Mit den Bilanzvorlagen von SAP und Daimler im Blick hat der Dax am Mittwoch nachgegeben. Die Zahlen der beiden Schwergewichte sind zunächst positiv bewertet worden, führten nun aber zu sehr unterschiedlichen Kursreaktionen. Der deutsche Leitindex gab am Morgen 0,53 Prozent auf 7.310,32 Punkte ab. Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 0,80 Prozent auf 10.698,88 Punkte abwärts und der TecDax fiel um 0,35 Prozent auf 844,82 Punkte.
Börsianer verwiesen auf eine neuerliche Belastung durch den Streit um die Erhöhung der Verschuldungsobergrenze in den Vereinigten Staaten , nachdem auch am Vorabend keine Lösung gefunden wurde. „Egal was in den kommenden Tagen passiert, der Ruf der weltweit führenden Wirtschaftsmacht hat gelitten“, betonten die Experten von Close Brothers Seydler am Morgen. Mittlerweile befürchte eine wachsende Zahl von Experten, dass die Vereinigten Staaten ihr Top-Rating verlieren werden, selbst wenn sich die Politiker auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen. „Daher bleibt der Markt nervös und die Unsicherheit um die Vereinigten Staaten überschattet zum Teil die guten Zahlen der laufenden Berichtssaison.“
SAP-Aktien gewannen an der Dax-Spitze 1,91 Prozent auf 44,320 Euro, nachdem der Softwarekonzern bereits am Vorabend mit seinen Zahlen und einem leicht angehobenen Ausblick positiv überrascht hatte. UBS-Analyst Michael Briest schrieb, die starken Zahlen des zweiten Quartals schafften Vertrauen für das zweite Halbjahr.
Die Aktien von Daimler gehörten dagegen mit minus 1,04 Prozent auf 50,27 Euro zu den schwächsten Werten. Der Stuttgarter Autobauer hatte zuvor nach einem Gewinnsprung im zweiten Quartal seine Prognose angehoben. Allerdings sei das am Markt erwartet worden, so dass der positive Effekt verpuffe, hieß es von Händlerseite. Auch die schwache Bilanz von PSA Peugeot Citroen - die in Paris mit minus 7,85 Prozent bestraft wurde - drückt laut Händlern auf die Autowerte.
Noch deutlichere Verluste von mehr als vier Prozent auf 74,20 Euro verzeichneten unterdessen die Papiere von Merck KGaA. Der vor einer umfassenden Neuordnung seiner Pharmasparte stehende Dax-Konzern ist im zweiten Quartal wegen Belastungen in Millionenhöhe in die roten Zahlen gerutscht.
ThyssenKrupp stemmten sich dagegen mit plus 0,32 Prozent auf 31,760 Euro gegen den schwächeren Gesamtmarkt. Der Stahlkonzern profitierte von den Zahlen des Konkurrenten ArcelorMittal, die im zweiten Quartal besser als von Analysten erwartet ausgefallen sind. Zudem habe Nippon Steel zwar im Quartal einen Gewinnrückgang verzeichnet, rechne für das Gesamtjahr aber mit einer leichten Steigerung, hob ein Händler hervor.
Aus dem MDax warteten Unternehmen wie Praktiker, Krones, Vossloh und Puma mit Zahlen auf. Dabei reagierten Praktiker mit einem Kursrutsch um mehr als vier Prozent ans Indexende ab. Börsianer sprachen von „gemischten“ Zahlen, der Baumarkt reduzierte aber nun auch seine mittelfristige Prognosen. Bei Krones nahmen Anleger nach den jüngsten Zahlen Gewinne mit. „Umsatz und Auftragseingang waren zwar besser als erwartet, aber der Vorsteuergewinn und Überschuss haben nicht beeindruckt“, sagte ein Börsianer. Puma und Vossloh hielten sich nach ihren Quartalszahlen etwas besser als der MDax.
Kontron meldete sich als TecDax-Vertreter mit seinem aktuellen Quartalsbericht zu Wort. Für die Papiere ging es nach einer angehobenen Prognose um mehr als vier Prozent aufwärts an die Indexspitze. Händler lobten sowohl die Quartalszahlen als auch den Ausblick. Wirecard notierten nach Zahlen unverändert bei 12,350 Euro.
Bunds steigen - Sicherheit gesucht wegen amerikanischem Schuldenstreit
Die deutschen Bundesanleihen haben am Mittwochmorgen Kursgewinne verzeichnet. In den Vereinigten Staaten sind Regierung und Opposition wenige Tage vor Ablauf der Frist noch nicht zu einer Einigung über die Anhebung der Schuldenobergrenze gekommen. Damit drohen Ratingherabstufung und Zahlungsausfall. Das verstärke das Interesse der Anleger an der relativen Sicherheit der Bundesanleihen. Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen fiel um drei Basispunkte auf 2,71 Prozent. Der Bund-Future stieg um 38 Basispunkte auf 128,71 Prozent. amerikanische Staatsanleihen verloren indessen minimal an Wert. Die Rendite der 10-Treasuries lag am Morgen einen Basispunkt höher bei 2,96 Prozent. Weitere Impulse für den Markt können von den im Tagesverlauf erwarteten Juli-Daten zur Verbraucherpreisentwicklung in Deutschland kommen. Bei den Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer gab es am Morgen mit Ausnahme 10jähriger Irland-Papiere leichte Kursverluste. Am Primärmarkt wird heute eine Emission Italiens erwartet. Das Land will eine 10-jährige Anleihe im Volumen von 500 Mill. Euro bis zu 1,0 Milliarden Euro an den Markt bringen. Die Rendite der umlaufenden 10-jährigen Staatsanleihe stieg im Vorfeld um sechs Basispunkte auf 5,69 Prozent.
Dollar gerät immer tiefer unter die Räder
An den internationalen Währungsmärkten wird auch am Mittwochmorgen wieder gegen den amerikanische Dollar gewettet. Angesichts der Gefahr, dass die Vereinigten Staaten ihr Kredit-Rating „AAA“ verlieren könnten, fiel die amerikanische Währung im asiatischen Handel vor allem gegen die asiatischen Valuta auf neue Tiefstände, was die Zentralbanken von Südkorea und Thailand den zweiten Tag in Folge zum Intervenieren zwang. Die Exportaussichten dieser Länder leiden unter aufwertenden Währungen. Aber auch der Euro hat zum Greenback erneut Boden gut gemacht und ist gegen 3.00 Uhr MESZ auf ein neues Dreiwochenhoch von 1,4536 Dollar geklettert. „Mit dem starken Anstieg des Euro gestern hat sich auch die technische Lage verbessert“, sagt ein Händler. Die Gemeinschaftswährung sei aus dem Anfang Mai begonnenen Abwärtstrend zum Dollar nach oben ausgebrochen. Dies könne weitere Dollar-Verkäufe nach sich ziehen. Zum Yen hat der Dollar auf den tiefsten Stand seit dem 16. März abgewertet. Im Tagestief kostete der Dollar nurmehr 77,77 Yen. Zum Singapur-Dollar rutschte der amerikanische Dollar auf den tiefsten Stand aller Zeiten ab. Zum als sicherer Währungshafen geltenden Schweizer Franken handelt der Dollar am Morgen mit 0,8012 Franken, nachdem er am Dienstag erstmals überhaupt unter 0,80 Franken gefallen war. Im erbitterten Streit von Republikanern und Demokraten über die amerikanische Schuldenpolitik ist weiter keine Lösung in Sicht. Das Weiße Haus drohte den Republikanern mit einem Veto, sollten diese einen eigenen Plan zur Beilegung der Haushaltskrise durch den amerikanische Kongress verabschieden. Derweil argumentieren Experten, dass die Vereinigten Staaten wegen höherer Steuereinnahmen mehr Zeit für eine Lösung hätten. Gold profitiert weiter von der angespannten politischen Lage in Washington. Die Feinunze kostet im frühen Londoner Handel 1.623,77 Dollar. Am Dienstagnachmittag wurde sie mit 1.612,75 Dollar gefixt. In der Nacht hatte der Goldkurs ein weiteres Allzeithoch markiert.
Japans Börsen schließen etwas leichter - Fester Yen belastet
Belastet von negativen amerikanische Vorgaben und einem festen Yen zum Dollar hat die Börse in Tokio am Mittwoch etwas leichter geschlossen. Nach soliden Geschäftszahlen bei Fanuc und Nippon Steel erholte sich der Markt kurz vor Handelsschluss etwas von zeitweise deutlicheren Abschlägen. Der Nikkei gab um 0,5 Prozent oder 51 Punkte auf 10.047 nach, während der breitere Topix 0,8 Prozent oder 7 Punkte auf 859 einbüßte. Das Abwärtsrisiko des Marktes schätzten Analysten angesichts der Schuldenkrise in Europa und den Vereinigten Staaten als begrenzt ein. Der Nikkei dürfe sich vor diesem Hintergrund auch weiterhin über der Marke von 10.000 Punkten halten, hieß es. „Ausländische Investoren bauen keine Positionen ab, da Japan aktuell ein guter Markt ist, um Geld zu parken“, sagte ein Analyst von Ichiyoshi Investment Management und fügte hinzu, dass der Blick der heimischen Investoren unterdessen auf die anstehenden Unternehmensberichte gerichtet sei. Viele hätten im Vorfeld wichtiger Zahlen eine abwartende Haltung eingenommen. Unter den Einzelwerten verteuerten sich Fanuc um 1,2 Prozent auf 14.730 Yen, nachdem der Hersteller von Industrierobotern für das erste Quartal einen Anstieg des operativen Gewinns um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 55 Milliarden Yen vermeldet und den Ausblick auf das Gesamtjahr angehoben hatte.
Von einer Anhebung des Ausblicks profitierten auch Nippon Steel und gingen mit einem Aufschlag von 1,1 Prozent auf 266 Yen aus dem Handel. Die neuen Unternehmensprognosen seien höher ausgefallen als erwartet, hieß es. Nippon Electric Glass verbilligten sich trotz starker Ergebnisse im ersten Quartal unterdessen um 2,5 Prozent auf 996 Yen. Analysten von Goldman Sachs verwiesen zur Begründung auf von einen enttäuschenden Ergebnisausblick des Konzerns für die kommenden drei Monate. Japan Tobacco (+4,7 Prozent auf 333.000 Yen) profitierten von Hoffnungen auf Aktienrückkäufe, nachdem die japanische Regierung, die über 50 Prozent an dem Unternehmen hält, zuletzt angedeutet hatte, die Beteiligung verkaufen zu wollen. Mit den Erlösen könnten Wiederaufbauprojekte im vom Erdbeben im März getroffenen Nordosten des Landes finanziert werden, hieß es. Zu den Verlierer des Tages zählten unterdessen Versorgerwerte. Hier belasteten Sorgen über eine mögliche Beteiligung anderer Versorger an dem Stützungspaket der Regierung für Tepco. Tepco verloren 15,9 Prozent auf 431 Yen und Kyushu Electric Power 7,5 Prozent auf 1.349 Yen. Nachbörslich dürften aus Sicht von Analysten der Geschäftsausweis von Nissan (-2,4 Prozent) sowie das Beige Book der amerikanischen Notenbank im Blick stehen.
Börse in Seoul schließt etwas fester - Automobilwerte gesucht
Gestützt von Aufschlägen bei Automobilwerten hat die Börse in Seoul am Mittwoch kurz vor Handelsschluss ins Plus gedreht und etwas fester geschlossen. Negative amerikanische Vorgaben und Verkäufe ausländischer Investoren hatten den Markt zuvor belastet. Der Kospi ging mit einem Aufschlag von 0,3 Prozent bei 2.174 Punkten aus dem Handel. Zwar tendierten ausländische Anleger nach wie vor zu Verkäufen, sobald jedoch im amerikanische Schuldenstreit eine Einigung gefunden werde, dürfte diese Investorengruppe wieder auf die Käuferseite wechseln, hieß es von Analysten. Gesucht waren vor allem Automobilwerte. Hier kletterten Hyundai Motor um 2,1 Prozent auf 243.000 Won und Kia Motors um 0,1 Prozent auf 79.400 Won. Werte aus den Bau- und Versorgersektoren entwickelten sich unterdessen schlechter als der Gesamtmarkt. GS Engineering & Construction fielen um 2,4 Prozent auf 120.500 Won. Kepco verbilligten sich um 1,5 Prozent auf 26.200 Won, nachdem die Regierung eine Strompreiserhöhung ab August um 4,9 Prozent beschlossen hatte. Dies sei per se zwar positiv für den Energiekonzern, am Markt sei jedoch eine höhere Strompreisanhebung um 7 Prozent erwartet worden, hieß es. Damit der Versorger seine Kosten decken könne, sei eine Strompreissteigerung um mehr als 10 Prozent notwendig, fügte ein Analyst von Dongbu Securities hinzu. LG Electronics stiegen um 2,6 Prozent auf 83.800 Won, nachdem das Unternehmen für das zweite Quartal einen geringeren Gewinnrückgang vermeldet hatte als vom Markt befürchtet.
Börsen Chinas zeigen sich kaum verändert - Finanzwerte unter Druck
Die Börse in Schanghai tendiert am Mittwochmittag (Ortszeit) kaum verändert. Beobachter sprechen von einer Konsolidierung, die angesichts der bestehenden Unsicherheiten über die Inflationsentwicklung in China und die Schuldenkrise der Vereinigten Staaten noch ein bis zwei Wochen andauern könne. Kleine und mittelgroße Werte sind gesucht, während Standardwerte im Allgemeinen unter Druck stehen. Der Shanghai Composite Index legt um 0,1 Prozent auf 2.705 Punkte zu, der HSI in Hongkong gibt 0,1 Prozent auf 22.557 Punkte ab. Unter anderem liegen in Schanghai Finanzwerte im Minus. China Pacific Insurance verlieren 1,6 Prozent auf 20,72 Yuan, belastet von Meldungen, nach denen ein ausländischer Aktionär seine Anteile an dem Unternehmen verringert habe. Zudem bestünden Sorgen über die künftige Geschäftsentwicklung bei dem Versicherer. Die in Hongkong gelisteten HSBC büßen 0,5 Prozent auf 77,60 Hongkong-Dollar ein.
Schuldenkrise treibt Goldpreis auf neues Rekordhoch
Der Goldpreis ist am Mittwoch wegen der Sorge der Anleger vor einer Eskalation der Schuldenkrise in den Vereinigten Staaten auf ein neues Rekordhoch gesprungen. In der Spitze stieg der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) bis auf 1625,24 Dollar. Im weiteren Handel fiel der Goldpreis wieder leicht zurück auf zuletzt 1622,55 Dollar. Der Streit um eine Anhebung der Schuldengrenze in den Vereinigten Staaten und die Abwendung der drohenden Zahlungsunfähigkeit sorge für immer mehr Anspannung an den Finanzmärkten, hieß es von Händlern. Die nervöse Stimmung treibe die Anleger weiter in vermeintlich sichere Anlagen wie zum Beispiel Gold.
Ölpreise auf extremem Niveau kaum verändert
Die Ölpreise haben sich am Mittwoch vor der Veröffentlichung der neusten Daten zu den amerikanische Ölreserven kaum bewegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im September verteuerte sich im asiatischen Handel um 15 Cent auf 118,43 amerikanische Dollar. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung fiel hingegen leicht um 19 Cent auf 99,40 Dollar. Am späten Nachmittag stehen Daten zu den Lagerbeständen an Rohöl in den Vereinigten Staaten auf der Agenda. Die Anleger dürften sich bis zur Veröffentlichung mit Käufen an den Ölmärkten zurückhalten, hieß es von Händlern. Insgesamt gebe es aber vor dem Hintergrund der amerikanische Schuldenkrise eine weiter nervöse Stimmung bei den Investoren. Obwohl bereits in wenigen Tagen die Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten droht, gibt es nach wie vor keine Einigung im politischen Streit über eine Anhebung der Schuldengrenze in der größten Volkswirtschaft der Welt.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Knapp gehalten präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,68 Punkte auf 2428,77 Zähler.
Amazon hat am Dienstag im nachbörslichen amerikanische Handel im Fokus des Geschehens gestanden, nachdem das Internet-Kaufhaus mit seinem Quartalsbericht die Erwartungen des Marktes übertroffen hatte. Amazon berichtete einen Nettogewinn von 0,41 (Vorjahreszeitraum: 0,45) Dollar je Aktie und ein Umsatzplus von 51 Prozent auf 9,91 Milliarden Dollar, wohingegen Analysten lediglich mit 0,35 Dollar oder 9,37 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Zudem bezifferte Amazon den erwarteten Umsatz im laufenden dritten Quartal auf 10,3 Milliarden bis 11,1 Milliarden Dollar, verglichen mit bisherigen Analystenschätzungen von 10,35 Milliarden Dollar. Amazon gewannen 6,3 Prozent auf 227,75 Dollar. Die Aktie des Netzwerkausrüster Juniper Networks brach dagegen um 17,7 Prozent ein auf 25,86 Dollar. Das Unternehmen hatte nachbörslich seinen Quartalsausweis vorgelegt und dabei sowohl beim Umsatz als auch Gewinn die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Fester zeigten sich die Aktien von Electronic Arts mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 24,10 Dollar. Der Videospiele-Entwickler hatte auf bereinigter Basis einen Verlust von 0,37 Dollar je Aktie berichtet, was etwas besser war als mit 0,40 Dollar vom Markt erwartet. Für die Papiere von Las Vegas Sands ging es um 4,7 Prozent nach oben auf 48,46 Dollar, gestützt vom Ausweis eines Quartalsgewinns von 368 Millionen Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Kasinobetreiber einen Verlust von 5 Millionen Dollar erwirtschaftet.
Wall Street weiter fest im Griff der Schuldendebatte
Die amerikanischen Börsen haben am Dienstag uneinheitlich mit leichterem Grundton tendiert, wobei das Geschehen wie bereits an den Vortagen vom andauernden Streit um eine Erhöhung der Schuldenobergrenze der Vereinigten Staaten bestimmt wurde. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) verlor 0,7 Prozent oder 92 Punkte auf 12.501, nachdem er zum Ende des Handels noch einmal unter Druck geraten war. Der S&P-500 gab um 0,4 Prozent oder 5 Punkte auf 1.332 nach, der Nasdaq-Composite um 0,1 Prozent oder knapp 3 Punkte auf 2.840. Der Nasdaq-100 legte dagegen um 0,2 Prozent oder 5 Zähler zu auf 2.429. Umgesetzt wurden 0,84 (Montag 0,76) Milliarden Aktien, wobei es 1.035 Kursgewinner und 1.967 -verlierer gab. Unverändert tendierten 122 Aktien. Da auch die neuesten Unternehmensergebnisse insgesamt eher gemischt ausgefallenen seien, sei weiter Zurückhaltung und Vorsicht bei den Anlegern zu spüren gewesen, hieß es im Handel. Teilnehmer sprachen von einem nervösen Geschäft und wachsendem Unverständnis wegen der Unfähigkeit der Politiker, in der Schuldendebatte voranzukommen. Noch glaube die Mehrheit zwar an eine Lösung in letzter Minute, doch je näher der 2. August rücke, an dem den Vereinigten Staaten die Zahlungsunfähigkeit drohe, desto größer werde die Gefahr einer Bonitätsabwertung der Vereinigten Staaten . „Wir spielen mit dem Feuer“, meinte ein Teilnehmer.
Ein anderer Akteur sagte, er sorge sich mehr um die Entwicklung am amerikanische Arbeitsmarkt und das Konjunkturwachstum. An einen Zahlungsausfall könne er schlicht nicht glauben. In dieser Gemengelage verblassten die Konjunkturdaten des Tages, die uneinheitlich ausgefallen waren. Der unerwartete Anstieg des Verbrauchervertrauens sei zur Kenntnis genommen, aber nicht in Handlung umgesetzt worden, hieß es. Bei vielen Einzelwerten sorgten Quartalszahlen für Kursbewegungen. 3M büßten 5,4 Prozent ein auf 89,93 Dollar und waren damit maßgeblich verantwortlich für das vergleichsweise deutliche Minus im DJIA. Die Geschäftszahlen des Unternehmens hätten die Erwartungen zwar übertroffen, der Ausblick für einen der wichtigsten Geschäftsbereiche habe aber enttäuscht, begründeten Händler das Minus. Ford Motor (-1,7 Prozent auf 12,94 Dollar) hatte im zweiten Quartal wegen Sondereffekten zwar einen Gewinnrückgang um 7 Prozent hinnehmen müssen, doch vor Sondereffekten 0,65 Dollar je Anteil verdient und damit den Analystenkonsens von 0,60 Dollar übertroffen. Höhere Rohstoffkosten und ein schwächeres Überseegeschäft hätten das Ergebnis gedrückt, berichtete Ford.
Ein uneinheitliches Bild vermittelten die Quartalszahlen der Technologiewerte. Texas Instruments (TI) legten um 0,3 Prozent auf 31,57 Dollar zu. Für die Monate April bis Juni hatte das Unternehmen einen leichten Umsatzrückgang auf 3,46 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 0,56 Dollar je Aktie gemeldet. Analysten waren im Schnitt von 0,53 Dollar ausgegangen. Seine Geschäftsaussichten beurteilte TI eher vorsichtig. Netflix rutschten um 5,2 Prozent ab auf 266,91 Dollar, nachdem das Unternehmen beim Umsatz und mit der Prognose enttäuscht hatte. Lange Zeit des Handels hatte das Papier noch deutlicher im Minus gelegen, ehe es sich im späten Geschäft etwas erholte. Dagegen legten BroadCom um 9,4 Prozent auf 38,20 Dollar zu. Nach Sonderfaktoren hatte das Unternehmen einen Zweitquartalsgewinn von 0,72 Dollar je Aktie erzielt, während Analysten mit 0,64 Dollar gerechnet hatten. Im dritten Quartal sei mit einem Umsatz zwischen 1,9 Milliarden Dollar und 2 Milliarden Dollar zu rechnen, teilte BroadCom weiter mit. Analysten hatten bislang 1,93 Milliarden Dollar erwartet. RadioShack schossen trotz eines Gewinneinbruchs von 53 Prozent im zweiten Quartal um knapp 20 Prozent auf 15,69 Dollar nach oben. Die Aktie der Elektronik-Einzelhandelskette profitierte von der Meldung, im September Mobilfunkgeräte und -dienstleistungen von Verizon zu vertreiben. Amazon.com gewannen im Vorfeld der nachbörslich anstehenden Quartalszahlen 0,3 Prozent auf 214,18 Dollar. Das Papier des Druckerherstellers Lexmark International sprang um 17,6 Prozent auf 33,93 Dollar nach oben, beflügelt von besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen angesichts offenbar überwundener Zuliefererprobleme.
Amerikanische Anleihen tendierten am Dienstag freundlich
Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Dienstag im späten Handel ungeachtet des anhaltenden Streits zwischen Demokraten und Republikanern um eine Erhöhung der Schuldenobergrenze freundlich tendiert. Gegen 16.00 Uhr Ortszeit gewannen die Kurse zehnjähriger Anleihen 13/32 auf 101-14/32, die Papiere rentierten mit 2,954 Prozent. Der Kurs der mit 4,375 Prozent verzinsten 30-jährigen Staatsanleihe legte um 20/32 zu auf 101-17/32. Ihre Rendite sank von 4,32 auf 4,283 Prozent. Der Markt setze offenbar darauf, dass es noch rechtzeitig vor dem 2. August, wenn den Vereinigten Staaten ein technischer Zahlungsausfall und ein Verlust des „AAA“-Bonitätsratings drohe, zu einem Kompromiss in der Schuldenfrage kommen werde, kommentierten Händler die positive Tendenz vor dem Hintergrund der für Anleihen negativen Schuldendebatte. Nach einem bereits freundlicheren Start sei zudem die Auktion 2-jähriger amerikanischer Notes über 35 Milliarden Dollar gut verlaufen, zumal dann, wenn man den schwelenden Streit um die Schuldengrenze als Belastungsfaktor in Betracht ziehe, sagten Teilnehmer. Dem Schatzamt sei es gelungen bei der Auktion mit der Maximalrendite von 0,417 Prozent unter dem Durchschnittswert der vorangegangenen vier Auktionen zu bleiben. Dies sei zudem eine niedrigere Rendite, als die Regierung für eine erfolgreiche Platzierung erwartet habe. Die Nachfrage sei zudem nur unwesentlich schwächer gewesen als bei den vorangegangenen Auktionen und ein Indiz dafür, dass amerikanische Anleihen weiter als sicherer Anlagehafen gesucht seien, hieß es. An anderer Stelle hieß es zu den widerstandsfähigen Kursen der amerikanische Renten, möglicherweise überschatteten die globalen Unsicherheiten die Schuldenprobleme der Vereinigten Staaten . „Der Mangel an alternativen Anlagemöglichkeiten und die tiefen Taschen der asiatischen Notenbanken tragen zur Beruhigung bei und wir haben nicht den Eindruck, dass die Gefahr höherer Refinanzierungskosten ernst genommen wird, sollte keine Einigung im Schuldenstreit gefunden werden“, so eine Analyse der Societe Generale. Von den Konjunkturdaten des Tages gingen unterdessen keine klaren Richtungsimpulse aus, wie Marktbeobachter bemerkten. Die amerikanische Neubauverkäufe waren im Juni überraschend zurückgegangen, während sich andererseits die amerikanische Verbraucherstimmung überraschend aufgehellt hat.
Lateinamerikas Börsen schlossen am Dienstag uneinheitlich
Die drei Hauptbörsen in Lateinamerika haben am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Im brasilianischen São Paulo sank der Index der Bovespa-Börse (Ibovespa) um 630,64 Punkte oder 1,05 Prozent auf 59 339,90 Zähler. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt gab um 138,40 Punkte oder 0,39 Prozent auf 35 341,27 Zähler nach. Im Plus endete dagegen der Börsentag in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires: Dort stieg der Merval-Index um 37,76 Punkte oder 1,13 Prozent auf 3368,64 Punkte.
