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Zinsanlagen Türkische Tagesgeldkonten werden interessanter

23.01.2007 ·  Reformen am Finanzmarkt gibt es nicht nur in Deutschland. So hat das niederländische Parlament dieser Tage die Einlagensicherung nahezu verdoppelt. Das macht die Zinskonten der deutschen Töchter türkischer Banken interessanter.

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Lange Zeit waren Zinskonten in jedweder Form uninteressant. Karg waren die Renditen, die sie abwarfen, vor allem in Anbetracht eines boomenden Anleihen- und später attraktiven Aktienmarkts.

Wer mehr wollte, der musste Kompromisse machen. Entweder er wollte Flexibilität - dann gab es nur Mini-Zinsen von weniger als zwei Prozent. Oder er wollte einen hohen Zins - dann musste man sich mit Anlagezeiträumen von vier oder fünf Jahren vertraut machen. Oder aber man musste bei der Sicherheit abspecken.

Zu wenig Sicherung bedeutet Risiko

Was das bedeuten konnte, bekamen die Einleger der sächsischen BFI-Bank im Jahr 2003 bitter zu spüren, als diese im Mai ihre Pforten schließen musste. In ihren Werbebroschüren hatte die Bank „sicheres Festgeld“ und einen „überdurchschnittlichen Zinssatz“ versprochen. Kaum jemand wusste indes, dass die Bank nicht im Einlagensicherungsfonds des Baundesverbandes deutscher Banken, sondern lediglich in der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) vertreten war. Dieser springt aber nur für Kontoguthaben, Sparbriefe oder Termingeld mit maximal 90 Prozent des angelegten Kapitals, höchstens aber 20.000 Euro ein.

Eine unvollkommene Sicherung war auch immer das Manko bei den vergleichsweise hohen Zinsen, die die deutschen Niederlassungen türkischer Banken boten. Denn diese sind häufig nach niederländischem Recht konstituiert und unterliegen so der Einlagensicherung des Nachbarlandes.

Diese sicherte bislang ähnlich wie die EdB Sparanlagen nur bis zu einem Betrag von 20.000 Euro zu 100 Prozent ab, so dass eine Einlage über diesen Betrag hinaus stets ein höheres Risiko bedeutete - was eben der höhere Zins vergütete.

Niederlande verbessern Einlagensicherung

Das hat sich nun geändert, nachdem das niederländische Parlament eine annähernde Verdoppelung der Einlagensicherung seit dem 1. Januar beschlossen hat. Die Richtlinie ist zwar noch nicht offiziell veröffentlicht, doch laut Beschluss werden über die bisherigen Grenzen hinaus künftig die auf die ersten 20.000 Euro folgenden 20.000 Euro zusätzlich zu 90 Prozent besichert.

Das macht höhere Einlagen interessanter, zumal sich die Situation der türkischen Banken seit dem unter undurchsichtigen Umständen erfolgten Zusammenbruch der Demirbank während der türkischen Finanzkrise Anfang des Jahrzehnts erheblich verbessert hat.

Wer Tagesgeldanlagen sucht, findet die höchsten Zinsen aktuell mit 3,6 Prozent bei der Akbank, einem Partner der Citigroup, der der Sabançi-Familie gehört. Die Akbank gehört der niederländischen Einlagensicherung an, ebenso wie die Finansbank, die ab dem 1. März 2007 Credit Europe Bank heißen wird, nachdem die türkische Mutter von der National Bank of Greece erworben wurde. Die Finansbank bietet 3,55 Prozent.

Lukratives Tagesgeld, wenig begeisterndes Festgeld

3,5 Prozent bietet die Frankfurter Filiale der Denizbank (Wien) AG. Diese gehört indes nicht der niederländischen, sondern der österreichischen Einlagensicherung an. Und diese zahlt unverändert nur bis 20.000 Euro.

Danach tummeln sich einige Institute im Bereich um 3,25 Prozent: die DHB-Bank, die Garantibank und die Ziraat-Bank. Letztere gehört sogar dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an und bietet 3,3 Prozent auf ein Girokonto.

Im unterjährigen Festgeldbereich fehlen derzeit attraktive Angebote. Sieht man von einem Angebot der Koçbank von 3,65 Prozent für drei Monate ab, gibt es erst ab einem Anklagezeitraum von sechs Monaten höher Angebote. Für ein halbes Jahr bieten Finansbank, Denizbank und Vakifbank 3,75 Prozent. Auch die Vakifbank ist nach österreichischem Recht organisiert.

Indes lohnt sich die längere Festlegung vergleichsweise wenig. Auch auf Sicht von zwölf Monaten gibt es allenfalls vier Prozent, diese aber nahezu von allen türkischen Banken. Wer sich auf 60 Monate festlegt, kann 4,5 Prozent bekommen.

Das ist im Vergleich zum tägliche verfügbaren Tagesgeld nicht überaus attraktiv. Denn was einmal auf Jahre festgelegt ist, ist festgelegt. Und ausgehend davon, dass Renten- und Aktiennmärkte auch wieder einmal besser laufen als es aktuell der Fall ist, verpasst man auf diese Weise mehr Chancen, als einem lieb sein kann - auch etwa die Chance, von noch höheren Zinsen im Festgeldbereich zu profitieren.

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Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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