28.04.2010 · Die Furcht der Anleger vor einer Ausweitung der griechischen Schuldenkrise auf andere Euro-Staaten hat den Dax am Mittwoch erneut belastet. Gegen 10.31 Uhr verliert der Dax 1,5 Prozent auf 6.067 Punkte und notiert damit unterhalb der Unterstützung bei 6.150 Punkten.
Die Korrektur am deutschen Aktienmarkt setzt sich am Mittwoch verlangsamt fort. Gegen 10.31 Uhr verliert der Dax 1,5 Prozent auf 6.067 Punkte und notiert damit unterhalb der Unterstützung bei 6.150 Punkten. Übergeordnetes Themas sei weiter die Lage in Griechenland, so Händler. Selbst die zahlreichen Unternehmensdaten fänden da kaum Gehör. „Dass die Zahlen überwiegend gut sind, daran hat sich der Markt gewöhnt“, heißt es. Der Überraschungseffekt greife daher eher bei negativen Abweichungen.
Auf großes Interesse dürften am Berichtstag die Treffen zwischen EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit Vertretern der Bundestagsparteien oder zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit IWF-Direktor Strauss-Kahn und Weltbank-Präsident Zoellick werden. Nach Einschätzung eines Kreditanalysten muss eine Lösung in der Griechenland-Frage lange vor dem nächsten Refinanzierungstermin am 19. Mai gefunden werden. „Drei weitere Wochen halten die Finanzmärkte diesen Druck nicht aus“, so der Kommentar.
„Mit den Rating-Abstufungen für Portugal und Griechenland und dem damit verbundenen neuerlichen Stresstest für den Euroraum steht der Markt auf der Kippe“, sagt ein Händler. Lediglich eine schnelle Lösung der griechischen Refinanzierungsprobleme oder eine überraschend positive Wortwahl der Federal Reserve bei ihrer Zinsentscheidung am Abend könne für eine Fortsetzung der bislang positiven Stimmung sorgen. Es wird allgemein erwartet, dass die amerikanische Notenbank am Abend den Leitzins bei 0,00 Prozent bis 0,25 Prozent bestätigen wird. Die Hauptfrage wird sein, ob Präsident Ben Bernanke in seinem begleitenden Kommentar den Passus „über einen ausgedehnten Zeitraum“ mit Blick auf die Dauer der Niedrigzinspolitik verwenden wird. Technische Analysten hoffen, dass der Dax seine Unterstützung um 6.150 Punkte im Tagesverlauf zurückerobern kann.
Unter Druck steht zur Eröffnung weiterhin der Finanzsektor. Investoren sorgen sich um die Anleihepositionen aus der Euro-Zone in den Büchern der Institute. Auch die Diskussion, ob der Bankensektor an den Kosten eines möglichen Rettungspakets beteiligt werden soll, liegt den Anlegern auf dem Magen. Deutsche Bank verlieren 2,1 Prozent auf 51,47 Euro, Commerzbank 2,9 Prozent auf 5,92 Euro. Die Versicherer, die am Vortag stark nachgaben, können sich dagegen recht gut halten.
Den vorbörslich veröffentlichten Geschäftszahlen zahlreicher Unternehmen fällt es schwer, eigene Akzente zu setzen. So heißt es „wesentlich besser“ als erwartet zu den Gewinnen bei Merck. Auch die erhöhte Prognose für das Gesamtjahr kommen im Handel gut an. Allerdings stützt Merck den erhöhten Ausblick auf die gute Lage der Flüssigkristallsparte. „Darauf hatte der Markt nach den ähnlich guten Nachrichten von LG Display schon gesetzt“, sagt ein Händler. Die Aktie verliert 1,8 Prozent. SAP verlieren trotz positiv eingestufter Geschäftszahlen 1,1 Prozent auf 36,45 Euro. „Besonders der Umsatz mit Software und Software-bezogenen Dienstleistungen (SSRS) ist mit einem Plus von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker als erwartet gestiegen“, sagt ein Marktteilnehmer. Die LBBW bemängelt allerdings, dass sich die guten Lizenzumsätze nicht im operativen Ergebnis widerspiegelten.
Auch Infineon verlieren nach als „gut“ eingeschätzten Geschäftszahlen. Vor allem die erneut erhöhte Jahresprognose gefalle, auch wenn der Markt dies bereits nach den guten Zahlen anderer Halbleiterhersteller und von Apple erhofft habe. Bei den Gewinnziffern falle das starke Nachsteuerergebnis nach Dritten auf. „Schön, mal ein Gewinnquartal zu sehen“, sagt ein Händler. Mit Gewinnmitnahmen verlieren die Titel aber 1,5 Prozent auf 5,18 Euro. Positiv werten Händler auch die Zahlen von Vossloh. Während die Umsätze genau im erwarteten Rahmen lägen, seien die Gewinnziffern deutlich besser ausgefallen. „Der Markt scheint die Margenstärke unterschätzt zu haben“, sagt ein Händler. Die Aktie verliert 1,1 Prozent auf 78,56 Euro. Continental ziehen mit einem Plus von 2 Prozent auf 43,17 Euro stärker an. Die Geschäftszahlen des Reifenherstellers werden als überraschend positiv eingestuft.
Bei Rhön-Klinikum geht es nach Zahlen indes um 2,1 Prozent auf 17,90 Euro nach unten. Die Zahlen werden als im Rahmen der Erwartungen liegend beschrieben. Als „inline“ bezeichnen Händler auch die Zahlen von Wincor Nixdorf. Die Umsatz- und Gewinnziffern lägen alle dicht am erwarteten Konsens, dürften daher eingepreist sein. Die Aktie legt um 0,3 Prozent auf 52,05 Euro zu.
Renten-Futures starten mit leichten Gewinnmitnahmen
Der deutsche Rentenmarkt ist am Mittwoch mit leichten Gewinnmitnahmen in den Handel gestartet. Am Vortag profitierte der Markt noch von einer Flucht in den sicheren Hafen, nachdem S&P die Bonität von Griechenland und Portugal gesenkt hatte. Der Juni-Kontrakt des Bund-Futures verliert bis 8.48 Uhr 25 Ticks auf 125,09 Prozent, das Tagestief liegt bei 125,05 Prozent, das Tageshoch bei 1125,23 Prozent. Umgesetzt wurden bislang rund 68.000 Kontrakte. Für den BOBL-Future geht es um 9 Ticks auf 118,19 Prozent nach unten. Überragendes Marktthema bleibt die Griechenland-Krise. Auf großes Interesse dürften daher am Berichtstag die Treffen zwischen EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit Vertretern der Bundestagsparteien oder zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit IWF-Direktor Strauss-Kahn und Weltbank-Präsident Zoellick werden. Nach Einschätzung eines Kreditanalysten muss eine Lösung in der Griechenland-Frage lange vor dem nächsten Refinanzierungstermin am 19. Mai gefunden werden. „Drei weitere Wochen halten die Finanzmärkte diesen Druck nicht aus“, so der Kommentar. Nach der Verschärfung der Krise am Markt für Staatsanleihen ist die Offenmarktsitzung der Federal Reserve etwas in den Hintergrund der Wahrnehmung der Investoren geraten. Und das, obgleich sich die Sitzung durchaus als marktbewegend erweisen könnte. Die Hauptfrage wird sein, ob Chairman Ben Bernanke in seinem begleitenden Kommentar den Passus „über einen ausgedehnten Zeitraum“ mit Blick auf die Dauer der Niedrigzinspolitik verwenden wird. Die Leitzinsentscheidung per se ist uninteressant: Es gilt als ausgemachte Sache, dass das Niveau von 0,00 Prozent bis 0,25 Prozent bestätigt wird. Die Helaba sieht nun Widerstände bei 125,55 Prozent sowie um 126,04 Prozent. Blieben die Zinserwartungen auch nach der heutigen FOMC-Sitzung gemäßigt, stehe der Aufwärtsbewegung des Bund-Futures wenig entgegen.
Euro kaum erholt von Jahrestief
Der Euro hat sich am Mittwoch nur leicht von seinen kräftigen Kursverlusten vom Vortag nach den Herabstufungen der Kreditwürdigkeit Griechenlands und Portugals erholt. Die Gemeinschaftswährung kostete am Morgen 1,3185 Dollar. Der Dollar war damit 0,7583 Euro wert. Am Dienstag war der Euro mit 1,3146 Dollar zeitweise auf den tiefsten Stand seit knapp einem Jahr gesunken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag noch auf 1,3290 (Montag: 1,3321) Dollar festgesetzt. Der Euro kann sich aus Sicht der Landesbank Hessen-Thüringen nicht aus der Defensive lösen. Nach der Herabstufung habe sich der Abwärtssog für den Euro verstärkt. Im Mittelpunkt stehe nun das Krisentreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit EZB- Präsident Jean-Claude Trichet und IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in Berlin.
Aktien in Tokio auf Talfahrt
Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands und Portugals hat die Börsen in Fernost am Mittwoch ins Minus gedrückt. Der Markt sei besorgt, dass sich die griechische Finanzkrise auf weitere Euro-Staaten ausweite, sagten Händler. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Gemeinschaftswährung noch weiter an Wert verliert. In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,6 Prozent auf 10.924 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss zwei Prozent im Minus bei 977 Zählern. „Natürlich gibt es Sorgen, dass sich andere Länder wie bei einer Krankheit anstecken, aber ein Abkühlen der weltweiten Erholung ist unwahrscheinlich“, sagte Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities. Auf der Unternehmensseite standen Export- und Finanzwerte unter Druck. Die Papiere von Honda fielen 1,5 Prozent, die von Canon 2,5 Prozent. Die Aktien des Roboterbauers Fanuc gaben 5,3 Prozent nach. Der weltweit zweitgrößte Stahlhersteller Nippon Steel verzichtete angesichts der Unsicherheiten über Rohstoff-Kosten und Produkt-Preise zum ersten Mal auf einen Jahres-Ausblick. Die Aktie verlor 2,9 Prozent. Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Anteilsscheine des Textilfabrikanten Toray. Sie profitierten von einer Zusammenarbeit des japanischen Unternehmens mit dem Stuttgarter Autobauer Daimler bei Kohlefaserstoffen. Die zusammen entwickelten Autoteile sollen ab 2012 in Mercedes-Fahrzeugen eingebaut werden. Die Toray-Papiere gewannen 1,3 Prozent. Leichte Zuwächse verzeichneten auch Anteilsscheine von LG Electronics. Dank guter Verkäufe von Flachbild-Fernsehern, Kühlschränken und Waschmaschinen konnte der südkoreanische Elektronikkonzern seinen Quartalsgewinn leicht steigern.
Aktien in Seoul zeigen sich im Verlauf schwächer
Die Börse in Seoul notiert am Mittwoch im späten Verlauf schwächer, zeigt aber bereits leichte Erholungsansätze. Gegen 7.10 Uhr MESZ fällt der Kospi um 1,2 Prozent oder 22 Punkte auf 1.728, das Verlaufstief liegt bei 1.715 Zählern. Insbesondere die Aktien von Unternehmen mit überzeugenden Ausblicken sind gesucht und grenzen die Verluste am südkoreanischen Markt ein. „Ich denke nicht, dass die Bonitätsabstufungen von Griechenland und Portugal ein systemisches Risiko darstellen. Mit den Anpassungen an die Bonität der europäischen Schuldner näheren wir uns dem letzten Kapital der Entwicklung. An eine Ausweitung der Problematik auf andere europäische Staaten rechne ich jedoch nicht“, sagt ein Analyst mit Blick auf das Geschehen in Europa, das weltweit für Kursstürze an den Aktienmärkten gesorgt hat. Als Hauptgrund für die Marktschwäche sieht der Experte eine Korrektur nach der jüngsten Rally. Beflügelt von positiven Ausblicken steigen LG Innotek um 0,9 Prozent auf 164.500 Won und LG Chem um 2,6 Prozent auf 279.500 Won. KB Financial sinken dagegen um 3 Prozent auf 54.800 Won und Samsung Electronics um 1,6 Prozent auf 822.000 Won.
Aktien in China tendieren mittags etwas leichter
Belastet von den kräftigen Verlusten an Wall Street notiert die Börse in Schanghai am Mittwoch leicht im Minus. Bis zum Mittag (Ortszeit) löst sich die chinesische Leitbörse aber etwas von ihren Verlaufstiefs, der Schanghai-Composite sinkt nach Ende der ersten Handelshälfte um 0,3 Prozent auf 2.899 Punkte, nachdem der Index bereits 2.865 Zähler gesehen hat. Der Shenzhen-Composite fällt um 0,4 Prozent auf 1.164 Punkte und in Hongkong verliert der HSI 1,3 Prozent auf 20.994 Zähler. Händler sprechen mit Blick auf die leichte Erholung von Gelegenheitskäufen. Zudem sei die europäische Schuldenkrise am chinesischen Aktienmarkt momentan nicht das ganz große Thema. Die Sorgen über ein „Überschwappen“ der europäischen Probleme nach China gingen zurück, konstatiert ein Marktteilnehmer. „Die negativen Auswirkungen der europäischen Schuldenproblematik spielen für chinesische Aktien keine große Rolle. Die Marktschwäche resultiert mehr aus den Sorgen über mögliche Schritte zur Abkühlung des überhitzten Immobilienmarktes durch die Regierung“, erläutert ein Teilnehmer. Klare Sektortrends sind kaum auszumachen, unter den Finanzwerten verlieren China Merchants Bank 0,5 Prozent auf 13,73 Yuan. China Railway Construction büßen 0,5 Prozent auf 7,84 Yuan ein.
Ölpreise etwas leichter
Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands und Portugals hat die Ölpreise am Mittwoch unter Druck gehalten. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni kostete am Morgen 82,21 amerikanische Dollar. Das waren 23 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um 24 Cent auf 85,54 Dollar. Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Dienstag nicht nur die Bonität für Portugal von „A+“ auf „A-“ gesenkt, sondern auch die Einstufung griechischer Staatsanleihen von bisher „BBB+“ auf ein Ramschniveau von „BB+“ gesenkt. Die Aktienmärkte waren daraufhin kräftig unter Druck geraten. Die Unsicherheit wirkte sich auch an den Rohstoffmärkten aus. Angesichts der weiteren Herabstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands erhöht sich unterdessen der Druck auf die Bundesregierung, rasch über mögliche Milliardenhilfen zu entscheiden.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Dienstag gut gehalten. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 1,44 Punkte auf 2007,69 Zähler.
Die Aktien von Broadcom zeigten sich am Dienstag im nachbörslichen Handel befestigt, nachdem das Unternehmen Zahlen zum ersten Quartal ausgewiesen und einen Ausblick abgeliefert hat. Demzufolge erwartet das Unternehmen im zweiten Quartal einen Nettoumsatz zwischen 1,535 und 1,635 Milliarden Dollar, während Experten im Schnitt mit 1,42 Milliarden Dollar rechnen. Mit dem Gewinn je Aktie von 0,40 Dollar lag das Unternehmen aber unter der Prognose von 0,48 Dollar. Die Kurse der Titel steigerten sich um 2,1 Prozent auf 35,55 Dollar. Die Aktienkurse von Aflac stiegen um 0,7 Prozent auf 52,75 Dollar. Der Versicherer hat im ersten Quartal ein Ergebnis von 1,35 Dollar je Aktie erzielt. Der operative Gewinn je Aktie belief sich auf 1,41 Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 1,32 Dollar je Anteilsschein gerechnet.
Wall Street schließt schwach
Die Abstufung der Kreditwürdigkeit von Griechenland und Portugal durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat am Dienstag die Aktienkurse an Wall Street belastet und den Dow-Jones-Index unter die Marke von 11.000 Punkten fallen lassen. Im späten Handel weiteten die Notierungen die Verluste nochmals deutlicher aus. Auch hätten sich die Anleger im Vorfeld der Bekanntgabe der Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank am Mittwoch zurückgehalten. Optimistisch interpretierter amerikanische Konjunkturdaten traten mit der Entwicklung um Portugal und Griechenland in den Hintergrund. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) reduzierte sich um 1,9 Prozent oder 213 Punkte auf 10.992. Es war der punktmäßig größte Verlust des DJIA seit dem 4. Februar. Der S&P-500 rutschte unter die wichtige Unterstützung bei 1.200 Punkten und schloss mit einem Abschlag von 2,3 Prozent oder 28 Punkten bei 1.184. Der Nasdaq-Composite fiel um 2,0 Prozent oder 51 auf 2.471 Punkte. Umgesetzt wurden 1,68 (Montag: 1,22) Milliarden Aktien. Den lediglich 500 Kursgewinnern standen 2.604 -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen
89 Titel.
Die Ratingagentur S&P hat die Einstufung von Portugal gleich um zwei Stufen auf „A-“ von „A+“ gesenkt und dies mit den fiskalpolitischen Problemen des Landes begründet. Zugleich wurde die Bonität Griechenlands auf „BB+/B“ mit negativem Ausblick und damit auf „Junk-Status“ gesenkt. „Die Reaktion des Marktes ist eine steigende Unsicherheit, welche Auswirkungen dies nun in der EU haben wird“, sagte ein Teilnehmer. „Die Anleger denken nun verstärkt über das Undenkbare in Europa nach“, so ein weiterer Beobachter. Mit den Abstufungen von S&P kam auch der Euro unter Druck und fiel am Abend unter die Marke von 1,32 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit April 2009. Die Konjunkturdaten des Tages wurden dagegen vollkommen in den Hintergrund gedrängt, obwohl sie das Sentiment im frühen Verlauf noch gestützt hatten. Der vom amerikanischen Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelte Index für das Verbrauchervertrauen hat mit 57,9 Punkten die Konsenserwartung von 54 Punkten übertroffen, liegt allerdings bei nüchterner Betrachtung weiterhin aus sehr tiefem Niveau. Die Hauspreise in den Vereinigten Staaten haben ihr Vorjahresniveau im Februar, gemessen am Case-Shiller-Hauspreisindex, erstmals seit dem Jahr 2006 wieder überschritten. Allerdings spielen vorübergehende Sondereffekte eine Rolle.
Vor allem die zyklischen Werte und Finanztitel zeigten sich mit Abgaben. Caterpillar verloren 4,4 Prozent auf 68,53 Dollar und führten damit die Liste der Verlierer im DJIA an. Daneben fielen Alcoa um 4,3 Prozent auf 13,44 Dollar und Chevron gaben mit dem weiter zurückgehenden Ölpreis um 2,9 Prozent auf 80,23 Dollar nach. Bei den Finanzwerten fielen Bank of America um 3,2 Prozent auf 17,47 Dollar, die Aktien von J.P.Morgan reduzierten sich um 3,4 Prozent auf 42,41 Dollar und American Express fielen um 2,9 Prozent auf 45,79 Dollar. Die Aktien des Mischkonzerns 3M waren dagegen der einzige Gewinner im DJIA. Die Titel stiegen um 0,6 Prozent auf 87,97 Dollar, lagen damit aber deutlich unter ihrem Tageshoch von 90,25 Dollar. Das Unternehmen hat nach einem starken ersten Quartal die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erhöht. Der Gewinn je Aktie stieg um 74 Prozent auf 1,29 Dollar, der Umsatz erhöhte sich um 25 Prozent auf 6,35 (5,09) Milliarden Dollar. Gegen den Trend bei den Finanzwerten verbesserten sich Goldman Sachs um 0,7 Prozent auf 153,04 Dollar. Goldman Sachs hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten für lukrative Geschäfte genutzt und so die Finanzkrise verschärft zu haben. Das Institut reagierte mit der Erklärung auf die Veröffentlichung von internen E-Mails durch einen Ausschuss des amerikanische Senats. In diesen ist davon die Rede, dass die Investmentbank von der Immobilienkrise und dem damit zusammenhängenden Kreditmarkt profitierte.
Zudem standen Ford im Blick der Anleger. Der Autokonzern hat im ersten Quartal mehr verdient als Analysten erwartet hatten. Das Nettoergebnis stieg auf 2,09 Milliarden Dollar oder 0,50 Dollar je Aktie, verglichen mit einem Verlust von 1,4 Milliarden Dollar oder 0,60 Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Die Konsensschätzung der Analysten hatte auf ein Ergebnis je Aktie von 0,31 Dollar gelautet. Allerdings konnte die Aktie nicht von den guten Zahlen profitieren, sie gab mit den zyklischen Werten um 6,2 Prozent auf 13,57 Dollar nach. Gleiches galt auch für DuPont. Trotz guter Zahlen für das erste Quartal und einem positiven Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr konnten DuPont das Anfangsplus nicht verteidigen und fielen um 3,8 Prozent auf 39,40 Dollar. Texas Instruments reduzierten ich um 2,3 Prozent auf 26,54 Dollar. Die Aktien profitieren damit nicht von dem starken ersten Quartal und dem angehobenen Ausblick des Unternehmens.
Amerikanische Anleihen tendierten am Dienstag fest
Die Abstufungen der Kreditwürdigkeit von Portugal und Griechenland durch die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) haben bei den amerikanische Anleihen am Dienstag im späten Handel in New York für Aufschläge gesorgt. Die Ratingagentur S&P hat die Einstufung von Portugal gleich um zwei Stufen auf „A-“ von zuvor „A+“ gesenkt und dies mit den fiskalpolitischen Problemen des Landes begründet. Zugleich wurde die Bonität Griechenlands auf „BB+/B“ mit negativem Ausblick und damit auf „Junk-Status“ gesenkt. Vor diesem Hintergrund sei es zu verstärkten Umschichtungen in den „sicheren Hafen“ der Anleihen gekommen, so ein Teilnehmer. Die Kurse zehnjähriger Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent legten um 30/32 auf 99-15/32 zu. Sie rentierten mit 3,69 Prozent, nach 3,807 Prozent am Montag. Der Kurs der mit 4,625 Prozent verzinsten 30-jährigen Staatsanleihe verbesserte sich um 1-13/32 auf 100-24/32. Ihre Rendite sank von 4,666 auf 4,577 Prozent. Zudem habe der positive Verlauf der Auktion zweijähriger Notes das Sentiment gestützt. Die Auktion sei dreifach überzeichnet gewesen, hieß es. Die indirekten Gebote, wozu auch die Zentralbanken gezählt werden, lagen bei 31 Prozent nach 31,4 Prozent bei der letzten Auktion. Auch die schwache Entwicklung an Wall Street stützte, wo der Dow-Jones-Index unter die Marke von 11.000 Punkten fiel. In den Fokus rücke nun verstärkt die Sitzung der amerikanische Notenbank am Mittwoch. Wenn der Offenmarktausschuss der amerikanische Notenbank wie weithin erwartet seine Zusage bestätigt, den Leitzins für eine „extended period of time“ auf dem niedrigen Niveau belassen zu wollen, wäre eine erste Leitzinserhöhung im laufenden Jahr kaum noch zu erwarten. Denn allgemein wird diese Formel mit „mindestens sechs Monate“ übersetzt. Damit würde die Erwartung schwinden, dass eine der „Großen Drei“ - Fed, Europäische Zentralbank und Bank of Japan - noch in diesem Jahr einen Straffungszyklus einleitet, so Ökonomen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |