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Zertifikate Quanto-Zertifikate: Kein Währungsrisiko, aber weiter Währungssorgen

16.01.2007 ·  Eine schwache Währungsentwicklung verhagelt in Euro so manche Rendite, die sich in Fremdwährung so schön ausgenommen hat. Quanto-Zertifikate schalten diesen Umstand aus, befreien aber nicht von allen Währungssorgen.

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Das Jahr 2006 war für Anleger aus dem Euroraum nicht in jeder Hinsicht ein gutes Jahr. Denn die Erfolge ihrer in Dollar notierenden Anlagen litten unter der starken Währung, deren Aufwertung sie mehr als 10 Prozent Rendite kostete. So stieg der Goldpreis, in Dollar gerechnet, im vergangenen Jahr um mehr als 22 Prozent. In Euro blieb nur ein Plus von rund 10 Prozent übrig.

Wer sein Portfolio gegen Währungsverluste absichern will, dem bietet die findige Zertifikate-Branche eine Lösung. Das Zauberwort heißt Quanto und steht für Produkte, die durch ihre Konstruktion Wechselkursschwankungen aus der Wertentwicklung des Investments eliminieren sollen. Sie schützen vor währungsbedingten Verlusten, gleichzeitig werden eventuelle Währungsgewinne nicht weitergegeben.

Kosten des Währungsschutzes

Natürlich hat dieser Schutz seinen Preis. Die Kosten wälzt der Emittent auf unterschiedliche Weise auf die Anleger über. Meistens zieht er sie laufend vom Preis des Zertifikats ab. In diesem Fall folgt die Kursentwicklung mit einem Abschlag des Basiswerts. So behalten die Emittenten außer den möglichen Zinsdifferenzen zwischen den Ländern, wie bei Zertifikaten auf Aktien üblich, die Dividenden und im Falle von Rohstoffzertifikaten die auf die Sicherungsleistungen vereinnahmten Zinsen ein. Bisweilen fällt auch die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufskurs (Spread) des Quanto-Produkts höher aus als bei der vergleichbaren, nicht währungsgesicherten Variante.

Den Ausweis handhaben die Emittenten unterschiedlich. So veröffentlicht ABN Amro die Kosten der Währungssicherung tagesaktuell für jedes einzelne Produkt auf seinen Internetseiten. Die meisten anderen Emittenten verzichten aber auf den expliziten Ausweis der Kosten. Letztlich also kann als Entscheidungskriterium für oder gegen ein währungsgesichertes Zertifikat nur die relative Wertentwicklung zum nicht-währungsgesicherten Pendant dienen. Die überwältigende Mehrheit der Quanto-Zertifikate am deutschen Markt bezieht sich auf in Dollar oder Yen notierende Produkte, vorwiegend Aktienindizes und Rohstoffe.

Gold nicht ohne Quanto

Die Entwicklung im vergangenen Jahr sprach deutlich für Quanto-Zertifikate, da der Euro gegenüber allen wichtigen Währungen spürbar aufwertete. So lag die durchschnittliche Wertentwicklung der Quanto-Zertifikate auf Gold zwar deutlich unter der Entwicklung des Goldpreises in Dollar, aber doch spürbar über der ihrer nicht währungsgesicherten Pendants.

Überhaupt, so die Ansicht der Zertifikatespezialisten, sollte man Rohstoff-Zertifikate und Produkte auf den Goldpreis grundsätzlich in der Quanto-Variante kaufen. Denn historisch sind Goldpreis und Dollarkurs eng miteinander korreliert. Das bedeutet, dass die Chance auf zusätzliche Währungsgewinne bei dem Edelmetall gering sind, weil üblicherweise der Goldpreis fällt, wenn der Dollar zum Euro steigt. Dagegen wird ein Anstieg des Goldpreises für Euro-Anleger fast immer zu großen Teilen von Wechselkursverlusten aufgezehrt.

Es kommt immer auf die Zukunft an

Anders sieht das bei Zertifikaten auf den Nikkei-Index aus, dessen Entwicklung vergleichsweise weniger stark mit der des Yen verbunden ist. Quanto-Zertifikate auf den Nikkei waren 2006 zwar die bessere Alternative und legten im Durchschnitt um mehr als 5 Prozent zu, während ihre Pendants 7,5 Prozent verloren. Umgekehrt aber büßten die währungsgesicherten Papiere im Februar des vergangenen Jahres, als der Yen aufwertete, mehr als 2 Prozent ein, während sich die Kurse der Nicht-Quanto-Varianten kaum veränderten.

Quanto-Zertifikate nehmen dem Anleger das Währungsrisiko ab. Allerdings ist ihr Kauf nicht immer die richtige Entscheidung. So kommt der Anleger nicht umhin, sich über Währungsbewegungen Gedanken zu machen und sich zu entscheiden, ob er die Risiken und Chancen von Wechselkursschwankungen ausschließen will oder nicht. Steht ein starker Euro zu erwarten, so erscheint die Quanto-Variante sinnvoll. Bei einem schwachen Euro hängt dies vom Grad der Korrelation zwischen Wechselkurs und dem Preis des Basiswertes ab. Folgt man den Prognosen der Banken-Volkswirte für dieses Jahr, gibt der Euro gegen den Yen bis Jahresende nach. Das spräche gegen die währungsgesicherte Variante von Nikkei-Zertifikaten.

Quelle: @mho, F.A.Z., 16.01.2007, Nr. 13 / Seite 21
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