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Blick auf den Finanzmarkt Leichte Erholung von den Vortagsverlusten

 ·  Dank optimistisch interpretierter Vorgaben erholt sich der Aktienmarkt etwas von seinen Vortagsverlusten. Angesichts eines leeren Terminkalenders rechnen Börsianer mit anhaltend ruhigem Handel, wobei insbesondere der Optionsverfall an der Terminbörse für leichte Impulse sorgen könnte.

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Dank optimistisch interpretierter Vorgaben erholt sich der Aktienmarkt etwas von seinen Vortagsverlusten. Der Dax stieg in den ersten Minuten um 0,38 Prozent auf 5724 Zähler. Beim MDax stand ein Plus von 0,52 Prozent auf 7243 Zähler und der TecDax rückte um 0,63 Prozent auf 765 Punkte vor.

Aktien der Deutschen Bank verloren als Dax-Schlusslicht 1,30 Prozent auf 49,770 Euro. Händler verwiesen auf Medienberichte als Belastungsfaktor, denen zufolge die Ratingagentur Moody's wegen gewisser Schwächen des Kreditprofils der führenden deutschen Bank eine Senkung ihres derzeitigen Langfristratings „Aa1“ prüft. Auch die Bewertung „B“ für die Finanzstärke des Unternehmens steht demnach zur Disposition. „Das verheißt heute morgen nichts Gutes für die Aktie und dürfte einmal mehr Spekulationen über eine Kapitalerhöhung heraufbeschwören“, mutmaßte ein Händler.

Papiere der Merck KGaA büßten als einer den wenigen anderen Verlierer 0,45 Prozent auf 63,75 Euro ein. Wie der Pharmakonzern bereits am Vortag während des späten Xetra-Handels mitgeteilt hatte, gab es für das Krebsmittel Erbitux einen erneuten Rückschlag. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA (European Medicines Agency) habe sich gegen den Einsatz des Medikaments bei einer bestimmten Form von Lungenkrebs ausgesprochen. Als neuen Belastungsfaktor sehen die Händler die Reaktion der Citigroup, die die Aktien von „Buy“ auf „Hold“ herunterstufte und das Kursziel von 75 auf 70 Euro zurücknahm. Die Entscheidung der EMEA sei eine negative Überraschung, so Analyst Mark Dainty.

Anteilsscheine der Deutschen Telekom legten um marktkonforme 0,52 Prozent auf 9,600 Euro zu. Händler verwiesen auf einen Bericht, in dem es unter Berufung auf Konzernkreise heißt, das Telekommunikationsunternehmen suche einen Partner für seine Sparte T-Mobile US, um sich die hohen Ausgaben für den Ausbau seines Mobilfunknetzes in den Vereinigten Staaten zu teilen. Geprüft werden demnach Netz-Kooperationen mit Billiganbietern wie Metro PCS oder Clearwire, aber auch eine Kooperation mit Konkurrent AT&T oder die Beteiligung eines Finanzinvestors. Ein Börsianer wollte dem Bericht allerdings kaum Einfluss auf die Aktie zugestehen. „Die Geschichte ist nicht wirklich neu und eine Kooperation mit AT&T könnte zu kartellrechtliche Problemen führen“, so sein Fazit.

Im MDax gewannen Papiere des Bezahlsenders Sky Deutschland als Spitzenreiter 3,46 Prozent auf 2,69 Euro, was Händler als reine Kurserholung interpretierten. James Murdoch, zuständiger Chef für die Europa- und Asiengeschäfte des Großaktionärs News Corp., sagte in einem Interview, der Medienkonzern plane derzeit nicht, seinen Anteil an Sky Deutschland zu erhöhen. Damit würden frühere Aussagen letztendlich nur bestätigt, sagte ein Börsianer.

Bei den Technologiewerten konnten Qiagen-Aktien um unterdurchschnittliche 0,20 Prozent auf 14,93 Euro zulegen. Wie am Donnerstagabend nach Handelsschluss bekannt geworden war, hat sich die Riesner Verwaltungs GmbH von Qiagen-Mitgründer Detlev Riesner zwischen dem 16. und 19. November von Aktien des Biotechunternehmens im Wert von mehr als drei Millionen Euro getrennt. „Es ist nie ein gutes Zeichen, wenn ein Unternehmens-Insider eine so große Menge Aktien verkauft“, sagte ein Börsianer. Allerdings sei der Kurseinfluss begrenzt.

Deutsche Anleihen: Nahezu unverändert zu Handelsbeginn

Die deutschen Staatsanleihen sind am Freitag kaum verändert in den Handel gegangen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Morgen nur geringfügig um 0,01 Prozent auf 122,47 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 3,262 Prozent. Experten rechnen auch im weiteren Handelsverlauf nicht mit signifikanten Bewegungen. Fundamentale Impulse seien mangels Konjunkturdaten kaum zu erwarten, hieß es bei der HSH Nordbank. Für Bewegung könnten indes Reden von EZB-Chef Jean-Claude Trichet und Bundesbank-Präsident Axel Weber sorgen. Den Euro-Bund-Future sieht die Landesbank in einer Spanne von 122,00 bis 122,70 Punkten.

Euro wieder über 1,49 Dollar

Der Euro notiert beim Übergang in den europäischen Handel am Freitagmorgen wieder über der Marke von 1,49 Dollar. Ursächlich für die Erholung sind die sich stabilisierenden asiatischen Börsen, nachdem sich Wall Street im späten Verlauf deutlich von den Tagestiefs lösen konnte, wie es heißt. Der Markt schwanke weiter zwischen neuen Konjunktursorgen, was den Dollar stütze, und der Rückkehr der Risikobereitschaft, was positiv für die Einheitswährung sei, heißt es im Handel. Die Handelsspanne in dem Handelspaar habe sich zuletzt auf 1,48 Dollar bis 1,50 Dollar ausgeweitet. Ein Ausbruch zeichne sich kurzfristig nicht ab, auch angesichts der Tatsache, dass am Berichtstag keine wichtigen Konjunkturdaten zur Veröffentlichung anstehen. Die Entscheidung der Bank of Japan den Leitzins bei 0,1 Prozent zu belassen, hat derweil keine Akzente setzen können, da so auch erwartet. Trotz erster Anzeichen für eine Erholung der Wirtschaft setzt die Notenbank damit ihre extrem expansive Geldpolitik fort, da nach jüngsten Daten ein Wiederaufleben der Deflation droht. Technische Analysten sehen den Euro in einer großen Konsolidierungs-Formation zum Dollar. Sollte ein Ausbruch über 1,5040 Dollar erfolgen, dürfte sich eine massive Verschiebung der langfristigen Währungsrelation bis in den Bereich um 1,60 Dollar ergeben. Die Feinunze Gold notiert am Morgen bei 1.145,05 Dollar nach einem Londoner Nachmittagsfixing mit 1.135,50 Dollar.

Chip-Werte ziehen japanische Aktien ins Minus

Die Börsen in Fernost haben zum Wochenausklang überwiegend schwächer notiert. In Tokio zogen Chip-Werte den Markt ins Minus. Damit folgten sie am Freitag den Vorgaben aus den Vereinigten Staaten , wo Analysten ihre Prognose für den Halbleitersektor gesenkt hatten. Eine positive Entwicklung bei Bankwerten begrenzte jedoch die Verluste. Der 225 Werte umfassende japanische Nikkei-Index schloss 0,5 Prozent tiefer bei 9497 Punkten. Für die gesamte Handelswoche ergibt sich damit ein Minus von 2,8 Prozent. Das ist erstmals seit mehr als einem Jahr der vierte Wochenverlust in Folge. Der breiter gefasste Topix-Index gewann am Freitag um 0,1 Prozent auf 838 Punkte. Zu den Verlierern in Tokio gehörte Advantest mit einem Minus von 2,9 Prozent. Auch Sony-Aktien verloren mit 2,4 Prozent deutlich. Investoren zeigten sich von der neuen Strategie des Unternehmens nicht überzeugt.

Aktien Seoul in schließen kaum verändert - Chipwerte etwas leichter

Der Aktienmarkt in Seoul hat am Freitag den negativen Vorgaben aus den Vereinigten Staaten und Asien getrotzt und kaum verändert geschlossen. Der Kospi schloss wie am Vortag bei 1.621 Punkten. Anfängliche Kursverluste wurden zum Kauf genutzt, wie Händler berichteten. Programmkäufe hätten den Markt ebenso gestützt wie das Engagement ausländischer Investoren, hieß es. Außerdem hätten koreanische Aktien einen Rückstand zu den amerikanische Märkten aufzuholen. Von diesem Nachholbedarf profitierten auch die Chipwerte. Zwar litt der Sektor unter den enttäuschenden Quartalszahlen von Dell, einer kritischen Branchenstudie der Bank of America-Merrill Lynch und der schwachen Book-to-Bill-Ratio der nordamerikanischen Chipbranche. Die Kursverluste des Sektors fielen in Seoul aufgrund von Programmkäufen aber deutlich geringer aus als an anderen Börsen. Samsung Electronics verloren 0,5 Prozent auf 755.000 Won und Hynix Semiconductor 0,5 Prozent auf 19.150 Won. LG Electronics gewannen 2,9 Prozent auf 108.000 Won. Im Kurs der Aktie seien Bedenken mit Blick auf die Ertragslage des Unternehmens schon eingepreist, sagte ein Analyst. Korea Exchange Bank schlossen unverändert bei 14.650 Won. Die Titel waren den größten Teil der Sitzung besser gelaufen als der Sektor. Hintergrund war ein Medienbericht, wonach die KDB eine Beteiligung an der Korea Exchange Bank kaufen möchte.

Aktien in China tendieren im Verlauf etwas leichter

Die chinesischen Aktienmärkte leiden am Freitag unter neuerlichen Ängsten vor höheren Zinsen. Der Shanghai-Composite-Index fällt bis zum Mittag (Ortszeit) um 0,4 Prozent auf 3.306 Punkte. In Hongkong verliert der Hang-Seng-Index bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte 0,5 Prozent auf 22.522 Punkte. Wu Xiaoling, ehemaliger Vizegouverneur der chinesischen Notenbank (PBOC), hatte gesagt, dass China im kommenden Jahr die Mindestreserveanforderungen für die Banken anpassen könnte. Unter den Banken fallen ICBC in Schanghai um 1,3 Prozent und Bank of China um 0,5 Prozent. Aktien von Stromversorgern profitieren unterdessen von Preiserhöhungen. Huadian Power International steigen um 2,1 Prozent und Datang Power um 2,5 Prozent.

Ölpreise leicht erholt von Vortagsverlusten

Die Ölpreise haben sich am Freitag leicht von ihren kräftigen Vortagesverlusten erholt. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Dezember kostete im frühen Handel 77,87 amerikanische Dollar. Das waren 41 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zu Januar-Auslieferung stieg um 43 Cent auf 78,07 Dollar. Am Donnerstag waren die Ölpreise wegen schwacher Aktienmärkte und eines festeren Dollar deutlich unter Druck geraten. Im Tagesverlauf gaben sie in der Spitze um rund drei Dollar nach. Auch am Freitag dürften wieder die Aktien- und Devisenmärkte die Richtung vorgeben, hieß es von Händlern. Mit fundamentalen Impulsen ist mangels Konjunkturdaten nicht zu rechnen.

Kurse und Meldungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die Aktienkurse in Amerika tendierten am Donnerstag nach Börsenschluss etwas leichter. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 2,73 Punkte auf 1770,46 Zähler.

Die Aktien von Dell haben am Donnerstag im nachbörslichen Handel auf nasdaq.com nachgegeben, nachdem das Unternehmen für das dritte Geschäftsquartal einen Umsatz- und Ergebniseinbruch gemeldet hatte. Dell verdiente im Quartal 0,17 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 12,9 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal des Vorjahrs betrug der Gewinn je Aktie 0,37 Dollar und der Umsatz 15,2 Milliarden Dollar. Vor Sonderposten betrug das Ergebnis je Aktie des diesjährigen dritten Quartals 0,23 Dollar. Analysten hatten diese Kennziffer auf 0,28 Dollar geschätzt und mit einem Umsatz von 13,2 Milliarden Dollar gerechnet. Detaillierte Prognosen für das vierte Quartal nannte das Unternehmen nicht. Es stellte lediglich eine Umsatzsteigerung in Aussicht. Damit rechnen allerdings auch die Analysten. Sie schätzen den Viertquartalsumsatz des Unternehmens auf 13,54 Milliarden Dollar und erwarten ein Ergebnis je Aktie von 0,30 Dollar. Die Dell-Aktie verlor 6,2 Prozent auf 14,88 Dollar. Die Papiere von Intuit um 2,5 Prozent auf 29,52 Dollar. Der Softwarehersteller hatte mit dem Erstquartalsergebnis die Erwartungen verfehlt und für sein zweites Geschäftsquartal einen enttäuschenden Ausblick gegeben. Die Aktien von Novellus reagierten kaum auf die präzisierten Prognosen des Unternehmens. Das Unternehmen erwartet nun im vierten Quartal einen Umsatz im Bereich von 225 Millionen bis 245 Millionen Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen einen Umsatz von 215 Millionen bis 245 Millionen Dollar in Aussicht gestellt. Das Ergebnis je Aktie sieht Novellus nunmehr bei 0,25 bis 0,40 Dollar. Die vorige Prognosespanne reichte von 0,20 bis 0,40 Dollar. Die Konsensprognose der Analysten für das Ergebnis je Aktie liegt bei 0,32 Dollar, die Umsatzschätzung bei 233,9 Millionen Dollar. Die Anteilsscheine von Gap fielen um 1,2 Prozent auf 21,60 Dollar. Die Textilkette hatte im dritten Quartal den Gewinn um 25 Prozent gesteigert. Das Unternehmen will außerdem Aktien im Wert von 500 Millionen Dollar zurückkaufen.

Wall Street schließt am Donnerstag schwächer - Technologiewerte unter Druck

Mit leichten Abschlägen aber deutlich erholt von den Tagestiefs haben die Kurse an Wall Street am Donnerstag den Handel beendet. Der Technologiebereich wurde von einer Abstufung des Chipsektors durch die Bank of America-Merrill Lynch belastet. Die Rohstoffwerte kamen mit den nachgebenden Preisen für Öl und andere Rohstoffe unter Druck. Die amerikanische Konjunkturdaten des Tages konnten das Sentiment dagegen nicht stützen, obwohl sie besser als erwartet ausfielen. Vor allem der Philadelphia-Fed-Index lag über den Prognosen des Marktes. Im späten Handel kam es dann zu einer leichten Erholung der Kurse. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) reduzierte sich um 0,9 Prozent oder 94 Punkte auf 10.332, nachdem er im Verlauf schon bis auf 10.256 Punkte gefallen war. Der S&P-500-Index fiel um 1,3 Prozent oder 15 Punkte auf 1.095. Der Nasdaq-Composite gab um 1,7 Prozent oder 36 Punkte auf 2.157 nach. Umgesetzt wurden 1,08 (Mittwoch: 1,06) Milliarden Aktien. Den 576 Gewinnern standen 2.484 -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 79 Titel.

Die großen Investoren würden sich am Markt weiterhin zurückhalten, sagte ein Marktteilnehmer. Die Anleger würden weiter die Risiken in ihren Portfolios reduzieren. Dies erkläre auch die Verluste bei den Rohstoffwerten und die gleichzeitigen Aufschläge bei den amerikanische Staatsanleihen. Nicht als die erhoffte Stütze für den Markt erwies sich der Philadelphia-Fed-Index. Obwohl das Konjunkturbarometer der Notenbank von Philadelphia auf 16,7 nach 11,5 im Oktober stieg und damit höher als die Erwartung von 12,0 ausfiel, gab der Markt nach. Auch die Komponente der Auftragseingänge fiel besser als erwartet aus. Die gleichzeitig mitgeteilten Frühindikatoren waren leicht schwächer als erwartet ausgefallen. Die wöchentlichen Erstanträge auf amerikanische Arbeitslosenhilfe zeigten sich unverändert. Hier war mit einer leichten Zunahme um 4.000 gerechnet worden.

Unter Druck standen am Berichtstag vor allem die Chipwerte. Hier belastete eine Abstufung des Sektors durch Bank of America-Merrill Lynch. Die Analysten haben gleich acht Chipunternehmen abgestuft, darunter auch Intel sowie Texas Instruments. Die Analysten zeigen sich besorgt, dass die Lagerbestände - ohne eine kräftige Erholung der Weltwirtschaft - noch immer zu hoch seien. Intel fielen um 4,1 Prozent auf 19,30 Dollar und waren damit schwächster Wert im DJIA. Texas Instruments verloren 3,4 Prozent auf 24,88 Dollar. Ebenfalls unter Druck standen die Aktien von Alcoa, die sich im Einklang mit den fallenden Rohstoffpreisen um 3,9 Prozent auf 13,22 Dollar verbilligten. Der Ölpreis war am Donnerstag an der Nymex unter die Marke von 78 Dollar je Barrel gefallen. Vor diesem Hintergrund verloren Exxon Mobil 0,8 Prozent auf 74,65 Dollar und Chevron fielen um 2 Prozent auf 77,34 Dollar zurück. Dell verloren im Vorfeld der Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal 1,2 Prozent auf 15,87 Dollar. Nach der Schlussglocke vermeldete das Unternehmen einen Umsatzrückgang um 15 Prozent und einen Gewinneinbruch um 72 Prozent. Das Zahlenwerk reflektiere den fortschreitenden Verlust von Marktanteilen, hieß es von einem Teilnehmer. Nachdem der Kurs in den vergangenen 12 Monaten um rund 53 Prozent nach oben geklettert war, fiel er in einer ersten nachbörslichen Reaktion um 6,4 Prozent auf 14,85 Dollar.

Amerikanische Anleihen im späten Handel mit leichten Aufschlägen

Verstärkte Umschichtungen in den „sicheren Hafen“ der Anleihen haben am Donnerstag in New York die amerikanische Staatsanleihen steigen lassen. Vor dem Hintergrund eines auf längere Sicht niedrigen Zinsniveaus in den Vereinigten Staaten hätten Investoren Anleihen gekauft. Zudem sei dies die beste Möglichkeit um erzielte Gewinne bis zum Jahresende zu sichern, hieß es. Auch die besser als erwartet ausgefallenen amerikanische Konjunkturdaten belasteten das Sentiment nicht. Vor allem der Philadelphia-Fed-Index lag über den Prognosen des Marktes. Zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 3,375 Prozent legten um 7/32 auf 100-10/32 zu und rentierten mit 3,338 Prozent. Die mit 4,375 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe erhöhte sich um1/32 auf 101-20/32, ihre Rendite fiel von 4,299 auf 4,278 Prozent. Der Index für die allgemeine Wirtschaftstätigkeit in der Region Philadelphia ist im November auf plus 16,7 gestiegen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Indexstand von lediglich 12,0 erwartet. Der Markt habe die Daten einfach ignoriert, sagte ein Teilnehmer. Die Zuversicht, dass die Zinsen in den Vereinigten Staaten noch für „einen langen Zeitraum“ auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben werden, sorgte für Käufe, hieß es weiter. Vor allem die Aussagen des Präsidenten der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard, vom Vortag würden als eine Bestätigung für längerfristig niedrige Zinsen angesehen. Die amerikanische Notenbank könnte nach seiner Aussage ihren Leitzins bis zum Jahr 2012 unverändert lassen, wenn sie ihrem historischen Muster folgen würde. Das amerikanische Finanzministerium kündigte zudem Details zur Ausgabe neuer Anleihen in der kommenden Woche im Volumen von 118 Milliarden Dollar an. So werden zu Wochenbeginn zweijährige Titel im Umfang von 44 Milliarden Dollar ausgegeben. Es folgen am Dienstag fünfjährige Anleihen im Volumen von 42 Milliarden Dollar. Am Mittwoch schließlich werden siebenjährige Titel in Höhe von 32 Milliarden Dollar auktioniert. Die Auktionen der fünf- oder siebenjährigen Titel liegen damit um 1 Milliarden Dollar über der letzten Auktion von Papieren mit dieser Laufzeit.

Börsen in Lateinamerika schließen am Donnerstag schwach

Die größeren lateinamerikanischen Börsen sind am Donnerstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Im brasilianischen São Paulo gab der Aktien-Index Bovespa um 188,38 Punkte oder 0,28 Prozent auf 66 327,28 Punkte nach. Der Merval-Index in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires sank im Vergleich zum Mittwoch um 25,53 Punkte oder 1,13 Prozent auf einen Endstand von 2240,03 Punkten. In Mexiko-Stadt verlor der IPC-Index 238,95 Punkte und sank damit um 0,77 Prozent auf 30 817,67 Zähler.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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