10.02.2010 · Anhaltende Hoffnungen auf Stützungsmaßnahmen für Griechenland treiben die Erholung am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch weiter an. Bankenwerte wie Deutsche Bank und Commerzbank zählen zu den größten Gewinnern.
Anhaltende Hoffnungen auf Stützungsmaßnahmen für Griechenland treiben die Erholung am deutschen Aktienmarkt am Mittwoch weiter an. Der Dax gewinnt 0,8 Prozent auf 5540 Punkte. Der MDax verbessert sich um 0,2 Prozent auf 7306 Zähler. Für den TecDax geht es um 0,8 Prozent nach oben auf 790 Punkte.
Ein derzeit besonders wichtiger Richtungsweiser für den Aktienmarkt ist der Euro. Denn nach wie vor blieben die Sorgen um die Staatsfinanzen in einigen Ländern der Eurozone auch das beherrschende Thema am Devisenmarkt, so die Währungsexperten der Commerzbank.
Die Vorgaben geben einen moderat positiven Impuls: An der Wall Street hatte der Dow Jones wieder über der Marke von 10.000 Punkten geschlossen und der Future auf den amerikanischen Leitindex rückte seit dem Xetra-Schluss am Vortag um 0,07 Prozent vor. In Tokio schloss der Nikkei-225-Index fester. Einige Charttechniker trauen dem Dax eine Reaktion auf die Talfahrt der Vorwoche zu.
Bankenwerte wie Deutsche Bank und Commerzbank zählen zu den größten Gewinnern. Aktien der Deutschen Bank verteuern sich um 1,9 Prozent auf 45,161 Euro, Commerzbank um 1,2 Prozent auf 5,635 Euro. Ein Börsianer erklärte, dass die Hoffnung auf eine Lösung für Griechenland weiter stütze. Darüber hinaus hatte die Credit Suisse am Morgen ein Studie über die möglichen Auswirkungen der angeschlagenen Staatsfinanzen veröffentlicht. Analyst Jagdeep Kalsi schrieb darin, dass etwa die Deutsche Bank zu den Werten gehörte, denen gegenüber er tendenziell positiv eingestellt sei, da sie am wenigsten dem Risiko maroder Staatsfinanzen ausgesetzt sei.
Rentenmarkt deutlich leichter
Eine mögliche Unterstützung des finanziell angeschlagenen Griechenlands durch die Bundesrepublik bringt am Mittwoch die Kurse der deutschen Staatsanleihen unter Druck. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 67 Basispunkte auf 123,31 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 41 Basispunkte auf 117,47 Prozent.
Euro fällt etwas zurück
Der Euro fällt am Mittwochmorgen etwas zurück. Gegen 8.00 Uhr MEZ wird die Gemeinschaftswährung mit 1,3767 Dollar gehandelt nach einem Hoch von 1,3839 Dollar am späten Dienstag. „Der Markt bleibt vorsichtig“, so ein Devisenhändler.
Bestimmendes Thema bleibe Griechenland. „Positiver News-Flow vom EU-Gipfel am Donnerstag könnte den Euro Richtung 1,39 Dollar treiben“, meint er. Allerdings sei das sehr spekulativ, so ein anderer Marktteilnehmer. Sollten nur Absichtserklärungen kommen, könnte der Euro wieder zurückfallen. Aus technischer Sicht könne die Bandbreite zwischen 1,3550 und 1,4020 Dollar ausgeschöpft werden, heißt es.
Die Hoffnungen auf einen gemeinsamen Rettungsplan von EU und EZB für Griechenland hatten den Euro am Dienstag gestützt. „Mit einem Signal der Unterstützung könnte die EU der Griechenland-Spekulation kurzfristig das Wasser abgraben“, so ein Marktteilnehmer. Am Markt kursieren Spekulationen, die EU könnte Kredite zu günstigen Konditionen aufnehmen und diese an Griechenland weiterreichen.
An den Anleihemärkten waren die Rendite-Unterschiede zwischen Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren mit Griechenland, Portugal wie auch Spanien als Schuldner und der Benchmarkanleihe aus Deutschland deutlich zusammengelaufen. Der CDS-Spread auf die 5jährigen Griechenland-Anleihen liegt am Morgen bei 360 Basispunkten, nachdem am Dienstag in der Spitze über 420 Basispunkte angezeigt waren.
Kurzfristig hänge der Euro an den Aktienmärkten, die als Indiz für die Risikobereitschaft der Anleger gelten. Weitere Impulse könnten von Aussagen von Amerikas Notenbank-Chef Ben Bernanke zum Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik kommen. Die Rede vor dem Kongress wurde wegen des Schnee-Chaos in Washington zwar abgesagt, sie wird aber dennoch veröffentlicht.
Griechenland-Spekulationen treiben Börsen in Tokio
Hoffnungen auf Hilfen für das hoch verschuldete Griechenland haben am Mittwoch den Börsen in Japan Auftrieb verschafft. Andernorts in Asien hielten sich die Zugewinne jedoch in Grenzen, weil es Berichten zufolge noch keine konkreten Beschlüsse über solche Hilfen gibt. Diese Unsicherheiten ließen auch den Kurs des Euro nach den Vortagsgewinnen wieder sinken.
Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 0,3 Prozent höher bei 9964 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index legte 0,2 Prozent auf 883 Punkte zu. Gewinne verzeichnete auch die Börse in Taiwan während die Märkte in Singapur und Südkorea leichte Verluste verzeichneten.
Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities erklärte dazu, die Nachricht von möglichen Griechenland-Hilfen habe den Druck auf die Kurse verringert. Da jedoch keine konkreten Entscheidungen vorlägen, gebe es immer noch wenige Kaufanreize.
Zulegen konnten insbesondere Exporttitel wie Canon und Sony mit einem Plus von jeweils 0,7 und 1,2 Prozent. Honda-Aktien lagen 1,6 Prozent im Minus, nachdem der Autobauer eine Ausweitung eines bestehenden Rückrufprogramms ankündigte. Toyota-Titel legten dagegen 0,4 Prozent zu, obwohl der Branchenprimus ebenfalls weitere Fahrzeuge zur Reparatur rufen musste.
Aktien des australischen Minenbetreibers BHP Billiton notierten weitgehend unverändert, obwohl das Unternehmen den niedrigsten Gewinn in einem ersten Halbjahr seit vier Jahren auswies. Allerdings übertraf das Unternehmen die noch niedrigeren Erwartungen von Analysten.
Aktienkurse in China nach positiven amerikanischen Vorgaben mittags fest
Die chinesischen Aktien folgen am Mittwoch den festen amerikanischen Vorgaben und zeigen sich mittags (Ortszeit) freundlich. Der Schanghai-Composite steigt um 0,6 Prozent auf 2.967 Punkte. In Hongkong sinkt der Hang-Seng-Index dagegen um 7 Punkte auf 19.783 Zähler. In der zweiten Sitzungshälfte könnten die Schanghaier Kurse ihre Gewinne aber teilweise abgeben, heißt es von Analysten, denn die wenige Minuten vor der Mittagspause veröffentlichten Exportdaten für Januar hätten etwas enttäuscht.
Die Aktien von Minenbetreibern zeigen sich dank höherer Metallpreise besonders fest. Zu den meistgehandelten Titeln zählen China Pacific Insurance, die um 2,8 Prozent auf 24,64 Yüan steigen. China Shenhua Energy legen um 1,2 Prozent auf 28,87 Yüan zu.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street
Die amerikanischen Aktien tendierten am Montag nachbörslich etwas leichter. Der Nasdaq-After-Hours-Index verlor 0,17 Punkte auf 1734,71 Zähler.
Die Aktien von Walt Disney reagierten mit leichten Aufschlägen auf die nachbörslich vorgelegten Quartalszahlen, die die Erwartungen übertroffen hatten. Der Unterhaltungskonzern verdiente er im ersten Geschäftsquartal 844 (Vorjahr: 845) Millionen Dollar oder 0,44 (0,45) Dollar je Aktie, wobei das Ergebnis je Aktie Sonderbelastungen von 0,03 Dollar enthielt. Der Umsatz stieg um 1,5 Prozent auf 9,74 Milliarden Dollar. Analysten hatten den Umsatz auf 9,65 Milliarden Dollar und das Ergebnis je Aktie auf 0,38 Dollar geschätzt. Die Disney-Aktie stieg um 0,2 Prozent auf 29,89 Dollar.
Micron Technology gaben 0,2 Prozent auf 9,06 Dollar nach, nachdem der Halbleiterkonzern mitgeteilt hatte, für 1,27 Milliarden Dollar Numonyx zu erwerben. Verkäufer sind Intel, STMicroelectronics und Francisco Partners. Micron beendeten den Handel praktisch unverändert bei 19,65 Dollar.
Netgear stiegen um 14,3 Prozent auf 24,88 Dollar. Der Netzwerkausrüster hat für das dritte Quartal seines Geschäftsjahres Umsätze von 195 Millionen bis 205 Millionen Dollar prognostiziert, während Analysten diese bislang nur bei 178 Millionen Dollar sahen.
Baidu legten um 8,9 Prozent auf 473,69 Dollar zu. Der chinesische Internetportal-Betreiber hatte einen Quartalsgewinn von 1,88 Dollar je Aktie ausgewiesen, während Analysten im Mittel 1,82 Dollar erwartet hatten.
Wall Street mit Hoffnung auf Griechenland-Hilfe sehr fest
Die Hoffnung auf Hilfe zur Bewältigung der griechischen Schuldenkrise hat den Aktienkursen an Wall Street am Dienstag kräftige Kursgewinne beschert. Angeführt von Caterpillar, Boeing und Coca-Cola eroberte der Dow-Jones-Index (DJIA) die Marke von 10.000 Punkten zurück.
Der DJIA stieg um 1,5 Prozent auf 10.059 Punkte. Zeitweise lag der Index um über 2 Prozent im Plus und erreichte bei 10.138 Punkten sein Tageshoch. Der S&P-500 gewann 1,3 Prozent auf 1.071 Punkte. Der Nasdaq Composite legte um 1,2 Prozent auf 2.151 Punkte zu.
Vor dem EU-Sondergipfel am Donnerstag gab es Spekulationen und Hinweise auf ein Hilfspaket für Griechenland. So berichtete die „Financial Times Deutschland“, die deutsche Bundesregierung bereite ein Hilfspaket für Griechenland vor. Als weiteres Indiz für die Vorbereitung von Hilfsmaßnahmen deuteten Beobachter die vorzeitige Abreise des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet von einer Konferenz in Sydney, um an dem EU-Gipfel in Brüssel teilzunehmen. Einer EZB-Sprecherin zufolge plante Trichet allerdings bereits seit längerem, dem Brüsseler Treffen beizuwohnen.
Einzelne Marktteilnehmer äußerten sich indessen skeptisch. Selbst wenn Griechenland Hilfe erhielte, sei noch nicht geklärt, was mit Spanien und Portugal geschehe, die ähnliche Probleme hätten. Die Teilnehmer warnten davor, aus einem einzelnen starken Handelstag eine Trendwende an den Aktienmärkten abzulesen.
Angeführt wurde der DJIA von Caterpillar, die nach der Hochstufung durch Morgan Stanley um 5,4 Prozent auf 53,53 Dollar stiegen. Coca-Cola gewannen nach der Veröffentlichung überzeugender Quartalszahlen 2,6 Prozent auf 54,01 Dollar. Boeing legten um 3,2 Prozent auf 59,74 Dollar zu.
Weniger gut liefen Bankenwerte, nachdem die Ratingagentur S&P die Ausblicke für die Bank of America und die Citigroup auf „negativ“ zurückgestuft hatte. Bank of America fielen um 0,1 Prozent auf 14,47 Dollar. Citigroup stiegen um 1,0 Prozent auf 3,18 Dollar.
Der Rohstoffsektor profitierte von der Erholung der Gold- und Ölpreise. Alcoa gewannen 1,7 Prozent auf 13,28 Dollar und Chevron 1,7 Prozent auf 71,31 Dollar. Die Aktien des Unterhaltungskonzerns Walt Disney schlossen um 1,2 Prozent höher bei 29,84 Dollar. Das Unternehmen legte nach Börsenschluss Geschäftszahlen vor, die über den Erwartungen der Analysten lagen.
Amerikanische Anleihen schwach
Eine enttäuschende Anleiheauktion und die Erwartung, dass Griechenland bei der Lösung seiner Finanzkrise unterstützt wird, haben den amerikanischen Anleihemarkt am Dienstag belastet. Im späten New Yorker Handel fielen zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,375 Prozent um 20/32 auf 97-27/32 und rentierten mit 3,64 Prozent. Der mit 4,375 Prozent verzinste Longbond verlor 1-7/32 auf 96-24/32. Seine Rendite stand bei 4,57 Prozent.
Das amerikanische Finanzministerium verkaufte am Berichtstag dreijährige Notes im Volumen von 40 Milliarden Dollar. Die Auktion stieß jedoch auf vergleichsweise geringes Interesse, was Beobachter mit den sehr festen Aktienmärkten erklärten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |