30.07.2010 · Nach drei Tagen mit Kursverlusten setzt der Dax dieser am Freitag fort. Börsianern zufolge halten sich viele Anleger in Erwartung der anstehenden amerikanischen Konjunkturdaten zurück.
Der Dax setzt am Freitag seine Kursverluste fort und notiert 0,4 Prozent im Minus bei 6110 Punkten. Der MDax gibt um 0,2 Prozent auf 8386 Punkte nach und der TecDax fällt um 0,6 Prozent auf 767 Punkte.
„Die Skepsis über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft dürfte weiter anhalten, weshalb wohl und vor dem Wochenende sehr genau auf die amerikanischen Konjunkturdaten geachtet werden wird“, meint Marktexperte Chris Weston von IG Markets. An Daten stehen das Bruttoinlandsprodukt, der Chicago Einkaufsmanager-Index und das Konsumklima der Uni Michigan auf der Agenda.
Nachdem am Donnerstag eine Flut an Geschäftsberichten den Markt überschwemmt hatte, kehrte an diesem Morgen etwas Ruhe ein. Aus dem Dax berichtete nur Heidelbergcement über das abgelaufene Quartal, im MDax stehen EADS, Elringklinger, die Gea Group und Wacker Chemie mit Zahlen im Blick.
Die Aktie des Baustoffe-Herstellers Heidelbergcement zählte mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 39,83 Euro zu den schwächeren Dax-Werten. Die Zahlen zum zweiten Quartal wurden von Händlern als „gemischt“ bewertet. „Umsatz und operatives Ergebnis überzeugten, doch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern und das Nachsteuerergebnis enttäuschten. Der Ausblick wurde bestätigt, so dass der Geschäftsbericht alles in allem neutral auf die Aktie wirken dürfte“, urteilte einer von ihnen. Ein zweiter sah vor allem Probleme durch die Charttechnik, da die Aktien bislang Schwierigkeiten gehabt hätten, den Widerstand bei 40 Euro zu durchbrechen.
An der MDax-Spitze legt der Aktienkurs des Flugzeug- und Rüstungskonzerns EADS um knapp fünf Prozent zu. EADS bekräftigte nach einem Auftragsboom im ersten Halbjahr seine Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr. Die Prognosen für Aufträge, Umsatz, Rentabilität und freien Cash Flow seien zudem angehoben worden, betonte ein Händler.
Beim Maschinenbau-Konzern Gea verweisen Börsianer vor allem auf Enttäuschungen auf der Ergebnisseite. Gea profitierte im zweiten Quartal besonders von der wachsenden Nachfrage in Asien und legte beim Auftragseingang und beim Umsatz etwas stärker zu als von Analysten erwartet. Der operative und der Gewinn unter dem Strich blieben allerdings unter den Schätzungen. Das Papier büßt 4,6 Prozent auf 17,06 Euro ein und ist damit Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte.
Trotz positiver Resonanz auf die Quartalszahlen des Halbleiter-Zulieferers und Chemiekonzerns Wacker Chemie legt dessen Aktienkurs nur um 0,2 Prozent auf 127,80 Euro zu. Das Unternehmen hatte nach einem Umsatz- und Gewinnschub im abgelaufenen Jahresviertel seine Prognosen für das Gesamtjahr hochgeschraubt.
Noch schlechter ergeht es den Anteilsscheinen von Elringklinger, die um 0,4 Prozent auf 20,690 Euro nachgeben, obwohl der Autozulieferer nach einem starken zweiten Quartal ebenfalls seine Jahresprognosen angehoben hat.
Rentenmarkt tendiert fester
Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Freitag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 22 Basispunkte auf 128,28 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 12 Basispunkte auf 119,84 Prozent.
Experten erwarten auch im weiteren Handelsverlauf eine freundliche Tendenz am Anleihemarkt. Bei den Daten zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal sei eine negative Überraschung nicht unwahrscheinlich, heißt es in einer Tagesvorschau der HSH Nordbank. Der private Verbrauch sollte aufgrund der Arbeitsmarktsituation nur wenig zum Wachstum beigetragen haben. Auch der Außenbeitrag könnte über die Importe einen negativen Wachstumsbeitrag geliefert haben. Die europäischen Daten dürften hingegen keinen Einfluss auf das Geschehen ausüben.
Euro hält sich vor amerikanischen Wachstumsdaten über 1,30 Dollar
Nachdem der Euro am Vortag ein 12-Wochenhoch zum Dollar markiert hat, startet die Gemeinschaftswährung etwas leichter in den Wochenausklang. Allerdings hält sie sich über der Marke von 1,30 Dollar. Zu Beginn des europäisch geprägten Devisengeschäfts kostet der Euro nur noch 1,3069 Dollar nach 1,3090 Dollar im späten New Yorker Handel.
Marktteilnehmer sprechen von leichten Gewinnmitnahmen vor dem für den Nachmittag angekündigten amerikanischen Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal. Volkswirte rechnen im Mittel ihrer Prognosen mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um annualisert 2,7 Prozent gegenüber den vorangegangenen drei Monaten. Damit würde die größte Volkswirtschaft der Welt weit hinter den zuvor für dieses Erholungsstadium üblichen Expansionsraten zurückbleiben.
Darüber hinaus wird die zweite Veröffentlichung des von der Universität Michigan ermittelten Verbrauchervertrauens für Juli erwartet. Hier lautet der Ökonomenkonsens auf 67,2 Punkte nach 66,5 Punkten anlässlich der ersten Umfrage.
Aus charttechnischer Perspektive hat die Gemeinschaftswährung zum Greenback am Donnerstag mit 1,3107 Dollar erstmals - wenn auch nicht erfolgreich - die Widerstandszone um 1,3095/1,3115 Dollar getestet. Die technischen Indikatoren seien per saldo freundlich zu werten, sagt Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen. Der MACD sei im „Kauf“ und auch der Stochastic richte sich oberhalb seiner Signallinie gen Norden.
„Gelingt der Sprung über 1,3115 Dollar, entsteht zunächst Raum bis 1,3267 Dollar, dem Märztief“, so der Charttechniker. Weitere Hürden ließen sich dann in der Zone 1,3400 Dollar bis 1,3450 Dollar lokalisieren. Unterstützungen zeigten sich bei 1,3040 Dollar und um 1,3000 Dollar sowie bei 1,2967 Dollar.
Asiens Börsen gehen mit Verlusten aus der Handelswoche
Die Börsen in Fernost haben sich am Freitag mit Verlusten aus der Handelswoche verabschiedet. Händlern zufolge nahmen viele Anleger nach der Rally in diesem Monat Gewinne mit. Pessimistische Äußerungen der amerikanischen Notenbank Fed und negative Vorgaben der Wall Street schickten die Kurse ihrerseits auf Talfahrt.
In Tokio konnte sich der Elektronikkonzern Sony aber mit einem Plus von 3,6 Prozent gegen den Abwärtstrend stemmen. Das Unternehmen hatte die Märkte am Vortag mit schwarzen Zahlen überrascht und seine Jahresprognose nach oben geschraubt. Sorgen bereitete den Anlegern in Japan dagegen die Industrieproduktion im Juni, die im Vergleich zum Vormonat überraschend um 1,5 Prozent fiel. Andernorts in Asien gerieten vor allem Rohstoff- und Technologieaktien unter Druck.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,6 Prozent im Minus bei 9537 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,4 Prozent auf 849 Punkte. Auch die Börsen in Singapur, Taiwan, Korea, Hongkong und Shanghai gaben nach. Die Verluste beschränkten sich dort aber auf unter ein Prozent.
In den Vereinigten Staaten werde offenbar auf breiter Front das Wirtschaftswachstum abgewürgt, sagte Kenichi Hirano von Tachibana Securities. „Es gab eine Reihe schwacher Indikatoren und sogar einige überraschend negative Äußerungen von Fed-Vertretern.“ Der Chef der Federal Reserve von St. Louis, James Bullard, hatte das Schreckensszenario einer Deflation und sinkender Investitionen gemalt und damit schon zum Rückgang der Wall Street am Vortag beigetragen.
Dies verdarb den Investoren auch in Asien die Laune und stellten solide Unternehmensergebnisse wie die von Sony in den Schatten. Auch warteten viele Anleger mit bangem Blick die im Tagesverlauf erwarteten Zahlen zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt ab. Volkswirte prognostizieren eine Verlangsamung des Wachstums auf 2,5 Prozent nach 2,7 Prozent im Vorquartal.
In Korea gaben die Papiere des Elektronikkonzerns Samsung nach. Das Unternehmen konnte sein Quartalsergebnis zwar fast verdoppeln und damit einen Rekordgewinn vorlegen. Doch das rasante Wachstum werde wohl nicht anhalten und auch die Margen könnten unter Druck geraten, warnte das Unternehmen. Samsung-Aktien verloren 2,6 Prozent.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Etwas leichter entwickelten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Mittwoch im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,11 Prozent auf 1858,18 Zähler.
MEMC Electronic und Wynn gerieten am Donnerstagabend im nachbörslichen amerikanischen Handel nach Veröffentlichung ihrer Quartalsberichte unter Druck. Für MEMC ging es um 7,1 Prozent abwärts auf 10,46 Dollar nachdem der Waferhersteller mitgeteilt hatte, seinen bislang in Aussicht gestellten Jahresgewinn von 0,70 bis 0,80 Dollar vermutlich nicht zu erreichen. Den Umsatzausblick von 1,75 Milliarden bis 1,85 Milliarden Dollar werde MEMC dagegen wohl übertreffen. Im abgelaufenen Quartal verdiente der IT-Zulieferer 0,06 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 448 Millionen Dollar.
Wynn gaben 3,3 Prozent auf 84,95 Dollar ab. Der Kasinobetreiber hat für das abgelaufene Quartal 0,42 Dollar Gewinn je Aktie veröffentlicht, bereinigt 0,52 Dollar. Der Umsatz betrug 1 Milliarden Dollar wozu ein Anstieg um 74 Prozent in Macau beigetragen habe.
Sorgen über Tech-Nachfrage ziehen amerikanischen Börsen nach unten
Die New Yorker Börsen sind am Donnerstag mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Auf die Stimmung drückten Zweifel an der künftigen Nachfrage nach Bauteilen für den Technologiesektor, nachdem zwei Branchengrößen ihre Ausblicke nach unten korrigierten. Auch ein pessimistischer Kommentar des Präsidenten der Notenbank von Dallas, Richard Fisher, lastete auf dem Markt. Er forderte Klarheit über die im Zuge der Finanzmarktreform anstehenden Änderungen. Ansonsten drohe das Wachstum Schaden zu nehmen.
Die Abschläge hielten sich allerdings in Grenzen. Kursrückgänge wie heute seien auch immer ein guter Zeitpunkt zum Einstieg in den Markt, sagte der Analyst Craig Ellis von Caris & Company. Die Anleger hätten darauf gelauert, ihren Bestand an gut positionierten Titeln auszubauen und nur auf einen günstigen Zeitpunkt gewartet.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 0,3 Prozent ab auf 10.467 Punkte. Im Verlauf pendelte er zwischen 10.387 und 10.584 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,4 Prozent auf 1101 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel 0,6 Prozent auf 2251 Zähler. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von 0,7 Prozent auf 6134 Punkten aus dem Handel.
Der Chiphersteller Nvidia und der weltgrößte Produzent von Sicherheitssoftware, Symantec, heizten mit ihrem skeptischen Blick auf das kommende Quartal Sorgen an, die Erholung der amerikanischen Wirtschaft verlaufe schleppender als ursprünglich angenommen. Nvidia-Aktien stürzten knapp zehn Prozent ab, die von Symantec mehr als elf Prozent. Zahlreiche Branchenwerte folgten im Schlepptau.
Auch andere Unternehmen konnten sich dem Abwärtstrend nicht entziehen: Trotz einer Steigerung des Gewinns um 85 Prozent gaben die Papiere von Exxon 0,9 Prozent nach. Auf Unternehmen aus der Lebensmittelbranche lastete ein nach unten korrigierter Ausblick von Kellogg. Die Aktien des Frühstücksflockenherstellers rutschten 6,9 Prozent ab.
Die Papiere des Biotech-Unternehmens Genzyme profitierten hingegen von Übernahmespekulationen und gewannen 2,6 Prozent. Kreisen zufolge ist der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis bereit, 18,7 Milliarden Dollar für Genzyme auf den Tisch zu legen.
Unterschiedlich lief es für drei Börsendebütanten, die bei ihren IPOs zusammen mehr als 900 Millionen Dollar einsammelten. Dies deutete darauf hin, dass das Interesse an Neuemissionen noch immer schwankend ist. Während die Titel des Gasunternehmens Chesapeake Midstream Partners und der Handelsplattform Envestnet mit einem Plus von 6,7 oder. 13,7 Prozent stark gefragt waren, ging es für die Papiere des Bergbauunternehmens Molycorp mehr als acht Prozent nach unten.
Amerikanische Anleihen uneinheitlich
Überraschend positive Daten vom amerikanischen Arbeitsmarkt und eine nur mäßig verlaufene Auktion neuer Schuldtitel haben die Notierungen der amerikanischen Staatsanleihen am Donnerstag im späten New Yorker Geschäft gebremst. Während zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,500 Prozent unverändert bei 104-10/32 standen und mit 2,99 Prozent rentierten, sank der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond um 8/32 auf 105-2/32, seine Rendite stieg damit auf 4,08 Prozent.
Nach zwei äußerst erfolgreich verlaufenen Auktionen neuer Schuldtitel in der laufenden Woche sprachen Rentenhändler am Berichtstag von einer verhaltenen Nachfrage bei der Versteigerung siebenjähriger amerikanischen Notes im Volumen von 29 Milliarden Dollar durch das amerikanische Schatzamt. Bei der Auktion ergab sich eine Höchstrendite von 2,394 Prozent (vorherige Auktion: 2,575 Prozent). Wie das amerikanischen Schatzamt weiter mitteilte, gingen Gebote über 80,49 (90,43) Milliarden Dollar ein. Das Bid-to-Cover-Ratio stellte sich auf 2,78 (3,01). „Offensichtlich haben insbesondere ausländische Zentralbanken weniger Papiere nachgefragt. Allerdings dürfte dies nur ein temporäres Phänomen sein“, sagte ein Rentenhändler.
Anleger hätten ihre Präferenzen etwas geändert, so seien besonders Papiere mit einer Laufzeit von fünf Jahren gefragt, hieß es. Deren Notierungen tendierten deutlich im Plus. Die guten Daten vom Arbeitsmarkt dämpften die Nachfrage nach vermeintlich sicheren Anlagen, sagten Händler. Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen der amerikanischen Arbeitslosenversicherung sank in der vergangenen Woche um 11.000. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um lediglich 4.000 gerechnet.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |