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Blick auf den Finanzmarkt Frühe Kursgewinne schmelzen ab

08.03.2010 ·  Der freundliche Trend am deutschen Aktienmarkt hält am Montag zur Eröffnung knapp an. „Mit den Kursgewinnen vom Freitag hat sich das charttechnische Bild des Dax weiter verbessert“, heißt es.

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Nach freundlichem Start beginnen die Kursgewinne am deutschen Aktienmarkt zu bröckeln. Der Dax liegt mit 0,1 Prozent bei 5884 Punkten knapp im Plus, der MDax gibt dagegen um 0,2 Prozent auf 7838 Zähler nach. Der TecDax legt 0,4 Prozent auf 827 Zähler zu.

„Mit den Kursgewinnen vom Freitag hat sich das charttechnische Bild des Dax weiter verbessert“, schreibt Analyst Christian Schmidt von der Helaba. Zudem sorgen laut Händlern Hilfszusagen aus der Politik für Griechenland für weitere Erleichterung.

Auf der Gewinnerseite stehen nach einer Hochstufung durch Morgan Stanley Metro-Aktien mit einem Plus von 1,8 Prozent. Dax-Schlusslicht sind dagegen nach negativen Analysteneinschätzungen Salzgitter-Papiere mit einem Minus von 1,3 Prozent.

Nach skeptischen Aussagen von Finanzchef Jürgen Wunram zum laufenden Geschäftsjahr in einem Zeitungsinterview rutschen im MDax die Papiere des Automatenherstellers Wincor Nixdorf um 4,3 Prozent ab.

Die keinem großen Index zugehörigen Aktien des Solarkonzerns Solon steigen um mehr als 16 Prozent, nachdem in einem Zeitungsbericht von guten Chancen des Unternehmens auf eine Staatsbürgschaft die Rede war. Solon wollte sich zu möglichen Staatshilfen nicht äußern.

Rentenmarkt tendiert uneinheitlich

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag uneinheitlich. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 2 Basispunkte auf 122,50 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future gewinnt dagegen 5 Basispunkte auf 116,69 Prozent.

Angesichts positiver Daten aus der deutschen Industrie dürfte der Kurs des Bund-Futures im weiteren Handelsverlauf fallen, erwartet die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Es bestehe zudem gegenüber der Entwicklung am amerikanischen Anleihemarkt vom Freitag „Nachholbedarf“. Die HSH Nordbank sieht den Bund-Future in einer Handelsspanne von 122,40 bis 122,96 Punkten.

Am Primärmarkt für Euro-Staatsanleihen ist vom 8. bis 12. März erneut eine lebhafte Woche zu erwarten. Wie das Bankhaus HSBC Trinkaus in einem Ausblick schreibt, kommen etwa 21 Milliarden Euro an Aufstockungen aus der Slowakei, den Niederlanden und Österreich, Deutschland und Portugal sowie aus Italien. Darüber hinaus syndiziere Slowenien fünfjährige Titel. Die deutsche Finanzagentur erhöhe die zweijährige Schatzanweisung um sechs Milliarden Euro. Zudem würden zehnjährige Titel um eine Milliarde Euro aufgestockt. Portugal, das zuletzt erstmals eine Anleihe mit mehr als einem Jahr Restlaufzeit zurückgekauft habe, werde seine elfjährigen Titel sicherlich problemlos um 0,75 Milliarden Euro aufstocken können. An die Anleger flössen 15 Milliarden Euro an Rückzahlungen und 0,75 Milliarden Euro an Kupons.

Unterstützung für Griechenland hilft dem Euro

Die politischen Hilfszusagen für das schuldenbeladene Griechenland haben am Montag den Kurs des Euro gestützt. Die Gemeinschaftswährung legte im fernöstlichen Devisenhandel auf 1,3681 Dollar zu nach 1,3621 Dollar im späten amerikanischen Handel vom Freitag. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte am Sonntag versichert, die Eurozone werde Griechenland helfen wenn nötig.

Der Dollar notierte zur japanischen Währung bei 90,41 Yen nach 90,29 Yen am Vorabend. Zuvor war er auf den höchsten Stand seit zwei Wochen gestiegen, nachdem die jüngsten amerikanischen Arbeitsmarktzahlen Hoffnungen auf einen Aufschwung genährt hatten.

Börse in Tokio schließt sehr fest

Mit einem deutlichen Plus haben die Kurse an der Börse in Tokio am Montag die Sitzung beendet. Neben den guten Vorgaben aus den Vereinigten Staaten hätten auch die Kursgewinne bei den Exportwerten das Sentiment beflügelt. Hier habe der schwache Yen für Aufschläge gesorgt, hieß es von Händlern. Der Nikkei-225 erhöhte sich um 2,1 Prozent oder 217 Punkte auf 10.586. Der Topix gewann 1,8 Prozent oder 16 Punkte auf 927. Zudem hätten die weniger schlecht als erwartet ausgefallenen amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Freitag die Hoffnung auf eine globale Erholung der Konjunktur verstärkt.

In Japan werde allerdings mit einer Beibehaltung des niedrigen Zinsniveaus gerechnet, was auch ein Grund für das Engagement ausländischer Investoren sei, so ein Analyst. Ein Widerstand für den Nikkei-225 wird nun bei 10.600 Punkten gesehen. Die japanischen Konjunkturdaten des Tages hatten dagegen kaum Einfluss auf das Handelsgeschehen. Der Überschuss in der japanischen Leistungsbilanz ist zu Jahresbeginn höher ausgefallen als erwartet.

Bei den Sektoren zeigten sich die Hersteller von Präzisionsgeräten mit deutlichen Gewinnen. Hier habe sich die Platzierung griechischer zehnjähriger Anleihen in der Vorwoche und damit eine Entspannung in Griechenland weiterhin positiv ausgewirkt. Die Unternehmen aus diesem Bereich erzielen einen Großteil ihrer Umsätze in Europa. Vor diesem Hintergrund legten Canon um 2,3 Prozent auf 3.980 Yen zu und Nikon verzeichneten ein Plus von 4 Prozent auf 2.070 Yen.

Bei den Exportwerten legten Sony um 3,4 Prozent auf 3.205 Yen zu und Sharp stiegen um 2,2 Prozent auf 1.176 Yen. Auch die Werte aus dem Automobilsektor waren gesucht. Hier verbesserten sich Honda Motor um 3,9 Prozent auf 3.230 Yen, Nissan Motor erhöhten sich um 4,7 Prozent auf 733 Yen und Toyota Motor stiegen um 3,5 Prozent auf 3.515 Yen. Die Aktien von Panasonic verbesserten sich um 2,8 Prozent auf 1.307 Yen. Das Unternehmen profitierte auch von der Ankündigung einer Partnerschaft mit dem amerikanischen Elektronik-Einzelhändler Best Buy.

Aktienkurse in China freundlich

Beflügelt von den positiven amerikanischen Vorgaben vom Freitag zeigen sich die chinesischen Aktienmärkte am Montag im Verlauf mit freundlicher Tendenz. Der Schanghai-Composite-Index steigt um 0,7 Prozent auf 3.053 Punkte. In Hongkong gewinnt der Hang-Seng-Index (HSI) 1,9 Prozent auf 21.187 Punkte. „Der Markt wird aber nur von den guten Vorgaben aus den Vereinigten Staaten gestützt, regionale Nachrichten gibt es keine“, sagt ein Teilnehmer. Einen psychologischen Widerstand sehen Analysten für den Schanghai-Composite-Index bei 3.100 Punkten.

In Hongkong werden ebenfalls die positiven Vorgaben von Wall Street als Grund für die Kursgewinne genannt. Nach deutlichen Gewinnen zu Handelsbeginn tendiere der Markt hier allerdings seitwärts. Wichtige Nachrichten oder Sektortrends gebe es nicht, heißt es. Bei den Einzelwerten setzen Li & Fung ihre Aufwärtstendenz aus der Vorwoche fort und gewinnen weitere 5 Prozent.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Freitag etwas schwächer. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 1 Punkt auf 1887,56 Zähler.

Mit leichten Abgaben zeigten sich Hewlett-Packard (HP). Das Unternehmen hat nach Sitzungsende die Gewinnprognose für das erste Quartal um 0,03 Dollar reduziert. Hintergrund sei ein Rechtsstreit von Electronic Data Systems, das HP im Jahr 2008 übernommen hat. Der Rechtsstreit mit Sky Subscribers Services und British Sky Broadcasting in Großbritannien dauere bereits seit 2004 an, teilte das Unternehmen mit. Der Kurs der HP-Aktien fiel um 0,3 Prozent auf 51,85 Dollar.

Konjunkturdaten könnten amerikanische Börsen erneut anschieben

Konjunkturdaten könnten den amerikanischen Aktienmärkten in der neuen Handelswoche weiter Auftrieb geben. Zahlen aus dem Einzelhandel und zum Verbrauchervertrauen könnten die Anleger in der Hoffnung bestärken, dass sich die wirtschaftliche Erholung festigt. Daten vom Arbeitsmarkt hatten die Börsen bereits am Freitag beflügelt. Der Nasdaq kletterte auf den höchsten Schlussstand seit 18 Monaten, der Dow und der S&P-500 beendeten den Handel auf Sechs-Wochen-Hochs.

„Die Jobs sind absolut entscheidend“, sagte Bob Doll, Aktienmarktstratege beim Vermögensverwalter BlackRock. Das produzierende Gewerbe erhole sich und die Verbraucher gäben zumindest für Bekleidung etwas Geld aus. Zudem seien die Inflationsrisiken weiterhin überschaubar, und der Häusermarkt habe die Talsohle erreicht. Die Investoren warteten nun auf einen Anstieg der Beschäftigungszahlen.

Nach den jüngsten Zahlen des Arbeitsministeriums fielen im Februar trotz des harten Winters weniger Stellen weg als erwartet. Die Anleger werteten dies als weiteres Anzeichen dafür, dass der Arbeitsmarkt kurz vor der Wende stehen könnte. Ökonomen zufolge hat die Arbeitslosenquote von fast zehn Prozent die Verbraucher zumindest ein Stück weit sparsamer werden lassen.

Am Freitag veröffentlicht das Handelsministerium die Einzelhandelszahlen für Februar. Analysten zufolge könnten die schweren Schneestürme im vergangenen Monat dazu geführt haben, dass die Verbraucher weniger eingekauft haben. Von Reuters befragte Experten erwarten im Schnitt einen Rückgang von 0,2 Prozent nach einem Anstieg von 0,5 Prozent im Januar. Vergangene Woche hatten Einzelhändler jedoch trotz des harten Winters stärker als erwartet ausgefallene Umsatzzahlen für Februar vorgelegt. So vermeldete Target als einer der größten Discounter des Landes einen Umsatzanstieg von 2,4 Prozent in den seit mehr als zwölf Monaten geöffneten Filialen.

Ebenfalls am Freitag stehen die vorläufigen Daten zum Verbrauchervertrauen von Reuters und der Universität Michigan an. Von Reuters befragte Analysten erwarten, dass der Index bei 73,6 Zählern auf dem Stand des Vormonats verharrt.

Von den S&P-500-Unternehmen legen in dieser Woche unter anderem die größte amerikanischen Supermarkt-Kette Kroger und Brown-Forman, Hersteller von Jack Daniel's Whiskey und anderen Spirituosen, Zahlen vor. Über 70 Prozent der Unternehmen aus dem S&P-500 haben im vierten Quartal die Markterwartungen übertroffen.

Amerikanische Anleihen notieren schwächer

Die amerikanischen Anleihen zeigen sich am Freitag nach den Arbeitsmarktdaten mit einer schwächeren Tendenz. Die Anleger blickten wieder optimistischer auf die Konjunktur und wechselten in riskantere Anlagen wie Aktien und Rohstoffe, sagten Händler. Zudem stünden in der nächsten Woche wieder Anleihe-Auktionen im Wert von insgesamt 74 Milliarden Dollar auf der Agenda.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,625 Prozent fielen um 21/32 auf 99-16/32. Die Rendite beträgt 3,68 Prozent. Der mit 4,625 Prozent verzinste Longbond sank um 1-12/32 auf 99-23/32. Seine Rendite beträgt 4,64 Prozent.

„Es sieht so aus, als ob die Dinge in die richtige Richtung laufen“, kommentierte Rick Klingman, Händler bei der BNP Paribas, die Zahlen. Seiner Ansicht nach dürften die Treasury-Kurse nun unter Druck bleiben, vor allem vor dem Hintergrund des für die nächste Woche terminierten Angebots neuer amerikanischen Anleihen.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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