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Behavioral Finance Anleger werden aus Erfahrung bescheidener

23.07.2001 ·  Tröstliche neue Erkenntnisse von Behavioral Finance-Guru Terrance Odean: Anleger sind doch lernfähig.

Von Jürgen Büttner
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Das reale Geschehen vermittelt zwar manchmal einen etwas anderen Eindruck. Aber Börsianer sind offenbar doch lernfähig. Das zeigen zumindest die neuesten Erkenntnisse von Behavioral Finance Experte Terrance Odean.

Der an der University of California, Davis, tätige Professor ist im Zuge einer Studie mit dem Titel: „Learning to be overconfident“ zu folgenden neuen Erkenntnissen über das Anlageverhalten gelangt. Demnach wissen Neueinsteiger an der Börse zunächst wenig über ihre Fähigkeiten. Erst im Laufe der Zeit lernen es die Anleger, über Erfolge und Misserfolge, sich selbst besser einzuschätzen.

Erfolge werden zunächst überbewertet

Wie auch schon andere Studien (unter dem Link: „Mit Selbsterkenntnis zum Erfolg“ finden Sie darüber hinaus noch weitere Behavioral Finance Erkenntnisse) zeigten, ist es dabei in der Regel so, dass Erfolge zu stark auf das eigene Können zurückgeführt werden. Das Resultat ist übertriebenes Selbstbewusstsein - und das wiederum führt häufig zu vielen Fehlern bei den Anlageentscheidungen.

Während die Anleger also zu Beginn ihrer Investmentkarriere mit einem übertriebenen Maß an Selbstvertrauen agieren, weiß der erfahrene Anleger sich im Zeitablauf besser einzuschätzen. Indirekte Konsequenz: Performance-belastende Fehler wie Leichtsinnigkeit und zu häufiges Handeln werden seltener begangen.

So gesehen wäre es vielleicht hilfreich, wenn Anleger vor den ersten echten Aktivitäten an der Börse erst einmal in Trockenkursen ihre Fähigkeiten ausloten. Allgemeines Manko bei dem erhofften Lernprozess ist jedoch, dass die Finanzmärkte den Akteuren das Lernen nicht leicht machen. Hilfreich für einen erfolgreichen Selbstfindungsprozess wäre nämlich ein häufiger, schneller und klarer Feedback auf die getroffenen Entscheidungen. Die Daten, die man an der Börse erhält, sind aber selten klar und eindeutig. Häufig kommen die Informationen zudem erst mit Verspätung.

Mit den Kursen steigt die Selbstüberschätzung

Allgemein, mit Blick auf den Gesamtmarkt, lassen sich aus der neuen Odean-Studie folgende Erkenntnisse ableiten. Durch die Tatsache, dass die meisten Anleger stets auf steigende Kurse setzen, ist die Selbstüberschätzung unter den Anlegern am Ende eines Bullenmarktes am größten. Gleichzeitig führt Selbstüberschätzung erfahrungsgemäß zu höheren Umsätzen. Folglich dürfte der Umsatz in Haussephasen größer sein als in Baissephasen. Letztlich bedeutet das nichts anderes, als dass die Anleger ausgerechnet dann, wenn die Gefahr von Verlusten am Gefährlichsten ist, die Anleger am sorglosesten agieren. Auch diesen Umstand dürften erfahrene Anleger künftig in ihre Investmententscheidungen mit einfließen lassen.

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