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Assekuranz Allianz hält Verzinsung bei 4,5 Prozent

 ·  Der größte deutsche Lebensversicherer wird zum Vorbild für die ganze Branche. Auch Axa und Ideal ändern Gesamtverzinsung nicht. Doch nicht allen Versicherten werden die gleichen Zinsen gutgeschrieben.

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Für viele Versicherungsnehmer wachsen die Chancen, daß der Trend zu einer sinkenden Überschußbeteiligung ausläuft. Die Allianz Leben, der größte deutsche Lebensversicherer, beläßt die Gesamtverzinsung für das Jahr 2005 bei 4,5 Prozent und damit auf dem Niveau des laufenden Jahres.

Da die Allianz über einen Marktanteil von mehr als 15 Prozent verfügt und ihre Entscheidung Signalwirkung für die gesamte Branche hat, dürften auch andere Gesellschaften die Guthaben ihrer Kunden in unveränderter Höhe verzinsen.

Zum Teil erhebliche Unterschiede

Das heißt allerdings nicht, daß allen Lebensversicherten die gleichen Zinsen gutgeschrieben werden. Die Gesamtverzinsung der Anbieter unterscheidet sich zum Teil erheblich. So beläßt zum Beispiel die Ideal Lebensversicherung ihren Gesamtzins bei 5,1 Prozent. Die Axa hat am Donnerstag angekündigt die Verzinsung bei durchschnittlich 3,5 Prozent zu belassen. Sie gehört zu den Anbietern, bei denen den Versicherten älterer Tarifgenerationen mehr gutgeschrieben wird als den jüngeren Verträgen. Ursache der Ungleichbehandlung sind die unterschiedlichen Garantien. Ältere Verträge sind mit einem Garantiezins von 3,0, 3,25 , 3,5 oder sogar 4,0 Prozent berechnet. Versicherte, die jetzt Verträge unterzeichnen, erhalten dagegen nur noch 2,75 Prozent garantiert.

Die Verträge mit hohen Garantien verzinst die Axa mit 4,3 Prozent, die Tarife mit den niedrigsten Garantien nur mit 3,0 Prozent. Allerdings erhalten diese Versicherten einen Zuschlag in anderer Form. Für sie werden die garantierten Ablaufleistungen um 2,6 Prozent erhöht, was allerdings die Ungleichbehandlung nur geringfügig mildert, nicht aber aufhebt. Die von den Versicherungsgesellschaften genannten Gesamtverzinsungen resultieren aus der Garantieverzinsung und einer Überschußbeteiligung.

Stabilisierung der Überschußbeteiligung

Darüber hinaus weisen die Versicherer zusätzliche Mittel einem Fonds für die sogenannten Schlußüberschüsse zu, aus denen die Versicherten bei Ablauf des Vertrages zusätzliches Geld erhalten. Diese Mittel sind den Versicherten zwar noch nicht individuell zugewiesen und können deshalb in Krisenzeiten als Sicherheitsmittel aufgezehrt werden. Aber bei günstigen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten werden den Sparern auch die Mittel aus dem Schlußüberschußfonds ausgezahlt und erhöhen so die Rendite. Die Zuweisung der Allianz zu diesem Fonds erhöht die Gesamtverzinsung von 4,5 Prozent um weitere 0,6 Prozentpunkte. Bei der Axa macht dieser Faktor 0,3 Prozentpunkte aus.

Die Stabilisierung der Überschußbeteiligung ist in der Assekuranz nicht unumstritten. Die Versicherer haben in der Aktien-Baisse viel Geld verloren und einen großen Teil ihrer Reserven aufgezehrt. Die Gesamtverzinsungen liegen nun über dem Niveau, das mit sicheren Zinstiteln derzeit zu erzielen ist. Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bieten bei der Neuanlage derzeit nur noch knapp 3,7 Prozent. Da rund 80 Prozent des Kapitals der Versicherer in Zinstiteln investiert sind, ist das auf Dauer zuwenig, um die derzeitigen Überschußanteile zu finanzieren.

Ältere Zinstitel höher verzinst

Blieben die Anleiherenditen über viele Jahre auf dem niedrigen Niveau, "wäre es schwieriger als heute, genügend Erträge für stabile Gesamtverzinsungen zu erwirtschaften", sagt Andreas Gruber, der die Kapitalanlagen der Allianz Leben steuert. Er hält die aktuelle Gesamtverzinsung dennoch für gerechtfertigt. Nur bei der Wiederanlage auf dem Anleihemarkt seien die Renditen niedrig. Ältere Zinstitel seien höher verzinst, außerdem sei ein nennenswerter Teil des Geldes in Aktien investiert sowie in Unternehmensanleihen, die höher verzinst sind.

Im Jahr 2003 hat die Allianz so eine Nettorendite von 6,5 Prozent auf ihre Kapitalanlagen erwirtschaftet, und auch im Jahr 2004 werde die Rendite so hoch sein, daß die den Kunden gutgeschriebene Gesamtverzinsung problemlos zu finanzieren sei, sagt Gruber. Außerdem stärke eine hohe Rendite die bilanziellen Reserven. Aber selbst wenn die auf dem Kapitalmarkt erwirtschafteten Renditen in einem Jahr nicht ausreichen sollten, sei dennoch eine stabile Gesamtverzinsung gerechtfertigt, argumentiert Gruber. Dann müßten Reserven aufgezehrt werden. Zu diesem Zweck seien sie gebildet worden.

Quelle: ruh. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2004, Nr. 289 / Seite 23
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