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Blick auf die Märkte Dax mit Gewinnen

06.04.2009 ·  Nach freundlichen Vorgaben aus Japan ist der Dax am Montag mit Kursgewinnen in die Karwoche gestartet. Gefragt waren Finanzwerte, die noch vom Anstieg der Aktienkurse der amerikanischen Konkurrenten am Freitag profitierten. Der Nikkei-Index gewann 1,2 Prozent auf ein Dreimonatshoch.

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Der Dax hat am Montag an die Gewinne der Vorwoche angeknüpft und ist mit Aufschlägen in die neue, verkürzte Osterwoche gestartet. Der Leitindex gewann 1,10 Prozent auf 4.433,15 Punkte, nachdem er in der vergangenen Woche mehr als 4 Prozent zugelegt hatte. Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 2,36 Prozent auf 4.987,11 Punkte, der Technologiewerte-Index TecDax gewann 2,70 Prozent auf 514,71 Zähler.

„Sowohl die freundliche Entwicklung in Asien trotz des Raketentests von Nordkorea als auch die geknackte Marke von 8.000 Punkten im Dow Jones sorgen in Europa für gute Stimmung“, sagte Händler Matt Buckland von CMC Markets. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index gestärkt. In den Vereinigten Staaten sind die Börsen am Freitag ebenfalls fester aus dem Handel gegangen und der Future auf den Dow Jones Industrial konnte seit dem Xetra-Schluss am Freitag zulegen. Die Agenda ist unterdessen dünn - am Vormittag stehen einige Daten aus der Eurozone an.

Auf Unternehmensseite machte im Leitindex Dax unter anderem die Commerzbank von sich reden. Mit plus 5,24 Prozent auf 4,620 Euro setzten sie sich im frühen Handel an die Index-Spitze. An den staatlichen Finanzspritzen für das Kreditinstitut entzündet sich ein offener Streit zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission. Im Kern wirft Berlin Brüssel vor, dass man einerseits zwar in der aktuellen Finanzkrise die Geldinstitute vor dem Kollaps bewahren will, sich andererseits aber bei der Prüfung von Hilfen im Einzelfall so viel Zeit lasse, dass das betroffene Institut am Ende doch in Gefahr gerät. Einem Händler zufolge ist die Nachricht jedoch nicht neu. Die Kommission sei nicht davon überzeugt, dass durch die staatliche Hilfe ein fairer Wettbewerber gewährleistet ist.

Volkswagen verbilligten sich um 1,41 Prozent auf 233,08 Euro und waren damit einer der schwächsten Werte. Ein Börsianer verwies auf einen Medienbericht, wonach Volkswagen und Porsche einen Tausch von Vermögenswerten planen. Dadurch soll es Porsche ermöglicht werden, den Anteil an den Wolfsburgern wie geplant auf 75 Prozent zu erhöhen, ohne die Verschuldung weiter zu heben. „Die Tatsache, dass Porsche entweder nicht bereit, oder aber nicht in der Lage ist, seinen Anteil bei dem aktuellen Kursniveau anzuheben, lastete ein wenig auf den VW-Titeln“, sagte der Börsianer. Gleichzeitig limitiere dies den möglichen Ausgleich für VW-Vorzugsaktien , erklärte der Händler weiter.

Deutsche Anleihen schwächer

Die Kurse deutscher Anleihen sind am Montag etwas schwächer in den Handel gegangen. Der für den Anleihemarkt richtungsweisende Euro-Bund-Future sank um 0,29 Prozent auf 121,93 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen lag bei 3,248 Prozent.

Die freundlich erwarteten Aktienmärkte lasteten auf den Anleihen, sagten Händler. Die Risikoneigung sei wieder an die Märkte zurückgekehrt und Festverzinsliche nicht mehr so gefragt. Trotz des schwachen US-Arbeitsmarktberichts vom Freitag gibt es nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) Hoffnung auf eine konjunkturelle Stabilisierung. Dafür sorgten die leicht gestiegenen Frühindikatoren wie auch die von den Finanzmärkten positiv aufgenommenen Ergebnisse des G20-Treffens in London. Marktbewegende Konjunkturdaten werden im weiteren Handelsverlauf nicht erwartet.

Eurokurs deutlich gestiegen

Der Kurs des Euro ist am Montag im frühen Handel deutlich gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3562 US-Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7372 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,3425 (Donnerstag: 1,3392) Dollar festgesetzt. Hoffnungen auf eine konjunkturelle Stabilisierung stützten den Euro, sagten Händler. Auch die freundlich erwartete Eröffnung an den Aktienmärkten stütze die Gemeinschaftswährung.

Fernost-Börsen zu Wochenbeginn uneinheitlich

Die Börsen in Fernost sind uneinheitlich in die neue Handelswoche gestartet. Die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Weltwirtschaft sorgte an den meisten Aktienmärkten Asiens für Gewinne. Der schwächere Yen half in Tokio Exportwerten. Dagegen wurde die Nachricht von einem neuen Konjunkturpaket der Regierung verhalten aufgenommen, der Topix-Index drehte daraufhin sogar ins Minus.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gewann 1,2 Prozent auf ein Dreimonatshoch von 8857 Punkten. Der breiter gefasste Topix schloss indes 0,1 Prozent im Minus bei 830 Zählern. Die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur notierten fester. Der chinesische Leitindex verzeichnete indes Verluste.

Die Regierung in Tokio plant Finanzminister Kaoru Yosano zufolge, der Wirtschaft mit Maßnahmen im Umfang von zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes unter die Arme zu greifen. Das Paket solle am 10. April vorgestellt werden. Am Freitag hatte die Wirtschaftszeitung „Nikkei“ nach Börsenschluss berichtet, die Regierung in Tokio wolle den Kauf von umweltfreundlichen Autos mit bis zu 2200 Euro fördern. Ob
diese Subventionen Teil des neuen Konjunkturpakets sind, blieb zunächst unklar. Die Anteilscheine von Toyota, Hersteller des Hybridautos Prius, gewannen ein Prozent, die Aktien von Mitsubishi 2,9 Prozent. Die Anteilsscheine von Honda gaben dagegen um 1,3 Prozent nach.

Vom schwächeren Yen profitierten vor allem Exportwerte wie der Elektronikgigant Sony, dessen Aktien um ein Prozent stiegen. Die Aktien des Chipherstellers Elpida Memory gaben dagegen um über zehn Prozent nach. „Nikkei“ zufolge hat der Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr vermutlich einen Rekordverlust von umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro eingefahren.

Geringen Einfluss auf den Handel hatte in Asien der Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete. Die Rakete war am Sonntag über Japan hinweggeflogen. Das abgeschottete Nordkorea hatte mit seinem Schritt weltweit Proteste ausgelöst.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise sind am Montag im asiatischen Handel gestiegen. Der Preis für ein Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Mai rückte auf 53,37 US-Dollar vor, das sind 86 Cent mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Mai kletterte um 53 Cent auf 54,00 Dollar. Die Hoffung, dass das Schlimmste für die US-Wirtschaft vorbei sei, habe den Ölmarkt gestützt, sagten Händler. Auch die deutlichen Kursgewinne an den asiatischen Aktienmärkten habe zu einer Verbesserung der Stimmung beigetragen.

Aktien in Hongkong am Mittag sehr fest

Mit deutlichen Aufschlägen zeigen sich die Aktienkurse am Montagmittag (Ortszeit) an der Börse in Hongkong. Der HSI gewinnt nach der ersten Sitzungshälfte 3,4 Prozent und notiert auf dem Drei-Monats-Hoch von 15.040 Punkten. Die Kurse folgen damit der Tendenz in der gesamten asiatischen Region. Händler verweisen jedoch auf zurückgehendes Kaufmomentum. Die Umsätze liegen mit 36,94 Milliarden Hongkong-Dollar unter denen vom vergangenen Donnerstag und Freitag.

Das Tageshoch von 15.147 Punkten könne kurzfristig zum Widerstand werden. Aus fundamentaler Sicht „hat es vom makroökonomischen Standpunkt aus gesehen trotz der Aktienrally keine Änderungen gegeben“, kommentiert Celestial Securities. Die Analysten halten kurzfristig eine Korrektur wegen Gewinnmitnahmen für wahrscheinlich.

Gesucht sind vor allem Nachzügler wie etwa Immobilientitel: New World Development haussieren um 9 Prozent auf 9,59 Hongkong-Dollar, Wharf um 8,2 Prozent auf 23,05 Hongkong-Dollar und Sino Lund um 5,8 Prozent auf 9,67 Hongkong-Dollar. Li & Fung fallen dagegen nach Gewinnmitnahmen um 3,9 Prozent auf 19,80 Hongkong-Dollar.

Wall Street schließt freundlich

Trotz alarmierender, gleichwohl nicht überraschender Arbeitsmarktdaten sind die amerikanischen Aktienkurse am Freitag leicht gestiegen. Die Anleger setzten offenbar unbeirrt auf eine konjunkturelle Erholung, wohl hoffend, dass die Kombination aus Stützungsgeldern vom Internationalen Währungsfond (IWF), weltweiter Konjunkturprogramme und Bankenstabilisierungspläne letztlich Wachstum generieren werde.

Der Aufwärtstrend an der Wall Street dürfte sich auch in der dieser kurzen Börsenwoche fortsetzen - vorausgesetzt der neu entdeckte Konjunkturoptimismus der Börsianer erhält keine herben Dämpfer. Neben Konjunkturdaten wird dabei vor allem der inoffizielle Auftakt der Berichtssaison mit Konzernen wie Alcoa im Fokus der Anleger stehen. Die Börsianer werden zudem erneut jeden Schritt der Regierung genau unter die Lupe nehmen, um mehr über Präsident Barack Obamas Pläne zur Stabilisierung des Finanzsystems und zum Ankurbeln der in einer Rezession steckenden Wirtschaft zu erfahren. „Wir haben noch ein wenig Luft nach oben“, sagte William Stone, Chef-Investmentstratege bei PNC Wealth Management. „Wir sind offensichtlich im März und bis in den April hinein therapiert worden und haben einige negative Zahlen mit einem Achselzucken hingenommen. Die Therapie war: Die Erwartungen an die Wirtschaft wurden soweit zurückgeschraubt, dass wir einige Zahlen - auch wenn diese schlecht waren - als besser als erwartet betrachteten.“ Einige Analysten rechnen damit, dass die Talsohle der amerikanischen Wirtschaft erreicht ist.

So wurden zum Wochenausklang auch Sorgen um den Arbeitsmarkt vom Tisch gewischt. Nach Daten vom Freitag hat sich der amerikanischen Jobabbau überraschend stark beschleunigt. Im März fielen 663.000 Jobs weg. Dennoch kletterte der Dow an dem Tag getrieben von Research in Motion-Zahlen das erste Mal seit Anfang Februar über die 8000er Marke.

Alles drehe sich darum, wie es weitergehe mit der Wirtschaft, sagte John Praveen, Chef-Investmentstratege bei Prudential International Investments. In den vergangenen Wochen seien einige Lichtblicke bei den Makro-Daten dabei gewesen. Der Markt warte nun auf weitere Zahlen, um zu sehen, ob sie sich weiter verbesserten. Aufklärung liefern unter anderem am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und Zahlen zum Außenhandel für Februar. Am Karfreitag bleiben die Börsen dann geschlossen.

Von großem Interesse wird auch der inoffizielle Start der Berichtssaison sein. Nach Thomson Reuters-Daten werden die Ergebnisse des ersten Quartals um 36,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum einbrechen. Erste Klarheit werden die Marktteilnehmer gleich am Dienstag bekommen, wenn der Aluminium-Riese Alcoa seine Zahlen vorlegt. Analysten gehen davon aus, dass der Konzern wegen des Preisverfalls beim Aluminium seinen zweiten Quartalsverlust in Folge einräumen muss.

Im Blickpunkt der Börsianer steht nach Ansicht vieler Experten vor allem eins: „Wie ist der Ausblick der Unternehmen für den Rest des Jahres? Wie wir alle wissen sie es nicht. Alles, was sie eigentlich tun können, ist, die gegenwärtige Lage zu projizieren, und die ist eindeutig negativ“, sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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TecDAX 752,47 +0,08%
MDAX 10.196,40 −0,34%
SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
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