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Blick auf den Finanzmarkt Dax verliert deutlich

31.08.2010 ·  Die anhaltenden Sorgen um die Erholung der amerikanischen Wirtschaft drücken den Dax am Dienstag deutlich ins Minus. „Die Vorgaben aus Asien und Amerika waren katastrophal,“ sagt ein Händler. Das gilt vor allem für das Minus des Nikkei von 3,6 Prozent.

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Belastet von schwachen Vorgaben aus Übersee ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag mit kräftigen Verlusten in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex Dax verliert 0,9 Prozent auf 5857 Punkte. Für den MDax geht es um 1,25 Prozent auf 8008 Punkte nach unten. Der TecDax gibt ebenso stark auf 734 Punkte nach.

Börsianer begründen den schwachen Auftakt mit den teils deutlichen Kursrückgängen an der Wall Street, wo Präsident Obama die Sorgen der Anleger nicht mildern konnte. Obama stellte zwar zusätzliche Schritte zur Stimulierung der Wirtschaft in Aussicht, Händler beurteilten die Aussagen aber als nicht konkret genug, um für Entlastung zu sorgen. Der Future auf den amerikanischen Leitindex rutschte daraufhin unter die 10.000 Punkte ab. In Tokio gab zudem der Nikkei 225 um mehr als 3,5 Prozent nach.

Am Nachmittag dürften amerikanischen Konjunkturdaten wie der Chicago-Einkaufsmanagerindex und das Verbrauchervertrauen im August als neue Indikatoren für den Zustand der amerikanischen Wirtschaft über die Stimmung der Börsianer entscheiden. Am Abend folgt noch das Sitzungsprotokoll der amerikanischen Notenbank Fed.

Rentenmarkt mit deutlichen Kursgewinnen

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag deutlich fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 38 Basispunkte auf 134,57 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 122,60 Prozent.

Auch im gesamten Tagesverlauf rechnen Experten mit einer festen Tendenz. Nach der gestrigen Rallye der Staatsanleihen werde der Spielraum für weitere Kurssteigerungen aber geringer, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Aufgrund bestehender Rezessionsängste dürften neue Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten besonders im Blick stehen. Den Bund-Future sieht die HSH Nordbank zwischen 133,45 bis 135,09 Punkten.

Flucht aus Währungsrisiken geht weiter

Mit dem wieder steigendem Pessimismus der Anleger geht die Flucht aus als riskant geltenden Währungen am Dienstagmorgen weiter. So baut der Dollar seine Verluste gegen den Yen aus und notiert nur noch unweit der Marke von 84 Yen. Die am Vortag angekündigten Maßnahmen der Bank of Japan zur Stützung der Wirtschaft wurden von Investoren als unzureichend bezeichnet.

Weiterhin wird über baldige Interventionen zur Schwächung des Yen spekuliert, Analysten halten diese zum jetzigen Zeitpunkt allerdings für unwahrscheinlich.

Ein anderer Gewinner der Risikoscheu ist der Schweizer Franken, der sowohl gegen den Greenback als auch den Euro zulegen kann. Gegen die Einheitswährung wurde mit 1,2934 Franken sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Der Euro baut derweil seine Verluste gegen den Dollar weiter aus. Die Anleger zeigen sich besorgt über die Aussichten der amerikanischen Wirtschaft und die damit verbundenen Folgen für das weltweite Wachstum.

Mit Enttäuschung wurde in diesem Zusammenhang die Rede von amerikanischen Präsident Obama zur Kenntnis genommen. Diese habe keine konkreten Hinweise auf zusätzliche Stützungsmaßnahmen enthalten. „Zu wenig zu spät“, heißt es im Handel. Am Wochenende hatte Yale-Professor Robert Shiller davor gewarnt, dass die amerikanische Wirtschaft gerade dabei sein könnte, wieder in die Rezession abzugleiten.

Die Investoren warten nun mit großer Spannung auf den ISM-Index am Mittwoch sowie dem Arbeitsmarktbericht am Freitag. Am Berichtstag stehen mit dem Case-Shiller-Hauspreisindex für Juni, dem Einkaufsmanagerindex Chicago August sowie dem Index des Verbrauchervertrauens August ebenfalls wichtige Daten zur Veröffentlichung an. Am Abend folgt dann das Fed-Protokoll der Sitzung vom 10. August.

Konjunktursorgen belasten Asiens Börsen

Die anhaltenden Sorgen um die amerikanische Wirtschaft haben die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag ins Minus gedrückt. Vor allem die Tokioter Börse verbuchte tiefrote Zahlen. Enttäuschung über die am Markt verpufften Maßnahmen gegen den Höhenflug des Yen belasteten hier die Stimmung zusätzlich. Zudem entschlossen sich viele Anleger nach zwei Handelstagen mit Kursaufschlägen zu Gewinnmitnahmen und flüchteten in Rentenpapiere.

In Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 3,6 Prozent tiefer bei 8824 Punkten. Es war der größte Tagesverlust seit drei Monaten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor knapp drei Prozent auf 804 Zähler. Auch die Börsen in Shanghai, Hongkong, Seoul, Taiwan und Sydney folgten den negativen amerikanischen Vorgaben und lagen deutlich im Minus.

„Am Markt werden scheinbar weitere Schritte von den japanischen Behörden eingefordert, nachdem die Maßnahmen der Notenbank den Yen-Anstieg nicht stoppen konnten“, sagte Analyst Masayuki Otani von Securities Japan. Der nächste Schritt müsse dann wohl eine Intervention am Devisenmarkt sein. Die Bank von Japan hatte am Montag ihre Finanzierungshilfen für Banken aufgestockt. Die Regierung kündigte ihrerseits Konjunkturstützen an und signalisierte die Bereitschaft, direkt in das Marktgeschehen
einzugreifen. Die Maßnahmen zeigten jedoch kaum Wirkung. Der Yen verharrte zum Dollar weiter in der Nähe seines in der Vorwoche erreichten 15-Jahres-Hochs.

Auch die Sorgen vor einer abermaligen Rezession in den Vereinigten Staaten vermiesten den Börsianern in Fernost den Handelstag. Viele Anleger trennten sich von Aktien, weil sie befürchteten, dass die amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Freitag enttäuschen werden, sagte Analyst Takashi Ushio von Marusan Securities.

Der hohe Yen und die Sorgen um die amerikanischen Wirtschaft belasteten vor allem Exportwerte. Zu den Verlieren gehörten denn auch Unternehmen wie der Kamerahersteller Canon und der Unterhaltungselektronikriese Sony. Canon-Aktien büßten 4,5 Prozent ein,
Sony-Titel verloren 3,7 Prozent. Die Papiere des weltgrößten Autobauers Toyota gaben 2,4 Prozent nach, die von Tokyo Steel fielen um 4,5 Prozent.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Etwas leichter haben sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft entwickelt. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,37 Punkte auf 1771,70 Zähler.

Der Aktienkurs von Winn-Dixie Stores blieb im Anschluss an die Vorlage von Viertquartalsdaten kaum verändert. Nach einer zunächst viel positiveren Reaktion mit einem Kurssprung von 7 Prozent stiegen sie nur noch um 0,1 Prozent auf 8,03 Dollar. Der Supermarktbetreiber hatte für das abgelaufene Quartal einen Gewinnanstieg auf 0,25 (Vorjahr: 0,17) Dollar je Aktie und einen Umsatz von 1,75 (1,72) Milliarden Dollar ausgewiesen. Analysten hatten einen Gewinn von 0,13 Dollar je Aktie und einen Umsatz von 1,79 Milliarden Dollar erwartet.

Angst vor neuer Rezession lastet schwer auf Wall Street

Die Furcht vor einem Rückfall in die Rezession hat die amerikanischen Börsen zu Beginn der neuen Woche belastet: Die drei großen Indizes gaben jeweils mehr als ein Prozent nach. Präsident Obama kündigte in einer mit Spannung erwarteten Rede zwar neue Konjunkturprogramme an, konnte die Sorgen der Anleger damit aber nicht zerstreuen. Die Börsianer vermissten in Obamas Äußerungen konkrete Vorhaben und ließen die Kurse weiter abgleiten. Auch der größte Anstieg bei den amerikanischen Konsumausgaben seit vier Monaten überzeugte nicht. Die überraschende Spendierfreude der amerikanischen Verbraucher sei nicht von Dauer, befürchteten Anleger. Deshalb richteten viele ihren Blick auf neue Konjunkturdaten im Verlauf der Woche.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.150 und einem Tief von 10.007 Punkten. Er schloss 1,4 Prozent leichter bei 10.009 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,5 Prozent auf 1048 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,6 Prozent auf 2119 Punkte.

Obamas Wirtschaftsberater erwägen, mit Steuersenkungen für Unternehmen den Arbeitsmarkt zu beleben. Auch eine Verlängerung von Steuererleichterungen für die Mittelschicht werde in Erwägung gezogen, sagte Obama. Mark Luschini, Anlagestratege bei Janney Montgomery Scott, zeigte sich enttäuscht von Obamas Ankündigungen. Zur Schaffung von Arbeitsplätzen habe er vom Präsidenten nichts Neues gehört, zur Förderung des Verbrauchervertrauens habe sich Obama gar nicht geäußert.

Der private Verbrauch macht in den Vereinigten Staaten gut zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Im Juli steigerten die amerikanischen Bürger ihre Konsumausgaben zwar um 0,4 Prozent und damit etwas stärker als erwartet. Damit die Kunden dauerhaft wieder tiefer ins Portemonnaie greifen, muss sich nach Ansicht der Experten die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern.

Burt White von LPL Financial sieht hier die Konzerne in der Pflicht: Ohne eine Verbesserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt würden die Verbraucher nicht dauerhaft mehr ausgeben. „Irgendwann müssen die Unternehmen ihren Beitrag leisten und Leute einstellen.“

Die Anleger trennten sich von Aktien in verschiedensten Branchen, vor allem aber im Bankensektor: So gaben die Titel von Bank of America 2,5, von Citigroup 2,3 und von JP Morgan 2,1 Prozent nach.

Auch das sich weiter drehende Übernahmekarussell konnte die Anleger nicht aus der Defensive locken. Der französische Pharmariese Sanofi-Aventis will für 18,5 Milliarden Dollar den amerikanischen Biotechnologiekonzern Genzyme übernehmen. Genzyme lehnte ab. Die Hoffnung auf ein höheres Gebot trieb die Genzyme-Aktie um 3,4 Prozent nach oben.

Der Poker um den Datenspeicher-Spezialisten 3PAR geht weiter: Der amerikanische Computerriese Dell prüft, ob der Konzern das abermals aufgestockte Angebot von Hewlett-Packard abermals überbieten wird. Dell-Papiere legten 1,2 Prozent zu, HP-Papiere gewannen 1,5 Prozent. Mit den 3PAR-Titeln ging es dagegen knapp zwei Prozent bergab.

Intel setzte unterdessen seine Einkaufstour fort. Für 1,1 Milliarden Euro übernimmt der weltgrößte Chipkonzern die Mobilfunksparte des deutschen Halbleiterkonzerns Infineon. Die Intel-Aktie reagierte mit einem Abschlag von 2,2 Prozent.

Amerikanische Anleihen sehr fest

Mit deutlichen Aufschlägen haben sich am Montag im späten Geschäft in New York die amerikanischen Anleihen gezeigt. Anhaltende Sorgen vor einer konjunkturellen Abschwächung in den Vereinigten Staaten haben für starke Umschichtungen in den „sicheren Hafen“ der Anleihen gesorgt. Damit wurden die Abgaben vom Freitag, im Anschluss an die positiven Aussagen von Fed-Chairman Ben Bernanke wieder etwas aufgeholt. Die Aufschläge hätten sich mit den Abgaben an Wall Street im späten Handel noch verstärkt.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent erhöhten sich um 29/32 auf 100-23/32 und rentierten mit 2,54 Prozent. Der mit 3,875 Prozent verzinste Longbond stieg um 1-21/32 auf glatt 105 und rentierte mit 3,60 Prozent. Zudem würden bereits viele Anleger mit einem enttäuschenden amerikanischen Arbeitsmarktbericht für August am Freitag rechnen, was das Sentiment ebenfalls beflügelt habe, so ein Teilnehmer.

Jüngster Katalysator für die amerikanischen Anleihen waren aber die Maßnahmen der Bank of Japan (BoJ). Nach einer Dringlichkeitssitzung hatte diese eine Ausweitung der Kreditfazilität angekündigt. Zur Begründung verwies BoJ-Gouverneur Masaaki Shirakawa auf die zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten, die daraus folgende Aufwertung des Yen zum Dollar und die fallenden Aktienkurse. Er schloss nicht aus, dass die BoJ ihre Beurteilung der Wirtschaftslage wieder senken könnte.

Die amerikanischen Konjunkturdaten des Tages stützten den Anleihemarkt ebenfalls. Die amerikanischen Verbraucher haben im Juli ihre Ausgaben gesteigert, während die Einkommen nur schleppend wuchsen, was Beobachter als Zeichen für eine weiterhin fragile amerikanische Wirtschaft sehen. Zudem kam es laut Marktbeobachtern vor dem Monatsende zu Positionsanpassungen.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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