http://www.faz.net/-gv6-8wnup
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 07.04.2017, 08:32 Uhr

Globale Wirtschaft Schulden in der Welt wachsen gefährlich schnell

Die Weltwirtschaft steht auf tönernen Füßen: Staaten, Unternehmen und Haushalte haben sich mit 215 Billionen Dollar verschuldet. Das birgt große Risiken. Droht eine neue Wirtschaftskrise?

von
© mauritius images Die Last der Schulden: Was genau kostet die Welt?

Was kostet die Welt? Auf diese Frage gibt es eine Antwort: 215,5 Billionen Dollar oder umgerechnet etwas mehr als 200 Billionen Euro. So viel haben die Schulden in der Weltwirtschaft Ende 2016 betragen, wie aus einer aktuellen Studie des Institutes of International Finance (IIF), des Weltverbands der Banken, hervorgeht. Zur Einordnung: Eine Billion hat zwölf Nullen und setzt sich aus 1000 Milliarden zusammen. Das Ausmaß des Schuldenbergs beträgt 325 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung, also des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der Weltwirtschaft. Die Staaten sind mit 89 Prozent des BIP verschuldet. Zur Erinnerung: Ein Konvergenzkriterium für die Staaten der Eurozone war ursprünglich eine Staatsverschuldung von höchstens 60 Prozent des BIP.

Markus Frühauf Folgen:

Der Schuldenberg der Welt braucht Generationen, um ihn abzubauen. Es gibt aber auch Maßnahmen, die auf Seiten der Kreditgeber zu Vermögensverlusten führen. Denn die Schulden des einen sind die Forderungen eines anderen. Das Beispiel Griechenland hat vor wenigen Jahren eindrucksvoll vor Augen geführt, dass es keine sicheren Schulden gibt.

Auch Staatsanleihen sind riskant

Auch Staatsanleihen sind riskant, obwohl sie von den Politikern und den Aufsichtsbehörden noch immer als risikolos eingeordnet werden. Das sichert den Staaten den problemlosen Absatz ihrer Schuldtitel bei Banken. So beträgt die Schuldenlast im Finanzsektor 83 Prozent des Welt-BIP und liegt damit fast genauso hoch wie die der Staaten. Darüber hinaus gibt die Politik über die von ihnen bestellten Finanzaufseher vor, dass große Kapitalsammelstellen wie Versicherer oder Pensionsfonds nur in besonders sicheren Papieren das Geld der Sparer anlegen dürfen. Und das sind natürlich Staatsanleihen.

Nach der Finanzkrise und dem griechischen Schuldenschnitt fordern viele Aufseher von den Banken, dass sie einen Verlustpuffer aus Eigenkapital für Staatsanleihen vorhalten sollen. Aber gleichzeitig schreiben die Aufseher den Banken vor, Staatsanleihen zu halten. Denn damit sollen sie einen Liquiditätspuffer aufbauen, um in Krisenzeiten über einen bestimmten Zeitraum zahlungsfähig zu bleiben. Bislang ist die Diskussion um den Kapitalpuffer für Staatsanleihen, wie sie etwa der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht führt, nicht wirklich vorangekommen.

Infografik / die schuldenlast der welt (2 v 2) © F.A.Z. Vergrößern

Das Gremium, in dem die Notenbanken und Bankenaufseher aus den 27 wichtigsten Wirtschaftsländern international verbindliche Regeln für die Banken entwickeln, ist der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angegliedert. Die in Basel ansässige „Bank der Zentralbanken“ hat in den vergangenen Jahren die Schuldenblase der Weltwirtschaft scharf kritisiert. Sie hatte auch schon im Vorfeld der Finanzkrise, die im Jahr 2008 mit dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers eskaliert war, auf die wachsende Gefahr des schuldenfinanzierten Wachstums sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern gewarnt.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
Name Kurs %
F.A.Z.-ANLEIHEN -- --
BUND FUTURE -- --
EURO-BOBL-FUTURE -- --
REX GESAMT PERF. -- --
Zinsen