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Blick auf den Finanzmarkt Dax leicht im Minus

11.03.2010 ·  Nach dem Kursplus vom Vortag tendiert der Dax am Donnerstag leicht schwächer. Händler verweisen auf die eher schwachen Vorgaben aus den Vereinigten Staaten. Etliche Unternehmen legen ihre Bilanzen vor.

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Nach dem Kursplus vom Vortag tendiert der Dax am Donnerstag leicht schwächer und sinkt um 0,3 Prozent auf 5921 Punkte. Der MDax steht praktisch unverändert bei 7928 Zählern, der TecDax fällt um 0,5 Prozent auf 840 Punkte.

Händler verweisen auf die eher schwachen Vorgaben aus den Vereinigten Staaten. „Der Dow Jones hat gerade einmal drei Punkte ins Plus gerettet“, kommentiert Marktanalyst James Hughes von CMC Markets. Der Future auf den amerikanischen Leitindex verlor seit Xetra-Schluss 0,39 Prozent. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index hingegen fester. „Insgesamt dürfte der Handel heute im Vergleich zu den Vortagen etwas geschäftiger verlaufen“, so Hughes. Etliche Unternehmen legen ihre Bilanzen vor und am Nachmittag stehen amerikanischen Daten auf der Agenda.

Aktien von K+S geben am Dax-Ende um 1,2 Prozent auf 46,370 Euro nach. Zwar rechnet der Düngemittel- und Salzproduzent nach dem deutlichen Umsatz- und Gewinneinbruch im Vorjahr für 2010 wieder mit deutlichen Steigerungen. Von Börsianern hieß es, die Zahlen seien etwas besser als erwartet. Ein Händler bemängelte aber die schlechte Qualität des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit). Da die Aktie seit Jahresbeginn einer der stärksten Werte im Sektor sei, fehlten Kurstreiber.

Die Lufthansa erwartet nach dem Jahresverlust von 2009 nur eine langsame Erholung im Luftfahrtgeschäft. Ein Börsianer kommentierte, angesichts der zahlreichen Baustellen wie etwa der anhaltenden Verhandlungen mit den Piloten sehe er den vorsichtigen Ausblick nicht als einen großen Minusfaktor. Mit plus 0,4 Prozent auf 11,99 Euro entwickelten sich die Papiere vergleichsweise gut. Zudem haben aus dem Dax noch Volkswagen (VW) und Hannover Rück ihre Geschäftsberichte angekündigt.

Rentenmarkt knapp behauptet

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag knapp behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 11 Basispunkte auf 122,59 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 8 Basispunkte auf 116,67 Prozent.

Charttechnisch betrachtet notiert der Bund-Future weiterhin in seiner Spanne zwischen 122,40 Prozent und 123 Prozent. Erst mit einem Ausbruch dürfte höheres Volumen an den Markt kommen, heißt es. Bei einem Überwinden des Widerstands von 123 Prozent ergäbe sich deutliches Aufwärtspotenzial, so die Analysten von HSBC Trinkaus, die meinen, die positive Grundstimmung sei auch mit dem Kontrakt-Wechsel nicht verloren gegangen.

Chinesischer Preisauftrieb drückt Euro

Der Euro gibt am Donnerstagmorgen etwas nach. Während des Übergangs aus dem asiatisch in das europäisch geprägte Geschäft liegt die Gemeinschaftswährung bei 1,3643 Dollar nach 1,3653 Dollar am Mittwoch im späten New Yorker Handel. Stärker fallen die Abschläge zum Yen aus: Für einen Euro müssen nur noch 123,32 Yen bezahlt werden nach Ständen um 123,50 Yen in New York.

„Die chinesische Inflation führt zu Yen-Käufen“, so ein Händler. In China ist die Inflationsrate im Februar auf 2,7 Prozent gestiegen von 1,5 Prozent im Januar, erwartet worden war ein Anstieg auf lediglich 2,4 Prozent. Damit nimmt laut Händlern die Erwartung zu, die chinesische Notenbank werde die Geldpolitik weiter straffen. Deshalb sei der Yen als „safe haven“ gesucht, also als Anlageraum, in dem Anleger geringe Risiken sähen. Auch gegen den Dollar zieht der Yen an.

Neue Impulse könnten am Nachmittag von den amerikanischen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe ausgehen und von der amerikanischen Handelsbilanz. Die Erstanträge sollen um 9.000 zurückgegangen sein, so die Erwartung der Volkswirte. Das Handelsbilanzdefizit dürfte mit 41 Milliarden Dollar im Januar etwas gestiegen sein. Am Abend werden in den Vereinigten Staaten 30-jährige Staatsanleihen versteigert, die Nachfrage nach den zehnjährigen Papieren am Mittwoch war vergleichsweise gut.

Aus technischer Sicht sehen Marktteilnehmer nach wie vor eine starke Unterstützung für den Euro und einen möglichen Boden um 1,3430 Dollar. Die Positionsdaten von der Terminbörse in Chicago belegen weiterhin, dass große Shortpositionen im Euro bestehen: Von dieser Seite könnte latente Nachfrage an den Markt kommen. Denn diejenigen, die auf einen weiter steigenden Dollar gesetzt hatten, müssen in einen steigenden Kurs hinein Euro kaufen. Widerstände sehen Marktteilnehmer bei den Hochs von Mitte Februar um 1,38 Dollar. Der Dollar-Index liegt weiterhin knapp unter dem starken Widerstand von 80,50.

Asiens Börsen uneinheitlich

Die Aktienmärkte in Fernost haben sich am Donnerstag uneinheitlich präsentiert. Die Anleger sorgten sich über eine straffere Geldpolitik in China, die die Regierung in Peking verfolgen könnte, um ein Überhitzen der Wirtschaft zu verhindern.Die Börse in Tokio verbuchte Gewinne. Ein schwächerer Yen und der überraschende Rückgang der amerikanischen Großhandelslagerbestände im Januar gaben vor allem Exportwerten Auftrieb.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss knapp ein Prozent höher bei 10.664 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,9 Prozent auf 930 Punkte. Auch die Märkte in Shanghai und Singapur lagen im Plus. Korea, Hongkong und Taiwan gaben nach.

Zu den größten Gewinnern in Tokio gehörten die Anteilsscheine von Sony, die sich um 1,9 Prozent verteuerten. Der Elektronikkonzern stellte ein neues System für seine Spielekonsole PlayStation 3 vor, mit dem die Handlung über die Bewegungen der Spieler gesteuert werden kann. Die Aktien von Konica Minolta gewannen 1,6 Prozent hinzu, nachdem das Unternehmen angekündigt hatte, umgerechnet rund 90 Millionen Euro in den Ausbau der Produktion von Glassubstraten für Festplattenlaufwerke zu investieren.

Zu den Verlierern gehörten dagegen mit einem Abschlag von 3,9 Prozent die Aktien der Shinsei Bank. Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge will das Geldhaus mit der Ausgabe neuer Aktien rund 75 Milliarden Yen (608 Millionen Euro) einsammeln. Der Handel werde derzeit von ausländischen Investoren dominiert, da sich die einheimischen institutionellen Anleger zum Ende des Geschäftsjahres in Japan zurückhielten, sagte der Aktienstratege Tsuyoshi Segawa von Mizuho Securities. Im Blickpunkt stünden bereits die Berichte der Notenbanken in Japan und den Vereinigten Staaten in der kommenden Woche sowie die weitere Entwicklung in der griechischen Schuldenkrise.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Mittwoch nahezu unverändert. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,1 Punkte auf 1917,45 Zähler.

Ein angehobener Umsatzausblick ließen am Mittwochabend Novellus im nachbörslichen amerikanischen Handel zulegen. Dank eines anziehenden Computer- und Speicherchip-Marktes erwartet das IT-Unternehmen nun für das erste Quartal einen Umsatz von 255 Millionen bis 270 Millionen Dollar. Der Aktienkurs stieg um 0,8 Prozent auf 23,50 Dollar.

Men's Warehouse fielen dagegen um 6,3 Prozent auf 23,27 Dollar nachdem das Unternehmen für das vierte Quartal einen Verlust veröffentlicht hatte. Wertberichtigungen sowie niedrigere Umsätze und Margen belasteten.

Bei Hot Topic verursachten schwache Umsätze und engere Margen einen Rückgang des Viertquartalsgewinns um 44 Prozent. Der Einzelhändler stellte für das erste Quartal einen Verlust von 0,02 bis 0,05 Dollar je Aktie in Aussicht, während Analysten bislang im Mittel
0,02 Dollar erwartet hatten. Der Aktienkurs sank um 5,3 Prozent auf 6,20 Dollar.

Banken- und Technologiewerte ziehen amerikanische Börsen ins Plus

Eine große Nachfrage nach Finanz- und Technologiewerten hat die amerikanischen Börsen am Mittwoch im Plus schließen lassen. Schnäppchenjäger sicherten sich Anteile an Instituten, die sich mit staatlicher Hilfe stabilisiert haben. Sie gelten an der Börse inzwischen als unterbewertet. Berichte über Übernahmen schürten die Zuversicht, dass nach den klammen Phasen der Finanzkrise wieder Geld für langfristige Investitionen da ist. Für Optimismus sorgte die Nachricht, dass die Lagerbestände im amerikanischen Großhandel im Januar überraschend sanken.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 0,03 Prozent auf 10.567 Punkte. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 10.526 und 10.601 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,4 Prozent auf 1145 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse
Nasdaq stieg 0,8 Prozent und ging mit 2359 Punkten aus dem Handel.

„Die Lagerbestände zeigen, dass sich die Wirtschaft erholt“, sagte Angel Mata von Stifel Nicolaus. Der Dow wurde allerdings von einem Kursminus des Ölkonzerns Chevron belastet. Nach einer morgendlichen Rally gab der Ölpreis leicht nach, was die Hoffnungen auf Zugewinne des Konzerns dämpfte.

Bank-Anteile profitierten vom optimistischeren Blick auf die Wirtschaftslage. Aktien der Citigroup verteuerten sich um mehr als drei Prozent, AIG um mehr als zehn Prozent. Beide Finanzkonzerne waren von der amerikanischen Regierung mit Milliardenhilfen gestützt worden. Anteile von JPMorgan Chase gewannen 1,2 Prozent. Auch die Kurse der nach wie vor schwer angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac stiegen um 2,8 Prozent beziehungsweise 2,3 Prozent. „Die meisten ökonomischen Daten sind positiv. Die natürliche Schlussfolgerung ist, dass Finanz-Werte profitieren werden“, fügte Mata hinzu.

Technologie-Papiere stiegen im Wert, nachdem der weltgrößte Netzwerk-Ausrüster Cisco mit einem neu vorgestellten Internet-Router auf ein vermehrtes Surfen mit Smart-Phones setzt.

Aufmerksam verfolgten die Anleger zudem Besitzerwechsel in verschiedenen Branchen. „Übernahmen und Zusammenschlüsse nehmen zu, was ein Zeichen der Zuversicht ist. In den Chefetagen sieht man besseren Zeiten entgegen“, sagte Michael Sheldon von RDM Financial.

Der amerikanische Konzern Abbott kauft für knapp eine halbe Milliarde Dollar den Biotechnologie-Experten Facet, mit dem er an einem Multisklerose-Mittel arbeitet. Das Nachsehen hat damit Biogen, die einen feindlichen Übernahmeversuch für Facet gestartet
hatten. Abbott-Aktien legten ein knappes halbes Prozent zu, Facet-Papiere verteuerten sich um 66 Prozent. Biogen notierte 1,5 Prozent im Plus. Zugleich vereinbarte Medienberichten zufolge der Finanzinvestor Apollo den Kauf der Immobilien-Investmentsparte der Citigroup.

Amerikanische Anleihen verringern Verluste nach Auktion

Dank einer erfolgreich verlaufenen Auktion neuer Schuldentitel haben die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen am Mittwoch im späten New Yorker Geschäft ihre Verluste deutlich eingegrenzt. Zehnjährige Staatsanleihen mit einem Kupon von 3,625 Prozent sanken um 5/32 auf 99-7/32 und rentierten mit 3,72 Prozent. Der mit 4,625 Prozent verzinste Longbond ermäßigte sich um 6/32 auf 98-31/32, seine Rendite stieg damit auf 4,69 Prozent.

Bei der Versteigerung zehnjähriger amerikanischen Notes durch das amerikanische Schatzamt im Volumen von 21 Milliarden Dollar hat sich eine Höchstrendite von 3,735 Prozent ergeben. Die Nachfrage insbesondere aus dem Ausland lag über der der beiden vorangegangenen Auktionen. Damit gelingt es der amerikanischen Regierung, ihr Defizit weiterhin zu historisch niedrigen Konditionen zu finanzieren. Im Februar hatte das Haushaltsdefizit einen neuen Höchststand erreicht, wie die Daten am Berichtstag zeigten. „Die Nachfrage bei der Auktion hat uns wirklich erstaunt“, sagte Chefvolkswirt und Rentenstratege Dan Greenhaus von Miller, Tabak & Co in New York.

Auch wenn die Versteigerung ein Erfolg für die Regierung war, so schaut der Markt auch schon auf die anstehende Auktion 30-jähriger Papiere, hieß es im Handel. Am Markt wurde aber auch auf nachlassende Sorgen über die Schuldenkrise in Griechenland verwiesen. Die von der griechischen Regierung ergriffenen zusätzlichen Schritte zur Eindämmung des Defizits wirkten beruhigend auf die Märkte. Dadurch seien die vermeintlich sicheren amerikanischen Anleihen insgesamt nicht mehr so gefragt, sagte ein Händler mit Blick auf die gefallenen Notierungen.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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