17.12.2009 · Die durchschnittliche Verzinsung auf Tagesgeldkonten ist auf ein neues Tief gefallen. Die durchschnittliche Verzinsung ist auf 1,27 Prozent gefallen. Einige Anbieter zahlen aber noch mehr als zwei Prozent Zinsen.
Die durchschnittliche Verzinsung auf Tagesgeldkonten ist auf ein neues Tief gefallen. Wie aus Erhebungen der FMH Finanzberatung hervorgeht, beträgt die aktuelle Verzinsung auf einem Tagesgeldkonto in Deutschland bei der Anlage von 5000 Euro im Durchschnitt nurmehr 1,27 Prozent, für 50 000 Euro sind es 1,32 Prozent. Noch vor gut einem Jahr wurden durchschnittlich mehr als 3,5 Prozent Zinsen gezahlt, einzelne Anbieter zahlten auch 6 Prozent Zinsen und mehr.
Zwar ist der Konkurrenzkampf um die Tagesgeldkunden durch die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank merklich schwächer geworden, doch auch jetzt gibt es noch einzelne Banken, die deutlich höhere Tagesgeldzinsen bieten als der Durchschnitt.
Sparer werden durch tiefe Zinsen enteignet
Unter den Banken mit einer gesetzlichen deutschen Einlagensicherung bis zu einer Summe von 50 000 Euro erscheint das Angebot der Frankfurter Noa-Bank am attraktivsten. Die erst im Herbst dieses Jahres auf den Markt getretene Bank bietet derzeit ohne Nebenbedingungen bis zu einer Anlagesumme von 500 000 Euro einen Zinssatz von 2,2 Prozent.
2,25 Prozent erhalten Anleger für ihr Tagesgeld bei der Merkur Bank, jedoch nur für Anlagesummen zwischen 25 000 und 200 000 Euro. Der Zinssatz von 2,25 Prozent gilt jedoch für die gesamte angelegte Summe und damit nicht nur für die über 25 000 Euro hinaus angelegten Beträge. Für Neukunden bietet die 1822direkt bis zu einer Anlagesumme von 20 000 Euro einen Zinssatz von 2,75 Prozent. Zwischen 20 000 und 50 000 Euro beträgt der Zinssatz 2,3 Prozent und darüber hinaus bis 150 000 Euro 2 Prozent. Die Zinszuschläge für Neukunden auf den Basiszins von 1,3 Prozent haben zudem den Vorteil, bis März 2010 garantiert zu sein. Eine solche Garantie gibt es bei kaum einem Anbieter. Da die Zinssätze auf Tagesgeldkonten ohne Garantie täglich verändert werden können, ist eine Zinszusage für einen bestimmten Zinszeitraum in Zeiten von Vorteil, in denen die Zinssätze noch eher nach unten als nach oben verändert werden.
Wer auf die tägliche Verfügbarkeit seines Geldes verzichten kann, ist daher mit Festgeldkonten möglicherweise besser bedient. Hier ist der Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben. Auch für Festgeldkonten gilt die staatliche Garantiezusage für Anlagesummen bis zu 50 000 Euro. Darüber hinaus gibt es wie bei den Tagesgeldkonten auch meist Sicherungseinrichtungen der Banken und Sparkassen, die höhere Summen absichern sollen. Wie viel diese Zusagen im Ernstfall wert sind, muss sich allerdings noch zeigen.
Auch die Zinsen für Festgeldkonten sind sukzessive gefallen und betragen bei einer Anlagesumme von 5000 Euro für ein Jahr nach Angaben der FMH Finanzberatung im Durchschnitt nurmehr 1,45 Prozent nach fast 5 Prozent noch vor gut einem Jahr. Für einen Anlagezeitraum von sechs Monaten gibt es sogar durchschnittlich nur 1,13 Prozent für 5000 Euro, für 50 000 Euro sind es 1,16 Prozent. Aber auch hier gibt es Banken, die deutlich höhere Zinssätze bieten. So erhalten Anleger bei der deutschen Tochtergesellschaft der türkischen Isbank bei einer Festlegung auf einen Anlagezeitraum von einem Jahr 2,3 Prozent Zinsen.
Etwas höhere Zinsen gegen vergleichsweise lange Bindung
Für sechs Monate sind es 2,1 Prozent. Auch die deutsche Tochtergesellschaft der türkischen Ziraat Bank bietet mit 2,2 Prozent für ein Jahr und 2 Prozent für sechs Monate überdurchschnittlich hohe Festgeldzinsen. Auch hier gilt die staatliche deutsche Einlagensicherung bis zu einer Summe von 50 000 Euro. Beide Kreditinstitute sind zudem Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken in Deutschland.
Wer sein Geld noch länger festlegen möchte, wird dafür auch mit höheren Zinsen belohnt. So bietet die Santander Direkt Bank einen Sparbrief, der bei drei Jahren Laufzeit einen Zinssatz von 3,5 Prozent je Jahr verspricht. Auch die Mercedes-Benz-Bank liefert ihren Kunden auf ihrem Festzinskonto mit 3 Prozent Zinsen im Jahr eine überdurchschnittliche Rendite für Zinsprodukte mit drei Jahren Laufzeit ohne Kursrisiko und deutsche Einlagensicherung. Für noch längere Laufzeiten steigt die Verzinsung von Sparprodukten kaum mehr. So bietet die BKM Bausparkasse Mainz mit 4,25 Prozent den höchsten jährlichen Zinssatz auf ihrem Festgeldkonto mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Die Debeka Bausparkasse zahlt 4,2 Prozent.
Aufgemerkt
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