29.12.2008 · Die Kurse der Zinspapiere von Linde haben sich zuletzt erholt. Doch noch bringen die Papiere ein deutliches Renditeplus. Das gilt insbesondere für eine Hybrid-Anleihe des Industriegaseherstellers und Engineering-Spezialisten.
Mit der etwas nachgelassenen Risikoaversion der Anleger haben auch zahlreiche Unternehmensanleihen zuletzt im Kurs wieder etwas zulegen können. Diese Entwicklung war auch bei den Zinspapieren des Dax-Vertreter Line zu beobachten.
Dennoch bieten die Papiere auch jetzt noch einen interessanten Renditeaufschlag gegenüber vergleichbaren Bundesanleihen. Zumindest wenn die Einschätzung der Analysten bei der WGZ-Bank stimmt. Die dortigen Anleihe-Spezialisten schließen zwar nicht aus, dass das Unternehmen ebenfalls negativ von der Krise betroffen sein wird. Doch das Geschäftsmodell mit langfristigen Lieferverträgen, guter Marktpositionierung (auch in den Schwellenländern), hohen Eintrittsbarrieren für Konkurrenten und einem integrierten Ingenieuransatz sollte sich demnach auch im Konjunkturabschwung als relativ stabil erweisen.
Geschäftsmodell gilt als stabil
Zu dieser Einschätzung passt es auch, dass der Industriegasehersteller und Engineering-Spezialist trotz des Konjunktureinbruchs und einer Gewinnwarnung des amerikanischen Konkurrenten Praxair bisher an seiner Jahresprognose festhält. Den jüngsten Angaben zufolge will Linde den Umsatz steigern und beim Ergebnis überproportional zulegen. 2007 kam das Unternehmen bei einem Umsatz von 12,3 Milliarden Euro auf einen operativen Gewinn von 2,42 Milliarden Euro. Mit einem Sparpaket, das in den nächsten vier Jahren die Kosten vor allem im Einkauf und in der Informationstechnik um bis zu 800 Millionen Euro drücken soll, will Linde gegensteuern.
Der Ratingtrend des Konzerns (S&P-Note: BBB+) wird von der WGZ Bank als stabil bis positiv bezeichnet. Nach dem jetzigem Stand dürfte der potenzielle Druck auf die Bonitätsnoten gering bleiben, zumal die Verschuldung nach der Akquisition der britischen BOC deutlich reduziert wurde. Vor diesem Hintergrund hat die erst im Dezember aufgelegte Linde.Anleihe (Isin: XS0403540189, Laufzeit: 08.12.2015; Kupon: 6,75 Prozent) verglichen mit dem Niveau zum Emissionszeitpunkt bereits deutlich im Kurs zugelegt. Trotzdem bringt das Papier immerhin noch eine Rendite von 5,507 Prozent. Die bis zum 24. April 2017 laufende Anleihe (Isin XS0297699588, Kupon: 4,75 Prozent) bringt es sogar auf 5,873 Prozent.
Hybridanleihe, riskanter, aber auch lukrativer verzinst
Wer etwas risikobereiter ist, für den könnte eventuell auch die Linde-Hybridanleihe (Isin XS0259604329, Kupon: 7,375 Prozent, Laufzeit: unendlich, Linde hat aber eine Kündigungsmöglichkeit im Juli 2016) interessant sein, die derzeit 9,26 Prozent abwirft.
Allerdings ist hier zu bedenken, dass im Konkursfall die Besitzer der Hybridanleihen erst nach den Besitzern anderer Linde-Anleihen bedient werden (falls die Zinsen während der Laufzeit einmal nicht gezahlt werden können, gibt es eine Nachzahlungspflicht sobald es eine Ausschüttung an die Aktionäre gibt). Vermutlich wird das Unternehmen die Hypbridanleihe aber im Juli 2016 kündigen und zurückzahlen, weil ansonsten der Zins auf 412 Basispunkte über dem Geldmarktsatz Drei-Monats-Euribor steigen würde.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.955,80 | +0,40% |
| Nasdaq 100 | 2.584,07 | −0,32% |
| S&P500 | 1.358,04 | +1,10% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3159 | +0,23% |
| Rohöl Brent Crude | 119,62 $ | −0,36% |
| Gold | 1.713,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 138,47 € | −0,18% |