06.09.2010 · Dank positiver Vorgaben ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit moderaten Gewinnen in den Handel gestartet. Händler rechnen mit einem sehr ruhigen Wochenstart, da kaum etwas auf der Agenda stehe und die Börse in New York wegen eines Feiertags geschlossen bleibt.
Dank guter Vorgaben aus Amerika und Asien ist der Dax am Montag mit einem Plus in den Handel gestartet. Der deutsche Leitindex steigt um 0,4 Prozent auf 6160 Zähler. Der MDax gewinnt 0,3 Prozent auf 8536 Stellen, der TecDax ebenso stark auf 769 Zähler.
„Die Grundstimmung scheint seit Freitag etwas aufgehellt“, sagt ein Händler. Als gut interpretierte Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt hatten den deutschen Leitindex zum Wochenschluss 0,8 Prozent höher schließen lassen. Große Impulse dürften am Montag nach Einschätzung von Börsianern allerdings ausbleiben, da die amerikanischen Börsen wegen eines Feiertags geschlossen bleiben.
Größte Gewinner im Dax sind RWE und Eon: Die Aktienkurse der Versorger steigen nach der Einigung auf die Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke jeweils um mehr als zwei Prozent. Die Eckpunkte der Vereinbarung lägen im Rahmen der Erwartungen, sagt Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Belastungen durch die Brennelemente-Steuer seien finanzierbar. Die Laufzeit-Verlängerung sei allerdings noch nicht in trockenen Tüchern, betonte Ruland. Schließlich sei noch unklar, ob der Bundesrat zustimmen müsse. Außerdem habe die SPD bereits angekündigt, die Verlängerung im Falle einer Regierungsübernahme rückgängig machen zu wollen.
Rentenmarkt tendiert fester
Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 14 Basispunkte auf 132,14 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 17 Basispunkte auf 122,08 Prozent.
Trotz der steigenden Kurse sehen die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ein sich eintrübendes technisches Umfeld für den Bund-Future. Der Kurs habe sich unterhalb des im Juli und August dominierenden Aufwärtstrends festgesetzt. Unterstützungen machen die Analysten bei 131,50 Prozent und 131,80 Prozent aus. Den nächsten Widerstand sehen sie bei 132,65 Prozent. Von Konjunkturseite sind am Montag kaum Impulse zu erwarten, die Datenagenda ist nahezu leer. Zudem sind wegen des Labor Days die Börsen in den Vereinigten Staaten geschlossen.
Euro hält sich bei 1,29 Dollar
Der Euro hält sich zu Wochenbeginn bei der Marke von 1,29 Dollar. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2895 Dollar und damit in etwa soviel wie am Freitagabend. Fundamentale Impulse dürften zum Wochenstart Mangelware bleiben: In den Vereinigten Staaten sind die Märkte wegen eines Feiertags geschlossen, im Euroraum stehen keine wesentlichen Konjunkturzahlen an. Trotzdem sehen Experten gute Chancen, dass der Euro seine Erholung vom Freitag fortsetzt. Neben technischen Faktoren wird auf freundlich erwartete Aktienmärkte verwiesen. Zuletzt hatte der Euro stets von einer besseren Stimmung der Investoren profitieren können.
Amerikanische Vorgaben beflügeln asiatische Börsen
Beflügelt von guten Vorgaben aus den Vereinigten Staaten haben die asiatischen Börsen am Montag mit Gewinnen geschlossen. Die Zahl der amerikanischen Beschäftigten sank im August zwar den dritten Monat in Folge. Doch verschlechterte sich die Lage nicht so stark wie befürchtet. Das schmälerte die Sorge der Anleger, dass die amerikanischen Wirtschaft in die Rezession zurückfallen könnte.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 2,1 Prozent im Plus bei 9301 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,8 Prozent auf 838 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan, Singapur, Südkorea und der chinesische Leitindex verbuchten Zuwächse.
Die Stimmung auf dem Parkett verbesserte sich, Händler blieben aber vorsichtig. „Die Arbeitsmarktdaten waren besser als erwartet, aber eine drastische Verbesserung war nicht zu sehen“, sagte Masayuki Otani von Securities Japan. Zum eher leichten Handel trug zudem bei, dass die amerikanischen Börsen zu Wochenbeginn wegen eines Feiertags geschlossen bleibt.
Auf der Unternehmensseite gehörten Aktien exportorientierter Unternehmen zu den Gewinnern. So legten Papiere von Kyocera und Tokyo Electron je 3,9 Prozent zu. Gefragt waren auch Aktien des Autobauers Suzuki mit einem Plus von 1,5 Prozent. Der japanische Volkswagen-Partner will seine Vormachtstellung auf dem schnell wachsenden Markt in Indien ausbauen. Der Kleinwagenspezialist plant dazu ein neues Werk in Indien mit einer Jahresproduktion von 250.000 Autos.
Mit Aufschlägen wurden auch Papiere des Konkurrenten Mazda Motor gehandelt. Die Anteilscheine legten um 3,7 Prozent zu. Zuvor hatte das Unternehmen Kostensenkungen angekündigt, um die negativen Auswirkungen des Yen-Anstiegs abzufedern.
Die Aktie der führenden australischen Investmentbank Macquarie Group ging dagegen mit einem Minus von 4,7 Prozent auf Talfahrt, nachdem das Geldhaus die Märkte mit einer Gewinnwarnung geschockt hatte. Der Überschuss werde im ersten Halbjahr, das bis September laufe, um 25 Prozent sinken, teilte die Bank mit. Händler hatten einen Anstieg um mehr als zehn Prozent erwartet.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Etwas leichter haben sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Freitag im Vergleich zum regulären Geschäft entwickelt. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,17 Punkte auf 1870,14 Zähler.
Die Aktien von Take-Two Interactive Software gaben nur wenig von ihren Gewinnen aus dem regulären Handel wieder abgegeben. Grund für die Hausse war, dass der Videospielehersteller bekanntgegeben hatte, im dritten Quartal überraschend in die Gewinnzone zurückgekehrt zu sein. Der Umsatz wurde vervierfacht. Die Aktie verlor 0,2 Prozent auf 9,48 Dollar. Im regulären Geschäft war sie um 7,3 Prozent gestiegen.
Mit am stärksten gehandelt wurden nachbörslich Dell, die um 0,4 Prozent auf 12,54 Dollar nachgaben. Über den Tag hatten sie um 1,9 Prozent zugelegt. In der Wochenbilanz hat der Computerhersteller, der den Bieterkampf um 3Par gegen Hewlett-Packard (HP) verloren hatte, um 5,9 Prozent zugelegt. Im nachbörslichen Geschäft verloren HP 0,1 Prozent auf 40,31 Dollar. Die Wochenbilanz lautet hier auf ein Plus von 6,2 Prozent.
Zeichen an der Wall Street stehen auf leichte Gewinne
Die Arbeitsmarktzahlen vom Freitag könnten dem Handel an der amerikanischen Börse auch in der neuen Woche die Richtung vorgeben. Die jüngsten Konjunkturdaten stützen nicht das von manchen Händlern erwartete Szenario eines Konjunktureinbruchs nicht. Die Nachricht, dass im August nur halb so viele Menschen ihren Arbeitsplatz wie befürchtet verloren, hatte die drei wichtigsten Indizes zum Wochenausklang um jeweils mehr als ein Prozent ins Plus gehoben.
In der kommenden Woche rechnen Händler mit moderaten Gewinnen. Wegen eines Feiertags wird allerdings erst ab Dienstag gehandelt. „Es geht zwei Schritte vor und einen zurück, da muss man mitnehmen, was man kriegen kann“, gibt sich Analyst Alan Lancz optimistisch. Im Wochenschnitt stieg der Dow-Jones-Index der Standardwerte 2,9 Prozent, der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 3,8 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 3,7 Prozent zu.
In den kommenden Tagen sind vergleichsweise wenig Konjunkturdaten angekündigt. Am Donnerstag sollen die Daten zum Handelsdefizit veröffentlicht werden, von dem sich Händler Aufschlüsse über die Verbraucherausgaben erhoffen, die in den Vereinigten Staaten die Wirtschaft maßgeblich mittragen. Am Markt wird erwartet, dass die schleppende Nachfrage in den kommenden Monaten zu einem Abschwächen des Importwachstums führt - während die Ausfuhren ansteigen könnten. Im Ergebnis könnte das Handelsdefizit die Wirtschaft weniger als erwartet belasten. Für die am Donnerstag anstehenden wöchentlichen Arbeitslosen-Erstanträge wird ein leichter Rückgang auf 470.000 von 472.000 erwartet. Die Börse beendet die Woche nach der Bekanntgabe der Lagerbestände des Großhandels.
Amerikanische Anleihen sehr schwach
Belastet vom Arbeitsmarktbericht für August haben sich die amerikanischen Anleihen am Freitag mit deutlichen Abgaben gezeigt. Dagegen fiel der ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe auf 51,5 Punkte. Volkswirte hatten mit einem Stand von 53,0 gerechnet, nachdem er im Vormonat bei 54,3 gelegen hatte. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent fielen um 23/32 auf 99-8/32 und rentierten mit 2,71 Prozent. Der mit 3,875 Prozent verzinste Longbond gab um 1-12/32 auf 101-17/32 nach und rentierte mit 3,78 Prozent.
Die Daten vom Arbeitsmarkt hätten den Risiko-Appetit der Anleger wieder etwas erhöht, sagte ein Teilnehmer. Die Investoren hätten zuletzt auf eine schwache Erholung der amerikanischen Konjunktur gesetzt und seien nun etwas überrascht worden, so ein Analyst. Der Anleihemarkt verlor damit bereits den dritten Tag in Folge deutlich an Boden. Allerdings sprach ein weiterer Händler von einer „übertriebenen Korrektur auf einen überkauften Markt. Für einen weiteren Anstieg des Marktes bedürfe es „weiterer sehr schlechter“ Konjunkturdaten.
Der Markt dürfte sich nach dem langen Wochenende, am Montag findet aufgrund des „Labor Day“ kein Handel statt, vor allem auf die Auktion neuer Anleihen durch das amerikanischen Finanzministerium konzentrieren, sagte ein Händler. Das Volumen liegt bei insgesamt 67 Milliarden Dollar.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |