22.03.2010 · Der deutsche Aktienmarkt hat mit der Eröffnung am Montag an den schwächeren Trend zum Ausklang der Vorwoche angeknüpft. Seit Freitag büßte der Future auf den Dow Jones 0,1 Prozent ein. Impulse aus Tokio fehlen wegen der feiertagsbedingt geschlossenen Börse.
Der deutsche Aktienmarkt hat mit der Eröffnung am Montag an den schwächeren Trend zum Ausklang der Vorwoche angeknüpft. Für den Dax geht es um 0,5 Prozent auf 5955 Punkte nach unten. Der MDax büßt ebenso stark auf 7920 Punkte ein, der TecDax sinkt um 1 Prozent auf 811 Punkte.
Die Griechenland-Sorgen hätten auch den Handel an der Wall Street vor dem Wochenende belastet, was laut IG Markets-Analyst Ben Potter nun auch den niedrigeren Wochenauftakt an der deutschen Börse auslöst. Seit dem Xetra-Schluss am Freitag büßte der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial 0,1 Prozent ein. Impulse aus Tokio fehlen wegen der feiertagsbedingt geschlossenen Börse.
Angesichts des dünn bestückten Tageskalenders warten Händler vor allem mit Spannung auf den Börsengang von Kabel Deutschland (KDG). Der größte deutsche Kabelnetzbetreiber hat 34,5 Millionen Aktien zu je 22 Euro ausgegeben. Die Aktie notiert derzeit bei 22,62 Euro.
Marktteilnehmer sehen den Erfolg des ersten großen Börsengangs seit geraumer Zeit als wichtige Richtschnur für weitere IPO-Pläne. Raimund Saxinger, Fondsmanager bei Frankfurt Trust, sagte: „Man wird am Erfolg der Börsengänge ablesen können, ob die Märkte aufnahmebereit für IPOs sind.
Im Dax stemmten sich die Aktien von Henkel nach Aussagen des Finanzchefs gegen den Trend. Ihr Kurs steigt um 1,7 Prozent auf 38,75 Euro. Lothar Steinebach sagte der „Börsen-Zeitung“, der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller sei gut ins laufende Jahr gestartet. Zudem wolle Henkel seine Nettoverschuldung 2010 um weitere 300 Millionen Euro senken. Ziel sei es, in diesem Jahr wieder ein „A“-Rating (derzeit: „A -“) zu erreichen.
Fresenius Medical Care gewinnen 0,6 Prozent auf 40,32 Euro. Börsianer sehen den Dialysespezialisten dank der starken amerikanischen Präsenz als Profiteur der amerikanischen Gesundheitsreform. Nach über einjährigem Ringen und fast zwölfstündiger Debatte hat das Abgeordnetenhaus seine Gesundheitsreform in der Nacht zum Montag gebilligt. Einem Börsianer zufolge entweicht nun Unsicherheit aus der Aktie.
Rentenmarkt tendiert gut behauptet
Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Montag fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 20 Basispunkte auf 123,38 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 15 Basispunkte auf 116,99 Prozent. Teilnehmer stellen sich auf ein ruhiges Handelsgeschäft ein. Wichtige Konjunkturdaten stehen nicht zur Veröffentlichung an und auch sonst gibt die Nachrichtenlage nicht viel her.
Das technische Bild sei unklar und uneinheitlich, schreibt die Helaba. Weder für einen Anstieg des Bund-Future über 123,39 Prozent noch für einen Fall unter 122,90 Prozent oder gar 122,40/45 Prozent gebe es Anzeichen. Auch datenseitig gäbe es am Berichtstag kaum Impulse und so stünden die Zeichen auf Konsolidierung.
Der Primärmarkt für Euro-Staatsanleihen gönnt sich in der Woche vom 22. bis 26. März nach dem hohen Volumen der Vorwoche eine Atempause. Derzeit seien etwa vier Milliarden Euro an Emissionen angekündigt, schreibt das Bankhaus HSBC Trinkaus in einem Ausblick. Bereits am Montag stocke die Slowakei zweijährige Titel auf. Dann folgten die Niederlande mit Aufstockungen bei Laufzeiten bis 2014 und 2017 um zusammen bis zu zwei Milliarden Euro. Am Freitag werde Italien aktiv und stocke Titel auf. Möglich erscheine zudem die Syndizierung einer zehnjährigen Staatsanleihe der Slowakei über 1,5 Milliarden Euro. Tilgungen seien in dieser Woche keine zu erwarten.
Euro in Fernost etwas schwächer
Der Euro hat am Montag im frühen asiatischen Handel leicht an Wert verloren. Händler verwiesen auf anhaltende Sorgen über die Schuldenprobleme Griechenlands und die unklare Haltung der Euro-Staaten zur Gewährung von Finanzhilfen an die Regierung in Athen. Die europäische Gemeinschaftswährung gab auf 1,3615 Dollar von 1,3531 Dollar im späten amerikanischen Handel am Freitag nach. Zum Yen notierte der Euro mit 122,23 Yen, der Dollar mit 90,41 Yen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Wochenende vor einer weiteren Debatte über Finanz-Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland gewarnt. Beim EU-Gipfel Ende der Woche in Brüssel werde es keine Entscheidung in dieser Frage geben, betonte Merkel. Dagegen forderte EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso eine rasche Entscheidung über finanzielle Unterstützung für Griechenland.
Japanische Börse wegen Feiertags geschlossen
Der Aktienmarkt in Tokio ist am Montag wegen eines japanischen Feiertags geschlossen. Der Handel wird am Dienstag wieder aufgenommen.
Aktienkurse in China am Mittag knapp behauptet
Nach Gewinnen im frühen Handel verbuchen die Aktien in China bis zum Mittag Abschläge. Der Shanghai Composite Index verliert 0,2 Prozent auf 3.063 Punkte. In Hongkong gibt der HSI 1,7 Prozent oder 362 auf 21.009 Punkte ab. Teilnehmer verweisen auf die Abschläge bei Immobiliengesellschaften. Hier fragen sich die Investoren, ob die Ankündigung der Regierung, die Tätigkeit von staatseigenen Firmen zu begrenzen, die Baulandpreise drücken könnte.
Auch in Hongkong stehen die Immobilienaktien unter Druck. Hier belastet Händlern zufolge vor allem die Zinserhöhung in Indien am Freitag. Auf den Märkten laste die Sorge, dass andere Notenbanken in Asien nachziehen werden.
China Vanke geben 1,0 Prozent auf 9,52 Yüan ab, China Merchants Property 0,9 Prozent auf 24,23 Yüan. Air China steigern sich dagegen um 1,4 Prozent, nachdem mitgeteilt wurde, dass das Unternehmen gemeinsam mit Total Logistics 1,03 Milliarden Yüan in Shenzhen Airlines investieren will.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Freitag etwas leichter. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,49 Punkte auf 1931,94 Zähler.
Nach volatilem Handel gab der Aktienkurs von Palm um 0,5 Prozent auf 3,98 Dollar nach. Im regulären Handel war der Titel um 28,5 Prozent auf 4,04 Dollar eingebrochen. Zwar hat das Unternehmen im dritten Geschäftsquartal seinen Verlust verringert, doch enttäuschte der pessimistische Umsatzausblick die Anleger.
Mit Abschlägen in unterschiedlichem Ausmaß tendierten Sprint Nextel und Verizon Communications, die mit Palm kooperieren. Sprint reduzierten sich um 1,1 Prozent auf 3,76 Dollar. Verizon Communications gaben 0,1 Prozent auf 30,38 Dollar ab.
Gesundheitsreform und Häusermarkt bestimmen Wall Street
Die Anleger an den New Yorker Börsen werden in der neuen Handelswoche ihre Aufmerksamkeit auf die amerikanischen Gesundheitsreform und frische Daten zum angeschlagenen Immobilienmarkt richten. Nach einem Jahr hitziger Debatten hat das Repräsentantenhaus einen historischen Umbau des Gesundheitswesens auf den Weg gebracht. Für die Börsianer sind damit eine Menge Unsicherheiten aus dem Weg geräumt: „Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, wir können nach vorne blicken“, sagte Neil Catania, Broker bei MND Partners in New York. Von der Verabschiedung könnten unter anderem die Aktien der Krankenversicherer profitieren, weil sich ihre Gewinnaussichten besser einschätzen ließen.
Gegen Mitte der Handelswoche erwartet die Börsianer mehr Klarheit zur Lage am Immobilienmarkt. Am Dienstag werden die Februarzahlen zu den Verkäufen bestehender Eigenheime, am Mittwoch zu den Verkäufen neuer Häuser veröffentlicht. Eine Erholung der weiterhin durch die Subprime-Krise angeschlagenen Branche würde sich positiv auf die gesamte amerikanischen Wirtschaft auswirken. Orientierungshilfen bieten den Anlegern dabei auch die am Dienstag anstehenden Quartalszahlen von KB Home. Das Unternehmen ist einer der fünf größten amerikanischen Baukonzerne.
Auf der Unternehmensseite werden auch die Quartalszahlen der Technologie-Schwergewichte Oracle und Adobe Systems erwartet. Zudem will der weltbekannte Juwelier Tiffany am Montag Zahlen vorlegen. Einfluss auf die Kurse könnten auch die endgültigen Zahlen zum amerikanischen Bruttoinlandsprodukt für das vierte Quartal haben, die am Freitag bekanntgegeben werden sollen. Am gleichen Tag werden auch die endgültigen Ergebnisse zum amerikanischen Verbrauchervertrauen erwartet. Die Konjunkturdaten werden den Anleger weitere Anhaltspunkte liefern, wie schnell sich die weltgrößte Volkswirtschaft von der schwersten Rezession seit den 30er Jahren erholen wird.
Im Blickfeld der Investoren bleibt zudem die Schuldenkrise in Griechenland. Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen auf einem Gipfel am Donnerstag und Freitag über das Thema beraten. Neue Sorgen über die Schuldenlast des Euro-Landes hatten die New Yorker Börsen am Freitag belastet. Der Dow-Jones-Index ging 0,4 Prozent tiefer bei 10.741 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,5 Prozent auf 1159 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 0,7 Prozent ein und schloss bei 2374 Stellen. Auf Wochensicht verzeichneten die Börsenbarometer aber Gewinne: Der Dow von 1,1, der S&P von 0,9 und die Nasdaq von 0,3 Prozent.
Amerikanische Anleihen uneinheitlich
Mit Ausnahme des Schatzanweisungen haben sich die amerikanischen Anleihen am Freitag knapp behauptet gezeigt. Das lange Ende der Zinsstrukturkurve profitierte von der Ungewissheit um etwaige Finanzhilfen für Griechenland und den schwachen Aktienmärkten, wie Händler sagten. Titel mit kürzeren Laufzeiten seien wegen der bevorstehenden Treasury-Auktionen gemieden worden. Konjunkturdaten, an denen der Markt sich hätte orientieren können, wurden nicht veröffentlicht.
Im späten New Yorker Handel fielen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 3,625 Prozent um 3/32 auf 99-15/32 und rentierten mit 3,69 Prozent. Der mit 4,625 Prozent verzinste Longbond stieg um 8/32 auf 100-25/32. Seine Rendite sank auf 4,57 Prozent.
Das amerikanische Finanzministerium wird in der kommenden Woche Anleihen mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren im Gesamtvolumen von 118 Milliarden Dollar verkaufen. Die Umschichtung in längere Laufzeiten sei aber nicht nur diesen Auktionen geschuldet, sondern auch eine Wette auf eine flachere Zinsstrukturkurve gewesen, sagten Marktteilnehmer. Da steigende Anleihekurse sinkende Renditen bedeuten, hat sich diese Kurve am Freitag noch stärker abgeflacht.
Vor dem Quartalsende hätten besonders Fonds Anleihen mit längeren Laufzeiten gekauft. Die überraschende Zinserhöhung der indischen Notenbank habe ebenfalls viele Anleger dazu veranlasst, Geld aus risikoreicheren Assetklassen wie Aktien und Rohstoffen abzuziehen und in den als sicher geltenden langfristigen amerikanischen Staatsanleihen zu parken.
Den Druck auf das kurze Ende der Zinskurve erklärten Händler auch mit der Angst vor höheren Zinsen. Zwar hätten die jüngsten amerikanischen Konjunkturdaten gezeigt, dass der Inflationsdruck derzeit noch gering sei, doch spekulierten Marktteilnehmer zunehmend darauf, dass die Notenbank noch vor dem Jahresende die Zinsen erhöhen werde.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |