Home
http://www.faz.net/-gv6-155jc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Blick auf den Finanzmarkt Dax rutscht nach freundlichem Start ins Minus

09.03.2010 ·  Der Dax ist nach freundlichem Start ins Minus gerutscht. Händler sehen überwiegend negativ aufgenommene Unternehmenszahlen im Fokus. Solange der Dax über dem Widerstand von 5850 Punkten notiere, blieben die Chancen auf Zuwächse gewahrt, heißt es aber.

Artikel Lesermeinungen (0)

Der Dax ist am Dienstag nach freundlichem Start schnell ins Minus gerutscht. Händler sehen eine Flut überwiegend negativ aufgenommener Unternehmenszahlen im Fokus. Der Dax fällt um 0,3 Prozent auf 5861 Punkte, der MDax um 0,75 Prozent auf 7786 Zähler. Der TecDax gibt 0,5 Prozent auf 824 Punkte nach.

Mit dem Blick auf die technische Ausgangssituation im Dax sagte Chartanalyst Wieland Staud aber: „Solange der Dax über dem jüngst eroberten Widerstand von 5.850 Punkten notiert, bleiben die Chancen auf weitere Zuwächse gewahrt.“

Der Kurs der Post-Aktien fällt nach der Bilanzvorlage des Logistikkonzerns um 1,2 Prozent auf 12,655 Euro. Händler zeigten sich von den Zahlen für 2009 enttäuscht und auch die Zielsetzung für 2010 sei nicht überzeugend. EADS verlieren im MDax nach einer ebenfalls enttäuschenden Bilanz um 5,7 Prozent auf 14,98 Euro.

Auch die Ergebnisse von Klöckner & Co (KlöCo) sind aus Sicht von Händlern hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Aktienkurs des Stahlhändlers sinkt um 0,9 Prozent auf 18,845 Euro.

Positiv werden dagegen die Zahlen von Phoenix Solar aufgenommen, die einem Börsianer zufolge „durchweg besser als erwartet“ ausgefallen sind. „Insbesondere das Ebit und der Überschuss sehen gut aus“, sagte der Händler am Morgen. Der Aktienkurs des im TecDax gelisteten Solarkonzerns zieht an der Spitze des Auswahlindex um 6,1 Prozent auf 29,18Euro an.

Als zweitbester TecDax-Wert verteuern sich Smartrac um 5,4 Prozent auf 17,07 Euro. Der Funktechnik-Anbieter hat mit De La Rue ein Rahmenabkommen über die Bereitstellung von wesentlichen Bestandteilen biometrischer Pässe geschlossen. „De La Rue ist einer der größten Pass-Produzenten, somit sollte Smartrac-Aktien davon profitieren“, sagte ein Börsianer. Allerdings fehlten harte Fakten wie das Auftragsvolumen.

Rentenmarkt tendiert fester

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 15 Basispunkte auf 122,63 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 116,72 Prozent.

Konjunkturdaten, die sich nachhaltig auf die Kurse auswirken könnten, sind nicht angekündigt. Charttechnisch bleibe die Lage für die Bund-Futures belastend, heißt es von der Landesbank Hessen-Thüringen. Unterstützungen macht das Haus bei 122,20 Prozent und 121,77 Prozent aus, Widerstände bei 122,90 Prozent und 123,05 Prozent.

Euro startet kaum zum Dollar verändert

Kaum zum Dollar verändert ist der Euro in den Dienstag gestartet. Zu Beginn des europäisch geprägten Devisenhandels notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,3613 Dollar nach 1,3630 Dollar im späten New Yorker Geschäft am Montag.

„Einerseits ist die Griechenland-Kuh zumindest vorübergehend vom Eis, andererseits hat der amerikanischen Arbeitsmarktbericht am Freitag positiv überrascht. Das hat zu einer Art von neuem Gleichgewicht geführt“, sagt ein Währungshändler. Auch die Agenda der für
Dienstag avisierten Konjunkturdaten dürfte kaum das Zeug haben, für kräftige Wechselkursbewegungen zwischen Gemeinschaftswährung und Greenback zu sorgen.

Für das im Vorfeld der Neuwahlen angeschlagene Pfund Sterling könnte freilich die britische Handelsbilanz von Bedeutung sein. Volkswirte erwarten im Mittel ihrer Prognosen für Januar ein Defizit von 6,9 Milliarden Pfund.

Charttechnisch trifft der Euro zum Dollar bei 1,3710 Dollar und 1,3736/47 Dollar auf Widerstände. Unterstützungen finden sich um 1,3600 Dollar und 1,3558 Dollar.

Aktienhandel in Tokio schließt knapp behauptet

Mit leichten Abgaben haben die Kurse an der Börse in Tokio am Dienstag den Handel beendet. Der Nikkei-225 reduzierte sich um 0,2 Prozent oder 18 Punkte auf 10.568. Der Topix fiel um 0,3 Prozent oder 3 Punkte auf 924. Nachdem der Nikkei-225 an den
vergangenen beiden Handelstagen um 4,3 Prozent zugelegt hatte sei es zu Gewinnmitnahmen gekommen, hieß es aus dem Handel. Aufgrund der guten Vorgaben von der Nasdaq zeigten sich die Werte aus dem Technologiesektor mit leichten Aufschlägen.

Die Aufwärtstendenz des Marktes sei weiterhin intakt, doch sei es nach den jüngsten Aufschlägen zu einer kurzen Auszeit gekommen, so ein Teilnehmer. Mit dem Anstieg über 10.500 Punkte sei der Markt einfach überhitzt, ergänzte ein Analyst. Zudem wurde
auf die am Donnerstag anstehenden Konjunkturdaten aus China verwiesen, die im Fokus der Investoren stünden. Sollten diese sehr stark ausfallen, könnte dies die Sorgen in Bezug auf weitere geldpolitische Maßnahmen durch die chinesische Notenbank erhöhen
und folglich die Märkte belasten.

Die Exportwerte litten unter dem schwächeren Dollar, der im Verlauf unter die Marke von 90 Yen gefallen war. Canon verloren hier 0,4 Prozent auf 3.965. Bei den Stahlwerten belasteten Gewinnmitnahmen. Hier gaben Nippon Steel um 1,1 Prozent auf 346 Yen nach.

Dagegen zeigten sich die Technologiewerte aufgrund der recht guten Vorgaben von der Nasdaq mit leichten Aufschlägen. Sony verzeichneten ein Plus von 1,1 Prozent auf 3.330 und Tokyo Electron verbesserten sich um 1,2 Prozent auf 5.900 Yen

Fujitsu verzeichneten einen Abschlag von 3,9 Prozent auf 546 Yen. Die Tokyo Stock Exchange hat eine Untersuchung im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Präsident Kuniaki Nozoe am 25. September des vergangenen Jahres eingeleitet.

Aktienkurse in China im Verlauf fester

Mit einer festeren Tendenz zeigen sich die Kurse an den chinesischen Aktienmärkten am Dienstag im Verlauf. Nach anfänglichen Verlusten drehten die Kurse ins Plus. Zur Begründung verweisen Händler auf die verstärkten Gelegenheitskäufe bei Immobilienwerten. Der Shanghai-Composite-Index steigt um 0,9 Prozent auf 3.081 Punkte. In Hongkong gewinnt der Hang-Seng-Index (HSI) bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte 0,2 Prozent auf 21.237 Punkte. Hier komme es nach den jüngsten Kursgewinnen zu einer Konsolidierung.

Die Aufschläge bei den Immobilienwerten stützen auch den Bankensektor, so ein Händler in Shanghai. Allerdings warnen einige Analysten davor, dass die Gewinne des Sektors nicht nachhaltig sein könnten und verweisen auf die am Donnerstag anstehenden chinesischen Konjunkturdaten. Ein Widerstand für den Shanghai-Composite-Index liege weiterhin bei 3.100 Punkten.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Montag etwas fester. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,11 Punkte auf 1891 Zähler.

Mit leichten Abgaben zeigten sich die Aktien von Texas Instruments. Das Unternehmen hat die Prognose für das erste Quartal präzisiert und rechnet nun mit einem Umsatz von 3,07 bis 3,19 Milliarden Dollar, nach zuvor 2,95 bis 3,19 Milliarden Dollar. Die Erwartung für den Gewinn je Aktie wurde entsprechend auf 0,48 bis 0,52 Dollar nach 0,44 bis 0,52 Dollar angepasst. Die Schätzungen der Analysten liegen bei einem Umsatz von 3,1 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 0,49 Dollar. Der Aktienkurs von Texas Instruments fiel um 0,9 Prozent auf 24,47 Dollar.

TiVo gaben nach der Schlussglocke ebenfalls nach. Das Unternehmen hat für das vierte Quartal einen Verlust von 0,09 Dollar je Aktie ausgewiesen, während die Analysten mit minus 0,12 Dollar gerechnet hatten. Allerdings lag der Verlust mit 10,2 Millionen Dollar
deutlich über dem Wert des entsprechenden Vorjahresquartals, als ein Minus von 3,57 Millionen Dollar ausgewiesen worden war. Der Kurs der TiVo-Aktie sank um 1,8 Prozent auf 16,77 Dollar.

Dow schließt leicht im Minus

Nach zwei Gewinntagen in Folge hat der Dow Jones am Montag leicht im Minus geschlossen. Der S&P-500-Index ging kaum verändert aus dem Handel. Einigen Analysten zufolge dürfte sich der Markt auch weiterhin nur wenig von der Stelle bewegen, solange der amerikanischen Kongress noch über die Gesundheits- und die Bankenreform debattiert. Technologiewerte hingegen schlugen sich nach einigen positiv aufgenommenen Analystenkommentaren etwas besser.

Der Dow Jones (DJIA) sank um 0,13 Prozent auf 10.553 Punkte. Am Freitag hatte der amerikanischen Leitindex noch mit einem Plus von 1,2 Prozent geschlossen und im Wochenvergleich um 2,3 Prozent zugelegt. Der marktbreite S&P-500-Index schloss praktisch unverändert bei 1138,5 Punkten. An der Nasdaq ging es für den Composite- Index um 0,25 Prozent auf 2332 Punkte hoch.

Am Dow-Ende verbilligten sich die Aktien von 3M um 1,4 Prozent auf 81,31 Dollar. Der Mischkonzern will von dem Unternehmen MTI Global die Sparte für thermische und akustische Isolierungen in der Luft- und Raumfahrt übernehmen.

Ebenfalls verkauft wurden Papiere von Pfizer, die um 0,7 Prozent auf 17,35 Dollar nachgaben. Händler verwiesen auf die anhaltenden Unsicherheiten bezüglich der von Präsident Obama geplanten Reform des Gesundheitswesen. Zudem entscheidet ein Gericht nun über die Zulassung einer Klage gegen das Unternehmen Wyeth, das Pfizer 2009 aufgekauft hatte.

Papiere von McDonald's stiegen um 2,3 Prozent auf 65,12 Dollar. Die Schnellrestaurantkette hatte im Februar vor allem im Ausland mehr Fast-Food verkauft und dadurch den Umsatz gesteigert. Besonders gut lief das Geschäft in Japan und Australien.

An der Spitze des Leitindex kletterten die Papiere von Cisco Systems um 3,7 Prozent auf 26,13 Dollar. Die Analysten von JPMorgan hatten die Bewertung der Titel des Netzwerkausrüsters mit „Overweight“ und einem Kursziel von 28,00 Dollar aufgenommen.

Aktien von Research In Motion (RIM) schnellten um 5,6 Prozent auf 73,39 Dollar in die Höhe. Tim Long, Analyst bei BMO Capital Markets, rechnet mit einem guten Quartalsergebnis und einem robusten Ausblick des Blackberry-Herstellers. Die Einführung bestimmter Konkurrenzprodukte könnte sich verzögern, hieß es. Papiere von Yahoo stiegen um 2,9 Prozent auf 16,52 Dollar. Die Analysten von JMP Securities hatten die Titel des Internetkonzerns von „Market Perform“ auf „Market Outperform“ hochgestuft.

Eine Studie von Goldman Sachs zu US Steel und AK Steel rückte die beiden Stahlaktien in den Fokus. Während Analyst Sal Tharani AK Steel von „Buy“ auf „Neutral“ senkte, da die Aktien inzwischen nahe an seinem Kursziel von 26,00 Dollar notierten, hob er US Steel von „Neutral“ auf „Buy“ und das Kursziel von 55,00 auf 70,00 Dollar. Keybanc hob zudem Steel Dynamics von „Hold“ auf „Buy“. Titel von Steel Dynamics und US Steel gewannen 2,5 beziehungsweise 3,6 Prozent, wohingegen die von AK Steel über 3 Prozent nachgaben.

Der staatlich gestützte Versicherungskonzern American International Group (AIG) hat wie spekuliert seine Lebensversicherungstochter Alico an den heimischen Wettbewerber Metlife verkauft. Aktien der beiden Unternehmen waren gefragt: So stiegen die AIG-Papiere um 3,6 Prozent auf 29,10 Dollar. Anteilsscheine von Metlife kletterten um 5,1 Prozent auf 40,90 Dollar.

Amerikanische Anleihen leichter

Die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen haben ihre Verluste aus der vergangenen Woche am Montag ausgeweitet und sich im späten New Yorker Geschäft leichter gezeigt. Anleger hätten sich für die anstehenden Neuemissionen in der laufenden Woche positioniert, hieß es im Handel. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent fielen um 10/32 auf 99-7/32 und rentierten mit 3,72 Prozent. Der mit 4,625 Prozent verzinste Longbond verlor 23/32 auf 99 glatt, seine Rendite stieg damit auf 4,69 Prozent.

Belastet wurde der Rentenmarkt von den in dieser Woche anstehenden Neuemissionen von amerikanischen Staatstiteln im Volumen von 74 Milliarden Dollar zuzüglich zu den Schatzanweisungen. Marktteilnehmer gehen vor dem Hintergrund der weiter bestehenden Unsicherheiten über die Geschwindigkeit der konjunkturellen Erholung von einer ordentlichen Nachfrage aus. Die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen sei ungebrochen, hieß es im Handel. „Die Nachfrage nach amerikanischen Anleihen liegt weiter über dem historischen Schnitt“, sagte Analyst Lou Brien von DRW Holdings.

Allerdings könnten die neuen amerikanischen Schulden teurer werden, sagten Händler mit Verweis auf vorangegangene Auktionen. „Die Auktionen nehmen eine zentrale Rolle in der laufenden Woche ein“, so Rentenanalyst Jim Vogel von FTN Financial. Die Renditen für die zehnjährigen Papiere können seiner Ansicht nach bis auf 3,78 Prozent steigen.

Als etwas belastend werteten Rentenhändler zudem die Aussagen des französischen Präsidenten Sarkozy, wonach die Eurozone Griechenland helfen werde. Damit habe die Flucht in den vermeintlich sicheren Hafen der amerikanischen Staatsanleihen an Schwung verloren, sagten Händler.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

Den Frühaufsteher können Sie auch als kostenlosen Newsletter bestellen.

Quelle:
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
25.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.339,94 +0,38%
 OK
25.05.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.339,94 +0,38%
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
TecDAX 752,47 +0,08%
MDAX 10.196,40 −0,34%
SDAX 4.817,28 +0,29%
REX 434,70 −0,15%
Eurostoxx 50 2.161,87 +0,25%
F.A.Z. EURO 69,61 +0,13%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
Nasdaq 100 2.527,05 −0,17%
S&P500 1.317,82 −0,22%
Nikkei225 8.580,39 +0,20%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%
Bund Future 144,35 € +0,25%