als unterbewertet erkannten Unternehmen zu kaufen und lange zu halten, gehört auch zu den Überzeugungen Cooks, der aber, anders als Buffett, speziell auf dividendenstarke Werte setzt. Und dies führt ihn, zusammen mit dem Vertrauen auf eine gedeihliche Politik Trumps, zu einer sehr günstigen Einschätzung amerikanischer Bankaktien. Denn sowohl eine Reform der Unternehmensteuer als auch eine Rücknahme von Regulierungen werde den amerikanischen Banken zugutekommen, sagt Cook. „Großartige Geschäfte zu einem fairen Preis“, lautet sein Urteil über die Banken und ihre Aktien.

          Vertrauen in den Konjunkturaufschwung

          Cooks positive Einschätzung der Aktien wird von seinem Vertrauen in eine Fortsetzung des nun fast zehn Jahre währenden Konjunkturaufschwungs getragen. „Wir haben jetzt zwar seit fast hundert Monaten Wirtschaftswachstum, aber wir sollten uns daran erinnern, dass ein Konjunkturaufschwung nach aller Erfahrung nicht an Altersschwäche stirbt. Er wird üblicherweise umgebracht“, sagte der Amerikaner. Früher wurde ein Aufschwung häufig durch eine Verschärfung der Geldpolitik beendet, aber daran glaubt Cook dieses Mal nicht. „Die Geldpolitik ist auch nach den Leitzinserhöhungen der Fed immer noch sehr locker. Ich sehe nicht, dass die Geldpolitik eine Rezession auslöst“, bemerkte Cook. „Die Anleger gehen jedenfalls davon aus, dass die Zinsen niedrig bleiben werden.“

          Gelegentlich beendete in der Vergangenheit ein stark steigender Ölpreis eine gut laufende Konjunktur, aber diese Gefahr sieht Cook dieses Mal auch nicht: „Der Preis wird moderat bleiben, zumal die Vereinigten Staaten jetzt der Schlüsselproduzent sind. Sollte es zu Preiserhöhungen kommen, würde die Förderung in Amerika steigen.“ In der vergangenen Finanzkrise hatte eine sehr hohe private Verschuldung die Krise herbeigeführt, aber Cook sieht keine Wiederholung dieses Ereignisses voraus. „Die private Verschuldung in den Vereinigten Staaten ist nicht exzessiv hoch“, gibt er zu bedenken.

          Amerikas Banken sind solider als vor zehn Jahren

          Und vor allem seien die amerikanischen Banken heute ungleich solider als vor zehn Jahren – und regelmäßige Stresstests würden dazu führen, dass sie nicht wieder unerkannt gewaltige Risiken in ihren Büchern aufbauen könnten. Diese Tests belegten eine beeindruckende Krisenfestigkeit. „Die Banken haben heute die besten Bilanzen seit Jahrzehnten, und sie haben ihre Geschäftsmodelle verbessert, denn mit den Regulierungen haben sie sich gezwungen gesehen, ihre Ausgaben zu reduzieren“, freut sich Cook. „Die Zinsmargen befinden sich weit unter ihrem historischen Durchschnitt und sind dabei, sich zu verbessern.“

          Die Börse habe diese Entwicklungen bisher nicht angemessen zur Kenntnis genommen: „Gemessen an ihrem Buchwert, sind die Banken an der Börse heute so billig wie seit Jahrzehnten nicht mehr.“ Cook zeigt ein bis zum Jahre 1952 zurückreichendes Schaubild. Und tatsächlich: Gemessen an ihrem Buchwert, waren die amerikanischen Bankaktien in den vergangenen Jahrzehnten, von einem Einbruch im Jahre 2000 abgesehen, meist erheblich höher bewertet als in den vergangenen Monaten.

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