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Blick auf den Finanzmarkt Dax tendiert freundlich

25.11.2009 ·  Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch freundlich in den Handel gestartet. Am Nachmittag könnte noch eine Reihe von amerikanischen Konjunkturdaten den Markt bewegen, bevor Wall Street in ein verlängertes „Thanksgiving“-Wochenende geht.

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch freundlich in den Handel gestartet, dann aber Gewinne abgegeben. Derzeit notiert der Dax noch 0,4 Prozent höher bei 5793 Zählern. Der MDax gewinnt 0,6 Prozent auf 7368 Punkte und für den TecDax geht es um 0,6 Prozent auf 786 Zähler nach oben.

Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial gewann seit dem Xetra-Schluss am Dienstag 0,65 Prozent. Die Börse in Tokio endete freundlich. Am Nachmittag kommen noch eine Reihe von amerikanischen Konjunkturdaten, die den Markt bewegen könnten, bevor dann die Wall Street in ein verlängertes „Thanksgiving“-Wochenende geht.

Rentenmarkt tendiert knapp behauptet

Knapp behauptet tendiert der deutsche Rentenmarkt am Mittwoch. Der Bund-Future verliert zwei Basispunkte auf 112,70 Prozent, der Bobl-Future 6 Basispunkte auf 116,15 Prozent. Mit der gerade noch rechtzeitig getroffenen Vereinbarung zur Rekapitalisierung und Aufspaltung der WestLB entfalle indes ein großer Unsicherheitsfaktor, der dem Rentenmarkt am Dienstag noch Kursgewinne beschert habe, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Anleger dürften heute vor allem auf die Aktienmärkte schauen. Den Bund-Future sieht die Landesbank in einer Spanne von 122,50 bis 123,05 Punkten.

Euro steigt an die 1,50 Dollar

Der Euro ist am Mittwoch in die Nähe der Marke von 1,50 Dollar gestiegen. Am Mittwochmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,4991 Dollar und damit 0,0034 Cent mehr als am Dienstagabend. Am Devisenmarkt dürften im Tagesverlauf vor allem eine Reihe von Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten Beachtung finden und Impulse geben. Unter anderem veröffentlicht die Universität Michigan am Nachmittag ihr Konsumklima für den Monat November.

Leichte Gewinne an Asiens Börsen

Gestützt von einer optimistischeren Konjunkturprognose der amerikanischen Notenbank haben die Börsen in Fernost am Mittwoch überwiegend Gewinne verbucht. In Grenzen gehalten wurden die Kursaufschläge jedoch von Sorgen, dass Finanzkonzerne weiter den Kapitalmarkt anzapfen müssen. Hinzu kamen Unsicherheiten über die Wirtschaftspolitik in Asien - vor allem in Japan. In Tokio profitierten Autobauer wie Toyota vom Wachstum der japanischen Exporte im Oktober. Zu den Verlierern gehörten hingegen vor allem Aktien aus dem Technologie- und dem Bankensektor. Der Zusammenbruch des Baukonzerns Anabuki Construction - die fünftgrößte Firmenpleite in Japan in diesem Jahr - lastete zudem auf Branchentiteln.

An der Tokioter Börse schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent fester bei 9441 Punkten. Der breiter gefasste Topix legte 0,5 Prozent auf 833 Zähler zu. Auch die Märkte in Australien, Südkorea, Taiwan, Singapur und Shanghai verzeichneten Gewinne. Die Börse in Hongkong notierte dagegen tiefer.

„Nach den jüngsten Verlusten kaufen einige Investoren in Erwartung einer Erholung des Marktes, aber der Markt tendiert dazu, schnell zu verflachen oder leicht schwächer zu notieren. Ein Muster, das wir schon in den vergangenen Wochen gesehen haben“, sagte der Analyst Mitsuo Shimizu von Cosmo Securities. „Wir können derzeit über die Japan-spezifischen Faktoren nicht hinwegschauen. Wir haben schlechte Angebots- und Nachfragebedingungen wegen der Welle von Kapitalbeschaffungsmaßnahmen und der wachsenden Skepsis gegenüber der Wirtschaftspolitik der Regierung.“ Hinzu komme der starke Yen.

Bankaktien wurden von Befürchtungen belastet, dass die Geldhäuser den Markt weiter anzapfen müssen. Marktführer Mitsubishi UFJ Financial Group hatte vergangene Woche Pläne für eine Rekordkapitalerhöhung bekanntgegeben. MUFG-Aktien fielen 0,7 Prozent. Tech-Titel befanden sich ebenfalls auf der Verliererstraße. Tokyo Electron-Papiere büßten 1,4 Prozent ein, die von Advantest 0,5 Prozent.

Die Aktien von Japan Airlines gewannen hingegen 3,5 Prozent. Am Dienstag waren sie aus Furcht vor einer Insolvenz der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft auf ein Rekordtief gefallen. „Das JAL-Problem ist grundsätzlich dem von General Motors sehr ähnlich, aber es wird gemunkelt, dass ein Zusammenbruch von JAL nicht erlaubt wird“, sagte Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Securities und verwies damit auf den GM-Konzernumbau in der zeitweiligen Insolvenz im Sommer.

Kurse und Meldungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die Aktienkurse in Amerika tendierten am Dienstag nach Börsenschluss etwas leichter. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator fiel um 0,31 Punkte auf 1785,94Zähler.

Der Aktienkurs von Microsoft fiel, nachdem der Softwareriese angekündigt hatte, dass der Finanzvorstand Kevin Liddell das Unternehmen zum Jahresende verlassen werde. Für die Wall Street kommt das überraschend, weil Lindell aus ihrer Sicht Microsoft finanziell gut durch die Rezession gesteuert hat.

Nachfolger soll Peter Klein werden, der zurzeit noch Finanzchef der Business-Sparte ist, dem gemessen am Umsatz größten Bereich des Konzerns. Der Kurs fiel um 0,6 Prozent auf 29,74 Dollar.

J. Crew Group zogen dagegen um 7,5 Prozent auf 43,92 Dollar an. Zuvor hatte die Bekleidungseinzelhändler für das dritte Quartal eine Verdopplung des Gewinns auf 0,67 Dollar je Aktie ausgewiesen und lag damit sogar noch über der optimistischen
Erwartung der Analysten von 0,58 Dollar. Zudem erhöhte das Unternehmen die Prognose für das vierte Quartal auf 37 bis 42 Cent je Aktie, der Konsens lag bisher bei 41 Cent liegt.

Wall Street schließt knapp behauptet

Der amerikanischen Aktienmarkt hat sich am Dienstag nach der Anhebung der Notenbank-Konjunkturprognosen teilweise von seinen zwischenzeitlichen Verlusten erholt und knapp behauptet geschlossen. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) beendete den Handel 0,2 Prozent oder 17 Punkte tiefer bei 10.434 nachdem er am Montag ein neues Jahreshoch erreicht hatte. Der S&P-500-Index sank um 0,1 Prozent oder 1 Punkt auf 1.106. Positiv wurde im Handel gewertet, dass sich der marktbreite Index oberhalb der Marke von 1.100 Punkten behauptet hat. Die Technologiewerte entwickelten sich unterdurchschnittlich: Der Nasdaq Composite gab 0,3 Prozent oder 7 Punkte auf 2.169 nach.

Aus dem Protokoll der jüngsten Sitzung des Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank Fed geht hervor, dass er seine Prognosen für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden und im kommenden Jahr etwas nach oben revidiert hat. Die Ausschussmitglieder rechnen nun damit, dass das BIP der Vereinigten Staaten im vierten Quartal um 0,4 Prozent bis 0,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Im Juli hatte die Prognosespanne in der zentralen Tendenz bei minus 1,5 Prozent bis minus 1,0 Prozent gelegen. Für 2010 wird nun ein BIP-Anstieg zwischen 2,5 Prozent und 3,5 Prozent (plus 2,1 Prozent bis plus 3,3 Prozent) erwartet.

Gleichzeitig senkte die Fed ihre Inflationsprognose etwas. Das traf am Aktienmarkt ebenfalls auf Zustimmung, da es eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik erwarten lässt. Diese ist nach Einschätzung vieler Marktteilnehmer der Hauptgrund für die
Erholung der vergangenen Monate.

Leicht belastend wirkt sich dagegen aus, dass die amerikanischen Wirtschaft im dritten Quartal nicht so stark gewachsen ist wie zunächst ausgewiesen, wenngleich der Prognosewert für die revidierte Zahl übertroffen wurde. Das BIP ist um annualisiert 2,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, nachdem das Handelsministerium in einer ersten Schätzung ein Plus von 3,5 Prozent gemeldet hatte. Experten hatten einen revidierten Wert von plus 2,7 Prozent geschätzt. Hinter der Abwärtsrevision steht ein höheres Außenhandelsdefizit und ein schwächerer Privatkonsum.

Georg Feiger, Vorstandschef von Contango Capital Advisors sprach von einer völligen Unsicherheit darüber, was als nächstes passiert. Die Wirtschaft überlebe dank fiskalischer Stimuli, die früher oder später vorüber sein würden, und der gewerbliche
Immobilienmarkt verschlechtere sich weiter. Bei einem Blick auf diese Lage frage man sich, wie bullish man sein könne, so der Experte.

Als belastend wurde auch die Warnung der chinesischen Bankenaufsichtsbehörde an die Banken ihres Landes gewertet, die Kapitalanforderungen einzuhalten. Maury Fertig, Chief Investment Officer von Relative Value Partners, sagte, dass dies die
Kreditvergabe in China bremsen könnte, die das dortige Wachstum mit antreibe. Die Erholung in den Vereinigten Staaten hänge auch von der globalen Entwicklung und dem Wachstum in Asien ab, so die Expertenwarnung.

Merck & Co schlossen 0,5 Prozent tiefer bei 36,22 Dollar nachdem der Pharmakonzern angekündigt hatte, für 3 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückzukaufen. So soll ein Teil der Anteilsscheine, mit denen Merck & Co die Übernahme von Schering-Plough bezahlt hat, wieder vom Markt genommen werden.

Hewlett-Packard waren mit einem Abschlag von 1,6 Prozent auf 50,19 Dollar der zweitschwächste Wert im DJIA. Der weltgrößte PC-Hersteller hatte am späten Montag für die wichtige Computer- und Druckersparte einen gestiegenen Gewinn, aber gesunkene Umsätze ausgewiesen. J.P. Morgan Chase trugen mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 42,48 Dollar die rote Laterne.

Wie am Montag führten die Telekommunikationstitel die Gewinner unter den Standardwerten an. Verizon stiegen um 1,7 Prozent auf 31,87 Dollar und AT&T um 1,2 Prozent auf 27,10 Dollar.

Medtronic sprangen um 7,3 Prozent nach oben auf 43,25 Dollar nachdem das Unternehmen einen Anstieg des Quartalsgewinns um 59 Prozent veröffentlicht hatte, der die Analystenschätzung übertraf, und auch einen Umsatzanstieg bekanntgegeben hatte. Der Medizingerätehersteller hatte zudem seinen Ausblick für das Geschäftsjahr angehoben.

Barnes & Noble fielen dagegen um 5,4 Prozent auf 22,25 Dollar nachdem sich der Quartalsverlust des Buchhändlers ausgeweitet hatte und das Unternehmen seinen Gewinnausblick für das Jahr kassiert hatte. Es warnte, dass es wegen „überwältigender“ Nachfrage die Produktion seines E-Readers ausweite, was höhere Kosten bedeute.

Amerikanische Anleihen nach erfolgreicher Auktion fester

Die amerikanischen Anleihen haben am Dienstag nach einer erfolgreichen Auktion fünfjähriger Treasurys zugelegt. Zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 3,375 Prozent zeigten sich im späten Handel mit einem Aufschlag von 13/32 bei 100-20/32 und
rentierten mit 3,30 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond stieg um 16/32 auf 102-4/32. Seine Rendite sank auf 4,25 Prozent.

Die Auktion fünfjähriger Titel im Rekordvolumen von 42 Milliarden Dollar war auf eine hohe Nachfrage gestoßen. Wie das amerikanischen Schatzamt mitteilte, gingen Gebote über 118,04 Milliarden Dollar ein nachdem es bei der letzten Auktion 107,91 Milliarden Dollar gewesen waren. Die Veröffentlichung des Sitzungsprotokolls des Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank rief dagegen am Anleihemarkt kaum Bewegung hervor. Am Mittwoch werden siebenjährige Treasurys im Volumen von 32 Milliarden Dollar ausgegeben werden.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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