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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Blick auf den Finanzmarkt Dax eröffnet etwas fester

 ·  Nicht zuletzt dank gut aufgenommener Zahlen des Automobilbauers Daimler tendiert der Dax am Dienstagmorgen deutlich fester. Auch die guten Vorgaben aus Wall Street, nach gleichfalls gut aufgenommenen Zahlen der Citigroup sorgen für Kursaufschläge.

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Die vorläufigen Zahlen von Daimler stützen am Dienstag die Kurse der Automobilaktien sowie den gesamten deutschen Aktienmarkt. Der Dax gewinnt 0,65 Prozent auf 6203 Punkte. Der MDax steigt um 0,8 Prozent auf 8376 Punkte und für den TecDax geht es um 0,65 Prozent auf 838 Punkte nach oben.

Der Schlussspurt an der Wall Street, wo der Bankensektor die Unsicherheit wegen der Untersuchungen gegen Goldman Sachs auch dank gut aufgenommener Ergebnisse der Citigroup im späten Geschäft abschütteln konnte, sorgt laut Marktanalyst Ben Potter von IG Markets für gute Laune an den Börsen. Die Vorgabe ist positiv: Der Future auf den amerikanischen Leitindex Dow Jones Industrial Average (DJIA) gewann seit dem Xetra-Handelsschluss am Vortag hinzu. Die Investoren warteten nun optimistisch auf die Zahlenvorlage von Goldman am Nachmittag, sagte Potter.

Daimler-Titel schnellen um mehr als 7 Prozent nach oben. Auch die MDax-Unternehmen MTU Aero Engines und Bauer stehen mit Zahlen im Blick.

Rentenmarkt tendiert etwas leichter

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag etwas leichter. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 12 Basispunkte auf 123,67 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future verliert 2 Basispunkte auf 117,43 Prozent.

„Insgesamt rechnen wir mit einer volatilen Seitwärtsbewegung“, schreibt die HSH Nordbank in einer Tagesvorschau. Nach Einschätzung der Experten wird die Entwicklung der Unternehmensergebnisse sowie alles rund um Griechenland den Ton angeben. Griechenland wird ebenso wie Spanien im Handelsverlauf Anleihen emittieren. Die sollten aber mit einem deutlichen Renditeaufschlag aufgrund der kurzen Laufzeiten problemlos aufgenommen werden, hieß es weiter von der HSH Nordbank. Das Geldhaus erwartet den Bund-Future in einer Handelsspanne zwischen 123,10 bis 124,10 Punkten.

Euro tendiert seitwärts

Die Kurse an den Devisenmärkten bewegen sich am Dienstagmorgen nur wenig. Der Euro steht zum Übergang aus dem asiatisch in den europäisch geprägten Handel bei 1,3461 Dollar und damit knapp unter dem Stand aus dem späten New Yorker Geschäft vom Montag. „Die Anleger warten auf die Gespräche in Athen am Mittwoch“, so ein Händler. Dann beraten IWF und Eurozonen-Vertreter mit der griechischen Regierung über mögliche Hilfen. Am Vormittag könnte auch der deutsche ZEW-Index den Markt beeinflussen.

Unter Druck steht der Yen. Laut Händlern kaufen japanische Importeure Dollar gegen Yen, und über die Cross-Rates falle der Yen auch gegen den Euro. Etwas fester wiederum zeigt sich der Austral-Dollar mit der Spekulation um weiter steigende Leitzinsen in Australien.

Aus technischer Sicht liege der Euro in einer Handelsspanne, heißt es am Markt. Unterstützt sei die Gemeinschaftswährung bei 1,34 Dollar und beim Jahrestief bei 1,3267 Dollar. Auf Widerstand treffe sie bei 1,36 Dollar und bei knapp 1,37 Dollar.

Börsen in Fernost erholen sich

Die Aktienmärkte in Fernost haben sich am Dienstag weitgehend von ihren kräftigen Vortagesverlusten erholt. Rückenwind gaben gute Quartalszahlen aus den Vereinigten Staaten. Vor allem das positive Ergebnis der Großbank Citigroup schürte unter den Anlegern den Optimismus über einen positiven Verlauf der Berichtssaison. In Tokio profitierten Exportwerte von einem schwächeren Yen. Den Markt stützten zudem Auto-Hersteller. Allerdings lasteten die Betrugsvorwürfe gegen die amerikanischen Großbank Goldman Sachs weiterhin auf der Stimmung der Anleger.

Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte gab 0,1 Prozent ab auf 10.900 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legte dagegen 0,1 Prozent zu auf 972 Zähler. Auch die größten anderen asiatischen Börsen notierten durchweg stärker. Lediglich der chinesische Leitindex verlor 0,9 Prozent.

„Der Markt hat sich nach den jüngsten Verlusten eine Atempause verschafft, aber es ist nur schwer vorherzusagen, welche Richtung er nun einschlagen wird“, sagte Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities. Ein großes Fragezeichen stehe hinter der künftigen Entwicklung des Yen. Zudem gebe es derzeit zahlreiche Unsicherheiten an den internationalen Finanzmärkten, ergänzte sein Kollege Hiroichi Nishi. Dazu zählten vor allem die Bemühungen in China, den Immobilienmarkt unter strengere Aufsicht zu stellen. Die Maßnahmen der Regierung in Peking hatten den chinesischen Leitindex am Montag auf Talfahrt geschickt.

Bei den Einzelwerten ragten in Tokio vor allem Auto-Aktien hervor. Die Titel von Isuzu Motors verteuerten sich um 4,6 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognose angehoben hatte. Die Papiere des Kleinwagenbauers Suzuki profitierten von einem Zeitungsbericht, wonach der VW-Partner seine jährliche Motorenproduktion in Indien um rund 30 Prozent steigern will, um schadstoffärmere Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Die Papiere stiegen um 0,9 Prozent.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel tendierten am Montag kaum verändert. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,74 Punkte auf 2012,79 Zähler.

Mit Abgaben zeigte sich die IBM-Aktie nach der Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Quartal gezeigt. Vor allem die schwache Bruttomarge enttäuschte die Analysten. Diese lag mit 43,6 Prozent zwar über den 43,4 Prozent aus dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, doch unter der Durchschnittsprognose von 44,3 Prozent. Die Dienstleistungssparte verzeichnete mit 12,3 Milliarden Dollar zudem 2 Prozent weniger neue Aufträge.

Insgesamt hat IBM im ersten Quartal vor allem dank der wieder anziehenden Nachfrage aus Schwellenländern und nach Softwarelösungen seinen Gewinn um 13 Prozent gesteigert. Das Nettoergebnis legte auf 2,6 (2,3) Milliarden oder 1,97 Dollar je Aktie zu. Der Konzern übertraf damit die Prognosen der Analysten, die mit 1,93 Dollar je Aktie gerechnet hatten. Angesichts der Erholung bei den Technologieausgaben der Kunden erhöhte IBM seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Kurs der IBM-Aktie fiel um 2,3 Prozent auf 129,17 Dollar.

Procter & Gamble legten dagegen um 0,3 Prozent auf 63,41 Dollar zu. Das Unternehmen will die Quartalsdividende um 9,5 Prozent auf 48,18 Cent je Aktie erhöhen. Goldman Sachs setzten ihre Erholung aus dem regulären Handel auch nachbörslich fort und gewannen weitere 0,9 Prozent auf 164,72 Dollar. Das Unternehmen gibt am Dienstag Ergebnisse für das erste Quartal bekannt.

Frühindikatoren und Quartalszahlen helfen der Wall Street

Nach einem stärker als erwartet ausgefallenen Anstieg der Frühindikatoren konnte der Dow Jones am Montag frühe Verluste schnell abschütteln und ging etwas fester aus dem Handel. Anfangs hatten noch die anhaltenden Betrugsvorwürfe gegen Goldman Sachs auf den Kursen gelastet, jedoch keimte mit den amerikanischen Konjunkturdaten wieder Zuversicht auf, dass der wirtschaftliche Erholungskurs nachhaltig Bestand haben wird.

Der vom Forschungsinstitut Conference Board ermittelte Index der Frühindikatoren stieg im März um 1,4 Prozent und übertraf damit die Erwartungen der Volkswirte, die mit einem Anstieg um 1,1 Prozent gerechnet hatten. Im Vormonat war ein Plus von 0,1 Prozent verzeichnet worden.

Händler machten auch gute Zahlen der Citigroup sowie die Hoffnung auf ein ebenso erfreuliches Zahlenwerk von IBM für die zaghaft zurückkehrende Zuversicht verantwortlich. Der amerikanische Technologiekonzern berichtete nachbörslich über sein erstes Quartal. An der Technologiebörse Nasdaq war im Gegensatz zu den Standardwerten kein eindeutiger Trend erkennbar.

Der Dow Jones Industrial Average ging 0,7 Prozent höher bei 11.092 Punkten aus dem Handel. Für den breiter gefassten S&P-500- Index ging es um 0,5 Prozent auf 1198 Punkte nach oben. An der Nasdaq schlossen die Indizes praktisch unverändert.

Wegen den anhaltenden Vorwürfe seitens der Börsenaufsicht SEC setzten die Aktien von Goldman Sachs anfangs ihre Talfahrt fort, drehten aber im Handelsverlauf mit 1,6 Prozent auf 163,32 Dollar in die Gewinnzone. Händler verwiesen auf großen Optimismus der Anleger hinsichtlich der am Dienstag zur Veröffentlichung anstehenden Quartalszahlen.

Positive Nachrichten gab es von der Citigroup, die mit einem deutlichen Gewinn im ersten Quartal überrascht hatte. Das Sorgenkind unter den amerikanischen Banken hatte zu Jahresbeginn einen rekordverdächtigen Gewinn von 4,4 Milliarden Dollar eingefahren und damit sogar die heimischen Rivalen JPMorgan und Bank of America abgehängt. Citi- Aktien gewannen 7,02 Prozent auf 4,88 Dollar.

Aktien des Smartphone-Herstellers Palm brachen dagegen um 12 Prozent auf 4,92 Dollar ein, nachdem der Chefentwickler des webOS- Betriebssystems seinen Abschied angekündigt hatte. Händler verwiesen darauf, dass die Software zuvor als wichtigster Grund für einen möglichen Verkauf von Palm gegolten hatte. Zudem hatten die Analysten von Morgan Keegan die Einstufung auf „Underperform“ gesenkt.

Metallkonzerne wie Alcoa oder AK Steel führten die Verliererlisten im Dow Jones oder. S&P-500 an. Händler verwiesen auf sinkende Rohstoffpreise, die auch auf die Kurse der verarbeitenden Konzerne drückten. Alcoa verlor 1,37 Prozent auf 13,72 Dollar, AK Steel 3,56 Prozent auf 20,83 Dollar.

Der Ölfeld-Dienstleister Halliburton hatte im ersten Quartal vor allem dank der schwachen Nachfrage in Lateinamerika einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Die Titel gingen 0,22 Prozent tiefer bei 31,57 Dollar aus dem Handel.

Auftrieb erhielten auch die Titel von Hasbro, die 2,66 Prozent auf 40,91 Dollar gewannen. Der Spielwarenhersteller hatte mit seinen Quartalszahlen weit über den Erwartungen gelegen. Erst zwei Tage zuvor hatte der größte Konkurrent Mattel ebenfalls positiv überrascht. Der Technologiekonzern IBM ging im Vorfeld der nachbörslich anstehenden Zahlen fester aus dem Handel. Die Aktien gewannen 1,22 Prozent auf 132,23 Dollar.

Amerikanische Anleihen im Späthandel leichter

Der überraschend gut ausgefallen Index der Frühindikatoren hat den amerikanischen Anleihemarkt am Montag belastet. Die Erholung der Aktienkurse an Wall Street im späten Handel verstärkte den Druck auf die Treasurys. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 3,625 Prozent fielen um 10/32 auf 98-18/32 und rentierten mit 3,80 Prozent. Der mit 4,625 Prozent verzinste Longbond verlor 13/32 auf 98-27/32. Seine Rendite stand bei 4,70 Prozent.

Händler erklärten die Verluste der Anleihen auch mit Gewinnmitnahmen. Infolge der Kursgewinne seien die Renditen am Anleihemarkt zuletzt gesunken, was die Festverzinslichen weniger attraktiv mache.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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