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Blick auf den Finanzmarkt Dax tendiert freundlicher

10.05.2011 ·  Nach dem herben Rücksetzer zu Wochenbeginn ist der deutsche Aktienmarkt kräftig erholt in den Dienstag gestartet. Grund für die nach einem nur gut behaupteten Start im frühen Geschäft deutlicher anziehenden Kurse sind erste Hinweise auf den Umfang eines weiteren Hilfspakets für Griechenland.

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Nach dem herben Rücksetzer zu Wochenbeginn ist der deutsche Aktienmarkt kräftig erholt in den Dienstag gestartet. Bis 9.41 Uhr zieht der Dax um 1,0 Prozent oder 74 auf 7.485 Punkte an. Charttechnisch liegen die nächsten Hürden für den heimischen Leitindex auf dem Niveau von 7.500 Punkten. Unterstützungen finden sich im Bereich von 7.300 Punkten. Der MDax legt um 0,8 Prozent oder 81 auf 10.795 Punkte zu, für den TecDax geht es um 0,5 Prozent oder 5 auf 933 Punkte nach oben. Grund für die nach einem nur gut behaupteten Start im frühen Geschäft deutlicher anziehenden Kurse sind erste Hinweise auf den Umfang eines weiteren Hilfspakets für Griechenland. „Mit insgesamt 60 Milliarden Euro in den kommenden beiden Jahren wurden nun erstmals konkrete Zahlen genannt“, sagt ein Händler. Daher dürfte am Vormittag auch die Auktion von Schuldtiteln der Hellenen im Volumen von 1,25 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von 26 Wochen das Interesse der Börsianer auf sich ziehen. Die Agenda der Konjunkturdaten ist hingegen nicht nur dünn bestückt, sondern die avisierten makroökonomischen Kennziffern stammen noch dazu bestenfalls aus der zweiten Reihe. Auf dem Programm stehen aus den Vereinigten Staaten die Importpreise für den Monat April, Volkswirte rechnen mit einem Plus von 1,7 Prozent binnen Monatsfrist. Darüber hinaus werden die Lagerbestände im Großhandel erwartet. Hier lautet der Ökonomenkonsens auf einen Anstieg von 1,0 Prozent gegenüber Februar.

Tagesgewinner unter den Standardwerten aus dem Dax sind bislang Deutsche Post. Für die Aktien des Logistikers geht es nach den am Morgen vorgelegten Zahlen für das erste Quartal um 1,8 Prozent auf 13,73 Euro nach oben. „Sorgen, dass die Cash Cow Briefgeschäft schwächeln könnte, haben sich damit zerschlagen“, sagt Analyst Heino Ruland von Ruland Research. Infineon verteuern sich um 1,7 Prozent auf 8,14 Euro. Der Halbleiterhersteller setzt sein im Februar von den Aktionären abgesegnetes Aktienrückkaufprogramm in die Tat um. Bis März 2013 sollen bis zu 300 Millionen Euro für „Maßnahmen der Kapitalrückgewähr“ aufgewendet werden. Auf Basis des aktuellen Kursniveaus könnten damit bis zu 4 Prozent des Grundkapitals erworben werden. Im MDax rücken Aareal Bank um 2,4 Prozent auf 21,93 Euro vor. Die Risikovorsorge des Immobilienfinanzierers lag im ersten Quartal mit 18 Millionen Euro deutlich unter der Erwartung des Marktes von 23 Millionen Euro. Für centrotherm geht es nach dem Bericht zur Geschäftsentwicklung in den ersten drei Monaten um 2,5 Prozent auf 38,25 Euro nach oben. In diesem Zeitraum übertraf das Photovoltaikunternehmen sowohl auf der Umsatz- als auch auf der Ergebnisseite die Konsensprognosen.

Bund-Futures tendiert gehalten

Nach dem starken Anstieg vom Vortag kommt es am Dienstagmorgen am deutschen Anleihenmarkt zu leichten Gewinnmitnahmen. Der Juni-Kontrakt des Bund-Futures verliert bis 8.20 Uhr 2 Ticks auf 124,19 Prozent. Das Tageshoch liegt bislang bei 124,23 Prozent und das Tagestief bei 124,14 Prozent. Umgesetzt wurden bisher rund 17.000 Kontrakte. Der BOBL-Futures verliert 4 Ticks auf 115,88 Prozent. Die Schuldenkrise in der Eurozone bleibt weiter das Hauptthema am Rentenmarkt und sollte die Notierungen in den Kernländern grundsätzlich weiter stützen. Mit dem Anstieg über die Widerstandszone 123,92/95 Prozent hat sich nach Einschätzung der Helaba im Bund weiteres Aufwärtspotential entwickelt. Die nächste Hürde liege bei 124,60 Prozent, hergeleitet aus dem markanten Hoch vom 24. Februar dieses Jahres. Unterstützungen lokalisieren die Analysten bei 123,55 Prozent und im Bereich 122,98/123,00 Prozent. Die Handelsspanne liegt laut der Helaba zwischen 123,80 Prozent und 124,75 Prozent.

Eurokurs sinkt erneut - Griechenland-Unsicherheit belastet

Der Kurs des Euro ist am Dienstag nach seinen deutlichen Vortagesverlusten erneut gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,4272 amerikanische Dollar gehandelt. Ein Dollar war 0,7004 Euro wert. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch zeitweise 1,4376 Dollar gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag auf 1,4397 (Freitag: 1,4501) Dollar festgesetzt. Die Schuldenkrise Griechenlands dürfte laut Händlern weiter auf dem Euro lasten. Am Montag hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit um zwei Noten gesenkt. Der Euro fiel daraufhin um mehr als einen Cent. Die Devisenexperten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) halten einen Fall des Eurokurses bis auf 1,4150 Dollar für möglich.

Börsen Japans schließen etwas fester - Quartalsberichte stützen

Solide Quartalszahlen haben am Dienstag an der Börse in Tokio für moderate Zugewinne gesorgt. Der Aktienmarkt konnte dadurch seine Verluste aus dem früheren Handel wettmachen, die Teilnehmer auf den gegenüber dem Euro stärkeren Yen und die Bonitätsabstufung Griechenlands durch Standard & Poor's zurückführten. Der unerwartet große Handelsüberschuss von China im April habe den Handel indes kaum beeinflusst, sagten Analysten. Der Nikkei ging mit einem Plus von 0,3 Prozent oder 24 Punkten mit 9.819 Zählern aus dem Handel. Der Topix schloss 0,1 Prozent oder 1 Punkt im Plus bei 854. Der Automobilsektor profitierte laut Marktbeobachtern davon, dass Toyota zwei bis drei Monate früher als erwartet wieder normales Produktionsniveau erreichen dürfte. Ab Juli will der Konzern die bisher auf halber Kraft laufende Produktion in Japan wieder sukzessive erhöhen. Die Aktie legte 1,7 Prozent auf 3.250 Yen zu. Von der verbesserten Stimmung profitierten Nissan mit einem Plus von 0,3 Prozent auf 769 Yen und Honda mit einem Kursanstieg um 0,2 Prozent auf 3.065 Yen. Toshiba kletterten um 3,7 Prozent auf 416 Yen. Investoren goutierten damit den Gewinnausblick des Unternehmens für 2012. Sumitomo Heavy Industries haussierten um 11,8 Prozent auf 597 Yen, was Teilnehmer auf den optimistischen Ausblick des Unternehmens für 2011 zurückführen. Für Tokyo Electric Power (Tepco) ging es um 3,2 Prozent auf 484 Yen nach oben, nachdem das Unternehmen Staatshilfen beantragt hatte. Analysten verwiesen ferner auf einen Bericht, wonach die Regierung den Kauf neu ausgegebener Vorzugsaktien von Tepco erwäge. Damit wolle der Staat dem Unternehmen bei den Kompensationszahlungen unter die Arme greifen, hieß es. Nintendo verloren 0,5 Prozent auf 19.220 Yen, nachdem die Citigroup das Kursziel für die Aktie auf 17.000 Yen nach zuvor 20.000 Yen zurückgenommen hatte.

Börsen Chinas tendieren mittags etwas fester - Inflationshoffnung stützt

Die Hoffnung auf leicht abnehmenden Inflationsdruck sorgt an der Börse in Schanghai am Dienstagmittag (Ortszeit) für moderate Kursgewinne. Der Shanghai Composite Index gewinnt 0,3 Prozent auf 2.882 Punkte. In Hongkong ist die Börse aufgrund eines Feiertags geschlossen. Im April hat China 21,8 Prozent mehr Waren importiert als im Vormonat. Dies sei weit weniger als erwartet, sagt Capital Securities. Analysten hätten im Schnitt mit einem Importwachstum von 29,5 Prozent gerechnet. Dies mache Hoffnung auf einen leichten Rückgang der importierten Inflation, heißt es. Vor der am Mittwoch anstehenden Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex für April erwarten Analysten eine Konsolidierung des Index auf dem aktuellen Niveau. Ein geringerer Anstieg der Verbraucherpreise als im März dürfte dem Markt einen Schub geben, sagen Analysten.

Ölpreise fallen - Rohstoffbörse CME erschwert Spekulation

Die Ölpreise sind am Dienstag im asiatischen Handel gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete 114,40 amerikanische Dollar. Das waren 1,50 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 1,73 Dollar auf 100,82 Dollar. Die Rohstoffbörse in Chicago CME hat die Höhe der Sicherheitsleistungen für Rohölkontrakte angehoben. Dies habe die Ölpreise belastet, sagten Händler. Die CME hatte eine vergleichbare Entscheidung bereits für Silber getroffen, worauf der Silberpreise in der vergangenen Woche drastisch einbrach. Nach Einschätzung von Händlern wird durch die erhöhten Sicherheitsleistungen das Geschäft für spekulative Anleger erschwert.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Knapp gehalten präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,16 Punkte auf 2390,49 Zähler.

Die Übernahmebestrebungen von Community Health Systems hinsichtlich Tenet Healthcare haben am Montagabend den nachbörslichen New Yorker Handel dominiert. Die Aktienkurse von Tenet Healthcare fielen um 0,2 Prozent auf 6,51 Dollar, nachdem Community Health ihr aufgebessertes Übernahmegebot zurückgezogen hatte. Zwischenzeitlich war der Kurs bis auf 5,88 Dollar gefallen, anschließend erholte er sich aber wieder. Die Papiere von Community Health notierten unverändert bei 31,08 Dollar. Auch die Berichtssaison machte nachbörslich Kurse: Die Kurse der Aktien von Activision Blizzard kletterten um 0,2 Prozent auf 11,55 Dollar, nachdem der Anbieter virtueller Spiele mit seinem Geschäftsausweis für das erste Quartal die Markterwartungen übertroffen hatte. Zudem hob die Gesellschaft ihren Jahresausblick leicht an, die Zielsetzungen für die zweite Periode trafen die Vorhersagen der Analysten jedoch nicht ganz. Bei hohen Umsätzen zogen die Papiere in der Spitze bis auf 12,05 Dollar an. Nach Vorlage von überzeugenden Erstquartalszahlen jenseits der Markterwartungen schnellten die Aktienkurse von Medifast um 11,3 Prozent auf 22,70 Dollar empor. Für die Papiere von MannKind ging es um 13,9 Prozent auf 3,79 Dollar in die Gegenrichtung. Die Gesellschaft wartet auf weitere Details von der amerikanische Gesundheitsbehörde FDA zum Insulinpräparat „Afrezza“.

Wall Street schließt am Montag etwas fester - Energiewerte gesucht

Die Erholung der Rohstoffpreise und die aufgefrischte Fusionsfantasie haben am Montag die Aktienkurse an Wall Street gestützt. Anfängliche Sorgen wegen der griechischen Schuldenproblematik traten dabei in den Hintergrund. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) stieg um 0,4 Prozent oder 46 auf 12.685 Punkte. Der S&P-500-Index legte um 0,5 Prozent oder 6 auf 1.346 Zähler zu und der Nasdaq-Composite-Index erhöhte sich um 0,6 Prozent oder 16 auf 2.843 Stellen. Umgesetzt wurden am Berichtstag 0,78 (Freitag: 1,03) Milliarden Aktien. Dabei kamen auf 2.099 Kursgewinner 908 -verlierer, 121 Titel beendeten die Sitzung unverändert. Im frühen Verlauf lagen die Schuldenkrise in der Eurozone und die damit verbundenen starken Abgaben an Europas Aktienmärkten den amerikanische Anlegern noch stärker auf dem Magen. Die Ratingagentur S&P hat aufgrund des gestiegenen Umschuldungsrisikos die Bonitätsnote des Landes am Berichtstag erneut gesenkt, was auch den Euro unter Abgabedruck setzt.

Neben den steigenden Rohstoffpreisen half auch die anhaltende Fusions- und Akquisitions-Fantasie im Markt: So legten Dollar Thrifty 13,7 Prozent zu, nachdem Hertz ein Übernahmeangebot über 2,36 Milliarden Dollar vorgelegt hat. Im Biotechnologiebereich gewannen Alkermes 5 Prozent auf 15,19 Dollar, das Unternehmen hat eine Fusion mit Elan in einem Volumen von 960 Millionen Dollar angekündigt. Unter den Energiewerten stiegen Chevron 1,2 Prozent auf 104,09 Dollar und Exxon um 0,6 Prozent auf 83,13 Dollar. Der Preis für WTI-Öl hatte um über 5 Prozent zugelegt. McDonald's kletterten um 0,8 Prozent auf 79,31 Dollar, nachdem der Fastfood-Konzern ein flächenbereinigtes Umsatzwachstum von 6 Prozent im April vorzuweisen hatte. Das ist der stärkste Monatsanstieg seit Oktober. Citigroup fielen nach einem Reversesplit im Verhältnis von 1:10 um 2,6 Prozent. Auch andere Finanzwerte blieben hinter dem Markt zurück. Bank of America gaben 1,1 Prozent nach, J.P.Morgan fielen um 0,2 Prozent.

Amerikanische Anleihen tendierten am Montag leichter

Uneinheitlich haben die Kurse amerikanischer Staatsanleihen im späten New Yorker Verlauf am Montag tendiert. Während das Volumen der in dieser Woche anstehenden Emissionen von Staatstiteln Druck auf die Notierungen ausübte, stützten die Sorgen wegen der Entwicklung in Griechenland. Die Notierungen zehnjähriger Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent fielen um 4/32 auf 103-27/32. Die Papiere rentierten mit 3,162 Prozent. Der Kurs der mit 4,750 Prozent verzinste 30-jährige Staatsanleihe verlor 13/32 auf 107-11/32. Ihre Rendite stieg von 4,286 auf 4,309 Prozent. Teilnehmer begründeten die Schwäche der Treasuries längerer Laufzeit mit den bevorstehenden Auktionen. Im Verlauf der Woche werden neue amerikanische Staatsschuldentitel im Gesamtvolumen von 72 Milliarden Dollar begeben. Dies habe die Renditen der Anleihen gestützt, hieß es von Händlern. Unter anderem werden am Mittwoch zehnjährige Treasuries im Volumen von 21 Milliarden Dollar ausgegeben, am Donnerstag dreißigjährige Treasuries im Volumen von 16 Milliarden Dollar. Im Gefolge der Aussagen der Ratingagentur S&P legten die Notierungen vor allem der Anleihen mittlerer Laufzeit zu. S&P hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands wegen einer möglichen Verlängerung der Rückzahlungsfristen für EU-Kredite erneut gesenkt. Demzufolge liegt die Bonitätsnote für langlaufende Staatsanleihen des Landes nun bei „B“ nach zuvor „BB-“. Kurzlaufende Papiere werden mit „C“ bewertet (zuvor: „B“).

Lateinamerikas Börsen schlossen am Montag im Plus

Die wichtigeren lateinamerikanischen Börsen sind am Montag freundlich in die neue Handelswoche gestartet. Im brasilianischen São Paulo gewann der Aktien-Index der Bovespa-Börse (Ibovespa) 204,63 Punkte oder 0,32 Prozent auf 64 621,97 Zähler hinzu. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt verbesserte sich um 254,78 Punkte oder 0,72 Prozent auf 35 467,01 Punkte. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires konnte der Merval-Index um 43,23 Zähler (1,30 Prozent) auf 3359,07 Punkte zulegen.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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