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Blick auf den Finanzmarkt Dax nach negativer Vorgabe schwächer

08.09.2010 ·  Der Dax ist am Mittwoch mit leichten Kursverlusten in den Handel gestartet. Händler sprechen von einer trüben Stimmung, nachdem die Sorgen über die europäischen Banken wieder aufgeflackert sind. Zudem fiel in Tokio der Nikkei-Index um über zwei Prozent.

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Schwache Vorgaben der Börsen in Übersee belasten den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch. Der Dax sinkt um 0,2 Prozent auf 6105 Punkte und weitet damit seine Vortagsverluste etwas aus. Der MDax mittelgroßer Werte fällt um 0,4 Prozent auf 8426 Punkte. Der Index für Technologiewerte TecDax gibt um 0,5 Prozent auf 755 Punkte nach.

Die amerikanischen Märkte seien im Sitzungsverlauf kontinuierlich abgebröckelt und nach dem langen Wochenende in den Vereinigten Staaten sei das besonders bedenklich, sagt Analyst Ben Potter von IG Markets. Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial verlor 0,3 Prozent seit dem Vortagesschluss auf Xetra und in Japan schloss der Leitindex Nikkei 225 mit Verlusten. Die Agenda bleibt noch relativ dünn bestückt.

Finanztitel bleiben weiter im Fokus. Bereits am Dienstag hatte ein Artikel im „Wall Street Journal“ die Notierungen unter Druck gesetzt, wonach in dem europäischen Bankenstresstest die möglichen Belastungen durch den Ausfall staatlicher Kreditnehmer nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt worden seien.

Außerdem bleibt weiter unklar, wie sich die aktuell diskutierten, schärferen Regeln zur Kapitalausstattung von Banken (“Basel III“) auf die Branche auswirken werden. Der Kurs der Commerzbank-Aktie sinkt um 0,4 Prozent auf 6,312 Euro und der der Deutschen Bank ebenso stark auf 49,135 Euro.

Am Dax-Ende fällt der Kurs von Infineon um 2 Prozent auf 4,242 Euro. Die UBS hatte das Kursziel für die Aktien des Chipkonzerns von 5,35 auf 4,70 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Neutral“ belassen. Bei den frühzyklischen Halbleiterunternehmen beginne sich die Ergebnisdynamik abzuschwächen, schrieb Analyst Nick Nelson in einer Branchenstudie. Ferner sei die Bewertung der Chip-Aktien nicht mehr attraktiv zu nennen. Deshalb habe er den Halbleitersektor von „Neutral“ auf „Underweight“ abgestuft.

Rentenmarkt tendiert leichter

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 17 Basispunkte auf 122,80 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 12 Basispunkte auf 116,50 Prozent.

Trotz der leichten Verluste sehen die Analysten der LBBW den Aufwärtstrend des Bund-Future intakt. Sollte der Future die Marke von 132 Prozent durchbrechen, wäre der Weg bis 132,50 Prozent und danach 132,75 Prozent frei.

Yen auf 15-Jahres-Hoch gegenüber Dollar

Der Euro zeigt sich am Mittwochmorgen zu Beginn des europäisch geprägten Handels tendenziell schwächer zum Dollar und handelt nahe der Marke von 1,27 Dollar. Zwischenzeitlich war die Gemeinschaftswährung auf 1,2676 Dollar zurückgefallen. Händler machen in erster Linie eine gesunkene Risikobereitschaft der Marktteilnehmer verantwortlich vor dem Hintergrund wieder erwachter Sorgen bezüglich der Schuldenproblematik in der Eurozone.

„Der Eurokurs und die Risikotoleranz an den Märkten sind zur Zeit sehr stark korelliert“, meint ein Händler. Insofern sei der Euro anfällig für schlechte Nachrichten von Konjunkturseite. Am Mittwoch stehen unter anderem BIP-Revisionen aus Europa auf der Agenda. Vor allem die Daten der Problemkandidaten Griechenland, Portugal und Ungarn stehen im Fokus der Marktteilnehmer.

Mittags wird die deutsche Industrieproduktion für Juli veröffentlicht. Volkswirte erwarten einen saisonbereinigten Anstieg um 1 Prozent gegenüber Juni. Zuvor war die Industrieproduktion um 0,6 Prozent zurückgegangen. Am Abend dürfte der Markt dann den Fokus auf den Konjunkturbericht „Beige Book“ der amerikanischen Notenbank lenken.

Mit dem schwächelnden Euro stünden auch die zuletzt freundlichen technischen Signale auf dem Prüfstand, meinen die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Unterstützt sei der Euro bei 1,2663 Dollar, darunter sei die Zone um 1,2600 Dollar entscheidend. Sollte diese Marke durchbrochen werden, wäre der Weg bis 1,2430 Dollar frei.

Unterdessen scheint der Yen zum Dollar weiter nicht zu bremsen. Am Mittwochmorgen erreichte die japanische Währung ein neues 15-Jahreshoch von 83,345 Dollar/Yen. Auffallend sind laut Händlern die nun aggressiv klingenden Äußerungen des japanischen Finanzministers Noda, der von „entschiedenen Schritten“ bei einer weiteren Yen-Aufwertung sprach. Zudem brachte Noda erstmals direkte Interventionen ins Spiel.

Asiatische Börsen im Minus

Die Aktienmärkte in Asien haben am Mittwoch Verluste erlitten. Besonders kräftig nach unten ging es in Tokio. Hier drückte die anhaltende Stärke des Yen die Kurse ins Minus. Die japanische Landeswährung kletterte zeitweise auf ein 15-Jahres-Hoch gegenüber dem Dollar und lastete vor allem auf Exportwerten. Hinzu kamen unter anderem neue Sorgen über die Kapitalausstattung europäischer Banken.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index rutschte in Tokio 2,2 Prozent ab auf 9024 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,7 Prozent auf 820 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan, Singapur, Südkorea und der chinesische Leitindex verbuchten teils deutliche Abschläge.

In Tokio gehörten Elektronik-Ausrüster, Einzelhändler und Autobauer zu den größten Verlierern. Toyota-Aktien büßten 2,1 Prozent ein, Papiere von Honda 2,5 und Nissan 2,2 Prozent. Sony-Anteilscheine gaben 2,2 Prozent nach, Canon-Papiere um 2,1 Prozent.

Das Absacken des Dollar unter 84 Yen habe alle positiven Impulse, die von den guten Auftragseingängen der vergangenen Woche ausgegangen seien, völlig aufgehoben, sagte ein Händler. Auch Interventionssignale der japanischen Zentralbank konnten die Yen-Rally nicht stoppen. Der Nikkei-Index werde bald die Marke von 9000 Punkten testen, sagte ein anderer Händler und führte als weitere Gründe für den schwachen Aktienmarkt die Verunsicherung über die Folgen der „Basel III“ genannten Kapitalregeln für Banken und den innenpolitischen Machtkampf um die Führung der Regierungspartei an.

Ministerpräsident Naoto Kan muss sich in der kommenden Woche seinem Rivalen Ichiro Ozawa stellen. Am Markt wird das Ringen um die Macht in der Partei genau verfolgt, da es eine Kursänderung im Kampf gegen den Anstieg der Landeswährung, die immense
Staatsverschuldung und die Wirtschaftsschwäche bedeuten könnte. Nach Angaben der Regierung bleibt die konjunkturelle Lage schwierig. Hinweise auf eine Erholung hätten sich zuletzt abgeschwächt.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Etwas fester haben sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft entwickelt. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 1,36 Punkte auf 1857,86 Zähler.

Die Aktien von Altera waren am Dienstag im nachbörslichen Handel gesucht, nachdem der Chiphersteller seine Umsatzprognose erhöht hatte. Altera rechnet nunmehr damit, dass der Umsatz des dritten Quartals um 10 Prozent bis 14 Prozent über dem des zweiten Quartals liegen wird. Zuvor hatte das Unternehmen eine Steigerung um 4 Prozent bis 8 Prozent in Aussicht gestellt. Der Kurs legte um 4,1 Prozent auf 27,70 Dollar zu.

Zymogenetics verteuerten sich um 84 Prozent auf 9,75 Dollar, nachdem sie zeitweise vom Handel ausgesetzt waren. Ursächlich für den Kurssprung war, dass Bristol-Myers Squibb das Biotech-Unternehmen für 9,75 Dollar je Aktie kaufen wird. Der gesamte Kaufpreis beläuft sich auf 885 Millionen Dollar. In der Folge wird sich aber das Ergebnis je Aktie von Bristol-Myers in diesem Jahr um 0,03 Dollar verringern und im kommenden Jahr um 0,07 Dollar. Der Aktienkurs des Unternehmens stieg um 0,3 Prozent auf 26,69 Dollar.

Sorgen um Europas Banken drücken Wall Street ins Minus

Neue Sorgen um die Kapitalausstattung europäischer Banken haben die amerikanischen Aktienbörsen am Dienstag ins Minus gedrückt. Händler zeigten sich verunsichert darüber, dass die neuen, unter dem Schlagwort „Basel III“ bekannten Kapitalregeln die europäischen Institute zu massiven Kapitalaufstockungen zwingen könnten. Zudem hieß es in einem Bericht des „Wall Street Journal“, die Bestände der Banken an möglicherweise gefährdeten Staatsanleihen seien bei den europäischen Stresstests für die Branche zu niedrig angesetzt worden.

„Das ist sicher ein Thema, das immer wieder hochkocht“, sagte Peter Jankovskis von OakBrook Investments. Wie groß die Bedenken derzeit auch tatsächlich seien, sie dienten den Investoren als Anlass dafür, Geld abzuziehen. „Es gibt Zweifel an der Gesundheit des europäischen Bankensektors, die kommen und gehen“, sagte auch Tom Schrader von Stifel Nicolaus Capital Markets. Und diese wirkten sich auch in den Vereinigten Staaten aus: „Wenn die Banken in England eine Erkältung haben, müssen die Institute hier niesen“, sagte Schrader.

Nach dem soliden Ausklang der vergangenen Woche nahmen viele Anleger zum Start in die neue Handelswoche Gewinne mit. Am Montag hatten die amerikanischen Börsen wegen des Feiertags Labor Day geschlossen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 10.446 und einem Tief von 10.332 Punkten. Er schloss 1,0 Prozent tiefer bei 10.340 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,2 Prozent auf 1091 Stellen nach. Der Nasdaq Composite verlor 1,1 Prozent auf 2208 Punkte.

Die in den Vereinigten Staaten gehandelten Aktien europäischer Banken gerieten unter Druck: Die Papiere der Deutschen Bank gaben 3,2 Prozent nach, die Aktien von UBS fielen 2,9 Prozent und Barclays-Anteilsscheine verbilligten sich sogar um 5,7 Prozent. Aber auch die Papiere heimischer Banken gaben nach: Die Titel der Bank of America fielen um 2,2 Prozent, JP Morgan Chase notierten 2,3 Prozent schwächer.

Zu den Gewinnern zählten dagegen die Aktien von Oracle mit einem Plus von 5,9 Prozent. Der Softwarekonzern hatte bekanntgegeben, den ehemaligen Hewlett-Packard-Chef Mark Hurd als Konzernpräsidenten gewonnen zu haben. Doch inzwischen geht HP gerichtlich gegen das Engagement vor. Der Computerriese führt eine Gefährdung seiner Geschäftsgeheimnisse an.

Amerikanische Anleihen im späten Geschäft sehr fest

Die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen haben am Dienstag im späten New Yorker Geschäft mit einer Rally auf eine erfolgreiche Auktion neuer amerikanischen Schuldtitel reagiert. Nachdem am Vortag feiertagsbedingt kein Handel stattgefunden hatte, kletterten zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent um 30/32 auf 100-8/32 und rentierten mit 2,60 Prozent. Der mit 3,875 Prozent verzinste Longbond haussierte um 2-8/32 auf 103-28/32, seine Rendite fiel damit auf 3,66 Prozent.

Das amerikanische Schatzamt auktionierte am Abend Papiere mit einer Laufzeit von drei Jahren, dabei erreichte die Rendite ein Allzeittief. Bei der Versteigerung im Volumen von 33 Milliarden Dollar ergab sich eine Höchstrendite von 0,790 Prozent. Bei der vorigen Auktion am 10. August im Volumen von 34 Milliarden Dollar hatte die Höchstrendite bei 0,844 Prozent gelegen, die Anleihe hatte ebenfalls einen Zinskupon von 0-3/4 Prozent. Die Zeichnungsquote (Bid-to-Cover-Ratio) stellte sich auf 3,21 (3,31). Am Markt wurde die hohe Nachfrage nach amerikanischen Anleihen mit den wieder aufgeflammten Sorgen über die Euro-Zone erklärt. „Investoren sind zum Ende des Sommers zurückgekommen und kaufen festverzinsliche Papiere“, sagte Analyst Jim Vogel von FTN Financial.

Nachgebende Kurse an den Aktienmärkten und der schwache Euro wurden im Handel als Zeichen wieder zunehmender Risikoaversion gewertet, wovon die amerikanischen Anleihen als vermeintlich sichere Anlage profitierten.

Gestützt wurden die Festverzinslichen zudem von schwachen Konjunkturdaten aus Deutschland, wo zuletzt mit äußerst positiven Konjunkturdaten aufgewartet worden war. Der deutsche Auftragseingang ist im Juli unerwartet gesunken, zudem fiel der Rückgang recht kräftig aus, wie die Daten vom Berichtstag zeigten.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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