Home
http://www.faz.net/-gvt-nvfl
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Unternehmensanleihen Bei Telekom-Anleihen lohnt ein genauer Blick

28.08.2007 ·  Nach liquiditätsgetriebenen Spreadeinengungen in der ersten Jahreshälfte und pansichen Ausweitungen in den vergangene Wochen kehren die Spreads der Kreditversicherungen langsam auf Normalniveau zurück. bei den Anliehen gibt es dagegen großen bverzerrungen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Man kann nicht immer nur klagen. Die Kreditkrise belastet die Märkte deutlich und gerade bei den unternehmensanleihen macht sie sich vielfach negativ bemerkbar. Spekulative Anleihen, die vor Zeiten sehr beliebt waren, haben deutlich an Attraktivität eingebüßt.

Die Analysten der DZ-Bank können dem durchaus etwas Positives abgewinnen. Nachdem sich nun der Markt etwas beruhigt habe und die erratischen Spreadausweitungen erst einmal vorbei seien, gehe der Markt nun wieder dazu über, differenzierter an die Anleihen unterschiedlicher Emittenten heranzugehen. In der ersten Jahreshälfte noch sei vor allem Liquidität trumpf gewesen, jetzt geh es wieder um Bonität.

Differenzierte CDS-Spreads

Indes findet diese Differenzierung vor allem im Bereich der liquidieren Kreditausfallversicherungen (CDS) statt, wohingegen die eigentlichen Anleihen diesbezüglich etwas zurückbleiben. So haben sich die Spreads von Anleihen aus dem Telekommunikationsbereich hübsch nach ihren Bonitätsnoten aufgereiht.

Die geringsten Aufschläge verzeichnen die im A-Bereich angesiedelte Telia-Sonera und France Telecom sowie die Telekom Austria vor der Deutschen Telekom, die höchsten Aufschläge die Telecom Italia und Portugal Telecom, deren Anleihen mit niedrigen Investment-Grade-Ratings bewertet werden.

An Anleihen aus dem Telekom-Sektor herrscht am deutschen Markt grundsätzlich kein Mangel. Österreichs Telekom Austria ist tatsächlich der einzige Emittent der hierzulande nicht vertreten ist.

Deutliche Renditedifferenzen

Im Kurzläuferbereich unter fünf Jahren Restlaufzeit ist das Angebot mit 17 Papieren etwas überschaubarer und hier zeigt sich deutlich eine geringe Effizienz der Anleihenmärkte. So rentiert die im Februar 2009 fällige Anleihe der Deutschen Telekom mit einem Rating von A3 bei 4,47 Prozent und die im April fällige sogar mit 4,15 Prozent, die im gleichen Monat fällige Anleihe von Telia-Sonera bei gleichem Rating aber mit 5,83 Prozent.

Dabei stehen die Skandinavier nicht so viel schlechter da als die Deutschen, als das ein solcher Aufschlag gerechtfertigt wäre. Zwar sank der gewinn des Unternehmens im zweiten Quartal um neun Prozent, doch war dies teilweise durch hohe Investitionen bedingt. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet der Konzern aber weiterhin mit einem Nettogewinn über dem um einen Einmalertrag bereinigten Vorjahreswert liegt.

Dagegen hat die Deutsche Telekom im zweiten Quartal zwar überraschend und erstmals seit langem den operativen Gewinn gesteigert, doch wird das operative Ergebnis im laufenden Jahr wohl sinken. Ein nicht zu unterschätzendes Risiko hat das skandinavische Papier allerdings: Es ist kündbar, läuft indes schon seit 1999. Und aktuell erscheint eine Refinanzierung der mit einem Kupon von 4,625 Prozent ausgestatteten Anleihe wohl nicht attraktiv.

Dies zeigt, dass sich die Suche nach gleichwertigen Anleihen durchaus lohnen kann und es sich nicht immer auszahlt, womöglich deswegen zu einem Papier zu greifen, bloß weil der Name des Emittenten vertrauter erscheint. Gleichzeitig aber lehrt es doch genauer hinzuschauen, als lediglich auf Rating und Rendite.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
25.05.2012 22:03 Uhr
  Vortag
BUND 144,35 +0,25%
 OK
Zinsen
25.05.2012 11:45 Uhr
  Vortag
REXP 422,77 +2,82%
 OK