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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien tendieren freundlich

07.12.2011 ·  Gute Vorgaben haben den deutschen Aktien am Donnerstag vor dem mit Spannung erwarteten EU-Gipfel wieder über die Marke von 6000 Punkten verholfen.

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Vor der EZB-Sitzung und dem am Abend beginnenden EU-Gipfel tendieren die deutschen Aktien fester. Der Dax liegt 0,8 Prozent im Plus bei 6041 Punkten, der marktbreite FAZ-Index gewinnt 0,65 Prozent auf 1346 Zähler.

Der Handel am Donnerstag wird ganz im Zeichen der europäischen Schuldenkrise stehen. Die EZB könnte nach Einschätzung von Analysten am frühen Nachmittag den Leitzins in der Eurozone um 25 Basispunkte auf ein Prozent senken. Außerdem rechnen Experten mit neuen ultra-langlaufenden Refinanzierungsangeboten für die Banken. Um die Zukunft des Euro geht es auch auf dem am Abend beginnenden EU-Gipfel. Deutschland und Frankreich wollen eine begrenzte Änderung des EU-Vertrages durchsetzen.

Gefragt sind Finanzwerte. Deutsche Bank steigen um 2,1 Prozent, obwohl die Ratingagentur Standard & Poor’S (S&P) Deutschlands größtem Geldhaus und anderen europäischen Banken, darunter auch die Commerzbank, eine Herabstufung angedroht hatte. Centrotherm klettern nach einer Kaufempfehlung durch die Analysten der Citigroup um mehr als 11 Prozent.

Rentenmärkte wenig verändert

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Donnerstag wenig verändert. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 3 Basispunkte auf 135,76 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 1 Basispunkt auf 123,42 Prozent.

Im Zentrum des Interesses steht die EZB-Sitzung am Mittag. Eine Leitzinssenkung um zumindest 25 Basispunkte auf dann 1,00 Prozent gilt als wahrscheinlich. „Zum Thema Staatsanleihekäufe werden hingegen sicher keine neuen Entscheidungen fallen, denn hier müssen die Regierungschefs erst überzeugende Beschlüsse hin zu einer Fiskalunion liefern“, meinen die Experten der HSH Nordbank zum EZB-Treffen. Nach der Pressekonferenz dürfte das Handelsgeschehen dann vom Warten auf die Ergebnisse des EU-Gipfels am Freitag gekennzeichnet sein. Die Handelsspanne für den März-Kontrakt liege bei 134,00 Prozent bis 136,00 Prozent liegen.

Abwartendes Geschäft am Devisenmarkt

Der Euro hat sich nach den Verlusten am Vortag wieder etwas gefangen und liegt im frühen europäischen Handel am Donnerstag knapp über 1,34 Dollar. In diesem Bereich dürfte er sich zunächst weiter bewegen. Vor dem EU-Gipfel und der Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) dominiert ein abwartendes Geschäft. Die Vorsicht hat sich noch vergrößert, nachdem am Vortag eher vorsichtige Äußerungen aus deutschen Regierungskreisen laut geworden waren, die die Hoffnungen auf einen Durchbruch bei der Lösung der Schuldenkrise gedämpft hatten. Ergebnisse des Gipfels sind erst am Freitag zu erwarten, so dass zunächst die Sitzung der EZB die Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird.

Asiens Börsen im Minus

Die Aktienmärkte in Asien haben vor dem EU-Krisengipfel und der EZB-Sitzung am Donnerstag nachgegeben. Vor den entscheidenden Beratungen in der Europäischen Union hielten sich die Händler zurück oder nahmen nach den Kurszuwächsen der vergangenen Tage Gewinne mit.

„Diese Woche war, als ob man im Kino sitzt und wartet, dass der Film beginnt“, Soichiro Monji, Analyst bei Daiwa SB Investments in Japan. „Mein Gefühl ist, dass es so werden könnte wie beim vergangenen Gipfel im Oktober. Da gab es zwar Fortschritte, aber die Details blieben vage und sorgten für Unsicherheit an den Märkten.“

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 Prozent auf 8664 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index gab 0,6 Prozent auf 745 Punkte nach. In Schanghai, Taiwan, Südkorea, Singapur und Hongkong gaben die Kurse zwischen 0,2 und 1,7 Prozent nach.

Die Ratingagentur Moody’s teilte mit, dass AA3 Rating Japans sei nicht in Gefahr, da das Land nach wie vor relativ geringe Zinsen für Anleihen zahlen muss und so seinen hoch verschuldeten Staatshaushalt finanzieren kann. Jedoch könne das große Defizit auf lange Sicht problematisch werden.

Unter den Einzelwerten stand der Energiekonzern Tepco im Fokus der Anleger. Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks in Fukushima erwägt, über die kommenden vier Jahre sein Kapital um 28,7 Milliarden Euro zu erhöhen. Die Hälfte der Mittel soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo die japanische Regierung aufbringen, was praktische eine Verstaatlichung des angeschlagenen Konzerns bedeuten würde. Die Tepco-Aktie gab um 11,3 Prozent nach.

Der Autobauer Nissan muss nach eigenen Angaben 118.000 Kompakt-SUVs vom Typ Juke zurückrufen. Es seien fehlerhafte Türschlösser und Turbolader verbaut worden. Die Anteilsscheine des Renault -Partners gaben um 2,1 Prozent nach.

Aktien China im Verlauf uneinheitlich

Die Börse in Schanghai holt frühe Verluste am Donnerstag wieder auf und zeigt sich im Verlauf etwas fester. Händler sprechen von einer technischen Gegenreaktion. Die Stimmung sei angesichts der Sorgen über eine konjunkturelle Abschwächung aber weiterhin gedrückt, heißt es. Der Shanghai Composite gewinnt Z 0,4 Prozent auf 2.341 Punkte.

In Hongkong haben die meisten Anleger im Vorfeld der EZB-Ratssitzung und dem Start des EU-Gipfels am Berichtstag unterdessen eine vorsichtige Haltung eingenommen. Der HSI gibt 0,7 Prozent auf 19.112 Punkte nach.

„Der Markt ist im Moment sehr schwach und der langfristige Trend dürfte von der Richtung der Politik bestimmt werden. Kurzfristige Prognosen sind aktuell schwer zu treffen, aber es besteht definitiv ein Risiko für weitere Verluste“, kommentierte ein Analyst von Northeast Securities die Entwicklung in Schanghai.

Vor allem Stahlwerte, die in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck standen, profitieren von Gelegenheitskäufen. Wuhan Iron & Steel gewinnen 1 Prozent auf 3,18 Yüan, Beijing Shougang 1,4 Prozent auf 3,01 und Angang Steel 1 Prozent auf 4,85 Yüan.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Fester präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Mittwoch im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,12 Prozent auf 2323,42 Zähler.

THQ brachen ein, nachdem der Videospieleverlag seinen Quartalsausblick um gut ein Viertel gegenüber dem bisherigen Ausblick zurückgenommen hat. Dabei verwies das Unternehmen auf eine schwächer als erwarte Absatzentwicklung bei seinem Spiele-Tablet „uDraw“. Für die Aktie ging es um 14 Prozent abwärts auf 1,25 Dollar.

Gesucht waren unterdessen Pacific Sunware. Die Bekleidungskette schließt bis zu 200 schlecht laufende Geschäfte. Der Aktienkurs schoss um 44 Prozent auf 1,95 Dollar nach oben. Künftig wolle man sich auf eine Basis von 500 bis 600 gut laufenden Geschäften konzentrieren, so Pacific Sunware.

Wall Street wartet auf Lösung der Euro-Schuldenkrise

Die Schuldenkrise in Euro-Land hält die Wall Street weiter in ihrem Bann. Mit Spannung warten die Investoren auf den EU-Krisengipfel, an den hohe Erwartungen werden. Pessimistische Äußerungen aus Berlin verunsicherten die Anleger, so dass die Aktienkurse am Mittwoch zunächst auf Talfahrt gingen. Am Ende setzte sich die Hoffnung auf einen Durchbruch beim Gipfel doch durch und die New Yorker Börsen gingen leicht im Plus aus dem Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent höher bei 12.196 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent auf 1261 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stagnierte bei 2649 Punkten.

Kurz vor dem Treffen zur Stabilisierung der Euro-Zone sei die Spannung hoch, ob sich Deutschland und Frankreich mit ihren Vorschlägen durchsetzen können, begründeten Händler die Zurückhaltung der Investoren. Zwar habe in den letzten Tagen der Optimismus überwogen, dass bei dem Krisengipfel eine Lösung gefunden wird, sagte Portfolio-Manager James Dailey von Team Asset Strategy Fund. Bis der Plan bekannt sei, werde es aber wohl zu Schwankungen des Marktes kommen. „Wenn der Plan enttäuscht, könnte es zwei oder drei Prozent nach unten gehen.“

Unter den Einzelwerten standen die Aktien der Citigroup im Fokus. Die viertgrößte Bank der Vereinigten Staaten streicht weltweit 4500 Stellen, das sind rund zwei Prozent der Belegschaft. Gründe sind die Wirtschaftskrise und strengere Auflagen. Der Aktienkurs gab um 0,3
Prozent nach.

Die Papiere von AT&T lagen am Ende mit knapp 0,8 Prozent im Plus, nachdem sie zunächst nach unten tendiert hatten. Der Telekomkonzern erklärte am Mittwoch, weiter an der Übernahme von T-Mobile USA zu arbeiten.

Amerikanische Staatsanleihen legen zu

Schwindende Hoffnungen auf einen Durchbruch in der Schuldenkrise beim EU-Gipfel haben am Mittwoch die Kurse am amerikanischen Anleihenmarkt anziehen lassen. Zugleich waren immer mehr Händler der Meinung, dass wohl auch die Europäische Zentralbank bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Erwartungen enttäuschen dürfte. Die zehnjährigen amerikanischen Bonds legten um 15/32 auf 99-22/32 zu. Sie rentierten mit 2,038 Prozent. Die 30-jährigen Papiere gewannen 21/32 auf 101-05/32 und hatten eine Rendite von 3,070 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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25.05.2012 17:45 Uhr
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Name Kurs Prozent
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TecDAX 752,47 +0,08%
MDAX 10.196,40 −0,34%
SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Bund Future 144,35 € +0,25%