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Blick auf den Finanzmarkt Dax leicht im Plus

03.09.2010 ·  In Erwartung des amerikanischen Arbeitsmarktberichts trauen sich die Anleger nur vorsichtig aus der Deckung. Sollten die amerikanischen Arbeitsmarktzahlen enttäuschen, könne es am Aktienmarkt ganz schnell wieder abwärts gehen.

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Der deutsche Aktienmarkt ist am Freitag mit moderaten Gewinnen in den Handel gestartet. Händler verweisen auf die guten Vorgaben von der Wall Street, wo die Indizes zum Schluss hin nochmals einen kleinen Sprung nach oben gemacht hatten. Der am Nachmittag anstehende monatliche amerikanische Arbeitsmarktbericht dürfte zunächst aber für eine gewisse Zurückhaltung unter den Anleger sorgen. Der Dax legt um 0,3 Prozent auf 6101 Punkte zu. Für den MDax geht es ebenso deutlich auf 8488 Punkte nach oben. Der TecDax gewinnt 0,5 Prozent auf 765 Punkte.

„Heute Vormittag wird an den Börsen aber nur ein kleiner Aperitif gereicht“, sagt ein Börsianer. Der Arbeitsmarktbericht als Höhepunkt der Konjunkturdatenflut dürfte den Wochenabschluss bestimmen, zumal die Wall Street am Montag eine feiertagsbedingte Pause einlegen wird.

Der Aktienkurs von Bayer gibt um 0,3 Prozent auf 48,99 Euro nach. Im Patentstreit um das Verhütungsmittel Yasmin hat der Chemie- und Pharmakonzern in den Vereinigten Staaten einen Dämpfer hinnehmen müssen. Ein Richter erteilte dem Antrag auf Untersagung einer Nachahmerversion des amerikanischen Unternehmens Watson Pharmaceuticals eine Absage. Ein Börsianer sah dies als „alte Geschichte“ an und rechnete daher mit einer allenfalls leicht negativen Kursreaktion, da bereits Konkurrenten mit Generikaprodukten auf dem Markt seien.

Ungeachtet neuer Medienberichte über die Laufzeiten von Kernkraftwerken rückten die Aktien der Versorger RWE und Eon um 0,3 Prozent und 0,4 Prozent vor. Wie das „Handelsblatt“ schrieb, will Bundespräsident Christian Wulff dem Rat seiner Berater folgen und nur einer Verlängerung der Laufzeiten von höchstens neun Jahren zustimmen.

Continental steigen im MDax um 1,2 Prozent auf 51,26 Euro. Der Automobilzulieferer hat seine geplante Benchmarkanleihe erfolgreich platziert und das Volumen aufgrund einer hohen Nachfrage von 750 Millionen Euro auf eine Milliarde Euro aufgestockt. Die Verzinsung liege mit 7,5 Prozent wie geplant unter 8 Prozent, sagt ein Händler. Commerzbank-Analyst Daniel Schwarz hielt die Emission für ermutigend und sieht darin einen Impulsgeber für eine Neubewertung.

Rentenmarkt tendiert gut behauptet

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Freitag gut behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 5 Basispunkte auf 132,77 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 14 Basispunkte auf 122,26 Prozent.

Insgesamt rechnen Experten am Freitag mit einer anhaltend schwachen Tendenz der Staatspapiere. Die vermutlich freundlichen Aktienmärkte dürften die Anleihekurse belasten, heißt es in einem Ausblick der HSH Nordbank. Fundamental stehe der amerikanischen Arbeitsmarktbericht für August im Fokus. Im Gegensatz zu vielen anderen Volkswirten, die überwiegend einen abermaligen Stellenabbau erwarten, rechnet die Landesbank mit einem moderaten Beschäftigungsaufbau. Den Bund-Future sieht die HSH Nordbank zwischen 132,00 bis 133,40 Punkten.

Euro tritt vor amerikanischem Arbeitsmarktbericht auf der Stelle

Die großen Währungspaare wie Euro/Dollar und auch Dollar/Yen treten vor dem wichtigen amerikanischen Arbeitsmarktbericht am Freitag auf der Stelle. Für einige Marktteilnehmer stellen diese Daten den Katalysator für die kommenden Tage dar. In Erwartung der Daten haben sich die Marktteilnehmer positioniert, was dazu geführt hat, dass die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar um rund 1,5 Cent zugelegt hat. Oberhalb von 1,28 Dollar tendiert der Euro nun seitwärts und wartet auf die Daten.

Die Vorgaben für den Arbeitsmarktdaten sind nach Einschätzung der Helaba gemischt. Während der ADP-Beschäftigungsreport am Mittwoch und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag eine eher negative Indikation lieferten, habe die Beschäftigungskomponente des jüngst veröffentlichten ISM-Indexes des Verarbeitenden Gewerbes auf der positiven Seite überrascht. Mit einem Indexstand von 60,4 lag die Arbeitsmarktkomponente auf dem höchsten Stand seit Ende 1983.

Vor diesem Hintergrund zeichnet sich für die Devisenstrategen der Helaba für den offiziellen Arbeitsmarktbericht keine negative Überraschung ab. Während bei der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft mit einem neuerlichen Rückgang zu rechnen sei, dürfte es im Privatsektor zu einem leichten Aufbau neuer Stellen gekommen sein. Die jeweiligen Konsensschätzungen seien weitgehend realistisch, sodass sich der in den letzten Tagen zu beobachtende Trend einer nachlassenden Risikoeinschätzung der Marktteilnehmer fortsetzen könne. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten für August einen Rückgang um 110.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Für die Arbeitslosenquote wird mit einem Anstieg auf 9,6 Prozent gerechnet.

Asiatische Börsen legen zum Wochenausklang zu

Die asiatischen Aktienmärkte haben zum Wochenschluss überwiegend Kursgewinne verbucht. Die Börsen profitierten von gute Vorgaben aus den Vereinigten Staaten. In Japan unterstützten vor allem Aufschläge bei Export- und Hightech-Werten den Markt.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss am Freitag 0,6 Prozent im Plus bei 9114 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index rückte 0,5 Prozent auf 823 Zähler vor. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan, Südkorea verbuchten Gewinne. Die Börsen in Singapur und Shanghai notierten kaum verändert.

Auf der Unternehmensseite zählten in Tokio Aktien von exportorientierten Unternehmen wie der Kamera-Hersteller Canon mit einem Plus von 1,3 Prozent und der Unterhaltungselektronikkonzern Sony mit Aufschlägen von 2,4 Prozent zu den Gewinnern. Vor der Veröffentlichung des amerikanischen Arbeitsmarktberichts für August im Tagesverlauf hielten sich viele Händler jedoch zurück. Investoren machten sich auf negative Überraschungen gefasst, sagte Tim Condon von ING in Singapur. Positive Signale vom amerikanischen Immobilien- und Arbeitsmarkt hatten am Donnerstag Sorgen etwas gemildert, die amerikanische Wirtschaft könnte abermals einbrechen.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Fester haben sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Donnerstag im Vergleich zum regulären Geschäft entwickelt. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 1,34 Punkte auf 1841,92 Zähler.

Take-Two Interactive Software haussierten, nachdem der Anbieter von virtuellen Video-Spielen mit seinen Geschäftszahlen nach der Schlussglocke die Prognosen übertroffen und den Ausblick auf das Gesamtjahr angehoben hatte. Auf bereinigter Basis verdiente der Konzern im abgelaufenen dritten Quartal 26 Millionen Dollar oder 0,28 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Konsens mit einem Verlust von 0,09 Dollar je Schein gerechnet. Netto betrug der Überschuss 5,9 Millionen Dollar oder 0,07 Dollar pro Schein verglichen mit einem Vorjahresfehlbetrag in der gleichen Periode von 56,5 Millionen oder 0,73 Dollar.

Der Umsatz vervierfachte sich auf 354,1 Millionen Dollar, was vor allem auf das Spiel „Red Dead Redemption“ zurückzuführen war. Analysten hatten lediglich Erlöse von 294,7 Millionen Dollar vorhergesagt. Für das vierte Quartal stellte das Unternehmen nun Umsätze von 270 Millionen bis 320 Millionen Dollar in Aussicht. Bislang hatte der Konzern die Erlösspanne mit 200 Millionen bis 250 Millionen Dollar beziffert. Der bereinigte Gewinn soll einen Wert zwischen 0,10 und 0,20 Dollar je Aktie erreichen. Bei hohen Volumina schnellte der Aktienkurs um 13,1 Prozent auf 10,01 Dollar in die Höhe.

H&R Block zogen nach der Veröffentlichung von Geschäftszahlen um 7,5 Prozent auf 13,51 Dollar an. Das Steuerberatungsunternehmen verbuchte im ersten Quartal zwar einen Verlust, der fiel aber geringer als im Vorjahr aus und war dazu niedriger als befürchtet.

Job-und Immobiliendaten heben amerikanische Börsen ins Plus

Positive Signale vom Immobilien- und Arbeitsmarkt haben den amerikanischen Börsen am Donnerstag Auftrieb gegeben. Die Zahl der in der Schwebe stehenden Hausverkäufe zog im Juli unerwartet an. Unterstützung bekam der Markt zudem von einem überraschenden Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,5 Prozent höher auf 10.320 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 10.253 und 10.320 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,9 Prozent auf 1090 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 1,1 Prozent auf 2200 Punkte.
„Der Häusermarkt steht weiterhin vor großen Herausforderungen, aber zumindest scheint er sich zu stabilisieren“, sagte der Analyst Lawrence Glazer von Mayflower Advisors. „Viele Leute werden sich denken, dass sie zu pessimistisch gewesen sind.“

Die Stimmung der Börsianer hob auch der zweite Rückgang der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in Folge. Sie fielen in der Woche zum 28. August um 6000 auf saisonbereinigt 472.000 - verharrten gleichwohl auf einem noch immer hohen Niveau. Experten hatten allerdings mit einem leichten Anstieg gerechnet. Der Job- und der Immobilienmarkt gelten als zwei der größten Sorgenkinder der Wirtschaftserholung in den Vereinigten Staaten. Mit Spannung warteten die Anleger auf den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht für August.

Auftrieb gaben am Donnerstag auch unerwartet gute Konsumzahlen. Bei mehreren großen amerikanischen Einzelhändlern fielen die Umsätze im vergangenen Monat besser als erwartet aus. Analysten warnten zwar angesichts der hohen Arbeitslosigkeit vor Rückschlägen, die Anleger griffen aber dennoch bei Titeln aus der Branche zu. So kletterten etwa die Papiere von Home Depot um 2,6 Prozent.

Das sich weiter drehende Übernahmekarussell ließ die Burger-King-Aktien um mehr als 25 Prozent auf 23,59 Dollar in die Höhe schnellen. Die zweitgrößte amerikanische Fast-Food-Kette geht für mehr als drei Milliarden Dollar an den Finanzinvestor 3G Capital. Bereits am Vortag hatten Spekulationen über ein Interesse von Finanzinvestoren an dem McDonald's-Rivalen die Aktien um 15 Prozent nach oben gezogen.

Das Übernahmeduell um den Datenspeicher-Spezialisten 3PAR ging derweil zu Ende. Der weltgrößte Computerhersteller Hewlett-Packard erhöhte sein Angebot auf 33 Dollar und überbot damit das abermals aufgestockte Gebot des Rivalen Dell von 32 Dollar. 3PAR entschied sich daraufhin, seine Fusionsvereinbarung mit Dell aufzukündigen. 3PAR-Aktien kletterten um mehr als zwei Prozent auf 32,88 Dollar. HP-Papiere gewannen 1,2 Prozent, die von Dell knapp zwei Prozent.

Amerikanische Anleihen mit Abgaben

Die amerikanischen Anleihen haben am Donnerstag ihre Abgaben vom Vortag weiter ausgebaut und sich im späten Handel in New York mit einer sehr schwachen Tendenz gezeigt. Die abermals guten Daten hätten die Konjunktursorgen in den Hintergrund gedrängt und damit die Anleihe-Nachfrage reduziert. Der Fokus des Marktes sei aber bereits auf den amerikanischen Arbeitsmarktbericht für August am Freitag gerichtet.

Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,625 Prozent fielen um 14/32 auf 99-30/32 und rentierten mit 2,63 Prozent. Der mit 3,875 Prozent verzinste Longbond reduzierte sich um 1-8/32 auf 102-26/32 und rentierte mit 3,71 Prozent.

„Die lange erwartete Korrektur bei den Anleihen hat begonnen“, sagte ein Händler. Nachdem zuletzt überraschend schwache Daten die Sorgen bezüglich der konjunkturellen Erholung in den Vereinigten Staaten steigen ließen, hätten die Daten in dieser Woche überzeugt.

Mit Spannung werde im Handel nun auf die Veröffentlichung des amerikanischen Arbeitsmarktberichts für August am Freitag gewartet. Auch wenn viele Investoren weiter enttäuschende Arbeitsmarktdaten erwarten, würden nach dem starken Anstieg des Anleihemarktes in den vergangenen Monaten vermehrt Positionen aufgelöst, so ein Teilnehmer.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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