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Blick auf den Finanzmarkt Dax verzeichnet Kursrückschläge

19.02.2010 ·  Der deutsche Aktienmarkt startet am Freitag nach dem überraschenden Zinsschritt der amerikanischen Notenbank Fed am Vorabend mit Verlusten in den Handel. Die Entscheidung der Fed, den Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent zu erhöhen, könne die Märkte belasten, heißt es.

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Die Erhöhung des Diskontsatzes auf 0,75 Prozent von zuvor 0,50 Prozent durch die amerikanische Notenbank am Donnerstagabend belastet am Freitag im frühen Handel den den deutschen Aktienmarkt. Gegen 9.28 Uhr verliert der Dax 0,6 Prozent oder 35 auf 5.646 Punkte, nachdem er im Tief bei 5.626 Zählern gelegen hatte. Angesichts des seit Anfang Dezember zum Euro um 11 Prozent gestiegenen Dollar, der Tendenz zu steigenden Preisen in den Vereinigten Staaten und vor allem wegen der Erholung an den Aktienmärkten sei der überraschend erfolgte Zinsschritt der amerikanische Notenbank eher als ein Schritt zur Normalisierung der Geldpolitik aufzufassen, heißt es im Handel. Angesichts der Zinserhöhung stellten Anleger vor dem Wochenende gleichwohl Positionen glatt und sicherten Gewinne.

„Die Finanzmärkte hassen Überraschungen, und die Aktion der Fed war sicher eine Überraschung“, meint ein Marktkenner von IG Markets. Mit dem Timing habe die Fed das klare Zeichen gesetzt, dass der Anfang vom Ende einer extrem lockeren geldpolitischen Haltung nunmehr gemacht sei, heißt es an anderer Stelle im Handel. Allerdings gibt es auch versöhnlichere Töne. Offenbar sehe die Fed die amerikanische Wirtschaft zusehends auf einem Pfad des sich selbst tragenden Aufschwungs, merkt ein Stratege an. „Das ist eine gute Nachricht für die Unternehmensgewinne, und diese sind der Haupttreiber für die Aktienmärkte“.

Zum Auftakt gerät vor allem der Bankensektor unter stärkeren Abgabedruck. Deutsche Bank geben um 1,4 Prozent auf 46,63 Euro nach, für Commerzbank geht es um 1,1 Prozent auf 5,70 Euro nach unten. Gut halten sich die Versicherungswerte: Allianz geben um 0,2 Prozent auf 82,37 Euro nach und Munich Re nur um 0,1 Prozent auf 110,10 Euro. Relative Stärke zeigen defensive Aktien und Sektoren. So gewinnen Merck gegen den Trend 0,1 Prozent auf 64,55 Euro, Metro halten sich einem Abschlag von 0,1 Prozent auf 38,35 Euro ebenfalls sehr gut. Mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 43,95 Euro sind Beiersdorf bislang einer der Tagesgewinner. Deutsche Telekom verlieren 0,5 Prozent auf 9,60 Euro, auch die defensiv geltenden Versorger verlieren. Hier belasten Abstufungen durch Societe Generale. RWE büßen 0,6 Prozent auf 64,66 Euro nach und Eon 0,6 Prozent auf 26,62 Euro.

Deutlich schwächer entwickeln sich Solarwerte, nachdem in den Vereinigten Staaten First Solar trotz Vorlage überzeugender Geschäftszahlen nachbörslich um rund 7 Prozent nachgaben. Im Handel wurde dies damit begründet, dass vor allem der Ausblick enttäuscht habe. Für den deutschen Markt erwartet das Unternehmen auf Grund der Senkung der Einspeisevergütung 2010 nahezu kein Wachstum. Phoenix Solar geben 0,7 Prozent auf 29,54 Euro, SMA Solar 1,4 Prozent auf 82,32 Euro oder Solarworld 1,7 Prozent auf 11,36 Euro. Manz Automation gewinnen allerdings 4,4 Prozent auf 59,96 Euro, nachdem das Unternehmen Aufträge aus Asien im Volumen von 26 Millionen Euro gemeldet hat.

Deutscher Rentenmarkt knapp gehalten

Die überraschende Anhebung des amerikanischen Diskontsatzes belasteten den Kurs des Euro-Bund-Future am Freitag leicht. „Wir rechnen damit, dass die Maßnahme der Fed heute noch nachwirkt, was die Renditen weiter aufwärts klettern lassen könnte“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Am Donnerstag hatte die Notenbank überraschend den Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte auf nun 0,75 Prozent. Zwar habe die Notenbank eine Erhöhung des Diskontsatzes schon ins Gespräch gebracht, der frühe Termin sei jedoch unerwartet gekommen. Die Notenbanker machten jedoch deutlich, dass diese Maßnahme nicht als Signal für eine weitere Straffung der Geldpolitik zu verstehen ist. Die Leitzinsen sollen noch für einen längeren Zeitraum auf ihrem derzeitigen niedrigen Niveau verharren, erwartet die HSH Nordbank. Die Handelsspanne sehen die Experten zwischen 122,60 bis 123,40 Punkten. Im frühen Handel liegt der Konktrakt mit einem hauchdünnen Minus von drei Stellen bei 122,97 Prozent.

Euro nach amerikanischer Zinserhöhung unter Druck

Der Euro ist nach der überraschenden amerikanische Diskontsatz-Erhöhung am Donnerstagabend deutlich zurückgefallen und markiert die tiefsten Stände seit Mai 2009. Gegen 8.00 Uhr steht die Gemeinschaftswährung bei 1,3471 Dollar nach Ständen von über 1,36 Dollar am Vorabend vor Bekanntwerden der Zinserhöhung. „Die Zinserhöhung hat dem Erholungsansatz des Euro den Zahn gezogen“, so ein Händler. Er spricht von einer Dollar-Stärke, denn auch gegen den Yen steigt der Greenback, und zwar auf den höchsten Stand seit fünf Wochen. „Die amerikanische Notenbank kommt schneller aus den Startlöchern für die zinspolitische Wende als die EZB“, so ein weiterer Händler. Zwar hat die amerikanische Notenbank Fed mitgeteilt, die Diskonterhöhung bedeute keine Änderung der Zinspolitik. „Der Markt richtet sich aber darauf ein“, so der Händler. Er verweist auch auf das Protokoll der jüngsten regulären Notenbank-Sitzung, nach der der Offenmarktausschuss über den Verkauf von Wertpapieren zum Verkürzen der Notenbank-Bilanzsumme nachdenkt. Eine Erhöhung der Fed-Fund-Rate sei vermutlich spätestens vor der Jahresmitte zu erwarten. „Die Diskonterhöhung macht den Dollar attraktiver“, so ein weiterer Marktteilnehmer. Außerdem gilt der Schritt als Zeichen dafür, dass die amerikanische Notenbank die Wirtschaftsentwicklung in den Vereinigten Staaten positiv einschätzt. Neue Impulse könnten am Freitag von den amerikanischen Verbraucherpreis-Daten sowie den amerikanische nRealeinkommen am Nachmittag ausgehen. Am Vormittag werden diverse europäische Einkaufsmanager-Indizes sowie britische Einzelhandelsumsätze veröffentlicht. Aus technischer Sicht habe der Euro dagegen eine Stabilisierungschance, heißt es am Markt. Bei 1,3460 Dollar, also fast genau auf dem derzeitigen Niveau, verlaufe das 61,8-Fibonaccci-Retracement der Aufwärtsbewegung von 1,2460 Dollar bis 1,5145 Dollar. Darunter verlaufe eine Unterstützung erst im Bereich der Tiefs vom vergangenen April bei knapp 1,30 Dollar. Erholen könnte sich der Euro, wenn er das letzte Zwischentief bei 1,3550 Dollar wieder überwinde. Allerdings warteten viele Marktteilnehmer nur auf eine Erholung des Euro, um Dollar zu kaufen, so ein Händler. Ein anderer Händler meint dagegen, der Markt sei in weiten Teilen pro Dollar positioniert, das spreche für eine Gegenbewegung. Die Feinunze Gold wird gegen 8.00 Uhr mit 1.102,20 Dollar gehandelt nach einem Londoner Nachmittag-Fixing von 1.118 Dollar am Donnerstag.

Aktienmärkte in Tokio schließen schwach

Die Anhebung der Diskontrate durch die amerikanische Notenbank Fed hat die japanischen Aktien am Freitag sehr schwach schließen lassen. Der Nikkei-225-Index sank um 2,1 Prozent oder 212 Punkte auf 10.124. Für den Topix ging es um 1,7 Prozent oder 16 Punkte abwärts auf 889. Bae Sung-young von Hyundai Securities sagte, der Zinsschritt wecke bei den Marktteilnehmern Sorgen, dass die geldpolitische Straffung weltweit früher einsetzt als bislang erwartet. Die Federal Reserve hatte am Donnerstagabend die Diskontrate, zu der Geschäftsbanken Geld leihen können, um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent erhöht. Ein Manager eines Brokers sagte, die Anleger seien besorgt darüber, wie die amerikanische Märkte auf den Zinsschritt reagieren werden. In Tokio gaben die Notierungen auf breiter Front nach: Nippon Steel um 2,4 Prozent auf 322 Yen, Nikon um 3 Prozent auf 1.967 Yen und Advantest um 3,5 Prozent auf 2.158 Yen. Auch die Aktien von Immobilien- und Bauunternehmen sowie Handelshäusern gaben nach. Die Aktien von Zementherstellern reagierten dagegen mit Aufschlägen auf einen Bericht des „Nikkei“, dass führende Zementproduzenten Überkapazitäten in Japan reduzieren wollten. Marktführer Taiheiyo Cement plane eine Reduzierung um 30 Prozent und Ube Industries, die Nummer vier, eine Verringerung um 20 Prozent, heißt es in dem Bericht. Taiheiyo stiegen um 3,6 Prozent auf 115 Yen, während Ube nach zwischenzeitlichen Aufschlägen 1,3 Prozent tiefer schlossen bei 223 Yen. Für Toyota Motor ging es aufgrund anhaltender Sorgen wegen der Rückrufe von Fahrzeugen weiter bergab um 1,8 Prozent auf 3.300 Yen.

Aktien in Seoul schließen schwach

Die südkoreanischen Aktien haben am Freitag sehr schwach geschlossen nachdem die amerikanische Notenbank Fed die Diskontrate angehoben hat. Der Kospi fiel um 1,7 Prozent oder 27 Punkte auf 1.594. Analyst Park Seok-hyun von KTB Securities sagte, der Schritt der Fed habe Ängste vor einer geldpolitische Straffung wiederbelebt. Er erklärte die negative Reaktion der Anleger damit, dass die Zentralbank den Schritt früher als erwartet unternommen habe. Die Federal Reserve hatte am Donnerstagabend den Diskontsatz, zu der Banken mit Liquiditätsschwierigkeiten Geld leihen können, um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Analysten zufolge belasteten auch aggressive politische Signale aus Nordkorea. Die dortige Staatsführung hatte sich dagegen ausgesprochen, das Atomwaffenprogramm im Austausch für Wirtschaftshilfe aufzugeben. Die Ängste vor einer Straffungspolitik hätten insbesondere Banken- und Bautitel belastet, sagten Analysten. KB Financial Group fielen um 3,5 Prozent auf 50.200 Won, Shinhan Financial Group um 2,9 Prozent auf 41.350 Won und Woori Finance Holdings um 2,2 Prozent auf 13.200 Won. Für Hyundai Engineering and Construction ging es um 2,1 Prozent abwärts auf 59.600 Won und für GS Engineering & Construction um 3,1 Prozent auf 88.300 Won. Auch die Marktschwergewichte gaben überwiegend nach: Samsung Electronics um 1,9 Prozent auf 760.000 Won, Posco um 1,8 Prozent auf 533.000 Won und Korea Electric Power um 3,7 Prozent auf 37.850 Won.

Börsen Chinas schließen schwach

Nach der Anhebung der Diskontrate durch die amerikanische Notenbank Fed hat die Hongkonger Börse am Freitag sehr schwach geschlossen. Der Hang-Seng-Index brach um 2,6 Prozent oder 528 Punkte ein auf 19.894 und fiel damit unter die psychologisch wichtige Marke von 20.000 Punkten. Der Index beendete die Sitzung nur knapp über dem Tagestief von 19.875 Punkten. Alle bis auf zwei Indexwerte gaben nach. Das Handelsvolumen dehnte sich auf 43 Milliarden von 34 Milliarden Hongkong-Dollar aus. Die Börsen in Schanghai und Shenzhen waren wegen des chinesischen Neujahrsfestes geschlossen. Die Federal Reserve hatte am Donnerstagabend den Diskontsatz, zu der Banken mit Liquiditätsschwierigkeiten Geld leihen können, um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Mark To, Head of Research der Wing Fung Financial Group, sagte, die Anleger seien nun besorgt, dass die geldpolitische Straffung schneller vollzogen wird als bislang erwartet. Besonders Immobilienaktien litten darunter: Henderson Land fielen um 4,2 Prozent auf 48,60 Hongkong-Dollar, Wharf Holdings um 3,7 Prozent auf 39,50 Hongkong-Dollar und Sino Land um 3,4 Prozent auf 13 Hongkong-Dollar. To sagte, er erwarte, dass die Aktien von Immobilienentwicklern sich wegen Sorgen nach der Zinsanhebung weiterhin unterdurchschnittlich entwickeln werden, da die Hongkonger Zinsen denen in den Vereinigten Staaten wegen der Kopplung des Hongkong-Dollars an den amerikanische Dollar folgten. Im Rohstoffsektor sanken Chalco um 4,2 Prozent auf 7,13 Hongkong-Dollar, Jiangxi Copper um 3,7 Prozent auf 15,46 Hongkong-Dollar und Zijin Mining um 3,2 Prozent auf 6,42 Hongkong-Dollar. Analysten prognostizierten für Rohstoff- und Energiewerte weiteren Abwärtsdruck, da der amerikanische Dollar wegen der geldpolitischen Straffung weiter aufwerten werde.

Ölpreise gefallen - Gestiegener amerikanischer Dollar belastet

Die Ölpreise sind am Freitag zu Handelsbeginn gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März sank auf 78,01 amerikanische Dollar. Das waren 1,05 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im April gab um 98 Cent auf 76,80 Dollar nach. Vor allem der gestiegene amerikanische Dollar habe die Ölpreise belastet, sagten Händler. Die amerikanische Notenbank hatte am Freitag den Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Der Diskontsatz ist weniger wichtig als der Leitzins. Zum Diskontsatz können sich Banken in Notfällen Geld von der Fed leihen. Beobachter sehen in der Maßnahme jedoch einen weiteren Schritt zur Rückführungen der in der Finanzkrise ergriffenen außerordentlichen Maßnahmen. Ein Übergang zu einer weniger expansiven Geldpolitik könnte durch ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft die Nachfrage in den Vereinigten Staaten nach Rohöl dämpfen.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die Aktien tendierten am Donnerstag im nachbörslichen amerikanischen Handel leichter als im regulären Handel. Der Nasdaq After Hour Index fiel um 11,54 Punkte auf 1808,72 Punkte.

Die Aktien der großen amerikanischen Banken haben am Donnerstagabend im nachbörslichen Handel mit Abschlägen auf die Erhöhung der Diskontrate durch die Notenbank Fed reagiert. Die Aktien der Bank of America sanken auf um 1,7 Prozent auf 15,61 Dollar, die der Citigroup um 1,7 Prozent auf 3,37 Dollar und jene von J.P. Morgan Chase um 1,2 Prozent auf 39,94 Dollar. Die Federal Reserve hatte am Donnerstagabend den Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Im Rahmen des Diskontfensters können Banken, die in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind, unbegrenzt Mittel gegen Sicherheiten aufnehmen. Dellpapiere fielen um 5,8 Prozent auf 13,60 Dollar. Die Quartalszahlen des Computeranbieters hatten sich nicht so gut entwickelt wie die des Wettbewerbers Hewlett-Packard (H-P). Dell hatte in dem Bereich Mobility, der das Notebook-Geschäft umfasst, einen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent höheren Quartalsumsatz veröffentlicht, während H-P bei Notebooks einen Anstieg um 25 Prozent vermeldet hatte. Die Desktop-Umsätze von Dell waren um 3 Prozent gesunken, während sie bei H-P um 16 Prozent gestiegen waren. Die Papiere von First Solar brachen nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen um 7 Prozent auf 117,47 Dollar ein.

Wall Street schließt freundlich - Kursgewinne im späten Handel

Nach deutlichen Kursaufschlägen in den letzten beiden Handelsstunden hat die Wall Street am Donnerstag mit einer freundlichen Tendenz die Sitzung beendet. Damit wurden bereits den dritten Tag in Folge Kursgewinne verzeichnet. Die uneinheitlich ausgefallenen amerikanischen Konjunkturdaten wurden dabei in den Hintergrund gedrängt. Der Anstieg des Philadelphia-Fed-Index stützte das Sentiment, während die wöchentlichen Erstanträge auf amerikanische Arbeitslosenhilfe stärker anstiegen als prognostiziert und zunächst belasteten. Das Interesse der Investoren habe sich wieder verstärkt auf die Unternehmensergebnisse gerichtet, so ein Händler. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) erhöhte sich um 0,8 Prozent oder 84 Punkte auf 10.393. Im Tageshoch war der Index schon bis auf 10.407 Punkte gestiegen. Der S&P-500 kletterte um 0,7 Prozent oder 7 Punkte auf 1.107. Der Nasdaq-Composite stieg um 0,7 Prozent bzw 15 Punkte auf 2.242. Umgesetzt wurden dabei 0,96 (Mittwoch: 1,02) Milliarden Aktien. Dabei standen 2.112 Kursgewinnern 936 -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 107 Titel.

Zur Eröffnung hatten sich die Kurse vor dem Hintergrund der schwachen Daten zu den amerikanische Erstanträgen noch mit Abgaben gezeigt. Die wöchentliche Zunahme fiel mit 31.000 deutlich über den erwarteten 5.000 aus. Der unerwartete Anstieg des Philadelphia-Fed-Index ließ die Notierungen dann allerdings wieder zulegen und ins Plus drehen. Der von der Federal Reserve Bank of Philadelphia berechnete Diffusionsindex für die allgemeine Wirtschaftstätigkeit in der Region ist im Februar auf plus 17,6 gestiegen. Volkswirte hatten einen Stand von plus 15,0 erwartet und damit einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Die Erzeugerpreise sind im Januar stärker gestiegen als im Marktkonsens erwartet. Im späten Verlauf schüttelte der Markt aber dann die negativen Nachrichten vollständig ab und legte deutlicher zu. „Wir befinden uns weiterhin in einem Bullen-Markt“, sagte ein Analyst. Die amerikanische Notenbank hat nach Handelsschluss den Diskontsatz um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent angehoben. Die Änderung soll ab Freitag wirksam sein. Der Schritt kommt nicht überraschend. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) vom 26./27. Januar hervorging, hatten die Währungshüter bereits zu diesem Zeitpunkt eine Anhebung des Diskontsatzes - mit dem Geschäftsbanken Geld direkt von der Fed ausleihen können - um 25 Basispunkte diskutiert.

Wal-Mart waren mit einem Abschlag von 1,1 Prozent auf 53,47 Dollar schwächster Wert im DJIA. Der größte Handelskonzern der Welt hat zwar mit einem Gewinn je Aktie von 1,21 Dollar die Konsensprognose von Analysten von 1,12 Dollar übertroffen. Der Nettoumsatz des Konzerns blieb jedoch mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 113,65 Milliarden Dollar hinter den Erwartungen etwas zurück. Analysten hatten mit 114,36 Milliarden Dollar gerechnet. Gesucht waren dagegen Boeing mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent auf 62,89 Dollar und Du Pont, die um 1,5 Prozent auf 33,62 Dollar zulegten. Die Technologiewerte zeigten sich mit einer uneinheitlichen Tendenz. Die Aktien von Hewlett-Packard erhöhten sich um 1,4 Prozent auf 50,81 Dollar. Vor allem der verbesserte Ausblick des PC-Herstellers wurde von den Investoren positiv aufgenommen. Der Konzern erhöhte am Vorabend nach Handelsschluss die Prognose für das laufende Geschäftsjahr auf eine Gewinnspanne von 4,37 Dollar bis 4,44 Dollar je Aktie. Zuvor hatte Hewlett-Packard 4,25 Dollar bis 4,35 Dollar prognostiziert.

Analog Devices legten um 4,2 Prozent auf 29,57 Dollar zu. Das Unternehmen hat mit dem Ausblick auf das zweite Quartal die Schätzungen der Analysten zum Teil deutlich übertroffen. Auch die nach Handelsende am Vortag veröffentlichen Ergebnisse für das erste Quartal lagen über der Konsensschätzung. Applied Materials fielen um 2,2 Prozent auf 12,68 Dollar. Nach einem Vorjahresverlust ist der Chip-Ausrüster im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (per 31. Januar) in die Gewinnzone zurückgekehrt. Die Aktien von Applied Materials sind in den vergangenen acht Handelstagen allerdings um rund 10 Prozent gestiegen. Nvidia büßten 6,6 Prozent auf 16,67 Dollar ein. Und das, obwohl der Hersteller von Grafikchips sowohl mit dem Umsatz als auch mit dem Gewinn im vierten Quartal die Erwartungen übertroffen hat. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass die Nachfrage die Liefermöglichkeiten weiter übertreffe. Nvidia-Aktien sind seit Anfang Februar um rund 16 Prozent gestiegen. „Gewinnmitnahmen“, lautete die Vermutung eines Händlers zu den Kursverlusten der Aktie.

Amerikanische Anleihen im späten Handel mit Kursverlusten

Mit Abgaben haben sich die amerikanische Anleihen am Donnerstag im späten Handel in New York gezeigt. Zur Begründung wurde auf die überaus positiv interpretierten amerikanischen Konjunkturdaten verwiesen, was die Hoffnungen auf eine konjunkturelle Erholung in den Vereinigten Staaten weiter verstärkte. Zunächst sorgte ein deutlicher als erwarteter Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für Umschichtungen in den Anleihemarkt. Die wöchentliche Zunahme fiel mit 31.000 weit über den erwarteten 5.000 aus. Der unerwartete Anstieg des Philadelphia-Fed-Index ließ die Notierungen dann allerdings wieder nachgeben und ins Minus fallen. Die Kurse zehnjähriger Anleihen mit einem Kupon von 3,625 Prozent gaben um 18/32 auf 98-17/32 nach und rentierten mit 3,803 Prozent. Der Kurs der mit 4,625 Prozent verzinsten 30-jährige Staatsanleihe reduzierte sich um 17/32 auf 98-09/32. Ihre Rendite stieg von 4,698 auf 4,732 Prozent. Der von der Federal Reserve Bank of Philadelphia berechnete Diffusionsindex für die allgemeine Wirtschaftstätigkeit in der Region ist im Februar auf plus 17,6 gestiegen. Volkswirte hatten einen Stand von plus 15,0 erwartet und damit einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Die amerikanische Notenbank hat nach Handelsschluss den Diskontsatz um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent angehoben was die Anleihen weiter unter Druck setzte. Die Änderung soll ab Freitag wirksam sein. Der Schritt kommt nicht überraschend. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) vom 26./27. Januar hervorging, hatten die Währungshüter bereits zu diesem Zeitpunkt eine Anhebung des Diskontsatzes - mit dem Geschäftsbanken Geld direkt von der Fed ausleihen können - um 25 Basispunkte diskutiert. Am Donnerstag gab zudem das amerikanische Finanzministerium Details zu den in der kommenden Woche geplanten Auktionen bekannt. So werden zweijährige Papiere im Volumen von 44 Milliarden Dollar begeben, fünfjährige Titel im Umfang von 42 Milliarden Dollar und siebenjährige Anleihen mit einem Volumen von 32 Milliarden Dollar.

Lateinamerikas Börsen schließen am Donnerstag erneut im Plus

Die wichtigeren lateinamerikanischen Börsen haben auch am Donnerstag Gewinne verzeichnet. In Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires stieg der Merval-Index um 13,77 Punkte oder 0,59 Prozent auf 2334,44 Punkte. In der brasilianischen Wirtschaftsmetropole São Paulo nahm der Bovespa-Aktienindex um 551,51 Zähler oder 0,82 Prozent auf 67 836,08 Punkte zu. In Mexiko-Stadt endete der Wertpapierhandel ebenfalls im Plus: Der Aktien-Index IPC stieg um 247,67 Punkte (0,87 Prozent) auf 32 170,79 Zähler.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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