26.01.2006 · Ohne großes Brimborium plaziert die Deutsche Telekom am Donnerstag eine 500-Millionen-Euro-Anleihe. Ein Tamtam hätte sich auch nicht gelohnt - vergleichbare Papiere bieten höhere Renditen.
Der Anleihenmarkt präsentiert sich aktuell nicht gerade einladend. Die Renditen haben mittlerweile Tiefen erreicht, die sich angesichts des Kursrisikos von Anleihen gegenüber Festgeldanlagen kaum noch rechnen wollen.
Neuemissionen sind indes trotz allem gefragt, meist deswegen, weil die Investoren einfach irgendwohin müssen mit der Liquidität, und die Risikostruktur ihrer Portfolios in geeigneter Weise managen.
34,7 Basispunkte über Bundesanleihen
Insofern kann es kaum überraschen, daß die in den vergangenen Tagen Anleihen von Porsche und Fresenius unmittelbar vergriffen waren. Auch die Deutsche Telekom hat ohne großes Brimborium eine 500 Millionen-Euro-Anleihe mit einer Laufzeit von drei Jahren am Markt plaziert.
Der Bond hat einen Kupon von drei Prozent und wurde mit einem Emissionspreis von 98,971 Prozent verkauft. Damit hat das Papier eine Emissionsrendite von 3,36 Prozent, was einem Renditevorsprung von 18 Basispunkten über Swap-Mitte oder 34,7 Basispunkten zur entsprechenden Bundesanleihe entspricht.
Das ist nichts, was Anlegerherzen jetzt unbedingt höher schlagen läßt. Das ist allerdings auch kein Grund zur Beschwerde. Denn die Rendite liegt ganz auf einer Linie mit den anderen, am Markt befindlichen Anleihen des rosa Riesen. So rentiert die im Mai 2008 auslaufende zehnjährige Anleihe aktuell bei 3,29 Prozent.
A3-Rating steht außer Frage
Die Kreditwürdigkeit der Deutschen Telekom wird von Standard& Poor's und Fitch mit A- eingestuft, Moody's hat ein Rating von A3 vergeben. Daran dürfte wohl in nächster Zeit auch wenig zu rütteln sein, auch wenn die Telekom im vergangenen Jahr weniger schnell gewachsen ist als die Konkurrenz.
Im vergangenen Jahr steigert der Telekommunikationsriese zwar die Zahl seiner Mobilfunkkunden weltweit um neun Millionen auf über 86,6 Millionen. Die Anzahl der Breitband-Internetanschlüsse stieg um 2,4 Millionen auf 8,5 Millionen. Auf dem Heimatmarkt Deutschland litt der Konzern allerdings spürbar unter der wachsenden Konkurrenz und wuchs langsamer als seine Herausforderer. Deutliche Einbußen verzeichnete die Telekom außerdem bei einfachen Anschlüssen und ISDN.
Insgesamt konnte die Telekom im vergangenen Jahr in Deutschland die Zahl der Mobilfunkkunden um 2,1 Millionen auf 29,5 Millionen steigern. Damit verteidigte das Unternehmen seine Marktführerschaft. Doch wurde der Abstand zu den Verfolgern kleiner. Konkurrent Vodafone steigerte seine Kundenzahl um 2,2 Millionen auf 29,2 Millionen und liegt damit nur noch geringfügig hinter der Telekom. Aber auch der Münchner Mobilfunkanbieter 02 konnte seine Nutzerzahlen mit knapp 2,4 Millionen Neukunden stärker erhöhen als der Marktführer.
Es gibt bessere Alternativen
Im Rating-Bereich der Telekom-Anleihe gibt es durchaus interessante Alternativen, die mit höheren Renditen glänzen. Eine Anleihe des schwedischen Volvo-Konzerns etwa mit einer Restlaufzeit von vier Jahren rentiert mit vier Prozent. Indes liegt das Zinsrisiko aufgrund des Kupons von 5,375 Prozent hier um rund einen Prozentpunkt höher.
Eine verwandte Laufzeit mit 3,4 bis 3,2 Jahren haben dagegen die Rentenpapiere der britischen Eon und von Linde, die mit 3,68 bzw. 3,67 Prozent rentieren. Die T-Anleihe kommt im Feld von 23 A3-Euro-Anleihen mit einer Laufzeit von zwei bis vier Jahren nur auf Platz 17. Insofern muß man um der Rendite willen nicht zur Telekom-Anleihe greifen.