Nach dem kräftigen Kurssprung am Dienstag ist am deutschen Aktienmarkt am Mittwochmorgen Konsolidierung angesagt. Gegen 9.32 Uhr steigt der Dax um 7 Punkte auf 7.293. Am Dienstag hatte der Index um fast 2 Prozent zugelegt. Für den verhaltenen Auftakt ist vor allem das Schwergewicht Siemens verantwortlich, die Aktie büßt nach einer Gewinnwarnung von Philips 1,3 Prozent ein. Siemens ist mit einem Dax-Gewicht von 10 Prozent schwerster Einzelwert im Dax. Technisch unterstützt ist der Dax auf Tagessicht bei 7.204 Punkten, bei 7.367 Punkten liegt ein Widerstand. Händler begründen den verhaltenen Auftakt auch mit der Sitzung der amerikanische Notenbank am Abend. Die Federal Reserve dürfte den Leitzins unverändert bei 0,00 Prozent bis 0,25 Prozent belassen. Spannend dürfte es werden, wenn sich die Fed zu Wachstum, Inflation und Arbeitsmarkt äußert. Siemens verlieren 1,3 Prozent auf 92,24 Euro. Philips hat am Morgen eine Gewinnwarnung veröffentlicht, die Aktie bricht in Amsterdam um 11 Prozent ein. Philips hat die Gewinnwarnung mit einem schwachen Geschäft in der Lichtsparte begründet. Auch Siemens ist im Lichtgeschäft engagiert - und will zudem den Bereich Osram an die Börse bringen. Das Umfeld für Börsengänge hat sich zuletzt aber stark eingetrübt.
Daimler rücken mit ihrem Anteil an EADS in den Fokus. Der Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sagte am Dienstag auf einer Pressekonferenz in New York, es stehe Daimler rechtlich frei, ihre Anteile zu verkaufen. Daimler legen um 0,8 Prozent auf 48,96 Euro zu. EADS fallen um 0,5 Prozent auf 21,64 Euro. Merck KGaA verlieren 1,5 Prozent auf 53,96 Euro. Das Unternehmen verfolgt die weltweite Zulassung des Multiple-Sklerose-Mittels „Cladribin“ nicht weiter und verbucht eine einmalige Belastung von 20 Millionen Euro. Die Aktien von Adler Modemärkte kosten an ihrem ersten Handelstag 9,85 Euro. Die Modehandelskette hat insgesamt 11,2 Millionen Aktien zum Preis von 10 Euro je Aktie platziert. Damit lag die Platzierung am unteren Ende der Preisspanne von 10 bis 12,50 Euro. Bei den Nebenwerten profitieren Krones davon, dass UBS die Aktie des Anlagenherstellers auf „Kaufen“ von „Neutral“ erhöht hat. Krones ziehen um 2,7 Prozent auf 54,31 Euro an. Südzucker steigen nach laut Händlern guten Erstquartalszahlen um 2,7 Prozent auf 23,36 Euro.
Deutsche Anleihen tendieren im frühen Handel knapp gehalten
Am deutschen Anleihenmarkt sind die Kurse am Mittwoch nach einer für die griechische Regierung erfolgreichen Vertrauensfrage mit leichten Verlusten in den Handel gestartet. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future verlor 0,07 Prozent auf 125,80 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 2,979 Prozent. Das griechische Parlament hatte in der vergangenen Nacht Ministerpräsident Papandreou das Vertrauen ausgesprochen und damit den Weg für eine neues Sparpaket im Kampf gegen die Staatspleite des Eurozonen-Landes geebnet. Der erfolgreiche Ausgang der Vertrauensfrage habe den deutschen Rentenmarkt leicht unter Verkaufsdruck gesetzt, hieß es von Händlern. Im weiteren Handelsverlauf dürfte sich der Fokus der Investoren auf die Zinsentscheidung der amerikanische Notenbank verschieben. Vor allem die Konjunkturprognose von amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke im Anschluss an die Zinsentscheidung werden an den Finanzmärkten mit Spannung erwartet, hieß es weiter.
Kurs des Euro steigt nach Vertrauensvotum über 1,44 Dollar
Das von der Regierung Papandreou überstandene Vertrauensvotum im griechischen Parlament hat den Euro nur kurzzeitig über das Niveau von 1,4400 Dollar gehoben. Die Einheitswährung konnte dieses Niveau aber in der Folge nicht halten und notiert beim Übergang in den europäisch geprägten Handel am Mittwochmorgen wieder unter dieser Marke. Zwar sei es positiv, dass Premier Papandreou die Vertrauensabstimmung überstanden habe, heißt es im Handel. Aber zum einen sei das bereits am Vortag weitestgehend an den Märkten eingepreist worden. Und zum anderen liege mit der Abstimmung der geplanten neuen Sparmaßnahmen in der kommenden Woche die eigentliche Herausforderung erst noch vor der Regierung. Deren Aufgabe werde dadurch erschwert, dass die Opposition bereits angekündigt habe, gegen das Paket zu stimmen. Angesichts der Unsicherheiten in der Eurozone und einer erwarteten Verlangsamung des Wirtschaftswachstums hat Morgan Stanley am Vortag ihr Euro-Dollar-Ziel bis Jahresende auf 1,3600 Dollar nach zuvor 1,4900 Dollar gesenkt.
Nach Griechenland dürfte sich die Aufmerksamkeit der Märkte nun auf die Federal Reserve richten. Es wird erwartet, dass die amerikanische Notenbank den Leitzins am Abend mit 0,00 Prozent bis 0,25 Prozent bestätigen wird. Für die Finanzmärkte von wesentlich größerem Interesse ist die anschließende Pressekonferenz mit Ben Bernanke. Es wird erwartet, dass der Chairman das Ende von Quantitative Easing 2 (QE2) bestätigen und weiterhin auf absehbare Zeit ein sehr niedriges Zinsniveau in Aussicht stellen wird. Allerdings glauben Analysten, dass Bernanke die Risiken für die amerikanische Wirtschaft stärker hervorheben und möglicherweise die Wachstumsziele senken wird. Allerdings glauben derzeit nur die wenigsten Beobachter, dass die amerikanische Notenbank mit neuen geldpolitischen Maßnahmen wie QE3 den Märkten schon bald unter die Arme greifen wird. Nach Einschätzung der Helaba werden die Fed-Vertreter wohl mehr Evidenz für eine deutliche Konjunkturdelle abwarten und gleichzeitig Signale für nachlassenden Inflationsdruck sehen wollen. Keinen Zweifel werde Bernanke allerdings daran lassen, das ausgedehnte Bilanzvolumen der Fed durch Reinvestitionen fälliger Wertpapiere stabil zu halten. Damit würde - aus der Sicht der Fed - der wirtschaftliche Stimulus fortgeführt, so die Helaba. Die technische Situation für den Euro habe sich zuletzt aufgehellt. Kaufsignale lieferten aber weder MACD und DMI noch der Stochastic. Die nächsten Widerstände zeigten sich bei 1,4432 Dollar und 1,4498 Dollar. Die Feinunze Gold notiert am Morgen bei 1.545,95 Dollar nach einem Londoner Nachmittag-Fixing mit 1.544,75 Dollar.
Japanische Börsen schließen sehr fest
Die Börse in Tokio hat am Mittwoch sehr fest geschlossen. Die gewonnene Vertrauensabstimmung des griechischen Ministerpräsident Papandreou habe die Stimmung am Markt deutlich verbessert, hieß es. Zudem werde am Markt positiv gesehen, dass der Indexbetreiber MSCI die Staaten Taiwan und Südkorea weiter als Schwellenländer einstuft. Zuletzt hatten Sorgen die Runde gemacht, bei einer Klassifizierung als Industrieländer drohten Abflüsse von Anlagegeldern aus Japan in diese beiden Länder. Der Nikkei kletterte um 1,8 Prozent oder. 170 Punkte auf 9.629. Der breiter aufgestellt Topix machte 1,6 Prozent oder. 13 Punkte auf 829 gut. „Die Sorgen über Griechenland und die amerikanische Wirtschaft sind jetzt zwar nicht verschwunden, aber die zuletzt sehr pessimistische Stimmung am Markt hat sich etwas aufgehellt“, kommentierte ein Analyst von Chuo Mitsui Asset Management. Im Blick seien nun die Aussagen von amerikanische Notenbank-Gouverneur Bernanke, die im späteren Tagesverlauf nach dem Ende des Treffens des Offenmarktausschusses erwartet werden. Die Aktien von Banken und Wertpapierhandelshäusern machten sich die Nachrichten aus Griechenland und die damit verbundenen Hoffnungen auf weitere Hilfsgelder für das hochverschuldete Land positiv in den Kursen bemerkbar. Daiwa Securities Group stiegen um 1,2 Prozent auf 325 Yen und Mitsubishi UFJ FG um 2,5 Prozent auf 371 Yen. Die Maschinenbauer Komatsu (+2,5 Prozent auf 2.462 Yen) und Hitachi Construction Machinery (2 Prozent auf 1.749 Yen) profitierten unterdessen von einer Hochstufung durch die Credit Suisse auf „Outperform“.
Sony kletterten um 3,7 Prozent auf 2.012 Yen, nachdem die britische Polizei einen Mann festgenommen hatte, der mit der Hackergruppe LulzSec in Verbindung stehen soll. Die Hackergruppe hatte zuletzt Angriffe auf Sony gestartet und Kundendaten gestohlen. Bei Softbank (+4,4 Prozent auf 2.985 Yen) stützten positive Nachrichten zur geplanten Übernahme des Bezahldienstanbieters Alipay. Nachdem die Tochter der Alibaba Group, Chinas größtem E-Commerce-Unternehmen, noch vor kurzem an Yahoo! verkauft werden sollte, will nun Softbank das Unternehmen kaufen. Elpida Memory legten um 2,7 Prozent auf 1.014 Yen zu, nachdem der Chiphersteller einen neuen Speicherchip vorgestellt hat. Der Chip sei 20 Prozent dünner als die bisherigen Modelle am Markt und stelle einen Durchbruch bei der Entwicklung dünnerer Mobilgeräte bei gleicher Speicherkapazität dar. Oji Paper verteuerten sich nach einer Hochstufung durch Daiwa um 3,5 Prozent auf ein Zweimonatshoch bei 382 Yen. All Nippon Airways sprangen um 2,7 Prozent auf 261 Yen. Die Fluggelsellschaft hat angekündigt, den ersten, stark verspäteten Dreamliner 787 von Boeing im August oder September diesen Jahres ausgeliefert zu bekommen. Nach einer Abstufung durch Macquarie gaben Nippon Electric Glass 1,5 Prozent auf 1.044 Yen nach. Das Analysehaus hatte die Einstufung auf „Underperform“ von „Outperform“ gesenkt und rechnet für die kommenden drei Jahre mit operativen Gewinnrückgängen bei dem Hersteller von Spezialglas. Angesichts einer abnehmenden Risikoaversion trennten sich Anleger von defensiven Versorgerwerten. So verbilligten sich etwa Tokyo Gas um 0,8 Prozent auf 371 Yen.
Börse in Seoul schließt freundlich
Die Börse in Seoul ist am Mittwoch freundlich aus dem Handel gegangen, gestützt von Hoffnungen auf eine positive Entwicklung der griechischen Schuldenkrise. Der Kospi kletterte um 0,8 Prozent auf 2.064 Punkte. Die Stimmung habe sich verbessert, nachdem der griechische Ministerpräsident Papandreou die Vertrauensabstimmung im Parlament gewonnen habe, hieß es. Die Nachricht, dass MSCI Südkorea weiterhin als Schwellenland einstuft, habe unterdessen keine Beachtung am Markt gefunden. „Die Erwartungen für eine Hochstufung auf Industrielandstatus waren nicht besonders groß“, heißt es dazu. Vor allem die zyklischen Bauwerte profitierten im dem verbesserten Umfeld von Schnäppchenkäufen. Daewoo Engineering & Construction stiegen um 4,4 Prozent auf 10.250 Won und GS Engineering & Construction um 2 Prozent auf 127.500 Won. Bei den Technologietiteln zeigte sich ein gemischtes Bild. Während Samsung Electronics 1,5 Prozent auf 826.000 Won zulegten, verbilligten sich LG Electronics um 1,1 Prozent auf 81.400 Won. LG könnte künftig unter einer abnehmenden Nachfrage am Markt für Heimelektronik leiden, hieß es. IBK entwickeln sich mit einem Abschlag von 10 Prozent auf 18.500 Won unterdessen deutlicher schlechter als der Markt. Hier belasten Nachrichten, nach denen die Regierung rund 46 Millionen IBK-Aktien abstoßen will.
Börsen Chinas entwickeln sich uneinheitlich
Belastet von Sorgen über eine weitere Straffung der chinesischen Geldpolitik zeigt sich die Börse in Schanghai am Mittwochmittag etwas leichter. Nachdem die chinesische Zentralbank am Vortag die Zinsen für einjährige Staatsanleihen erhöht habe, befürchteten Anleger eine Leitzinsanhebung in den kommenden Tagen, heißt es. Der Shanghai Composite Index liegt zur Mittagspause 0,3 Prozent im Minus bei 2.639 Punkten. Die Börse in Hongkong folgt der Entwicklung in Schanghai jedoch nicht und tendiert im Einklang mit anderen asiatischen Börsen im Plus. Gestützt von positiven amerikanische Vorgaben und der gewonnen Vertrauensabstimmung des griechischen Ministerpräsidenten Papandreou legt der HSI um 0,3 Prozent auf 21.923 Punkte zu. Unter den meist gehandelten Einzelwerten in Schanghai profitieren China Vanke (+0,4 Prozent) von Hoffnungen auf eine Belebung des Immobilienmarktes, nachdem chinesische Kommunen künftig öffentliche Bauvorhaben über Anleihen finanzieren dürfen. ICBC und Weichai Power geben unterdessen rund 0,2 Prozent ab.
Ölpreise konsolidieren auf extremem Niveau
Die Ölpreise sind am Mittwoch nach der gewonnenen Vertrauensfrage der griechischen Regierung und vor der Zinsentscheidung in den Vereinigten Staaten weiter abgerutscht. Im asiatischen Handel verbilligte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um zehn Cent auf 110,84 amerikanische Dollar. Der Preis für ein Fass Rohöl der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) gab etwas stärker nach, 83 Cent auf 93,34 Dollar. der Preis für amerikanische Öl rutschte damit auf den tiefsten Stand seit Ende Januar. Nach der für die Regierung in Griechenland erfolgreichen Vertrauensfrage in der vergangenen Nacht rücke der Fokus der Investoren an den Ölmärkten wieder stärker auf die amerikanische Wirtschaft, hieß es von Händlern. Am Abend wird die amerikanische Notenbank ihre Zinsentscheidung bekanntgeben. Für Spannung dürfte vor allem die anschließende Pressekonferenz der Fed sorgen. Hier erwarten Experten eine Konjunkturprognose für das größte Ölverbrauchsland der Welt. Die könnte nach einer Serie von enttäuschenden Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten verhalten ausfallen, und das belaste die Ölpreise, hieß es weiter.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Knapp gehalten präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Dienstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,79 Punkte auf 2250,03 Zähler.
Die Aktien von Adobe haben am Dienstag im nachbörslichen Handel Kursverluste verzeichnet, nachdem das Unternehmen bei der Vorlage seiner Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal einen enttäuschenden Ausblick gegeben hatte. Der Umsatz im Quartal betrug etwas mehr als eine Milliarde Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 996,1 Millionen Dollar. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,55 Dollar über dem Konsens von 0,51 Dollar. Allerdings rechnet das Unternehmen damit, dass die bereinigte operative Marge im dritten Geschäftsquartal zunächst sinken wird, um erst im vierten Quartal wieder anzuziehen. Der Kurs der Adobeaktien fiel um 3,2 Prozent auf 31 Dollar. Auch Jabil Circuit hatte überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt. In seinem dritten Geschäftsquartal steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 22 Prozent auf 4,23 Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 0,58 (Vorjahr: 0,40) Dollar. Allerdings sank die Bruttomarge auf 7,5 Prozent von 7,6 Prozent. Für das vierte Geschäftsquartal stellte Jabil einen Umsatz von 4,1 Milliarden bis 4,3 Milliarden Dollar und ein Ergebnis je Aktie von 0,52 bis 0,60 Dollar in Aussicht. Analysten schätzen den Umsatz bislang auf 4,28 Milliarden Dollar und das Ergebnis je Aktie auf 0,60 Dollar. Jabilaktien gewannen 1,2 Prozent auf 19,08 Dollar.
Wall Street schließt am Dienstag fester
Die Kurse an Wall Street haben am Dienstag den vierten Tag in Folge mit Aufschlägen geschlossen und die Sitzung fester beendet. Anleger hätten klar auf eine erfolgreiche Vertrauensfrage der griechischen Regierung und zusätzliche Maßnahmen Griechenlands zur Verhinderung eines Zahlungsausfalls gewettet, so Stimmen aus dem Handel. „Der Markt nimmt bereits ein für Giorgos Papandreou positives Abstimmungsergebnis vorweg“, sagte ein Börsianer. Vor diesem Hintergrund stieg der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) um 0,9 Prozent oder 110 auf 12.190 Punkte. Für den S&P-500-Index ging es um 1,3 Prozent oder 17 auf 1.296 Zähler nach oben und der Nasdaq-Composite-Index rückte um 2,2 Prozent oder 58 auf 2.687 Stellen vor. Das Umsatzvolumen betrug 2,14 (Montag: 2,15) Milliarden Aktien. Dabei wurden 2.565 Kursgewinner und 459 -verlierer gezählt. Unverändert gingen 77 Titel aus dem Handel. Gestützt wurde der Markt vor allem von zyklischen Sektoren aus den Branchen Energie, Rohstoffe und Technologie. In der Nacht zum Mittwoch wollte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou die Vertrauensfrage vor dem Parlament stellen. Der Ausgang des Votums dürfte nicht nur zeigen, wie geschlossen die Reihen der Regierungspartei PASOK nach den vorangegangenen gewaltsamen Demonstrationen noch sind. Vor allem sollte er Aufschluss darüber geben, welche Chance das neue Sparpaket hat, durch das Parlament in Athen zu kommen. „Aktuell hängt die Bewegung an den globalen Kapitalmärkten zu 99,9 Prozent an der Entwicklung in Griechenland“, so der Händler. „Der Markt rechnet einfach fest mit einem erfolgreichen Votum in Griechenland. Sollte es anders kommen, wäre dies eine große Überraschung“, erläuterte Marktstratege Jim Meyer von Tower Bridge Advisors das Sentiment.
Andere Marktteilnehmer sahen die Ursachen für das positive Sentiment globaler: „Es wird immer deutlicher, dass sich die Konjunktur weltweit auf Erholungskurs befindet - wenn auch verhaltener als früher. Die Welt geht mit dem Ende der quantitativen Lockerungen seitens der Fed nicht unter“, sagte Fred Fraenkel, Vice Chairman bei Beacon Trust Company. Kaum Auswirkungen auf die Kursentwicklung zeigten die amerikanische Konjunkturdaten: Im Mai ist die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser binnen Monatsfrist lediglich um 3,8 Prozent gesunken, Volkswirte hatten im Mittel ihrer Prognosen hingegen mit einem Minus von 5,0 Prozent gerechnet. Gesucht waren vor allem zyklische Werte und Bankentitel. So ging es für Alcoa um 4 Prozent auf 15,37 Dollar nach oben, Caterpillar zogen um 3,3 Prozent auf 101,39 Dollar an. J.P. Morgan verteuerten sich um 1,1 Prozent auf 40,91 Dollar und Bank of American um 2,2 Prozent auf 10,83 Dollar. J.P. Morgan zahlt 153,6 Millionen Dollar, um ein Verfahren der amerikanische Börsenaufsicht SEC wegen bewusster Irreführung von Investoren abzuwenden. Unterdurchschnittlich entwickelten sich als defensiv geltende Papiere: Procter & Gamble verloren 1,3 Prozent auf 64,22 Dollar, Merck tendierten nahezu unverändert bei 35,78 Dollar. In der zweiten Reihe kletterten Best Buy um 2,7 Prozent auf 32,28 Dollar. Die auf Konsumelektronik spezialisierte Einzelhandelskette will weitere Aktien im Wert von 5 Milliarden Dollar zurückkaufen und hat die Quartalsdividende um 7 Prozent angehoben. Walgreen fielen hingegen um 4,2 Prozent auf 43,28 Dollar. Die Verhandlungen des Pharmaeinzelhändlers über eine Vertragsverlängerung mit Express Scripts sind gescheitert, ab Anfang kommenden Jahres wird das Unternehmen nicht mehr zum Vertriebsnetzwerk gehören. Express Scripts versendet Medikamente, die aufgrund der Partnerschaften mit Pharmakonzernen billiger angeboten werden. Für Express Scripts ging es um 0,4 Prozent auf 54,99 Dollar nach oben. Raytheon hat einen Rüstungsauftrag aus Saudi-Arabien im Umfang von 1,7 Milliarden Dollar erhalten, Anleger bescherten der Aktie ein Plus von 1,1 Prozent auf 49,58 Dollar.
Amerikanische Anleihen tendierten am Dienstag leichter
Die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen sind am Dienstag von Konjunkturdaten und Hoffnungen auf eine Entspannung der Schuldenkrise belastet worden und haben sich im späten New Yorker Handel leichter gezeigt. Händler verwiesen auf schwache Daten vom Immobilienmarkt, die aber weniger dramatisch als befürchtet ausgefallen seien. Zudem habe an den Finanzmärkten insgesamt Zuversicht über die Vertrauensfrage der griechischen Regierung geherrscht. Die Kurse zehnjähriger Titel mit einem Kupon von 3,125 Prozent fielen um 7/32 auf 101-6/32. Die Papiere rentierten mit 2,984 Prozent. Der Kurs der mit 4,375 Prozent verzinsten 30-jährigen Staatsanleihe reduzierte sich um 11/32 auf 102-20/32, ihre Rendite stieg von 4,199 auf 4,219 Prozent. Die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser ist im Mai auf den niedrigsten Wert seit November 2010 gefallen. Die Verkäufe gingen zum Vormonat um 3,8 Prozent auf einen Jahreswert von 4,81 Millionen zurück. Volkswirte hatten mit einem noch stärkeren Rückgang um 5,0 Prozent auf 4,80 Millionen gerechnet. Das wichtigste Ereignis des Tages stand aber mit der Vertrauensabstimmung für die griechische Regierung im Parlament noch an. „Alle Augen sind auf Griechenland gerichtet“, sagte ein Händler. Er wollte die Abschläge am amerikanische Rentenmarkt nicht überbewerten. Die Bewegungen seien eher zufallsgetrieben vor dem eigentlichen Höhepunkt des Tages. „Der Handel ist von Zurückhaltung geprägt“, hieß es weiter. Sollte der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou die Abstimmung überstehen, rücke mit dem geplanten neuen Sparpaket bereits die nächste Hürde in den Blick des Marktes, ergänzte ein Rentenhändler. Sollte Papandreou das Vertrauen entzogen werden, wäre das eine dramatische Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise und dürfte den amerikanische Anleihen deutlichen Rückenwind bescheren. Vor dieser Kulisse trete sogar die Sitzung der amerikanische Notenbank in den Hintergrund, hieß es weiter. Die Federal Reserve wird am Mittwoch ihre geldpolitischen Entscheidungen bekannt geben.
Lateinamerikas Börsen verbuchen am Dienstag Kursgewinne
Die Hauptbörsen in Lateinamerika sind am Dienstag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen. Im brasilianischen São Paulo legte der Aktien-Index der Bovespa-Börse um 255,37 Zähler oder 0,42 Prozent auf 61 423,60 Punkte zu. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt stieg um 166,63 Punkte (0,47 Prozent) auf 35 276,60 Zähler. Im Plus endete auch der Börsentag in der Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires: Dort legte der Merval-Index um 60,74 Punkte oder 1,86 Prozent auf 3330,02 Zähler zu.
