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Asset Backed Securities ABS-Fonds bahnen sich einen Weg aus der Nische

08.07.2005 ·  Durch Forderungen gedeckte Wertpapiere kommen für Privatanleger in Reichweite. Mit ihrem hohen Renditeaufschlag und dem geringen Liquiditätsrisiko sind sie eine gute Alternative zum Geldmarkt.

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Die Anlage in forderungsbesicherten Wertpapieren - den sogenannten Asset Backed Securities (ABS) - öffnet sich zunehmend den privaten Anlegern. In den vergangenen Jahren war dieser Nischenmarkt vor allem großen institutionellen Investoren wie Versicherern oder Unternehmen vorbehalten.

Angesichts des andauernden Niedrigzinsumfeldes führt allerdings auch für Publikumsfonds kein Weg an diesem Markt vorbei, wenn sie den Ehrgeiz besitzen, ihren besonders risikoscheuen Anlegern mehr als die reine Geldmarktrendite von bis zu 2 Prozent zu bieten.

Vorteil besteht im Renditeaufschlag

Somit spielen die ABS zum einen in den Portfolios vieler Geldmarktfonds eine immer größere Rolle. Zum anderen gibt es in der Datenbank des Bad Homburger Fondsanalysehauses inzwischen acht in Deutschland erhältliche Publikumsfonds, die den Begriff ABS im Namen tragen.

Fünf davon sind wiederum schon länger als ein Jahr auf dem Markt. Gemessen an der Wertentwicklung, stehen die geldmarktnahen unter ihnen in den gängigen Rennlisten ihrer Kategorie inzwischen ganz vorn.

Die Verbriefung von Forderungen über Asset Backed Securities ist in Europa noch relativ neu. Dabei werden, vereinfacht gesagt, Zahlungsansprüche von Finanzinstituten aus Hypotheken- und Konsumentenkrediten oder aus dem Kreditkartengeschäft zusammengefaßt und in handelbare Wertpapiere umgewandelt. Der Vorteil besteht für Anleger vor allem in einem Renditeaufschlag gegenüber anderen Anleiheformen.

Verringertes Liquiditätsrisiko

Anbieter von ABS führen darüber hinaus gern die geringe Korrelation gegenüber den traditionellen Anlageklassen an. Weil ABS im Normalfall als sogenannte Floater angeboten werden, deren Zinssatz in regelmäßigen Abständen dem Marktzins angepaßt wird, hält sich zudem das Zinsänderungsrisiko in Grenzen.

Erst in den vergangenen fünf Jahren entwickelte sich in Europa ein nennenswertes Marktvolumen. Im vergangenen Jahr lag es nach Schätzungen der Deutschen Bank bei rund 250 Milliarden Dollar. Damit vermindert sich zusehends auch das Liquiditätsrisiko für ABS-Tranchen aus großen Emissionen beziehungsweise mit einer ausgezeichneten Bonitätseinstufung.

So hat der Activest Euro-Geldmarkt Plus, derzeit einer der beliebtesten Geldmarktfonds in Deutschland, 75 Prozent des Fondsvolumens in ABS liegen. Der Fonds investiere ausschließlich in Papiere mit der höchsten Bonitätsnote "AAA", die zudem aus großen Emissionen stammten, sagt Fondsmanager Ralph Ziefle. "Deshalb können wir Liquiditätsprobleme ausschließen." Immerhin gab die ABS-Strategie dem Fonds in der Vergangenheit die Möglichkeit, sich mit seiner Wertentwicklung von den klassisch geführten Geldmarktfonds positiv abzuheben.

Fonds ist nicht gleich Fonds

Daß die Liquidität auf dem Sekundärmarkt aber keine zu unterschätzende Größe unterhalb der höchsten Bonitätsnoten ist, macht das Vorgehen der Deutsche-Bank-Fondsgesellschaft DWS deutlich. Weil deren ABS-Fonds in der Gesamtbreite von "AAA" bis hinunter auf "A" investiert, ist eine Mindestanlage von 500.000 Euro vorgeschrieben.

Damit sollen starke Mittelschwankungen vermieden werden, die bei vielen kleineren Anlegern unweigerlich vorkommen, die aber bei hektischen Verkäufen auf wenig liquiden Teilmärkten negative Auswirkungen auf die Wertentwicklung haben. Mit den großen Investoren im Fonds können solche Bewegungen im Vorfeld abgestimmt werden.

In der ganzen Bandbreite des ABS-Marktes liegt der Activest-Geldmarktfonds auf der ganz sicheren Seite. Das Gegenstück bildet der ABS-Plus-Fonds der Fondsgesellschaft Frankfurt Trust. Dieser operiert vor allem in ABS mit niedrigen Bonitätseinstufungen sowie Unternehmens- und Schwellenmarktanleihen. Mit diesem Risikoprofil fällt er zwar aus der Gruppe der geldmarktnahen Fonds heraus.

Immerhin gibt ihm der Strategieansatz aber die Möglichkeit, mit einem Wertzuwachs von 11 Prozent allein im vergangenen Jahr positiv aus dem Rahmen zu fallen. Angesichts der ganzen Bandbreite an Risikoeinstufungen von ABS betonen professionelle Anlageberater in regelmäßigen Abständen, daß ABS-Fonds nicht gleich ABS-Fonds sind - so wie etwa auch bei Rentenfonds deutlich zwischen Euroland-Fonds mit sicheren Staatsanleihen und sogenannten High-Yield-Fonds mit überdurchschnittlichen Ausfallrisiken unterschieden wird.

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