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Unternehmensanleihen Ford-Anleihen stecken schwachen Ausblick auf Schlußquartal weg

19.10.2004 ·  S&P hat gerade die mäßige Kreditwürdigkeit von Ford bestätigt und damit Anleihen gestützt, da liefert der Autohersteller nachteilige Nachrichten: Im Kerngeschäft schreibt Ford rote Zahlen. Das spricht gegen lang laufende Anleihen.

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Ford geht es wie General Motors: Auf dem amerikanischen Heimatmarkt müssen beide Branchenriesen deutliche Rabatte und Zusatzgeschenke als Anreit gewähren, um Käufer anzulocken. Hier wie da drücken schwache Ergebnisse von Tochterfirmen, Jaguar einerseits und Opel sowie Saab und Vauxhall andererseits, den Gewinn; hinzu rollen Kosten durch die geplante Vernichtung von Arbeitsplätzen auf die Autohersteller zu. Unter dem Strich verdienen Ford und General Motors mit Autos kein Geld mehr. Vielmehr sind es die hauseigenen Banken, die für schwarze Konzernzahlen sorgen.

Dies zeigt auch der neue Quartalsbericht, den Ford am Dienstag bekanntgegeben hat. Demnach hat der Konzern einen Gewinn von 15 Cents je Aktie erwirtschaftet nach einem Verlust von einem Cents im gleichen Vorjahreszeitraum. Er hat sich also nicht nur objektiv verbessert, sondern auch die Prognosen der Analysten geschlagen, die im Durchschnitt bei 14 Cents lagen. Den Umsatz steigerte Ford um gut sechs Prozent auf 39 Milliarden Dollar. Nur: Die Autosparte hat einen Vorsteuerverlust von 609 Millionen Dollar eingefahren, während die Tochter Ford Motor Credit 734 Millionen Dollar verdient hat.

Zwar hob der Konzern den Ausblick für das Gesamtjahr abermals an, was aber auch und gerade den unerwartet starken ersten beiden Quartalen geschuldet ist. Und klar nachteiliger stellt sich, gemessen an den Erwartungen des Marktes, der Ausblick dar: Ford erwartet im vierten Quartal einen Gewinn je Aktie von 14 bis 19 Cents, während Analysten bisher von 34 Cents ausgegangen sind. Die Anleihen des Konzerns reagieren indes kaum auf diese Gemengelage. Sie notieren uneinheitlich, wobei eher kurz laufende Titel etwas einbüßen und länger laufende zum Teil zulegen - obwohl die Geschäftsentwicklung vor allem für ein Engagement in längerfristigen Verbindlichkeiten schlecht ist.

Gleiche Rendite wie Anleihen von General Motors

Denn wenn Ford mit Autos kein Geld verdient, bleibt der Konzern darauf angewiesen, Kredite an seine Kunden zu vergeben. Dies geht wiederum in der Regel im Verein mit dem Verkauf von Autos. Wenn nun aber auf längere Sicht die Zinsen und damit die Belastung der Konsumenten steigen sollten, könnten Autokäufer weniger als bisher bereit sein, weitere Schulden zu machen. Oder sie nehmen womöglich neue Kredite auf, ohne diese auch zu begleichen. Beide Szenarien wären ungünstig für Ford wie für General Motors.

Vor diesem Hintergrund raten die Analysten der WGZ-Bank, lang laufende Ford-Anleihen wie die 2009 fällige Euro-Anleihe und das 2013 zurückzuzahlende Dollar-Papier zu verkaufen. Anleihen mit einer kurzen Laufzeit sollten dagegen gehalten werden, wie die Bank meint. Sie bevorzugt in diesem Rahmen Ford-Zinstitel, die spätestens 2006 auslaufen. In jenem Jahr wird Ford zwei Euro-Anleihen bedienen müssen. Eine davon stammt aus dem Jahr 2001, ist mit 5,625 Prozent verzinst und wirft 3,36 Prozent ab. Das andere wurde im vergangenen Markt auf den Markt gebracht, ist mit einem Kupon von 5,5 Prozent ausgestattet und rentiert mit 3,27 Prozent, ist also etwas attraktiver. Eine Anleihe von General Motors (GM) aus dem Jahr 1999 bringt bei dem gleichen schwachen Investment-Grad (Baa1 negativ/BBB-) 3,31 Prozent, liegt also in der Mitte.

Ford-Kurzläufer bringen fast ein Prozent mehr als Bundesanleihen

Zum weiteren Vergleich: Eine entsprechende Bundesanleihe kommt auf eine Rendite von 2,42 Prozent. Mithin bieten diese Kurzläufer von Ford einen Renditevorsprung von 0,85 Prozent im ersten Fall und von 0,94 Prozent im zweiten Fall. Wer auf länger laufende Ford-Titel setzt, erreicht übrigens keine wesentlich bessere Überrendite gegen Bundesanleihen: Die 2008 fällige, mit 5,25 Prozent verzinste Anleihe aus dem Jahr 1998 wirft mit 3,94 Prozent rund 0,97 Prozent mehr ab, das ein Jahr früher auslaufende Papier aus dem Jahr 2003 bringt 3,58 Prozent oder 0,94 Prozent mehr.

Insofern müssen sich Anleger entscheiden, wieviel Rendite sie haben wollen und ob sie bereit sind, größere Risiken einzugehen. Wenn die zweite Frage verneint wird, es aber amerikanische Auto-Anleihen sein sollen, sollten die Kurzläufer genommen werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @thwi
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