Trotz verhaltener Vorgaben hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag an seine zuletzt positive Entwicklung angeknüpft. Der Dax gewinnt 0,5 Prozent auf 6228 Punkte. Für den MDax geht es um 0,5 Prozent auf 8657 Punkte hoch und der TecDax steigt um 0,25 Prozent auf 795 Punkte.
Händler stellten für den Tagesverlauf weitere Gewinne in Aussicht. „Die großen Aktienmärkte stehen vor einem möglichen Ausbruch aus dem Seitwärtstrend der letzten Wochen“, sagte ein Börsianer. Die laufende Berichtssaison könne dabei hilfreich sein.
Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones (DJIA)
Gefragt sind besonders die Papiere der der Deutschen Bank, die nach der Vorlage eines Milliardengewinns mit einem Plus von 1,9 Prozent zu den größten Gewinnern im Dax gehören. Vorbörslich hatten die Papiere zunächst im Minus gelegen. Größter Dax-Verlierer sind SAP, die trotz gestiegener Software-Erlöse um 1,6 Prozent nachgeben.
Seitwärtsbewegung am Rentenmarkt
Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag uneinheitlich. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 1 Basispunkt auf 127,74 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future gibt 7 Basispunkte auf 119,46 Prozent nach.
Experten rechnen mit einer Seitwärtsbewegung. Im Fokus stehen die amerikanischen Konjunkturdaten. Aufgrund der Gesamtsituation könne es beim amerikanischen Verbrauchervertrauen des Conference Board durchaus noch einen weiteren Einbruch geben, heißt es im Morgenkommentar der HSH Nordbank. Die Auktion zweijähriger amerikanischen Titel dürfte kaum belasten.
Kurzläufer blieben gesucht. Spannend werde jedoch sein, wie sich die indirekten Bieter verhielten und ob man daraus Rückschlüsse auf das Verhalten Chinas ziehen könne. Die Ergebnisse des Stresstests für europäische Banken führten unterdessen zu einer Einengung der Spreads von Bundesanleihen zur Peripherie. Aus Sicht des Bankhauses ist dies vielleicht ein erstes Zeichen, dass der Test positive Signale sendet. Das Vertrauen in die Peripherieländer werde im Laufe der Woche aber noch auf die ein oder andere Probe gestellt.
Euro notiert weiter um die Marke von 1,30 Dollar
Der Euro notiert beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Dienstagmorgen weiter um die Marke von 1,3000 Dollar. Die Einheitswährung ist in der jüngsten Vergangenheit bereits mehrfach an der wichtigen psychologischen Marke abgeprallt. Der Euro hat zuletzt von einem Nachlassen der Risikoaversion der Anleger profitiert, was sich nicht nur in steigenden Aktiennotierungen sondern auch in einem gefestigten Euro widerspiegelt. Als stützend haben sich zuletzt auch gute Konjunkturdaten aus Europa erwiesen.
Dennoch bleiben hohe Unsicherheiten über die weitere wirtschaftliche Erholung in Europa und den Vereinigten Staaten. Zuletzt hat selbst der BDI vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Am Nachmittag stehen amerikanischen Daten im Vordergrund. Dabei dürfte vor allem der Index des Verbrauchervertrauens Beachtung finden. Daneben wird der Case-Shiller-Hauspreisindex für den Monat Mai veröffentlicht. Erwartet wird ein Anstieg von 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Einschätzung der Helaba sind die Indikationen für die Verbraucherstimmung durchweg negativ und Enttäuschungspotenzial gegenüber der Konsensschätzung ist vorhanden.
Charttechnisch setzt sich die Konsolidierung des Euro-Kurses an der 1,3000er-Marke fort. Die Tagesindikatoren steigen laut den Analysten aber wieder an und auf Wochenbasis bleibe die Perspektive für die kommenden Wochen positiv. Entscheidend seien die Hürden 1,2998 Dollar und 1,3028 Dollar. Gelinge der Bruch, dürfte das Kursniveau rasch Richtung 1,3100 Dollar steigen. Auf der Unterseite seien die Marken 1,2800 Dollar und 1,2730 Dollar wichtig.
Asiens Börsen uneinheitlich
Die Börsen in Fernost haben am Dienstag uneinheitlich tendiert. In Tokio lasteten Sorgen über die Auswirkungen des stärkeren Yen auf dem Nikkei. Der Leitindex hatte im Handelsverlauf zwar zunächst zugelegt, eine wichtige Marke aber nicht überschritten und daraufhin an Schwung verloren. Auch den Exportwerten ging die Puste aus. Gestützt wurde der japanische Aktienmarkt durch einen deutlichen Anstieg beim Verkauf von amerikanischen Eigenheimen sowie durch solide Quartalszahlen.
Zu den Gewinnern gehörten dabei die Aktien von Kao mit einem Plus von 1,1 Prozent. Der Anbieter von Haushaltswaren konnte seinen Betriebsgewinn im abgelaufenen Quartal um fast 35 Prozent erhöhen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,1 Prozent im Minus bei 9496 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index blieb bei 846 Punkten praktisch unverändert.
Auch die Börsen in Korea und Hongkong traten auf der Stelle. Aufwärtsging es dagegen am Aktienmarkt in Singapur, während die Börsen in Shanghai und Taiwan Federn lassen musste.
In Tokio schaffte es der Nikkei nicht dauerhaft über die Widerstandsebene von 9520 Punkten und drehte daraufhin ins Minus. Bei den japanischen Exporttiteln ging es für Kyocera 0,7 Prozent abwärts, während die Aktien von Toyota 1,6 Prozent an Wert
einbüßten.
„Die Stimmung verbessert sich nach den amerikanischen Hausverkäufen und dem europäischen Banken-Stresstest allmählich, aber die Investoren sind immer noch nicht von einer beständigen Erholung überzeugt“, sagte Soichiro Monji von Daiwa SB Investments.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Etwas leichter entwickelten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,63 Punkte auf 1888,77 Zähler.
Legg Mason reagierten mit Abschlägen auf die Quartalszahlen Der Aktienkurs sank um 5,2 Prozent auf 28,53 Dollar. Der Quartalsgewinn hatte um 4,2 Prozent nachgegeben
da Anleger weiterhin Gelder von dem Vermögensverwalter abgezogen hatten und verfehlte die Analystenerwartungen.
Für Fluor ging es dagegen um 1,4 Prozent aufwärts auf 48,50 Dollar. Das Unternehmen hatte das untere Ende seines Ergebnisausblicks für das laufende Jahr auf 2,90 von 2,80 Dollar je Aktie angehoben. Für das zweite Quartal veröffentlichte Fluor einen Umsatz von 5,15 Milliarden Dollar. Der Gewinn übertraf mit 0,87 Dollar je Aktie die von Analysten im Mittel erwarteten 0,71 Dollar.
Wall Street schließt fester
Als gut interpretierte Daten vom Immobilienmarkt haben den amerikanischen Börsen am Montag den dritten Gewinntag in Folge beschert. In den Vereinigten Staaten waren die Verkäufe neuer Häuser im Juni auf das Jahr hochgerechnet um 23,6 Prozent auf 330.000 Häuser gestiegen. Volkswirte hatten mit einem Plus auf 320.000 Häuser gerechnet.
Für gute Laune sorgte Börsianern zufolge auch die Anhebung des Gewinnziels durch den Paketdienst Fedex. Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) stieg um 1 Prozent auf 10.525 Punkte. Damit fällt die Bilanz des Leitindex für das laufende Jahr 2010 wieder positiv aus. Der breiter gefasste S&P-500-Index kletterte um 1,1 Prozent auf 1115 Punkte. Der Nasdaq-Composite-Index notierte 1,2 Prozent höher bei 2.296 Punkten.
Fedex ist für das erste Geschäftsquartal nun optimistischer als die Analysten. Grund für den positiveren Blick auf die Zukunft ist dem Unternehmen zufolge die besser als erwartet ausgefallene Mengen-Entwicklung im Expressgeschäft und im Bodentransport. Die Titel verteuerten sich um 5,6 Prozent auf 83,39 Dollar.
Auch die als besonders konjunktursensibel geltenden Aktien von Luftfahrtgesellschaften sprangen an. So stiegen Papiere der Continental Airlines Holding um 5,8 Prozent und Titel der United-Airlines-Mutter UAL um 5,6 Prozent.
Im Blick standen ebenfalls die Anteilsscheine von Onyx Pharmaceuticals nach einer positiv ausgefallenen Phase-IIB-Studie beim Krebsmedikament Carfilzomib. Der Kurs der Papiere schnellte um 21,12 Prozent auf 26,04 Dollar in die Höhe.
Derweil beflügelten Übernahmegerüchte die Titel des Biotechunternehmens Genzyme. Medienberichten zufolge ist GlaxoSmithKline an dem Unternehmen interessiert. Laut Händlern wird aber nicht damit gerechnet, dass die derzeitige Führung von GlaxoSmithKline ein solches Geschäft auch tatsächlich realisiert. Am Wochenende hatte das „Wall Street Journal“ berichtet, dass auch der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis an einer Genzyme-Übernahme interessiert sei. Weder Sanofi-Aventis noch Genzyme wollten sich derweil zu Medienberichten äußern, wonach die Amerikaner das Übernahmeansinnen der Franzosen bereits zurückgewiesen haben sollen. Genzyme-Papiere gewannen 7,8 Prozent auf 67,38 Dollar.
An der Wall Street waren Pharmawerte vor diesem Hintergrund gefragt. So kletterten Pfizer an der Dow-Spitze um 3 Prozent auf 15,02 Dollar. Aktien von Merck & Co. legten um 1,2 Prozent auf 35,27 Dollar zu.
Amerikanische Anleihen tendieren im späten Handel uneinheitlich
Die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen haben sich am Montagabend im späten New Yorker Handel ohne klare Tendenz gezeigt. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,500 Prozent präsentierten sich unverändert bei 104-8/32 und rentierten mit 2,99 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond verlor dagegen 3/32 auf 106-5/32, seine Rendite stieg damit auf 4,02 Prozent. Als Belastungsfaktor machten Marktstrategen die Neubauverkäufe im Juni aus. Allerdings präsentiere sich der Häusermarkt weiterhin auf äußerst schwachem Niveau, so dass sich die Belastung in Grenzen halte, sagte ein Rentenhändler.
Letztlich hätten sich Anleger bereits für die anstehenden Auktionen neuer Schuldentitel positioniert, hieß es im Rentenhandel. Während am Berichtstag eine Auktion von Kurzläufern stattfand, versteigert das amerikanischen Schatzamt ab Dienstag Papiere im Umfang von 104 Milliarden Dollar mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren.
Rückenwind erhielten die amerikanischen Anleihen von Unternehmens- oder kommunaler Seite. Zur Absicherung des Zinsrisikos verkaufen Unternehmen, die selbst Anleihen begeben wollen, zunächst amerikanischen Staatsanleihen, um diese dann später zurückzukaufen. Händler sprachen von mehreren umfangreichen Transaktionen am Anleihemarkt. So offeriert die Westpac Banking Corp drei- und fünfjähre Titel im Volumen von 3 Milliarden Dollar, Alcoa begibt eine Anleihe über 1 Milliarden Dollar mit einer Laufzeit von zehn Jahren und einen Bond über 1 Milliarde Dollar begibt die Texas Transportation Commission.
