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Blick auf den Finanzmarkt Deutsche Aktien tendieren etwas leichter

11.01.2012 ·  Gewinnmitnahmen drücken die Kurse der deutschen Aktien per saldo am Mittwoch. Ansonsten ist es recht ruhig am Markt.

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Nach den deutlichen Kursgewinnen vom Vortag tendieren die deutschen Aktien am Mittwoch etwas leichter. Laut Händlern fehlen die Anschlusskäufe und so gibt der Dax 0,3 Prozent auf 6.146Punkte nach. Am Dienstag war der Index um 2,4 Prozent angesprungen und hatte im Verlauf bei mehr als 6191 Punkten den höchsten Stand seit Anfang November erreicht. Der marktbreite FAZ-Index gibt 0,3 Prozent auf 1375 Stellen nach.

„Anleger bleiben vor der morgigen EZB-Sitzung zunächst einmal an der Seitenlinie stehen“, sagt Händler Markus Huber von ETX Capital. Leicht stützend wirkten sich aber rückläufige Renditen auf italienische und spanische Staatsanleihen aus. Insgesamt sehen Börsianer am Aktienmarkt weiter Luft nach oben: „Ein Schlusskurs im Dax über 6200 Punkte würde weiteres Aufwärtspotential freilegen“, so ein Händler. Analyst Cameron Peacock von IG Markets hebt hervor, dass die zunehmend positiveren Signale aus den Vereinigten Staaten durchaus das Potenzial dazu hätten, die Stimmung am Markt nachhaltig zu beeinflussen.

Kursbewegungen gibt es hauptsächlich wegen Analystenstudien: Metro verlieren 3, 7 Prozent auf 28,22 Euro. Eine Abstufung durch die UBS belastet den Handelskonzern: Nach Meinung von Analyst Benjami Peters sind die durchschnittlichen Erwartungen für den Gewinn je Aktie 2012 zu hoch.

Titel des Rückversicherers Munich Re verzeichnen dagegen nach einer Hochstufung durch die Credit Suisse ein Plus von 1,5 Prozent. Freundlich zeigt sich zudem der Bankensektor mit den Aktien der Deutschen Bank, die 0,75 Prozent auf 27,685 Euro zulegen. Commerzbank liegen mit einem Aufschlag von 0,65 Prozent nur knapp dahinter: Händler verweisen auf steigende Hoffnung, dass die Bank die neuen europäischen Eigenkapitalregeln aus eigener Kraft erfüllen kann.

Nach Aussagen zu den Verkehrszahlen steigen Fraport-Aktien um 2,9 Prozent. Der Konzern bestätigte zudem die Prognosen für den Umsatz und den operativen Gewinn. Händler und Analysten zeigten sich positiv überrascht: Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe schrieb, getrieben von der neuen Landebahn wachse Fraport weiter. Evotec-Aktien legen 1,9 Prozent zu, nachdem das Unternehmen eine weitere Meilensteinzahlung von Boehringer Ingelheim erhält.

Rentenmarkt tendiert gut behauptet

Etwas von den Verlusten des Vortags erholt zeigt sich der deutsche Rentenmarkt am Dienstag. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 6 Basispunkte auf 138,78 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 3 Basispunkte auf 124,86 Prozent.

„Bei den Bund-Futures scheint die Luft oberhalb von 139,00 Prozent dünner zu werden“, sagt Viola Stork von der Landesbank Hessen-Thüringen. Aufgrund der jederzeit möglichen Zunahme der Verunsicherung der Marktteilnehmer und der Tatsache, dass Bundesanleihen weiterhin „Save-Haven-Status“ genössen, sei ein neuerlicher Angriff auf das Allzeithoch bei 139,58 Prozent aber denkbar.

Für neue Impulse könnte im Tagesverlauf vor allem das Treffen von Italiens neuem Ministerpräsidenten Mario Monti mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgen, bei dem die Staatsschuldenkrise im Euroraum das Hauptthema sein dürfte. Am Abend wird dann noch die amerikanische Notenbank ihren Konjunkturbericht „Beige Book“ veröffentlichen.

Schuldenkrise drückt die Stimmung für den Euro

Der Euro neigt am Mittwoch im frühen Handel zu Dollar und Yen wieder zu leichter Schwäche. Erneut ist es die Staatsschuldenkrise einiger Euroländer, die die Gemeinschaftswährung belastet. „Wenn ich mich umschaue, haben die Eurozonen-Länder - außer Deutschland - keine einfache Zeit, wenn sie Geld aufnehmen“, so Takao Yahata, Senior Händler bei Mitsubishi Trust and Banking. Daneben gehen Volkswirte davon aus, dass die momentan stattfindende Verkürzung der Bilanzen bei den europäischen Banken eine rezessive Entwicklung unterstützt und damit den Druck auf die Gemeinschaftswährung erhöht.

Am Vormittag wird zunächst auf die Entwicklung der Konjunktur in Deutschland geschaut. Sie dürfte im vergangenen Jahr noch einmal stark gewachsen sein, wobei die Dynamik ab Jahresmitte deutlich abgenommen hat. Von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten gegenüber dem Vorjahr einen BIP-Anstieg um 3,0 Prozent.

Die Devisenstrategen der Commerzbank merken dazu an, dass auch eine Zwei vor dem Komma stehen könnte. Mit den am Donnerstag und Freitag anstehenden Auktionen aus Spanien und Italien könnte bei einem enttäuschenden Wirtschaftswachstum in Deutschland Druck auf den Euro kommen.

Aktienmärkte in Asien freundlich

Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Mittwoch freundlich tendiert. Händler gaben sich optimistisch für die weitere Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft. Auch der gute Auftakt der amerikanischen Berichtssaison helle die Stimmung auf dem Parkett auf. Grund zur Euphorie sei angesichts der europäischen Schuldenkrise aber nicht angebracht.

In Tokio ging der Nikkei 225 mit plus 0,3 Prozent bei 8.448 Punkten aus dem Handel. Der MSCI Asia Apex 50 - der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan abbildet - stieg zuletzt um 0,2 Prozent auf 759 Punkte. In Hongkong gewann der Hang-Seng bislang 0,6 Prozent auf 19.110 Punkte. Der Shenzhen CSI 300 Index in Shanghai, der die Aktien der 300 größten festlandchinesischen Aktien in Shanghai und Shenzhen enthält, notierte unverändert. In Singapur kletterte der FTSE Straits Times Index zuletzt um 0,55 Prozent auf 2.735 Punkte. Der indische Sensex 30 rückte in Mumbai um 0,4 Prozent auf 16.231 Punkte vor.

Aktienbörse in China etwas leichter

An der Börse in Schanghai werden am Mittwoch Gewinne mitgenommen. Der Shanghai-Composite-Index fällt um 0,4 Prozent auf 2.276 Punkte. In Hongkong notiert der Hang-Seng-Index um 0,1 Prozent höher bei 19.021 Punkten. Händler sprechen von einer normalen Korrekturbewegung nach den kräftigen Kursgewinnen der Vortage. Der Markt werde jedoch noch immer von den Geldmengendaten gestützt, die schon am Wochenende veröffentlicht wurden. Die Daten ließen erwarten, dass im Januar reichlich Liquidität zur Verfügung stehe, die am Aktienmarkt investiert werden könnte. Lebhafte Umsätze verzeichnen unter anderem China State Construction Engineering, die um 0,1 Prozent nachgeben. Chongqing Brewery fallen um 1,2 Prozent, während Bank of Communications unverändert notieren.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,21 Prozent auf 2362,39 Zähler.

Einen formidablen Kurseinbruch erlitten die Aktien von Urban Outfitters. Hintergrund war der überraschende Abgang des Vorstandsvorsitzenden Glen Senk, der den Bekleidungseinzelhändler mit sofortiger Wirkung verlässt, um sich nach eigenen Angaben neuen Herausforderungen zu widmen. Der Verwaltungsratsvorsitzende und Präsident Richard Hayne wird Senk nachfolgen und zugleich seinen Platz im Verwaltungsrat räumen. Anleger zeigten wenig Sympathie für das Personalkarussell und schickten die Aktie um 14,8 Prozent auf 25,06 Dollar auf Talfahrt.

Dagegen ging es für Crocs um 5,6 Prozent auf 16,85 Dollar nach oben. Der Schuhhersteller überraschte mit der Ankündigung, dass die Viertquartalsumsätze am oberen Rand der zuletzt genannten Spanne von 200 Millionen bis 205 Millionen Dollar landen werden. Auf Jahressicht dürften die Erlöse erstmals die Schallmauer von einer Milliarde Dollar überwinden. Analysten erwarten Umsätze von 204,4 Millionen Dollar auf Quartalssicht und 1,23 Milliarden Dollar für 2011.

Eastman Kodak stiegen um 5,2 Prozent auf 0,63 Dollar, nachdem der Foto- und Filmpionier mitgeteilt hatte, Apple und HTC wegen Patentverletzungen vor Gericht anzuklagen.

Alcoas Optimismus springt auf Wall Street über

Der Optimismus des Aluminiumkonzerns Alcoa hat an der Wall Street am Dienstag die Furcht vor einem Wirtschaftsabschwung gedämpft und die Aktienkurse auf den höchsten Stand seit fünf Monaten gehievt. Viele Rohstoff-Titel bekamen zusätzlich von Importdaten aus China einen Schub: Das Land steigerte seine Einfuhren zuletzt stärker als erwartet. Gleichzeitig jedoch blieb die europäische Schuldenkrise in den Hinterköpfen der Anleger und bremste die Kursgewinne.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,6 Prozent höher bei 12.462 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1292 Punkten, einem Plus von 0,9 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,0 Prozent und ging mit 2702 Punkten aus dem Handel.

Dank eines höheren Bedarfs der Luft- sowie Raumfahrtbranche und der Autoindustrie rechnet Alcoa weltweit mit einer um sieben Prozent steigenden Nachfrage nach dem Leichtmetall. Alcoa-Aktien konnten ihre anfänglichen Gewinne jedoch nicht ganz halten und gingen mit einem minimalen Plus aus dem Handel.

Im Aufwind der Alcoa-Prognose ging es an den Rohstoffmärkten aufwärts: Kupfer wurde rund drei Prozent höher gehandelt, die beste Entwicklung seit Ende November. Die Märkte setzten fest auf eine Erholung der Konjunktur und damit einhergehende Nachfrageschübe, sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets. „Allerdings ist das erst mal nur heute so. Wir haben noch längst nicht alle unsere Probleme gelöst.“

So hielten die Investoren mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise weiter den Atem an. Noch in dieser Woche stehen Anleiheauktionen in Spanien und Italien an, die die Märkte fest im Blick haben. Anleger reagierten jedoch erleichtert darauf, dass die Rating-Agentur Fitch Frankreich die Top-Bonitätsnote „AAA“ in diesem Jahr voraussichtlich nicht entziehen wird.

Die amerikanische Börsenaufsicht drängt die heimischen Banken zur Preisgabe von mehr Informationen über ihre Engagements in europäischen Bonds. Sorgen vor weiteren Opfern der Euro-Schuldenkrise hatten zuletzt die Aktien von Morgan Stanley und der Investmentbank Jefferies Group gedrückt. Analysten gehen davon aus, dass beide Häuser stark in Europa investiert sind. Diese Sorgen rückten jedoch etwas in den Hintergrund, so dass sich Morgan-Stanley-Papiere um gut vier Prozent verteuerten und Jefferies um knapp drei Prozent. JP Morgan Chase machten ebenfalls Boden gut und legten mehr als zwei Prozent zu.

Amerikanische Anleihen etwas leichter

Die amerikanischen Anleihen haben am Dienstag leicht nachgegeben. Teilnehmer führten die Schwäche auf die umfangreiche Emission neuer amerikanische Titel in dieser Woche zurück. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000 Prozent fielen um 5/32 auf 100-6/32 und rentierten mit 1,98 Prozent. Der mit 3,125 Prozent verzinste Longbond gab um 6/32 auf 101-23/32 nach. Seine Rendite stieg damit auf 3,04 Prozent.

Das amerikanische Schatzamt hat am Dienstag erfolgreich neue dreijährige Notes im Umfang von 32 Milliarden Dollar an den Markt gebracht. Dabei wurde mit einem Bid-to-Cover von 3,73 nach den Angaben von Nomura die höchste Nachfrage seit Existenz der dreijährigen Notes gemessen. Dennoch sagten Marktteilnehmer, dass der hohe Umfang der in dieser Woche geplanten Emissionen auf den Sekundärmarkt drücke. Am Mittwoch und Donnerstag sollen noch zehn- und dreißigjährige Notes versteigert werden.

Am Markt wurde auch auf den gestiegenen Risikoappetit der Anleger und die Kursgewinne an den Aktienmärkten verwiesen. Dort stützte unter anderem die Hoffnung auf eine gute Ergebnissaison in den Vereinigten Staaten. Dies habe die Notierungen der Treasurys belastet.

Kaum Auswirkung zeitigten die Lagerbestände des Großhandels. Statt eines prognostizierten Plus von 0,6 Prozent stiegen sie lediglich um 0,1 Prozent.

Quelle: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
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