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Automobilbranche Japanische Autobauer geben Gas

09.09.2005 ·  Amerika ist einer der wichtigsten Automärkte - und die Japaner fahren mittlerweile voran - außer Nissan vor allem Toyota und Honda.

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Bessere Karten haben - wie auch das Beispiel Nissan zeigt - mal wieder die Japaner, allen voran Toyota. Der weltgrößte Konzern sieht nach eigener Aussage auf praktisch allen Märkten Potential für Absatzwachstum. „Wenn wir die besten, schnellsten, billigsten Produkte mit dem besten Service bieten, dann gibt es auf der Welt noch viel Raum zum Wachsen“, sagte Konzernchef Katsuaki Watanabe dem „Handelsblatt“ und peilt einen weltweiten Marktanteil von 15 Prozent an. Schließlich will man weltweit endlich die Nummer Eins beim Absatz werden und General Motors überholen.

Und die Japaner sind auf gutem Weg. Selbst im schwachen europäischem Umfeld gelang dem Konzern im vergangenen Jahr eine Absatzsteigerung um über 15 Prozent. Der Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen sieht den Grund in attraktiven Modellen, steigenden Restwerten sowie den gewährten - oft langfristigen - Garantien. Da können die etablierten Europäer offenbar keine Schippe mehr drauflegen.

Her mit den kleinen Japanern!

Toyota will das Tempo weiter beizubehalten - auch bei der Kleinwagen-Tochter Daihatsu. Indes rechneten die ersten Analysten schon im Juli auch bei Toyota mit einem Gewinnrückgang. Die Ergebnisse für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das am 31. März endet, scheinen die Pessimisten zu bestätigen. Der Reingewinn fiel unerwartet deutlich um 6,9 Prozent auf 267 Milliarden Yen (rund zwei Milliarden Euro). Im Schnitt hatten die Analysten mit einer Gewinnsteigerung von 6,2 Prozent gerechnet.

Auch die Verkaufszahlen vom Juli lasen sich nicht gut. in Japan brach den Absatz der Marke Toyota gegenüber dem Vorjahr um 7,5 Prozent ein, der Export ging um 6,1 Prozent zurück. Vor allem der Nutzfahrzeugexport ging mit einem Minus von 28,2 Prozent drastisch zurück. Indes liegt der Exportabsatz im laufenden Jahr insgesamt immer noch mit fünf Prozent im Plus. In Japan stagniert er allerdings.

Viel besser entwickelt sich die Kleinwagentochter Daihatsu, die den Export in diesem Jahr um 22,8 Prozent und den Inlandsabsatz um sechs Prozent steigerte. Indes ist das Exportniveau mit 63.242 Fahrzeugen in den ersten sieben Monaten noch recht gering.

Als ob die Ergebnisse ein Kontraindikator wären, bewegt sich der Aktienkurs. Solange Toyota überzeugte, fiel der Kurs - zwischen Jahresbeginn und Mitte Juni um rund zehn Prozent. Dann entschloß sich die Aktie zu einer fundamentalen Kehrtwende. Seitdem läuft sie unbeeindruckt nach oben und schloß am Freitag knapp unterhalb ihres Fünf-Jahres-Hochs bei 4620 Yen. Sollte es ihr gelingen, dies zu überwinden, wäre der Weg bis 5.000 Yen erst einmal frei. Vor allem wäre dies aber ein Signal, daß das Papier in den im Jahr 2003 eingeschlagenen langfristigen Aufwärtstrend endgültig zurückkehrt. Mit einem KGV von rund 12 ist sie auch gar nicht einmal so hoch bewertet.

Honda - der heimliche Autostar

Noch besser als Toyota ist Honda gut unterwegs. Der Konzern hat im ersten Geschäftsquartal den operativen Gewinn gesteigert und die Jahresprognose angehoben. Auch in Europa steigt der Umsatz, wo das Unternehmen mit dieselbetriebenen Autos Marktanteile gewinnen will. Der Nettogewinn fiel jedoch wechselkursbedingt um 3,1 Prozent auf 110,7 Milliarden Yen. In die Gänge gekommen ist Honda auch auf dem von allen Herstellern heiß umkämpften amerikanischen Markt. Nach einem Jahr lediglich mäßigen Wachstums rechnet Honda in Amerika mit einem Aufwärtstrend.

Das trieb die Aktie am Mittwoch auf ein Rekordhoch von 6.000 Yen und machte Honda damit zum nach Marktkapitalisierung drittgrößten Autobauer der Welt hinter Toyota und Daimler-Chrysler und vor Nissan. Dabei ist das Papier mit einem KGV von 11 sogar noch niedriger bewertet als die Toyota-Aktie.

Insbesondere die spritsparenden Modelle, glauben Analysten werden bei den Amerikanern ankommen. Honda konnte den Absatz von Hybridfahrzeugen im Juli in den Vereinigten Staaten verdoppeln und wurde mit einer Absatzsteigerung von 23 Prozent der erfolgreichste asiatische Autobauer dieses Monats.

Dort gelten Honda und Toyota heute als führend. Denn die großen amerikanischen und europäischen Autobauer haben bislang auf die Effizienzsteigerung von Verbrennungsmotoren und Diesel-Aggregaten gesetzt. Erst jetzt setzen sie langsam zur Aufholjagd an, nicht zuletzt des wohl auf Dauer hohen Benzinpreises.

Für Honda (und andere Autobauer) ist der amerikanische Markt sehr wichtig. Dem dort tobenden Preiskrieg begegnen die Japaner damit, daß sie ihre Produktion in Pakistan stark ausbauen wollen. Die Rabattschlacht um den amerikanischen Markt birgt indes für alle Autobauer Ertragsrisiken.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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