Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag mit leichten Verlusten eröffnet. Börsianer verwiesen auf negative Impulse von der Wall Street. Der Aktienindex Dax eröffnete zwar über 4.000 Punkten, verlor im frühen Handel aber 0,95 Prozent auf 4.006,14 Zähler. Der MDax fiel um 1,06 Prozent auf 4502,08 Punkte. Der TecDax verlor 1,08 Prozent auf 433,25 Zähler. In den Vereinigten Staaten hatten die amerikanische Aktienindizes am Montag nach frühen Gewinnen kurz vor Handelsschluss noch ins Minus gedreht.
Die Aktien der Commerzbank hielten sich mit minus 0,35 Prozent auf 2,845 Euro besser als der Gesamtmarkt. Die Bank rechnet in ihrer Mittelstandssparte im Jahr 2009 trotz der Wirtschaftskrise mit einem Gewinn. „Wir gehen von einem positiven Ergebnis aus“, sagte Firmenkundenvorstand Markus Beumer in einem Gespräch. Ein Händler zeigte sich in einer ersten Reaktion wenig beeindruckt von den Aussagen. „Ich sehe keine Überraschung in dem Interview“, sagte er.
Auch die Bilanz-Vorlage von Bilfinger Berger birgt nach Einschätzung von Experten kaum Überraschungs-Potential. Dank eines robusten Dienstleistungsgeschäfts und Verkaufserlösen kletterte der Überschuss auf 200 (Vorjahr: 134) Millionen Euro. Der Konzern hatte die Vorlage wegen einer Kommunikationspanne um zwei Tage vorgezogen. Die Aktien fielen im frühen Handel um 5,89 Prozent auf 25,41 Euro.
Die Meldung über eine strategische Zusammenarbeit von Tui und Air Berlin sorgte am Morgen für Aufsehen. Die Aktien von Tui verloren 3,18 Prozent auf 3,805 Euro, die im SDax notierten Air Berlin-Titel sprangen um 9,01 Prozent auf 3,75 Euro.
Die Aktien der SGL Group sackten um 5,86 Prozent auf 18,95 Euro und fielen damit ans MDax-Ende. Der Kohlenstoff-Spezialist erwartet einem Pressebericht zufolge für 2009 einen rückläufigen Umsatz. Da die Analysten für 2009 bereits mit einem Erlösrückgang rechnen, dürfte dies nicht überraschen, sagte ein Händler. Angesichts der Verluste verwies er auf Gewinnmitnahmen. Die seien nach dem deutlichen Kursanstieg vom Vortag und der für diesen Mittwoch geplanten Prognose für das laufende Jahr ohnehin zu erwarten gewesen. Tags zuvor waren die Titel um knapp 19 Prozent gestiegen, als bekannt wurde, dass Quandt-Erbin Susanne Klatten über ihre Beteiligungsgesellschaft SKion 7,92 Prozent der Anteile übernommen hatte.
Im TecDax schnellten die Papiere von Smartrac mit 9,50 Prozent auf 8,18 Euro an die Spitze. „Das Nettoergebnis blieb wegen eines hohen Zinsaufwands zwar etwas hinter den Erwartungen zurück“, sagte Jürgen Wagner, Analyst bei Sal. Oppenheim. „Das konnte aber durch die Zahlen für Umsatz, Ergebnis vor Zinsen,Steuern und Abschreibungen, sowie dem Cash Flow kompensiert werden“, ergänzte der Experte. Zudem sei Smartrac zuversichtlich, im laufenden Jahr organisch zu wachsen, da sie in einem attraktiven Markt tätig seien. Das habe er in der Form bislang von kaum einem anderen Unternehmen gehört, sagte Wagner.
Deutscher Rentenmarkt - eher in der Defensive
Der deutsche Anleihenmarkt befindet sich aufgrund des in den vergangenen Tagen an den Börsen aufgekommenen Wirtschaftsoptimismus und der zu erwartenden Angebotsschwemme zumindest kurzfristig in der Defensive. Der Chart des Bund-Futures zeigt, dass der Markt die Aufwärtsdynamik verloren hat. Die Preisentwicklung deutet eher auf Rückschläge als auf weitere Kursgewinne hin.
Der deutsche Anleihemarkt dürfte am Dienstag laut Experten knapp behauptet in den Handel gehen. Die amerikanische Rentenmärkte stünden schon unter dem Einfluss der am Mittwoch anstehenden Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Zwar sei der Zinssenkungsspielraum nahezu ausgeschöpft, doch viele Beobachter erwarten sich Hinweise der Fed auf unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen der Fed, so den Kauf von Staatsanleihen. Die HSH Nordbank erwartet, dass sich die Fed vorerst noch mit solchen Ankündigungen zurückhält und erst ab einem höheren Renditeniveau am langen Ende der Zinskurve reagiert. Der richtungweisende Euro-Bund-Future dürfte sich laut HSH Nordbank in einer Handelsspanne von 122,60 bis 123,70 Punkten bewegen.
Im frühen Handel liegt der Bund-Future mit einem Minus von 44 Stellen bei 122,76 Prozent.
Devisen: Eurokurs wieder unter 1,30 amerikanische Dollar gefallen
Der Kurs des Euro ist am Dienstag wieder unter die Marke 1,30 amerikanische Dollar gesunken. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,2987 amerikanische Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7700 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch zeitweise bei 1,3033 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,3042 (Freitag: 1,2905) Dollar festgesetzt. Der Devisenmarkt warte auf die im Vormittagshandel anstehenden ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland, sagten Händler. Nach der Erholung im Vormonat erwarten Beobachter im März wieder eine Eintrübung des Frühindikators. Schwache Konjunkturdaten seien allerdings bereits weitgehend in den Kursen enthalten, schreibt die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in einer Tagesvorschau. So hätten schwache Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten am Montag nicht zu einer gestiegenen Risikoaversion geführt.
Allgemeiner Optimismus lässt den Nikkei 3 Prozent steigen
Die Börsen zeigten sich am Dienstag in Japan fest. In Tokio gewann der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 3,18 Prozent auf 7.949 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 2,55 Prozent im Plus bei 760,6 Zählern. Die Finanzwerte konnten brillieren. Die Papiere der Sumitomo Mitsui Financial Group legten 7,6 Prozent zu. Die Aktien von Orix verbuchten einen Kursgewinn von 18 Prozent. Aber auch die Technolgiewerte zeigten sich stark. Die Papiere der Sumco Corporation, einem der größten Silikonwafer-Hersteller der Welt, legten 9,7 Prozent zu. Die Anleger hoffen auf stimulierende Maßnahmen der Regierung.
Aktien tendieren in Hongkong mittags freundlich
Die Börse in Hongkong setzt am Dienstag ihre nunmehr sechstägige Aufwärtsphase fort und präsentiert sich am Mittag (Ortszeit) freundlich. Der HSI legt nach Ende der ersten Sitzungshälfte 0,6 Prozent auf 13.051 Punkte zu. Beim 50-Tagedurchschnitt knapp unter 13.200 Zählern liege der nächste Widerstand, heißt aus dem Handel. Analysten sehen durchaus Möglichkeiten, dass die Bärenmarktrally ausgebaut werden kann. Impulse könnten kurzfristig durch die Bekanntgabe von Details zum amerikanische Rettungsplan für das Finanzsystem und aus China kommen, heißt es. In China könne die vorgeschriebene Mindestreserve reduziert werden, merkten Händler an. Wie der Gesamtmarkt auch ziehen HSBC den sechsten Tag in Folge an: Die Aktie gewinnt aktuell 3,6 Prozent auf 41,45 Hongkong-Dollar und profitiert von der verbesserten Stimmung im Finanzsektor. Damit sind die Titel für den Löwenanteil der Aufschläge beim Leitindex verantwortlich.
Aktien in Singapur tendieren mittags leichter - Kaufargumente fehlen
Die Börse in Singapur zeigt sich am Dienstagmittag (Ortszeit) mit leichterer Tendenz. Nach den Aufschlägen der vergangenen zwei Tage gebe es für Investoren am Berichtstag einfach keine Kaufargumente mehr, erläutern Händler das Stimmungsbild. Der STI büßt bis zur Mittagspause 0,7 Prozent auf 1.575 Punkte ein, nachdem der Leitindex am Vormittag zwischen 1.561 und 1.579 Zählern gependelt war. Bei 1.550 sei der Index unterstützt, sollte es weiter bergab gehen, so Händler. „Es ist in der aktuellen Lage nicht sicher, ob die jüngsten Kursgewinne ein Zeichen für das wiederkehrende Vertrauen der Investoren waren oder ob am Markt schlicht Leerpositionen geschlossen wurden“, sagt ein Analyst. Am Markt warte man nun auf die Ergebnisse der Offenmarktausschusssitzung der amerikanische Notenbank in dieser Woche. Zu den größten Verlierern gehören die Werte aus den Sektoren Immobilien und Banken. Belastet von der Sorge um eine weitere Verschlechterung der Auslastung sinken Singapore Airlines um 2,2 Prozent auf 9,92 Singapur-Dollar.
Nasdaq am Montag nachbörslich leicht freundlich
Die Kurse tendierten an der Nasdaq am Montag nachbörslich leicht freunldich. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator stieg um 4,78 Punkte auf 1.150,23 Zähler.
Die Aktien von Alcoa sind am Montagabend im nachbörslichen Geschäft unter massiven Abgabedruck geraten. Der Metallverhütter und Aluminiumproduzent hatte nach der Schlussglocke umfangreiche Kostensenkungen und eine Kürzung der Dividende angekündigt. Das Unternehmen senkt die Dividende um 82 Prozent und plant Einsparungen im Gesamtvolumen von über 2,4 Milliarden Dollar jährlich bis 2010, um den Folgen der einbrechenden Nachfrage zu begegnen. Im ersten Quartal rechnet der Konzern zudem mit einem Verlust. Die Aktie gab um 10,9 Prozent auf 5,45 Dollar ein, nachdem sie zwischenzeitlich bis auf 5,31 Dollar gefallen war.
Wall Street gibt Gewinne wieder ab und schließt knapp behauptet
Die amerikanischen Aktien haben am Montag ihre zwischenzeitlichen Gewinne wieder eingebüßt und knapp behauptet geschlossen. Der Dow-Jones-Index (DJIA) verlor 0,1 Prozent oder 7 Punkte auf 7.217, nachdem er im Verlauf bis auf 7.393 gestiegen war. Für den S&P-500 ging es um 0,4 Prozent oder 3 Punkte auf 754 nach unten und für den Nasdaq Composite um 1,9 Prozent oder 27 Punkte auf 1.404. Das Handelsvolumen an der New York Stock Exchange lag bei 1,90 (Freitag: 1,61) Milliarden Aktien. Auf 1.711 Kursgewinner kamen 1.280 -verlierer. 84 Titel schlossen unverändert. Die Notierungen hätten den Rückwärtsgang eingelegt nachdem amerikanische Präsident Barack Obama sich gegen die Bonuszahlungen an führende AIG-Mitarbeiter gewendet hat, hieß es. Obama erklärte, er habe Finanzminister Timothy Geithner gebeten, den aus den Rettungsbeihilfen resultierenden Einfluss bei AIG geltend zu machen und jeglichen rechtlichen Weg zu gehen, „um diese Bonus-Zahlungen zu blockieren“. Der angeschlagene Versicherer AIG will Führungskräften Boni in Höhe von insgesamt etwa 165 Millionen Dollar zahlen. Anleger hätten die Nachricht als Anlass für Gewinnmitnahmen genommen, war zu hören. Die am Montag veröffentlichten Konjunkturdaten zeigten, dass Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung in den Vereinigten Staaten im Februar schneller gefallen waren erwartet. Der Empire State Manufacturing Index ist im März entgegen den Erwartungen nicht gestiegen, sondern hat ein neues Rekordtief markierte. Ausländische Anleger haben außerdem im Januar verstärkt amerikanische Wertpapiere verkauft. Finanzwerte gaben ihre zwischenzeitlichen Gewinne teilweise wieder ab. Die Titel hatten zunächst haussiert, nachdem die britische Großbank Barclays angegeben hatte, dass ihr Geschäft sich weiterhin gut entwickele. Citigroup schlossen 30,9 Prozent höher bei 2,33 Dollar und Bank of America gewannen 7,3 Prozent auf 6,59 Dollar. J.P. Morgan Chase beendeten die Sitzung dagegen 2,8 Prozent tiefer bei 23,09 Dollar. Die Aktien von General Motors verloren 7,4 Prozent auf 2,52 Dollar und waren damit das Schlusslicht im DJIA. Der Automobilhersteller hatte gewarnt, dass die Verkäufe im März dem schwachen Trend im Januar und Februar folgten.
Amerikanische Anleihen im späten Handel schwächer
Optimistische Aussagen des amerikanischen Notenbank-Chairmans Ben Bernanke zur Konjunkturerwartung haben die amerikanische Anleihen am Montag im späten Handel schwächer notieren lassen. Händler sagten, dass Anleger von Anleihen in Aktien umgeschichtet hätten. Zehnjährige Treasuries mit einem Kupon von 2,750 Prozent fielen um 17/32 auf 98-9/32 und rentierten mit 2,955 Prozent, nach 2,892 Prozent am Freitag. Die mit 3,500 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe verlor 1-15/32 auf 95 12/32 und rentierte mit 3,759 Prozent, nach 3,674 Prozent. Bernanke hatte am Sonntag in einem Fernsehinterview gesagt, dass die Rezession in den Vereinigten Staaten vermutlich noch im laufenden Jahr enden wird. Die Verluste bei den Festverzinslichen wurden auch mit schwindenden Hoffnungen auf Anleihekäufe durch die amerikanische Notenbank erklärt. Nachdem die Finanzminister und Notenbankgouverneure der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20) am Wochenende die Stabilisierung des Bankensystems in den Vordergrund gestellt haben sei die Hoffnung gesunken, dass die Federal Reserve Staatsanleihen kauft und so für zusätzliche Nachfrage sorgt, hieß es. Ein Anleihehändler von BNP Paribas äußerte die Erwartung, dass die Federal Reserve sich weiterhin auf den Kreditbereich konzentrieren wird. Die am Montag veröffentlichten amerikanische Konjunkturdaten hätten am Anleihemarkt wenig Beachtung erhalten, war zu hören. Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung sind im Februar schneller gefallen als erwartet, der Empire State Manufacturing Index ist im März entgegen den Erwartungen nicht gestiegen, sondern er hat ein neues Rekordtief markierte. Ausländische Anleger haben außerdem im Januar verstärkt amerikanische Wertpapiere verkauft.
Lateinamerikanische Börsen im Minus
Die größeren Lateinamerikanischen Börsen haben die Handelswoche am Montag mit Verlusten begonnen. Der Bovespa-Index im brasilianischen São Paulo gab um 408,17 Zähler (1,05 Prozent) auf 38 607,20 Punkte nach. In Buenos Aires sank der argentinische Merval-Index um 9,54 Zähler (0,91 Prozent) auf 1033,79 Punkte. Der Aktien-Index IPC in Mexiko-Stadt blieb aufgrund eines Feiertages geschlossen.
Ölpreise nach starken Vortagesgewinnen leicht gefallen
Die Ölpreise sind am Dienstag nach starken Vortagesgewinnen im asiatischen Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April fiel auf 47,70 amerikanische Dollar - das sind 35 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai sank um 66 Cent auf 45,80 Dollar. Händler sprachen von einer Reaktion auf die starken Kursgewinne am Vortag. Zudem hätten Meldungen über eine hohe Zahl von nicht zurückgezahlten Kreditkartenkrediten in den Vereinigten Staaten die Hoffnungen auf eine Erholung der amerikanische Wirtschaft gedämpft. Die Vereinigten Staaten sind weltweit der größte Rohölverbraucher.
