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1 und 2 Cent : Belgier schaffen kleine Münzen ab

Lieber noch mal angucken. Bild: dpa

In Belgien sollen die Rechnungen künftig auf fünf Cent auf- und abgerundet werden. Andere Länder machen das schon länger so.

          Die Niederlande und Finnland haben es schon vor Jahren vorgemacht. Nun plant auch Belgien, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen faktisch abzuschaffen. Alle Rechnungen sollen nach dem Willen des belgischen Finanzministers Johan Van Overtveldt (N-VA) künftig an der Kasse auf einen runden Betrag ab- oder auf fünf Cent aufgerundet werden. Aus 1,02 Euro würde damit 1 Euro, aus 1,03 Euro würde 1,05 Euro.

          Hendrik Kafsack

          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

          Ob das auch für Einkäufe mit Kredit- und Geldkarten gelten soll, ist nach belgischen Medienberichten nicht entschieden. Grundlage für die faktische Abschaffung der beiden kleinen Cent-Münzen soll wie in den Niederlanden keine gesetzliche Regelung, sondern eine Übereinkunft mit dem Einzelhandel sein.

          Die Münzen kann Belgien nicht verbieten

          Verbieten kann ein Eurostaat die Nutzung bestimmter Münzen nicht. Das wäre nur durch einen Beschluss der EU möglich. Ein einzelner Eurostaat kann das nicht tun. Die Prägung eigener Münzen können die Staaten wiederum eigenmächtig einstellen. Anders als die Scheine, deren Ausgabe die Sache der Notenbanken ist, liegt das „Münzregal“ bei den Staaten, konkret bei den Finanzministern. Diese müssen die Europäische Zentralbank (EZB) nur innerhalb eines Monats darüber informieren. Niemand könnte einem Kunden aber anschließend verwehren, etwa mit ausländischen Ein-Cent-Münzen zu bezahlen.

          Belgien diskutiert seit Jahren über die Abschaffung der Ein- und Zwei-Cent-Stücke. Auch die EU-Kommission hatte schon 2013 angeregt, über einen Verzicht auf die Kleingeldstücke nachzudenken. Konkrete Pläne dazu verfolgt sie momentan aber nicht mehr. Die Herstellung der Cent-Münzen ist für die Mitgliedstaaten unattraktiv, weil sie mehr kostet als der Nennwert der Cent-Münzen. Schon beschlossen haben die Belgier, ihre Euro-Münzen zumindest in den kommenden vier Jahren nicht mehr im eigenen Land, sondern in Utrecht prägen zu lassen.

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