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Arjun Murti Prügel für den Ölpreis

24.05.2008 ·  Als Arjun Murti prophezeite, dass Öl bald mehr als 100 Dollar kosten werde, erntete er viel Spott. Auch ein Eigeninteresse der Bank wurde ihm bescheinigt. Sogar im eigenen Haus gab es Ärger.

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Als Arjun Murti prophezeite, dass das Öl bald mehr als 100 Dollar kosten würde, war die Welt noch eine andere. 2004 war das. Zuvor hatten Ölhändler jahrelang Preise zwischen 15 und 20 Dollar erlebt, und gerade erst war der Preis auf 40 Dollar gestiegen.

Hätte Murti nicht bei Goldman Sachs gearbeitet, er wäre wahrscheinlich als Spinner abgetan worden. Doch auf Goldman Sachs hören die Ölhändler. Das brachte Murti ins Zentrum des Interesses und des Spotts. Die Opec nannte seine Warnung „unbegründet“, und Kritiker schimpften: Murti schreibe diese Prognose nur, damit Goldman Sachs mit seinen Ölgeschäften größere Gewinne mache.

Weiter auf Linie

Sogar von den eigenen Kollegen kam Kritik. Denn Murti war bei Goldman Sachs gar nicht direkt für den Ölpreis zuständig, sondern für Energieaktien. Er kümmerte sich um Exxon Mobil, Chevron und Co. - auch schon bevor er 1999 zu Goldman Sachs wechselte. Doch seine zuständigen Kollegen aus der Rohstoff-Abteilung wollten seine Meinung zum Ölpreisanstieg nicht teilen. So heftig wurden letztlich deren Anwürfe, dass der Goldman-Sachs-Chef öffentlich für Murti Partei ergriff.

In Murtis Vorstellungen waren steigende Ölpreise dagegen schon damals kein abwegiger Gedanke. „Ich bin sogar ein ziemlich großer Ölgegner“, sagte er der „New York Times“. Er sieht bis heute einen Vorteil in hohen Preisen: Sie machten den Verbrauchern klar, dass sie Energie sparen müssten. Und die Preise werden noch höher, glaubt er. Die Ölförderung außerhalb der Opec-Länder werde bald zurückgehen. Damit hat der 37-Jährige die Börsen wieder bewegt: In den nächsten zwei Jahren könne das Öl 150 bis 200 Dollar pro Fass kosten, schrieb er Anfang Mai. Seitdem ist der Preis knapp 120 Dollar auf mehr als 135 gestiegen, und er steigt weiter.

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