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Wandelanleihen Aufschwung könnte sich fortsetzen

21.10.2009 ·  Nach einem grauenvollen Jahr 2008 hatten Fondsgesellschaften den Wandelanleihen für 2009 ein glanzvolles Comeback prophezeit, so auch die britische Gesellschaft F&C. Die Manager hielten Wort - und glauben, dass es weiter aufwärts geht.

Von Martin Hock
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Wandelanleihen haben sich in diesem Jahr zu einem guten Geschäft für die Anleger entwickelt. Die Erholung auf den Kreditmärkten und die zuvor stark gefallenen Kurse begünstigen die Wertentwicklung. Im vergangenen Jahr hatte mit dem Bankrott der Investmentbank Lehman Brothers ein gewaltiger Ausverkauf der Wandelanleihen eingesetzt, der den Wert dieser Mischform aus Unternehmensanleihe und Aktienkaufoption gewaltig unter Druck brachte.

Fondsmanager prophezeiten für 2009 ein glanzvolles Comeback - viele konnten Wort halten (vgl. auch (). Rund 33 Prozent legte beispielsweise der F&C Global Convertible Bond zu, mehr etwa als per saldo mit Fonds auf europäische Standardwerte zu verdienen war.

Unterbewertung und attraktive Neuemissionen

Für Portfolio-Marketing-Manager Alan van der Kamp waren dafür drei Faktoren ausschlaggebend. So notierten Wandelanleihen zu Jahresbeginn im Durchschnitt unter dem Wert der Anleihenkomponente und das machte sie mit einer Rückkehr des Vertrauens in Anleihen und sinkenden Renditeaufschlägen gegenüber Staatsanleihen äußerst attraktiv. Das galt auch für das spätere Anziehen der Aktienmärkte, wenn auch in geringerem Maße.

Vor allem aber die hohe Zahl von Neuemissionen, zunächst in den Vereinigten Staaten, später dann auch in Europa, die wie Unternehmensanleihen auf große Nachfrage stießen, sorgten für Rendite. Das galt vor allem für die Emissionen des zweiten Quartals und aus dem Rohstoffbereich. Um 155 Prozent stieg etwa der Kurs, der Anfang April begebenen Wandelanleihe des luxemburgischen Stahlproduzenten Arcelor-Mittal (Isin XS0420253212). 235 Prozent legte ein Papier des Aluminiumherstellers Alcoa zu.

Von letzterem hat sich F&C schon wieder getrennt. „Wir haben verkauft, um in attraktive, neue Wandelanleihen zu investieren. Immerhin ist das Emissionsvolumen im September wieder gestiegen.“, sagt van der Kamp, der nicht ausschließt, dass man auch das ein oder andere Papier wieder ins Depot nimmt. Denn kurzfristig erwartet er durchaus eine erhöhte Volatilität am Markt, versteht Kursrückgänge indes als Kaufgelegenheiten.

Aktienmarkt künftig der Treiber

Mittlerweile hat der Fonds eine Anleihenrendite bis Fälligkeit von 2,5 Prozent und partizipiert zu rund 42 Prozent an steigenden Aktienkursen. Zu Jahresbeginn betrug die Rendite noch 8 Prozent und die Partizipationsrate 35 bis 40 Prozent - eine defensive Positionierung, die dem Prinzip eines ausgewogenen Portfolios nicht entsprach.

F&C sucht im Grundsatz Papiere, bei denen weder der Anleihencharakter, noch der Optionscharakter überwiegt, das heißt, dass die Kurse der zugrundeliegenden Aktien weder zu deutlich unter noch zu deutlich über den Bezugspreisen liegen sollten. Denn im einen Fall fehlen die Ertragschancen, im anderen Fall sind sie zu riskant, weil den zugrundeliegenden Aktien zu ähnlich.

Mit der derzeitigen Partizipationsrate ist van der Kamp recht zufrieden, sieht er doch als zukünftigen Treiber der Wertentwicklung von Wandelanleihen vor allem den Aktienmarkt, von dem die Gesellschaft erwartet, dass er sich im Zuge der erwarteten Konjunkturbelebung weiter erholt. F&C rechnet mit einer V-förmigen Konjunkturerholung, die, etwas schwächer als üblich, bis in die zweite Jahreshälfte 2010 anhalten wird.

Der Markt ist stabiler geworden

Auch vom Emissionsmarkt erwartet van der Kamp weitere Impulse für die Anlageklasse, die sich immer noch nicht vollständig von den starken Verlusten des Jahres 2008 erholt habe. Und so rechnet er in den kommenden Jahren weiter mit Erträgen im zweistelligen Prozentbereich. Sein Optimismus stützt sich auch auf eine deutliche Veränderung in der Struktur der Investoren. Die Hedge-Fonds, die seinerzeit den Markt so stark unter Druck brachten, seien heute viel weniger stark investiert.

Stattdessen seien verstärkt Anleger, vor allem aus dem privaten Bereich vertreten, die Papiere kaufen und halten. „Damit ist der Markt gegenüber 2008 viel gesünder geworden“, sagt van der Kamp. Das habe sich auch in den vergangenen Wochen während der schwächeren Entwicklung der Aktienmärkte gezeigt, gegen die sich Wandelanleihen gut hätten behaupten können.

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Jahrgang 1964, Redakteur in der Wirtschaft.

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